Die Mädchen, die Freiheit und das Grauen.

emma_cline_the_girlsEs ist still vor meinen Fenstern, wie in der nächtlichen Wüste. Ferienzeit, die meisten Familien sind verreist, und ihre Abwesenheit überzieht die Straße mit einem Teppich aus Schweigen. In mir hingegen brummt es gewaltig. Stellt euch ein Sommergewitter vor, das plötzlich seine Wolkenschleusen öffnet. Emotionen und Gedanken stoßen hin und her. Und alles nur, weil ich ein Buch gelesen habe. Ich lächle, denn ich bin endlich, wieder dort, wo ich mich am wohlsten fühle: Im Reich der Worte. Emma Cline hat mich mit ihrem erstaunlichen Debüt »The Girls« aus dem Sommer-Dornröschenschlaf geweckt. So flitzen meine Finger über die Tastatur des Rechners und übertönen den Lärm in meinem Kopf, während ich zurück ins Buch laufe.

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Urlaub. Und das Kommen und Gehen der Bücher.

buecher_stuhlUrlaub ist eine der tollsten Erfindungen der Menschheit. Man kann lange ausschlafen und sich den Alltagsstaub aus den Augen reiben, einfach die Seele baumeln lassen, fremde Länder und Städte erkunden. Und natürlich sich den Kopf darüber zerbrechen, welche Bücher man mit auf die Reise nimmt. Wenn man dann entspannt und erholt zurück nach Hause kommt und noch ein paar Tage hat, bevor man wieder zur Arbeit muss, bietet sich das Aufräumen der Bücherregale an. Übrigens eine meiner liebsten Tätigkeiten. Und weil man im Urlaub nur Schönes anstellt, habe ich mich mal wieder mit großer Freude meinen Papierfreunden gewidmet.

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Rein ins Vergnügen!

rein_in_die_flutenDieser Sommer hat ja so seine Launen. Aber mit »Rein in die Fluten!« von David Prudhomme und Pascal Rabaté kann er nur besser werden. Der kürzlich erschienene Comic nimmt seine Leser mit ans Meer. So authentisch, dass man nach der Lektüre das Gefühl hat, gerade dort gewesen zu sein. Der Geruch von Sonnenmilch umkreist mich genauso wie das Geschrei der Möwen und der vielen sonnenhungrigen Menschen. Immer noch kichere ich in mich hinein – dank des heiteren, erfrischenden Ausflugs zwischen zwei Buchdeckeln.

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Wenn ein Büchermensch auf Reisen geht.

IMG_4770Diese Frage ist fast genauso alt wie das Buch selbst: Welche Lektüre nehme ich mit in den Urlaub? Allein schon das Formulieren macht glücklich, aber ganz so leicht ist die Frage bei all der Freude dann doch nicht. Große Entscheidungen stehen bevor. Schon Wochen vor dem Abreisetag läuft der Büchermensch unruhig vor seinen Regalen auf und ab, nimmt dieses und jenes Buch heraus, liest hinein, schlägt es wieder zu und greift zum nächsten. Alles muss bis ins Kleinste überlegt sein. Sonst sitzt man am Ende enttäuscht im Zug, weil man doch lieber das andere Buch eingesteckt hätte. So entpuppt sich die Wahl der Urlaubslektüre als kleine, besondere Herausforderung. Wohl dem, der elektronisch liest, höre ich da jemanden aus dem Off rufen. Der hat’s hingegen wesentlich leichter. Wirklich?

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Vorfreude auf den Indiebook-Herbst

Auch wenn der Sommer gerade seine Arme ausbreitet, denken wir bei »We read Indie« schon jetzt an den Herbst und zeigen euch mit diesem Beitrag die Bücher, auf die wir uns ganz besonders freuen.

We read Indie

herbst

Quer über die Kontinente, durch Länder und Städte rasen wir heute mit unseren Favoriten aus den Vorschauen der unabhängigen Verlage für den Herbst 2016. Wild, verrückt und schön! Von Europa über Afrika und Asien bis nach Amerika besuchen wir u.a. Irland, die Schweiz und Niederlande, Marokko, die Türkei, Kalkutta und Damaskus, Kuba, Argentinien, die USA … Die Auswahl ist ebenso groß wie die Vielzahl der Verlage. Extrem spannende und ungeheuer mutige Bücher sind dabei. Melancholische Texte und Texte voller Gefühl. Und natürlich findet Ihr hier wieder viele liebevoll gestaltete und ganz besonders schöne Ausgaben.

