Die Natur braucht den Wolf.

Wölfe hatten es noch nie leicht, seitdem es den Menschen gibt. Die Tiere wurden regelrecht verteufelt, sind immer noch bei vielen Menschen verhasst wie gefürchtet. Obwohl hinreichend bekannt ist, dass man die scheuen Tiere nicht fürchten muss. Wie viele Menschen wurden durch Wölfe getötet oder verletzt? Und wie viele von Hunden? Trotzdem werden die Urahnen des Hundes – denen sie einiges voraushaben – auch in aufgeklärten Zeiten noch verfolgt. Von bestimmten Medien sogar als Monster bezeichnet. Dass sie Wildtiere und nicht zähmbar sind, steht außer Frage. Dass sie für den Wald und Naturschutz ein wichtiger Grundstein sind, ist vielen nicht bekannt. Um so wichtiger sind Bücher wie „Wo die Wölfe sind“ von Charlotte McConaghy. Die Autorin hat hierzulande mit ihrem Debüt „Zugvögel“ für Furore gesorgt, das gleichermaßen von Buchändler:innen und Naturschützern geschätzt wurde. Der Klimawandel und der Naturschutz liegen der Autorin ebenso am Herzen wie mir.

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Das Kloster der starken Frauen.

Stellt euch eine Gemeinschaft vor, in der selbst für die sogenannten Verrückten, die Ausgestoßenen und Schwierigen Platz ist: „… innerhalb dieser Mauern gibt es selbst für die am schwersten zu Liebenden genügend Liebe.“ Ein sagenhafter Ort, zu finden in „Matrix“ von Lauren Groff, einem ungewöhnlichen Roman, der mir auf besondere Weise sehr nahe gegangen ist.

Die Autorin dürfte vielen noch mit ihrer einzigartigen Liebesgeschichte „Licht und Zorn“ in Erinnerung sein, danach folgte ihr ebenso lesenswerter Erzählungsband „Florida„. In ihrem neuen Roman begibt sich Lauren Groff in das historische England des 12. Jahrhunderts.

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Unterwegs auf der Straße des Lebens.

„Ich glaube fest, dass der liebe Gott für jeden Einzelnen von uns einen Auftrag hat, einen Auftrag, der unsere Schwächen mit Nachsicht behandelt und unseren Kräften angepasst ist und der auf jeden persönlich zugeschnitten ist. Aber mit diesem Auftrag kommt Gott nicht unbedingt zu uns und präsentiert ihn wie einen Kuchen mit Zuckerguss.“ Es liegt also ganz an uns, dies herauszufinden oder zu schauen, was uns das Leben für Aufgaben gibt, um ebendiesen Lebenspfad zu folgen.

Um solche Schwächen, aber auch um Träume und Hoffnungen dreht sich das neue Buch von Amor Towles. „Lincoln Highway“ ist ein Schwergewicht und ich kann mir gut vorstellen, dass einige vor dem Umfang zurückschrecken. Sollte dies der Fall sein, dann bleibt bitte kurz.

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Vom Abfall zum Gaumenschmaus.

Hand aufs Herz: Wir kennen sie alle – die Leichen im Kühlschrank. Entweder man hat zu viel eingekauft oder das Leben ist dazwischen gekommen. Und dann traut man sich nicht, das Grünzeug wegzuschmeißen. Weil man eben ungern Essen wegwirft oder insgeheim hofft, dass doch noch ein Wunder passiert und das Gemüse seine Verwendung findet.
Anna Jones ist hier meine Retterin und Muse gleichermaßen. Ihr Kochbuch „One – A Greener Way to Cook“ hält sein Versprechen und das auf ganzer Linie.

Zwiebelkuchen mit Halloumi und Zitrone | © Issy Croker
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„Ich habe eine tiefe Faszination für Sprachwelten.“ Leona Stahlmann im Gespräch.

Leona Stahlmann | Foto: Niklas Hoffmann

Wie angekündigt, möchte ich euch heute die Autorin Leona Stahlmann näher vorstellen. Leona Stahlmann wurde 1988 geboren, lebt als Schriftstellerin und Drehbuchautorin am Staffelsee. Für ihre literarischen Arbeiten wurden sie mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach ihrem viel beachtetem Debüt „Der Defekt“ ist nun ihr zweiter Roman „Die ganzen belanglosen Wunder“ bei dtv erschienen.

