Trolle Bücher. Teil Zwei.

Tarjei Vesaas / © Guggolz Verlag

Der norwegische Lesetraum geht in die zweite Runde – mit einem interessanten Mix an Literatur aus dem hohen Norden. Freut euch auf Klassiker, Krimis und Kinderbücher. Dazu ein biografisch gefärbter Roman, der von einem dunklen Kapitel Norwegens während der Zeit des Zweiten Weltkriegs erzählt. La oss gå! Weiterlesen

Trolle Bücher. Teil Eins.

Norwegen, Land im hohen Norden Europas, Land der Fjorde und Mythen, der Trolle und Elfen. Und der Literatur. Denn selten hat mich ein Gastland der Frankfurter Buchmesse mit der Vielfältigkeit seiner Literatur derart begeistert wie Norwegen. Ein wunderbarer, nicht endenwollender Traum. Ganz nach dem Motto der Buchmesse: »Das ist der Traum, den wir tragen, dass etwas Wunderbares geschieht.« Ein Zitat aus dem Gedicht »Det er den draumen« von Olav H. Hauge.

Das skandinavische Land hat eine Vielzahl an Autoren hervorgebracht, Klassiker wie Henrik Ibsen und Knut Hamsun, zeitgenössische Autorinnen wie Anne B. Radge, Maja Lunde oder Anne Holt, nicht zu vergessen Autoren wie Karl-Ove Knausgård, Jo Nesbø und Tomas Espedal. Auf meiner literarischen Entdeckungsreise habe ich auch neue Namen und Stimmen entdeckt, die ich zum ersten Mal vernommen habe und von denen ich noch mehr lesen möchte. Welche das sind und wen Herr Klappentexter für euch bereithält, das präsentieren wir Stück für Stück in unserem Norwegen Spezial in insgesamt drei Teilen. Heute starte ich mit Teil Eins. Weiterlesen

Das Leuchten der ersten Liebe.

»Siebzehnter Sommer« kann ohne Zweifel als Klassiker bezeichnet werden, ist es doch bereits 1942 erschienen. Ein durch und durch großartiges Buch – und das aus der Feder einer 17jährigen Autorin! Der Text liest sich immer noch so herrlich frisch und modern, als wäre er erst gestern geschrieben worden. Dieses kleine literarische Wunder habe ich einer äußerst engagierten Buchhändlerin zu verdanken: Anna Jeller hat ihr ganz persönliches Lieblingsbuch in ihrem eigenen Verlag Edition Anna Jeller neu übersetzen lassen und herausgebracht. Und so etwas Feines blieb der Klappentexterin natürlich nicht lange verborgen, schon gar nicht in meiner Funktion als Buchhändlern. Buchhändler haben ja feine Spürnasen und sind stets auf der Suche nach besonderen Entdeckungen. Haben wir erstmal einen Liebling unter den zahlreichen Büchern erspäht, wird daraus schnell eine mitreißende Welle. So erging es »Siebzehnter Sommer«, das jetzt als Taschenbuch erschienen ist. Weiterlesen

Ein Lied von Heimat und Freundschaft.

Wie muss es sich anfühlen, wenn man seine Heimat verloren hat und sie nicht einmal mehr besuchen kann? Wohin mit all der großen Sehnsucht, die in den Tiefen des Herzens vibriert und ein trauriges Lied singt? Schreiben mag eine Möglichkeit sein. Ein Weg zumindest, den Elif Shafak geht, und ich bin ihr äußerst dankbar dafür, dass sie ihr Heimweh mit der Kraft der Literatur lindert. »Unerhörte Stimmen« lautet der Titel ihres neuen Werkes, und wir reisen zusammen in die Türkei, ihre verlorene und sehnsüchtig vermisste Heimat. In ihrem Buch verankert die Autorin nicht nur die Geschichte Istanbuls, sie setzt auch Andersdenkenden und Außenseitern ein ganz und gar lesenswertes Denkmal. Weiterlesen

Man kann nicht immer gewinnen.

© George Steinmetz, Über den Dächern von New York, DUMONT Kalenderverlag

Wenn etwas Großes zu Ende geht, ist nichts mehr wie es war. So auch bei 1200 Seiten Literatur, die ich gerade beendet habe. Auf der einen Seite ein Seufzer der Erleichterung, der aus den Tiefen des Bauches nach draußen strömt. Auf der anderen eine Träne, die über ein erhitztes Gesicht läuft und kurz für Abkühlung sorgt. Der Blick schweift durch das Fenster nach draußen, die Augen halten sich fest am frischen Grün der Bäume, am friedvollen Blau des Himmels. Das Jahr ist noch nicht einmal halb rum, aber ich habe das Gefühl, schon jetzt das wohl umfangreichste und erstaunlichste Buch dieses Literaturjahres gelesen zu haben. Weiterlesen

Pianos, Paris und ein packender Plot.

