Talking about Georgien mit Maria-Christina Piwowarski.

Wer meinen Beitrag Eine Reise durch Georgien. In Literatur gelesen hat, weiß es ja schon: Über 160 Übersetzungen aus dem Georgischen ins Deutsche gibt es aus dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse. Wer soll die alle lesen? Wie gut, wenn man da auf geschätzte KollegInnen zurückgreifen kann, die Titel gelesen haben, die man selbst nicht geschafft hat. Heute präsentiere ich euch im ersten Teil Maria-Christina Piwowarski vom großartigen ocelot-not just another bookstore in Berlin. Weiterlesen

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Eine Reise durch Georgien. In Literatur.

Genau genommen begann meine literarische Reise nach Georgien bereits im Jahr 2013. Seinerzeit hatte ich den Erzählband Techno der Jaguare mit großer Begeisterung gelesen, wurde neugierig und wollte unbedingt mehr über Georgien erfahren. Und so geschah es, dass ich auf der damaligen Leipziger Buchmesse die drei Autorinnen Ekaterine Togonidze, Tamta Melaschwili und Nino Haratischwili interviewen konnte. Einzig Nino Haratischwili kannte ich bereits – sie hatte mich mit ihrem Roman Mein sanfter Zwilling schon als Anhängerin ihres einzigartigen Erzählstils gewonnen. Große Freude also, die Autorin persönlich kennenzulernen, die an jenem Nachmittag auch als Übersetzerin ihrer Kolleginnen fungierte. Weiterlesen

Es gibt was zu feiern: Der Internationale Übersetzertag.

Was wäre die Literatur ohne die Übersetzungen in andere Sprachen? Welche Bücher hätte ich ohne sie niemals gelesen? Sicher sehr, sehr viele. Meine Bücherregale wären fast nackt, kein Buch von Haruki Murakami, keins von Banana Yoshimoto, keine Werke von Truman Capote. Maeve Brennan wäre mir bis heute unbekannt. Es würde mir – ja uns allen – derart viel fehlen, vor allem der Blick in andere Länder und Welten. Denn es ist ja nun mal so, dass der Mensch am besten seine eigene Sprache spricht und versteht. Nicht umsonst heißt es ja Fremdsprache.

Aber es gibt ein paar Menschen, die eine andere Sprache (manchmal sogar mehrere, beneidenswerte Naturtalente!) so perfekt beherrschen, dass sie die Werke aus fremden Sprachen für uns übersetzen. Da ist es nur wichtig und richtig, dass wir den Helden und Heldinnen des Übersetzens danken. Dafür wurde 1991 der Internationale Übersetzertag ins Leben gerufen, der stets am 30. September stattfindet. Warum? Nun, der 30. September ist der Todestag von Hieronymus, einem Geistlichen, der die Bibel aus dem Hebräischen und Griechischen ins Latein übersetzte und so zum Schutzheiligen aller Übersetzer wurde. Daher wird der Tag auch Hieronymustag genannt.

Weltlesebühne e.V. lädt um den 30. September zu 26 Veranstaltungen in weltweit 20 Städten ein. Zwei davon finden am kommenden Freitag, den 28. September, in Leipzig statt. Das habe ich zum Anlass genommen, um Maria Hummitzsch zu interviewen. Die Leipzigerin übersetzt u.a. Werke von David Foster Wallace, David Garnett, Imbolo Mbue und Ayobámi Adébáyò. Maria Hummitzsch ist bei den Veranstaltungen im Haus der Buches mit dabei. Weiterlesen

Sympathie für den Teufel?

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Jeder kennt sie, diese Geschichten, die mit einer gewissen Regelmäßigkeit in den Nachrichten erscheinen: Familienvater bringt erst Frau und Kinder um und dann sich selbst. Überall Fassungslosigkeit, schnell werden Kerzen und Plüschtiere am Tatort deponiert, oft mit Zetteln garniert, auf denen ein einziges Wort steht: Warum? Ein paar Tage später wird diese schockierende Nachricht dann bereits von den nächsten Verbrechen, zu denen Menschen fähig sind, ins Reich des Vergessens geschickt.
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Die unterhaltsame Naturgewalt des Monsieur Depardieu.

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Alexandre Dumas war ein Erlebnis, eine kolossale Erscheinung von 130 kg, Schlossbesitzer und Autor von Werken, die man durchaus zu den Klassikern zählen kann, wie „Die drei Musketiere“ und „Der Graf von Monte Christo“. Im 19. Jahrhundert reiste Dumas durch den Kaukasus, begleitet von dem Maler Jean-Pierre Moynet, der das 1859 erschienene Buch mit dem blumigen Titel „Gefährliche Reise durch den wilden Kaukasus“ mit seinen Radierungen illustrierte.

Etwas über 150 Jahre später macht sich ein anderer, ebenfalls gewichtiger Franzose, Schlossbesitzer und weltberühmter Schauspieler, für eine Film-Doku auf den Spuren Alexandre Dumas´ auf den Weg durch den Kaukasus. Heute keine besonders gefährliche Reise mehr, aber durchaus ein Abenteuer, wenn es sich bei dem Schauspieler um Gérard Depardieu handelt.
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Lesen heißt leben: Der Welttag des Buches.

© Torsten Woywod

Die gute Nachricht lautet: Das Buch lebt! Die weniger gute: Es lesen immer weniger. In den letzten Jahren gingen dem Buchhandel Millionen von Bücherkäufern verloren. Da kommt der Welttag des Buches gerade richtig. Und ein Plädoyer von der Klappentexterin und Herrn Klappentexter, das Lesen doch bitte nie, nie, nie einzustellen.

Passend zum Anlass empfehlen wir daher heute drei Bücher, in denen es um zwei der schönsten Dinge des Lebens geht: das Lesen und die Buchhandlungen. Die Bücher von Torsten Woywod und Martha Schoknecht bespricht die Klappentexterin, Herr Klappentexter hat sich mit Alberto Manguel beschäftigt. Weiterlesen

Die helfende Hand der Zuversicht.

Der Titel des Buches leuchtet wie eine Fackel, und ich staune erneut über die Macht der Sprache. Ein einziges Wort nur, das die Kraft einer tröstenden Hand hat und zärtlich über eine blasse Wange streicht: Zuversicht. Die wünscht sich die Autorin Mira Magén für ihre Protagonistin in ihrem gleichnamigen Roman. Das spüre ich mit jeder feinfühlig geschriebenen Zeile, und deshalb konnte ich dieses Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Die Sätze aus warmen und bildreichen Wörtern erinnern mich an eine kleine, schöne, aber fleischfressende Pflanze, die zuschnappt, sobald sich ihr etwas Lebendiges nähert. In dem Fall sind es meine Augen. Sofort bemerke ich, dass ich bei Mira Magén eine Anziehung finde, die mich an Zeruya Shalev erinnert. Denn israelische Literatur hat für mich einen ganz besonderen Sound. Wie soll ich ihn beschreiben? Vielleicht kraftvoll, ja, dies scheint mir die richtige Bezeichnung. So vibrierten die Sätze immer noch durch meinen Kopf, wie der Bass aus einem Club am Ende der Straße. Und wo ich hier schreibend sitze, frage ich mich: Wie mag es Nava jetzt wohl ergehen? Weiterlesen