Schlagwort-Archive: Erzählungen

Vom Leben und Überleben.

Für gewöhnlich bespreche ich ja keine Bestseller. Keine Regel ohne Ausnahmen – so geschehen neulich bei Benedict Wells und heute erneut. Warum? Ganz einfach – auch sogenannte Bestseller sind hin und wieder richtig gute Bücher. Und liegen mir am Herzen. In diesem Fall sind es zwei stille Titel, denen trotzdem eine enorme und inspirierende Kraft innewohnt.   

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Zu gut, um nicht wahr zu sein.

Ich erzähle ja nichts Neues, wenn ich sage, dass Haruki Murakami mein absoluter Lieblingsschriftsteller ist. Da werde ich schon mal nach dem Einstiegswerk in die Welt des japanischen Autors gefragt. Die Antwort will wohlüberlegt sein, denn sie kann Leben ändern, wenn jemand plötzlich in die phantastische Welt dieses Ausnahmeschriftstellers eintaucht. 

Bisher lautete meine Antwort oft Naokos Lächeln oder Die farblosen Pilgerjahre des Herrn Tazaki. Aber die Zeiten ändern sich, alles ist im Fluss, und nun würde ich allen Ratsuchenden antworten: Startet mit Erste Person Singular.  

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Im Schatten großer Ereignisse.

Oft werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus. Bei uns sind es Bücher und ihre Autoren, oder besser gesagt: bestimmte Bücher und Autoren, die wir besonders lieben und die in diesem Jahr mit ihren neuen Werken oder auch einem Jubiläum sehr große Schatten vorauswerfen. 2021 werden wir uns auf unserem Blog auf wenige Bücher und Autoren konzentrieren. Für all die feinen Sachen zwischendurch gibt es ja noch andere Kanäle, auf denen wir außergewöhnliche Werke präsentieren. Und wer sind nun die mit den großen Schatten?

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Eine Reise durch Georgien. In Literatur.

Genau genommen begann meine literarische Reise nach Georgien bereits im Jahr 2013. Seinerzeit hatte ich den Erzählband Techno der Jaguare mit großer Begeisterung gelesen, wurde neugierig und wollte unbedingt mehr über Georgien erfahren. Und so geschah es, dass ich auf der damaligen Leipziger Buchmesse die drei Autorinnen Ekaterine Togonidze, Tamta Melaschwili und Nino Haratischwili interviewen konnte. Einzig Nino Haratischwili kannte ich bereits – sie hatte mich mit ihrem Roman Mein sanfter Zwilling schon als Anhängerin ihres einzigartigen Erzählstils gewonnen. Große Freude also, die Autorin persönlich kennenzulernen, die an jenem Nachmittag auch als Übersetzerin ihrer Kolleginnen fungierte. Weiterlesen

Am Ende wird alles gut.

Anna Gavalda und ich – das ist eine schöne Geschichte. Die französische Autorin hat mir seinerzeit mit ihrem wundervollen Buch »Zusammen ist man weniger allein« gezeigt, wie viel Kraft wir Buchhändler haben können. Durch unsere Empfehlungen haben wir den Roman in die Bestsellerliste getragen. Das war 2005, und ich kam gerade frisch im Buchhandel an. Nachdem ich wie eine Protagonistin aus Anna Gavaldas Geschichten durchs Leben gelaufen war und sich vieles falsch anfühlte. Ja, ich war wie ein Yann, den ich jetzt in ihrem Erzählband »Ab morgen wird alles anders«, getroffen habe. Und der mich nun mit aller Macht an mein altes Ich erinnert, so dass ich mich kaum von der Geschichte lösen mag. Weiterlesen

Machen mehr als glücklich: Maeve Brennans Erzählungen.

