Ein herrlich verrücktes Krimiabenteuer.

Eine kleine Warnung vorab: Wer Angst vor Gespenstern hat, sollte jetzt lieber nicht weiterlesen. Allen anderen möchte ich Heilige und andere Tote von Jess Kidd dringend empfehlen. Vorausgesetzt, ihr mögt Krimis, die durchaus einen mystischen Touch haben. Wie bereits in Kidds Debüt Der Freund der Toten tummeln sich in ihrem neuen Werk allerhand übersinnliche Wesen herum. Das Erstaunliche ist jedoch, dass diese sogenannten Heiligen sich nach einer gewissen Lesezeit völlig normal anfühlen. Vielleicht auch deshalb, weil sie treue Begleiter der sympathischen Heldin sind. Aber keine Sorge: Gänsehautmomente und erhöhter Puls sind bei diesem Krimi trotzdem garantiert. Weiterlesen

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Wiederentdeckte Größe: Cees Nooteboom.

IMG_0473Gibt es sie eigentlich noch, die großen Autoren? Nein, nicht die sogenannten Klassiker, bei denen nach Angabe des Geburtsjahres sofort das Jahr folgt, in dem sie uns verlassen haben. Ich meine große Autoren, die noch unter uns sind. Nein, nicht die handelsüblichen Bestseller-Garanten, nicht die Feuilleton-Lieblinge oder gar die Experten für genau kalkulierte Saisonware. Ich meine wirklich, wirklich große Autoren, solche, die zum Beispiel für den Nobelpreis in Frage kämen, so er dann eines Tages wieder verliehen werden sollte. Große Autoren scheinen eine seltene Spezies geworden zu sein. Noch seltener als die – sagen wir mal – schon ziemlich seltene Knoblauchkröte. Und ich glaube, ich habe so einen entdeckt, besser: wiederentdeckt. Cees Nooteboom, der im vergangenen, nicht enden wollenden Sommer seinen 85zigsten Geburtstag feierte. Weiterlesen

Iunona Guruli über Georgien.

Foto: © Dani Tabukashvili

Zum Abschluss meines Georgien-Spezials begrüße ich heute die Übersetzerin und Schriftstellerin Iunona Guruli. Sie hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren neun Bücher vom Georgischen ins Deutsche übersetzt. Darunter war auch ihr eigenes Werk: Wenn es nur Licht gäbe, bevor es dunkel wird ist in diesem Jahr beim btb Verlag erschienen. Das Debüt wurde in Georgien mit dem renommierten Saba-Literaturpreis ausgezeichnet und hat hierzulande ebenfalls etliche LeserInnen beeindruckt, wie meine geschätzte Buchhändlerkollegin Maria, die das Buch jüngst empfohlen hat. Mich konnte es ebenso begeistern. Ich wollte mehr über das Buch erfahren und natürlich über ihr Heimatland Georgien. Zudem habe ich die Autorin bei der diesjährigen #spreepartie von Kirchner Kommunikation kennengelernt. In dem georgischen Lokal Madloba verriet Iunona Guruli uns Bloggern nicht nur die Feinheiten der georgischen Küche, obendrein wusste sie spannende Details über ihre Muttersprache zu berichten. Diese interessanten Hintergründe wollte ich nicht für mich behalten und habe Iunona Guruli interviewt. Weiterlesen

Talking about Georgien mit Frank Menden.

Heute gibt´s weitere Georgien-Tipps von einem belesenen Literaturkenner: Frank Menden. Der geschätzte Buchhändlerkollege arbeitet bei stories! Die Buchhandlung in Hamburg. Frank betreibt keinen eigenen Blog, sondern ist wie Maria-Christina Piwowarski sehr aktiv auf Instagram. Beide inspirieren mich immer wieder aufs Neue mit Ihren Literaturtipps. Als ich sah, dass Frank einige georgische Titel gelesen hatte, wollte ich mehr von ihm wissen. So verrät er mir im Interview, welche Erfahrungen er beim Lesen georgischer Literatur gesammelt hat, und welche Bücher er aus dem diesjährigen Gastland der Buchmesse ganz besonders empfiehlt. Weiterlesen

Talking about Georgien mit Maria-Christina Piwowarski.