Für gewöhnlich schrecken mich allzu umfangreiche Bücher meist ab, außer sie stammen von Nino Haratischwili oder Haruki Murakami. Warum? Nun, der Gedanke, mir könnten während der Lektüre andere Bücher entgehen, macht mich fast wahnsinnig. Ist natürlich alles Quatsch mit Soße, besonders in diesem Frühjahr, in dem mich ein Schwergewicht nach dem anderen fasziniert. So erklärt sich auch die kleine Winterpause auf dem Blog, die mittlerweile beendet ist und nachträglich mit Rezensionen meiner großen Lesefreuden gefüllt wird. Beginnen wir mit »Blinde Liebe – Die Verzückung des Brodie Moncur« von William Boyd, demnächst folgt Johan Harstads Meisterwerk »Max, Mischa & die Tet-Offensive«. Weiterlesen

Natürlich fantastisch: Im weiten Land der Literatur.

Schließt kurz eure Augen und stellt euch eine warme, leuchtende Landschaft vor. Es summt, es raschelt, weit und breit keine Menschen, nur ihr und die wunderbare Welt der Natur. Genau so fühlt sich »Weites Land« an, die neue Graphic Novel von Catherine Meurisse. Die Autorin lässt mich erneut an ihrem Leben teilhaben, denn wir kennen uns ja bereits ein bisschen. In »Die Leichtigkeit« hat die Französin das Überleben nach dem Attentat von »Charlie Hebdo« verarbeitet. Sie kam zu spät zur Arbeit und genau das hat ihr das Leben gerettet. Nach einem ersten Aufatmen über ihre Rettung war sie jedoch wie gelähmt, spürte eine tiefe Ohnmacht, ihre Inspiration war plötzlich weg. Dieser Einschnitt hat Narben auf ihrer Seele hinterlassen, die sie mit der Kraft der Kunst zu überwinden versucht. Weiterlesen

Starke Stimmen der Hoffnung.

Bisher symbolisierten die 50er und 60er Jahre für mich vor allem eins: ein unglaubliches Stilvermögen. Ganz oben thront Audrey Hepburn, die mich schon als junges Mädchen mit ihrer Rolle als Holly Golightly in Frühstück bei Tiffany für immer geprägt hat. Einerseits durch ihre entzückende Ausstrahlung, andererseits durch die umwerfende Kleidung. Diese schlichte Eleganz – unaufdringlich und überwältigend zugleich. Oder nehmen wir die Automobile aus diesen Dekaden; Herr Klappentexter machte mich mit der atemberaubend schönen Welt der Oldtimer bekannt, zum Beispiel einem Auto, das Göttin genannt wird. Umwerfend und unerreicht ist dieser Citroën DS. Neben all der Raffinesse und Augenfreude steht diese Epoche jedoch auch für eine der wichtigsten politischen Bewegungen auf der ganzen Welt. Auch in den Vereinigten Staaten tat sich in diesen Jahren viel: Die Bürgerrechtsbewegung Civil Rights Moments erreichte ihren Höhepunkt, und die unglaublichen Demütigungen der Rassentrennung begannen endlich zu bröckeln. Aus dem Kampf für die Bürgerrechte der Afroamerikaner und gegen die Rassentrennung sind einzigartige literarische Stimmen hervorgegangen, denen ich mich heute widmen möchte. So wurde die angloamerikanische Literatur für mich zu der Entdeckung des vergangenen Jahres. Weiterlesen

Bücher zur Zeit! Das Geschenke-Spezial, Teil 2.

Weihnachtszeit ist Bücherzeit. Zum Glück, einerseits. Andererseits sind das für mich als Buchhändlerin aufreibende Zeiten. Am Abend sind nicht nur die Füße müde, die Zunge hat einen Knoten und der Kopf ist leer gepustet, als wäre dort ein Hurrikan durchgefegt. Wesentlich entspannter sind die ruhigen Nachmittage an freien Tagen zu Hause und dabei über Lieblinge zu schreiben. So schließe ich heute an Herrn Klappentexter an, der vergangene Woche unser Geschenke-Spezial einläutete. Schenkt also Bücher! Weiterlesen

Stille Stunden mit einer guten Freundin.

Weihnachten. Trotz allem Stress für mich immer noch ein Zauberwort für Sternenglanz, Zimtküsse, Kerzenschein und geheimnisvolle Geschichten. Gemütlich und hyggelig macht man es sich an diesen Tagen. Der Tod passt da irgendwie nicht hinein. Zsuzsa Bánk macht in ihrem kleinen, feinen Buch Weihnachtshaus eine Ausnahme und öffnet dem Tod die Tür. Er ist gleich zu Beginn anwesend und setzt sich in einen Sessel. Das ist mutig, aber Zsuzsa Bánk darf das. Denn sie ist eine Meisterin dieser ganz eigenen tragischen Geschichten, die einen trotz aller Tragik niemals ganz hinunterziehen. Egal, wie hart das Schicksal ihren Figuren ins Gesicht schlägt, ich fühle mich nie verloren. Weil stets eine tröstende Hand auf der Schulter liegt, die sagt: »Alles wird gut. Bleib ruhig, atme.« Ja, bei Zsuzsa Bánk kann es noch so finster sein, es bleibt warm in unseren Herzen, wenngleich sie hier und da nicht aufhören wollen, zu zittern. Weiterlesen