Kann man sich in eine Autorin verlieben? Die Frage holte mich wiederholt ein, als ich mir mit Herrn Klappentexter Das literarische Quartett anschaute. Exakt den gleichen Gedanken hatte ich bereits vor zwei Jahren, als ich Maeve Brennan erstmals las. Thea Dorn sagte, dass sie in die Autorin verliebt sei, und Volker Weidermann schien kurz etwas irritiert. Er sei ganz angetan von der Autorin, gewiss, aber verliebt, nein. Ulrich Matthes indes schritt ein und hielt eine derart begeisternde Rede über die Autorin, dass ich Tränen in den Augen hatte. Und ob man sich in eine Autorin verlieben kann! Ich saß mit hochrotem Kopf auf der Couch, neben mir glühte die Schmuckausgabe »Sämtliche Erzählungen« von Maeve Brennan, die kürzlich bei Steidl erschienen ist. Die Gesamtausgabe ist kein Massenprodukt, sondern ein ganz besonderes Geschenk an alle Leser, die sich in die Autorin verliebt haben und es noch werden. Obendrein ist sie wieder ein Beweis für den Mut der unabhängigen Verlage, die sich solche Projekte trauen und uns damit beglücken. Weiterlesen

Dorothy Parker: Lauter Liebeserklärungen.

Seit einigen Wochen trudeln die neuen Bücher der Herbstsaison im Hause der Klappentexterin ein. Herr Klappentexter schlägt die Hände über den Kopf zusammen und fragt: Wohin nur mit all den Büchern? Und ich? Freue mich wahnsinnig, schaue sie jedoch nur kurz an und stelle sie dann seufzend ins Regal. Zugegeben, die Neugier ist groß und es fällt mir nicht leicht, sie erst einmal zu ignorieren. Doch die Neugier auf eine bestimmte Autorin ist mindestens genauso groß: Dorothy Parker. Am 7. Juni jährt sich ihr Todestag zum 50. Mal. Bis vor wenigen Wochen hatte ich noch gar nichts von der New Yorker Autorin gelesen. Was eigentlich gar nicht sein konnte. Nun schreibt hier ein frisch gebackener Fan dieser wunderbaren Autorin, die nie, nie in Vergessenheit geraten darf. Weiterlesen

Von und über große Mädchen.

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Zufälle können wunderbar sein, voller Zauberei und Glückseligkeit. Vor allem, wenn sie so bezaubernd wie diese Begebenheit daher kommen: Während mir mein Liebster die Tage aus einem Buch von Irmgard Keun vorliest, entzückt mich gleichzeitig Ruth Landshoff-Yorck, deren Todestag sich am heutigen 19. Januar zum fünfzigsten Mal jährt. Zu diesem Anlass hat der Berliner Aviva Verlag »Das Mädchen mit wenig PS« herausgebracht, das ich heute vorstellen möchte. Und euch so gleichsam an der Keun-Landshoff-Yorck-Zauberei teilhaben lasse.

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In guten wie in bösen Träumen.

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Wahre Worte finden sich bereits auf dem Klappentext von »Sie träumt von Pferden«: »Wir alle sind Tiere, aber manchmal vergessen wir das.« Für eine Tierliebhaberin wie mich natürlich eine wundervolle Einladung. Und das Gemeinschaftswerk von Michael Weins und Katharina Gschwendtner weckte sofort meine Neugier.

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Wundersame Heilung – die Geschichten von Molly Antopol.

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Heute darf ich endlich ein Geheimnis lüften, und ich bin aufgeregt und glücklich zugleich. Denn seit vergangenem Oktober bin ich im absoluten Molly Antopol-Fieber. Seinerzeit habe ich die ersten Erzählungen aus »Die Unamerikanischen« von Molly Antopol gelesen und sprühte mit meinen Augen Funken in die dunkle Nacht. Vielen befreundeten Buchhändlern und BloggerInnen habe ich bereits von diesem großartigen Buch vorgeschwärmt. Und jetzt darf ich es in die ganze Welt hinausrufen!

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