Wer meinen Beitrag Eine Reise durch Georgien. In Literatur gelesen hat, weiß es ja schon: Über 160 Übersetzungen aus dem Georgischen ins Deutsche gibt es aus dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse. Wer soll die alle lesen? Wie gut, wenn man da auf geschätzte KollegInnen zurückgreifen kann, die Titel gelesen haben, die man selbst nicht geschafft hat. Heute präsentiere ich euch im ersten Teil Maria-Christina Piwowarski vom großartigen ocelot-not just another bookstore in Berlin. Weiterlesen

Eine Reise durch Georgien. In Literatur.

Genau genommen begann meine literarische Reise nach Georgien bereits im Jahr 2013. Seinerzeit hatte ich den Erzählband Techno der Jaguare mit großer Begeisterung gelesen, wurde neugierig und wollte unbedingt mehr über Georgien erfahren. Und so geschah es, dass ich auf der damaligen Leipziger Buchmesse die drei Autorinnen Ekaterine Togonidze, Tamta Melaschwili und Nino Haratischwili interviewen konnte. Einzig Nino Haratischwili kannte ich bereits – sie hatte mich mit ihrem Roman Mein sanfter Zwilling schon als Anhängerin ihres einzigartigen Erzählstils gewonnen. Große Freude also, die Autorin persönlich kennenzulernen, die an jenem Nachmittag auch als Übersetzerin ihrer Kolleginnen fungierte. Weiterlesen

Es gibt was zu feiern: Der Internationale Übersetzertag.

Was wäre die Literatur ohne die Übersetzungen in andere Sprachen? Welche Bücher hätte ich ohne sie niemals gelesen? Sicher sehr, sehr viele. Meine Bücherregale wären fast nackt, kein Buch von Haruki Murakami, keins von Banana Yoshimoto, keine Werke von Truman Capote. Maeve Brennan wäre mir bis heute unbekannt. Es würde mir – ja uns allen – derart viel fehlen, vor allem der Blick in andere Länder und Welten. Denn es ist ja nun mal so, dass der Mensch am besten seine eigene Sprache spricht und versteht. Nicht umsonst heißt es ja Fremdsprache.

Aber es gibt ein paar Menschen, die eine andere Sprache (manchmal sogar mehrere, beneidenswerte Naturtalente!) so perfekt beherrschen, dass sie die Werke aus fremden Sprachen für uns übersetzen. Da ist es nur wichtig und richtig, dass wir den Helden und Heldinnen des Übersetzens danken. Dafür wurde 1991 der Internationale Übersetzertag ins Leben gerufen, der stets am 30. September stattfindet. Warum? Nun, der 30. September ist der Todestag von Hieronymus, einem Geistlichen, der die Bibel aus dem Hebräischen und Griechischen ins Latein übersetzte und so zum Schutzheiligen aller Übersetzer wurde. Daher wird der Tag auch Hieronymustag genannt.

Weltlesebühne e.V. lädt um den 30. September zu 26 Veranstaltungen in weltweit 20 Städten ein. Zwei davon finden am kommenden Freitag, den 28. September, in Leipzig statt. Das habe ich zum Anlass genommen, um Maria Hummitzsch zu interviewen. Die Leipzigerin übersetzt u.a. Werke von David Foster Wallace, David Garnett, Imbolo Mbue und Ayobámi Adébáyò. Maria Hummitzsch ist bei den Veranstaltungen im Haus der Buches mit dabei. Weiterlesen

Sympathie für den Teufel?

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Jeder kennt sie, diese Geschichten, die mit einer gewissen Regelmäßigkeit in den Nachrichten erscheinen: Familienvater bringt erst Frau und Kinder um und dann sich selbst. Überall Fassungslosigkeit, schnell werden Kerzen und Plüschtiere am Tatort deponiert, oft mit Zetteln garniert, auf denen ein einziges Wort steht: Warum? Ein paar Tage später wird diese schockierende Nachricht dann bereits von den nächsten Verbrechen, zu denen Menschen fähig sind, ins Reich des Vergessens geschickt.
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