Archiv der Kategorie: Zeitgenössische Literatur

Es kommt, wie es kommt.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Wer kennt nicht diese geflügelten Worte? Und hat diese Erfahrung schon öfter selbst gemacht. So geschieht es auch Rahel und Peter in Daniela Kriens neuem Roman »Der Brand«. Der ursprünglich geplante Urlaub in Bayern muss ausfallen, da die Ferienhütte abgebrannt ist. Ruth,  die Freundin ihrer verstorbenen Mutter, ruft Rahel genau an dem Tag an, an dem sich der Urlaub in Bayern zerschlagen hat. Und sie berichtet Rahel davon, dass ihr Mann Viktor einen Schlaganfall hatte und in eine Reha-Klinik an die Ostsee verlegt wurde, wo Ruth bei einer Freundin unterkommen kann. 

Weiterlesen

Ist es schön, das Leben?

  

Sally Ronney schreibt gute Bücher, dachte ich so bei mir, nachdem ich ihre ersten beiden Werke »Gespräche mit Freunden« und »Normale Menschen« durchaus mit Vergnügen gelesen habe. Aber mir fehlte irgendwie der berühmte Wow-Effekt. Als nun der dritte Roman mit dem verheißungsvollen Titel »Schöne Welt, wo bist du« vor mir lag, fragte ich mich: „Soll ich ihr noch eine dritte Chance geben?“ 

Weiterlesen

Leuchtende Tristesse.

Ist es möglich, tieftraurig und gleichzeitig glücklich zu sein? Diese Frage habe ich mir nicht nur einmal gestellt während der Lektüre dieses erstaunlichen Debüts. Douglas Stuart wirbelt meine Gefühle mächtig durcheinander, als würden sie durch einen Mixer gejagt werden. Der Autor erzählt in seinem Debüt »Shuggie Bain« eine bewegende Familiengeschichte, die wie ein Donnerschlag in mein Leserinnenherz gedrungen ist und dort ein besonderes Echo hinterlassen hat.

Weiterlesen

Freunde und andere Prüfungen.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die ein sicher geglaubtes Leben aus dem Gleichgewicht bringen können. Bei »Unter Freunden« von Cynthia D’Aprix Sweeney ist es ein Ehering. Als Flora zum Schulabschluss ihrer Tochter ein Foto aus alten Tagen sucht, stößt sie in der Garage auf den Ring, den ihr Mann angeblich beim Schwimmen verloren haben soll. Nun liegt er versteckt in der Garage und blitzt ihr entgegen. Was hat das zu bedeuten?   

Weiterlesen

Summertime. And the Readin´ is easy.

Endlich ist der Sommer da! Für viele die Zeit des Urlaubes, des Innehaltens und der Möglichkeit, endlich in Ruhe das eine oder andere Buch zu lesen. So stelle ich euch eine kleine, aber feine Auswahl an schönen Büchern vor, in denen der Sommer eine bedeutende Rolle spielt. Nicht alle vorgestellten Titel sind aus unabhängigen Verlagen, trotzdem möchte ich als Patin der alljährlichen indiebookchallenge auf die Aktion hinweisen. Im Juli heißt es: Lest ein Buch, das nach Sommer schmeckt. Also zeigt uns auf Instagram, Facebook oder auf euren Blogs diesen Monat eure sommerliche Lieblingslektüre. Ganz nach dem Motto: Endlich Sommer, endlich Zeit zum Lesen! 

Weiterlesen

Von neuen Anfängen und alten Lasten.

Judith Hermann hat ihren festen Platz auf der Liste meiner Leselieblinge. Seit ihrem spektakulären Debüt »Sommerhaus, später« freue ich mich auf jedes neue Buch der Berliner Autorin. Ihre Sprache ist einzigartig, bemerkenswert die Schwesternschaft zwischen Melancholie und Leichtigkeit. So fieberte ich ihrem neuen Werk »Daheim« regelrecht entgegen, ist es doch eines der meist besprochenen Bücher im ersten Halbjahr des Jahres.

Weiterlesen

Alles geht vorbei.

Der Frühling ist herrlich verregnet! So ungefähr klingt die Euphancholie. Was bitte? Benedict Wells beschriebt mit dieser neuen Wortschöpfung ein Gefühl, irgendwo zwischen Euphorie und Melancholie. In seinem neuen Roman »Hard Land« empfindet eine der Protagonistinnen das folgendermaßen: »Einerseits zerreißt’s dich vor Glück, gleichzeitig bist du schwermütig, weil du weißt, dass du was verlierst oder dieser Augenblick mal vorbei sein wird.« Kurz gesagt: Euphancholie. Melancholie bedeutet für mich in diesem Frühjahr, dass die Pandemie immer noch nicht überwunden ist, dass wir weiter durchhalten müssen, dass es einfach zermürbend ist. Auf der anderen Seite haben wir die Bücher, die uns wieder einmal ihre Rettungsringe zuwerfen.

Weiterlesen

Zu gut, um nicht wahr zu sein.

Ich erzähle ja nichts Neues, wenn ich sage, dass Haruki Murakami mein absoluter Lieblingsschriftsteller ist. Da werde ich schon mal nach dem Einstiegswerk in die Welt des japanischen Autors gefragt. Die Antwort will wohlüberlegt sein, denn sie kann Leben ändern, wenn jemand plötzlich in die phantastische Welt dieses Ausnahmeschriftstellers eintaucht. 

Bisher lautete meine Antwort oft Naokos Lächeln oder Die farblosen Pilgerjahre des Herrn Tazaki. Aber die Zeiten ändern sich, alles ist im Fluss, und nun würde ich allen Ratsuchenden antworten: Startet mit Erste Person Singular.  

Weiterlesen

Im Schatten großer Ereignisse.

Oft werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus. Bei uns sind es Bücher und ihre Autoren, oder besser gesagt: bestimmte Bücher und Autoren, die wir besonders lieben und die in diesem Jahr mit ihren neuen Werken oder auch einem Jubiläum sehr große Schatten vorauswerfen. 2021 werden wir uns auf unserem Blog auf wenige Bücher und Autoren konzentrieren. Für all die feinen Sachen zwischendurch gibt es ja noch andere Kanäle, auf denen wir außergewöhnliche Werke präsentieren. Und wer sind nun die mit den großen Schatten?

Weiterlesen

Fantasiewelten verschenken.

© Illustration Kat Menschik / Galiani Berlin

So eingeschränkt wir in diesem Jahr auch waren, für uns Leser*innen gab es immer ein Schlupfloch – die Bücher! Unsere bibliophilen Freunde haben uns stets die Türen offen gehalten, schließlich kennt die Welt der Fantasie keine Grenzen. Dank vieler wunderbarer Bücher sind wir dem Alltag entflohen, haben außergewöhnliche Entdeckungen machen können und auch Hoffnung geschöpft. Nachdem Herr Klappentexter bereits seine Empfehlungen präsentiert hat, zeige ich euch heute eine geschenkfreudige Auswahl:

Weiterlesen