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Der Mythos Hemingway. Aus der Sicht starker Frauen.

als_hemingway_mich_liebteHemingway – ein großer Name. Einzigartig, schillernd und immer mit einem Hauch Abenteuer versehen. Ich habe natürlich ein paar seiner Klassiker gelesen, wobei mir sein persönlichstes Buch, »Paris ein Fest fürs Leben«, in besonders strahlender Erinnerung geblieben ist. Nachdem ich Ende vergangenen Jahres den Roman »Als Hemingway mich liebte« von Naomi Wood aus der Hoffmann und Campe Vorschauenkiste zog, spürte ich sofort ein Kribbeln auf der Haut. Verbinde ich mit Hemingway doch das Lebensgefühl der Bohème in den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. So war es nicht verwunderlich, dass mich große Neugier und sehnsüchtiges Verlangen in das vielversprechende Buch zogen.

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Mädchen ohne Heimat.

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Manche Autoren sind wie Lieblingsspeisen, von denen man nie genug bekommen kann. So war ich kolossal begeistert, als mich eine Neuauflage von Irmgard Keuns Roman »Kind aller Länder« anstrahlte. Ich spüre eine innige Verbundenheit mit der Autorin – ihre Sprache, der ganze Sound und der Zauber ihrer Geschichten begeistern mich immer wieder. Da wollte ich natürlich sofort in das erstmalig 1938 erschienene Werk eintauchen.

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Glücklich bei Suhrkamp.

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Welcher Büchermensch träumt nicht davon, einmal einen Verlag von innen zu sehen? Für fünfzehn Blogger wurde dieser Traum vergangenen Freitag wahr, denn Suhrkamp hatte uns zu sich eingeladen. Voller Begeisterung sind wir nicht nur durch viele Räume geschlendet, entlang an unzählig langen Bücherregalen. Wir haben ebenso Menschen kennengelernt, die mit großer Leidenschaft für ihre Arbeit geradezu Funken versprüht und uns alle mitgerissen haben. Die wenige Zeit erlaubt mir dieses Mal keinen ausführlichen Bericht, deshalb gibt’s eine kleine Linkliste von meinen Bloggerkollegen, die über das Ereignis berichtet haben. Es war ein wunderbarer Tag, der übrigens schon am Donnerstagabend mit einem Theaterbesuch im Deutschen Theater begann. Dort stand die Adaption von Joseph Bierbichlers Roman »Mittelreich« auf dem Spielplan. So, aber nun geht’s mitten hinein in den tradionsreichen Verlag.

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Loslassen befreit. Auch bei Büchern.

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Der Mensch braucht zum Leben drei Mahlzeiten am Tag und ein Bett zum Schlafen, sagt Janosch. Eins, zwei Bücher wären vielleicht auch ganz nett, füge ich hinzu. Und schaue auf meine luftigen Bücherregale. Ich habe es tatsächlich getan und drei prall gefüllte Regale ausgeräumt. Ausgelesene Bücher und Bücher, die ich seit Jahren schon horte, weil ich sie irgendwann lesen wollte. Bücher, die mich beglückt haben und Bücher, die ich nach wenigen Kapiteln zur Seite gelegt habe. Jetzt sind sie alle weg. Okay, fast alle – geblieben ist ein kleiner Rest. Was ist passiert? Wie kam es dazu, dass sich ein ausgewiesener Bücherwurm von so vielen Büchern getrennt hat? Davon berichte ich euch heute.

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Lieblingsleseorte – die Kein & Aber Lesestadtpläne sind da!

Es war bitterkalt, als ich mich Anfang des Jahres draußen auf meine Parkbank gesetzt habe. Doch ich habe nicht umsonst gezittert und mit dem klirrend kaltem Nordost-Wind gekämpft. Grund für die Aktion war ein tolles Projekt vom Kein & Aber Verlag. Der feine unabhängige Schweizer Verlag hatte auf seiner Fanpage alle Leser aufgerufen, Fotos von ihren Lieblingsleseorten einzureichen, um sie als Vorlage für diverse Lesestadtpläne zu nutzen. Für solch schöne Projekte bin ich ja gern zu haben. Daher begab ich mich mit meinem Fotografen und dem dicksten Schal nach draußen in den Köllnischen Park.

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