„Weil das Leben auch an Grenzen geht.“ Benedict Wells im Gespräch.

Foto: © Roger Eberhard

Benedict Wells st heute Gast auf unserem Blog. Gerade ist sein fünfter Roman beim Diogenes Verlag erschienen: »Hard Land« hat auch mich begeistert, wie ihr ja bereits gelesen habt. Ich freue mich sehr, dass ich ihm zu seinem neuen Werk und ein paar anderen Dingen Fragen stellen durfte. Coronabedingt leider nur per Mail.

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Alles geht vorbei.

Der Frühling ist herrlich verregnet! So ungefähr klingt die Euphancholie. Was bitte? Benedict Wells beschriebt mit dieser neuen Wortschöpfung ein Gefühl, irgendwo zwischen Euphorie und Melancholie. In seinem neuen Roman »Hard Land« empfindet eine der Protagonistinnen das folgendermaßen: »Einerseits zerreißt’s dich vor Glück, gleichzeitig bist du schwermütig, weil du weißt, dass du was verlierst oder dieser Augenblick mal vorbei sein wird.« Kurz gesagt: Euphancholie. Melancholie bedeutet für mich in diesem Frühjahr, dass die Pandemie immer noch nicht überwunden ist, dass wir weiter durchhalten müssen, dass es einfach zermürbend ist. Auf der anderen Seite haben wir die Bücher, die uns wieder einmal ihre Rettungsringe zuwerfen.

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Zu gut, um nicht wahr zu sein.

Ich erzähle ja nichts Neues, wenn ich sage, dass Haruki Murakami mein absoluter Lieblingsschriftsteller ist. Da werde ich schon mal nach dem Einstiegswerk in die Welt des japanischen Autors gefragt. Die Antwort will wohlüberlegt sein, denn sie kann Leben ändern, wenn jemand plötzlich in die phantastische Welt dieses Ausnahmeschriftstellers eintaucht. 

Bisher lautete meine Antwort oft Naokos Lächeln oder Die farblosen Pilgerjahre des Herrn Tazaki. Aber die Zeiten ändern sich, alles ist im Fluss, und nun würde ich allen Ratsuchenden antworten: Startet mit Erste Person Singular.  

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Im Schatten großer Ereignisse.

Oft werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus. Bei uns sind es Bücher und ihre Autoren, oder besser gesagt: bestimmte Bücher und Autoren, die wir besonders lieben und die in diesem Jahr mit ihren neuen Werken oder auch einem Jubiläum sehr große Schatten vorauswerfen. 2021 werden wir uns auf unserem Blog auf wenige Bücher und Autoren konzentrieren. Für all die feinen Sachen zwischendurch gibt es ja noch andere Kanäle, auf denen wir außergewöhnliche Werke präsentieren. Und wer sind nun die mit den großen Schatten?

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Fantasiewelten verschenken.

© Illustration Kat Menschik / Galiani Berlin

So eingeschränkt wir in diesem Jahr auch waren, für uns Leser*innen gab es immer ein Schlupfloch – die Bücher! Unsere bibliophilen Freunde haben uns stets die Türen offen gehalten, schließlich kennt die Welt der Fantasie keine Grenzen. Dank vieler wunderbarer Bücher sind wir dem Alltag entflohen, haben außergewöhnliche Entdeckungen machen können und auch Hoffnung geschöpft. Nachdem Herr Klappentexter bereits seine Empfehlungen präsentiert hat, zeige ich euch heute eine geschenkfreudige Auswahl:

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Schenken verbindet.

Schwierige Zeiten gerade. Denke mir, da sind wir uns alle einig. Aber was ist schon leicht zwischen Himmel und Hölle? Es hilft allerdings, seine Seele nicht in die Fänge derjenigen zu geben, die Schwieriges gern mit leichten Rezepten angehen wollen. Verlorene Seelen finden selten ihren Frieden. Behalten wir also die Nerven und tun uns gegenseitig Gutes. Bücher schenken zum Beispiel. Das verbindet selbst Menschen, die sich gerade nicht treffen können oder dürfen. Heute nun unsere ersten Empfehlungen:

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Die Zerbrechlichkeit des Lebens.

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

Stellt euch vor, ihr nehmt ein Foto in die Hand und wisst gar nicht, dass es ein Foto ist. Vielleicht huscht nur kurz eine Ahnung vorbei, dass dieses Foto einst eine Bedeutung für euch gehabt hatte. Eine beunruhigende Vorstellung, oder? Genauso ergeht es der Romanheldin in »Insel der verlorenen Erinnerung« von Yoko Ogawa. Sie lebt auf einer Insel, auf der nach und nach Dinge verschwinden und mit ihnen die Erinnerung an ihre Existenz. Der bereits 1994 erschiene Roman, ein frühes Werk der Autorin, wurde jetzt erstmals ins Deutsche übersetzt und hat an Aktualität nichts eingebüßt – ganz im Gegenteil.

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Eine Geschichte von Liebe und Tod.

Man könnte fast meinen, die Sonne am heutigen Totensonntag ist ein Geschenk des Himmels. Sie strahlt Trost und Zuversicht aus. Vor allem nach diesem herausfordernden Jahr fühlt sich eine Novembersonne, die leicht mystisch durch nebliges Licht scheint, wie ein kleines Glück an. In solchen Momenten halten wir inne und staunen. Innehalten, still sein, nicht laut rufen, schon gar nicht schreien oder Recht behalten wollen. Innehalten.

Wie im vergangenen Jahr möchten wir heute den Toten gedenken, auch denjenigen, die durch das alles beherrschende Virus von uns gegangen sind. Der Gedanke daran lässt uns stiller werden. Schließlich führt uns der Tod unsere eigene Endlichkeit vor Augen. Manchmal raubt er uns sogar die Sprache. Wir möchten zu einem trauenden Menschen die richtigen Worte sagen, schnappen aber nur nach Luft oder kreisen mit dem Füller über eine leere Kondolenzkarte. Wie tröstend ist es dann, wenn wir ein Buch in den Händen halten, das genau das sagt, was wir fühlen. »Sterben im Sommer« von Zsuzsa Bánk ist genau so ein Buch.

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Der schmerzvolle Stachel der Apartheid.

Wir kennen alle diesen ganz besonderen Moment, wenn uns ein Debüt derart überwältigt hat, dass wir das zweite Werk kaum abwarten können. Ist es endlich da, zögern wir, nur kurz, eins, zwei Atemzüge lang, um die Vorfreude ein wenig länger auszukosten. Oder aus Vorsicht vor einer möglichen Enttäuschung. Als ich Der Anfang einer Zukunft von Kenneth Bonert in den Händen hielt, musste ich einen Moment innehalten, schließlich hatte mich der Autor mit seinem preisgekrönten Erstling Der Löwensucher höchst beeindruckt und sehnsuchtsvoll zurückgelassen.

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Der Wahnsinn.

Es gab einmal ein idyllisches Dorf in den Bergen, an der Grenze Österreichs zur Schweiz. Sein Schicksal war es, dass sich die besten und schönsten Skigebiete der ganzen Alpen in direkter Nachbarschaft befinden. Und so wurde aus dem kleinen Dorf mit nicht einmal zweitausend Einwohnern ein Lifestyle-Mekka, wie es im Marketing-Sprech von Menschen genannt wird, die aktiv an seiner Zerstörung mitwirken. Wobei – dieser Prozess ist eigentlich abgeschlossen.

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