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Salz zwischen den Augen.

Bild von Peter H auf Pixabay

Gibt es so etwas wie die Summe eines Lesens? Und kann ich das jetzt überhaupt schon sagen? Mit Anfang 40? Möglich. Denn genauso empfinde ich „Diese ganzen belanglosen Wunder“ von Leona Stahlmann. In ihrem Roman finde ich meine ganzen Lektürevorlieben vereint: die Leidenschaft für eine poetische, warmherzige Sprache, fein gewürzt mit pointierten Noten und lebensklugen bis nachdenklich-stimmenden Tönen. Daneben schauen mich diese sonderbaren, liebenswerten Figuren an, die ich im Geiste umarmen möchte.

Dieses Buch zählt für mich zu einem der besten aus der aktuellen deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Warum? Nun, lasst uns gemeinsam in dieses Sprachwunderwerk hineinschauen.

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Die Insel der Sehnsüchtigen.

Bild von Frank Winkler auf Pixabay

Dieser Roman hat mich wie eine Welle mitgerissen. Immer noch spüre ich den unheimlichen Atem im Nacken, das Vibrieren hinter meinen Augen. Und ich schicke dankbare Grüße nach Hamburg zum mare Verlag, der seit nunmehr zwanzig Jahren maritime literarische Bücher verlegt. „Tristania“ von Marianna Kurtto ist so ein Juwel und passt in das Verlagsportfolio wie ein Fisch ins Wasser.

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Stell Dir vor… eine Welt voller Fantasie.

So könnte die Zukunft aussehen. © Lukas Bieri / Pixabay

Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Erinnert sich noch jemand von euch an diesen Slogan aus der Friedensbewegung der 80er und 90er Jahre? Wobei der Satz selbst schon viel älter ist. Egal. In jedem Fall sind da draußen nicht wenige unterwegs, die diesem genialen Slogan Naivität vorwerfen.

Vor allem in diesen Zeiten, in denen Krieg in Europa wieder zu einer alltäglichen Angelegenheit geworden ist. Zu einer Frage von Gut und Böse. Und die ist selbstverständlich nur mit möglichst vielen Waffen zu beantworten. Konnte doch nun wirklich niemand ahnen, dass der Russe kommt. Dass genau der Russe Ernst macht. So ein lupenreiner Demokrat! Stell dir das mal vor…

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Der zerbrochene Krug.

Es gibt Künstler, die einem grundsympathisch sind. Nicht nur ihre Kunst, sondern auch sie selbst als Mensch. Manfred Krug ist einer davon. Ein Typ mit Ecken und Kanten, der nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. Zu seligen, linearen Fernseh-Zeiten freute ich mich auf jede Folge von Liebling Kreuzberg und habe sämtliche Tatort-Folgen geschaut, in denen er den schnodderigen Kommissar Stöver gab. Manche sagen, Krug hätte immer sich selbst gespielt. Da mag was dran sein, aber das hat er wirklich gut gemacht. Wer soviel Charisma hat, der darf das. Nun sind seine Tagebücher erschienen, beginnend mit dem Band Ich sammle mein Leben zusammen – Tagebücher 1996-1997.

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„Ich habe ein Herz für Menschen, die sich trauen, andere Wege zu gehen.“ Tamar Noort im Gespräch.

Foto: Ali Ghandtschi

Heute nun möchte ich euch Tamar Noort in einem Gespräch näher vorstellen. Die Autorin hat mit Auszügen aus ihrem Debüt „Die Ewigkeit ist ein guter Ort“ 2019 den Hamburger Literaturpreis gewonnen. Die 1976 in Göttingen geborene Autorin ist in den Niederlanden aufgewachsen. Sie studierte Kunst- und Medienwissenschaften sowie Anglistik in Oldenburg und Newcastle upon Tyne und hat die Masterclass Non-Fiction in der Internationalen Filmschule Köln absolviert. Seit 2009 macht sie Dokumentationen für ZDF, Arte und 3sat mit dem Schwerpunkt Wissenschaft.

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