Archiv des Autors: herrklappentexter

Über herrklappentexter

Ich bin der Mann der Klappentexterin.

Der Wahnsinn.

Es gab einmal ein idyllisches Dorf in den Bergen, an der Grenze Österreichs zur Schweiz. Sein Schicksal war es, dass sich die besten und schönsten Skigebiete der ganzen Alpen in direkter Nachbarschaft befinden. Und so wurde aus dem kleinen Dorf mit nicht einmal zweitausend Einwohnern ein Lifestyle-Mekka, wie es im Marketing-Sprech von Menschen genannt wird, die aktiv an seiner Zerstörung mitwirken. Wobei – dieser Prozess ist eigentlich abgeschlossen.

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Der Hundertjährige, der aus dem Sixpack stieg.

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Man stelle sich nur mal vor, Charles Bukowski wäre tatsächlich hundert Jahre alt geworden. Gut, wahrscheinlich würde er dann im Rollstuhl sitzen, und Linda müsste ihn zum Wettschalter auf der Pferderennbahn schieben. Auf das Jubiläum würde er mit einem Achselzucken reagieren und jedem unangekündigten Besucher eine eiskalte Bierdose entgegenschleudern. Ein lebendiger, hundertjähriger Bukowski wäre tatsächlich ein medizinisches Wunder, eine Fackel im Sturm des Gesundheitswahns, ein Sieg gegen den allgegenwärtigen Stumpfsinn.
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Reisen mit Herrn Unseld.

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»Reiseberichte« von Siegfried Unseld. Lesebericht von Herrn Klappentexter. Allgemeines: Reisen im Kopf einmal um die ganze Literaturwelt.

Teilnehmer: Nur die hochkarätigsten der sowieso schon hochkarätigen Autoren des Suhrkamp-Verlages. Dazu bekannte bis berühmte Personen aus Kultur, Gesellschaft und Politik. Unseld traf Legenden noch zu Lebzeiten.
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Der Unermüdliche.

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Foto: © Hermance Triay

Wer als Schweizer, noch dazu als Nationalrat, den Kapitalismus kritisiert, der muss Mut haben. Die Schweiz, dieses angeblich neutrale Land im Herzen Europas, ist ja geradezu die Verkörperung des Kapitalismus in seiner Funktion als Heimat der diskreten Banken, als Schauplatz der Hochfinanz und Zufluchtsort der Superreichen. Da können Sie prima unter sich sein, es stellt ihnen niemand unangenehme Fragen oder hinterfragt gar ihre ethisch-moralische Einstellung. Wo das viele Geld herkommt? Psst, ist schließlich Privatsache. Unangenehme Fragen müssen sich in der Schweiz nur Einwanderer oder Einbürgerungswillige aus den unteren Klassen gefallen lassen.

Jean Ziegler ist Schweizer und einer der leidenschaftlichsten Kritiker des internationalen Kapitalismus im Allgemeinen und der imperialen Strategien der Großmächte im Besonderen. Dazu ein unermüdlicher Autor erhellender Bücher, wie zum Beispiel den aktuellen Werken „Was ist so schlimm am Kapitalismus?“ und „Warum wir weiter kämpfen müssen“, auf deren Inhalte ich nun näher eingehen möchte.
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Neueröffnung.

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Es ist soweit. Der Ankündigung folgen Taten:
Ab sofort ist der Lyrik-Blog von Herrn Klappentexter eröffnet: zen oder die kunst des nichtens.

Sozusagen die Kraft der Worte auf der Kurzstrecke, die Poesie in Zeiten der Pandemie und hoffentlich weit darüber hinaus. Verbunden mit Fotografien der Landschaft und des Lebensraumes, in dem wir jetzt leben: Schleswig-Holstein, das Land am Meer.

Hier geht´s lang: zenoderdiekunstdesnichtens.

Über viel Interesse und Feedback freuen wir uns schon jetzt. Philosophie und Ethik folgen demnächst.

Es ist aus. Fangen wir an.

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Der unbestechliche Autor: Jonathan Franzen / Foto: © Beowulf Sheehan

Sozusagen aus aktuellen und technischen Gründen bleibt die Ethik zunächst auf diesem Blog. Ist ja auch nicht fehl am Platze. Beginnen wir gleich mit einem Bestseller. Dann auch noch mit einem, auf den wir uns alle einigen können, kollektiv bei jedem Wort, jedem Satz und jeder Konklusion zustimmend mit dem Kopf nicken können. Genau so einer ist Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen? von Jonathan Franzen. Aber auch nur auf den ersten Blick, schließlich haben wir es bei Franzen mit einem Intellektuellen zu tun, der vor unbequemen bis radikalen Forderungen nicht zurückschreckt.
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Pferde und Bücher. Gibt´s nur zu Weihnachten.

IMG_3450Tja, da dachte man nun, man wäre bis ans Ende seiner Tage ein staatlich geprüfter Großstadtneurotiker. Aber dann veränderten sich die Städte und wurden zu Kampfzonen. Besonders die besonders große Stadt, in die ich mich schon als Kind verknallt und die ich immer wie den Weihnachtsbaum angestaunt hatte. Wie haste dir verändert! Vom Abenteuerspielplatz zum Monopoly für alle Spielarten von Kapitalisten. »Keiner, der vom Profitsystem profitiert, vermag darin ohne Schande zu existieren.« Selbstverständlich hat Adorno recht. Und ich werde zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle noch ausführlicher auf diesen geistreichen und scharfsinnigen Mann zurückkommen. In jedem Fall ist das derzeitige Treiben des Turbokapitalismus nun mal der Lauf der Dinge, auch wenn es ein unangenehmer und ungerechter Lauf ist.
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Eine Weile still sein.

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Der Toten zu gedenken, heißt auch stets, sich der eigenen Vergänglichkeit bewusst zu werden. Es ist bekannt, dass morgen alles vorbei sein kann. Eine Unachtsamkeit, eine üble Laune des Schicksals, schon haben wir die Grenze von einem Reich zum anderen überschritten.
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Trolle Bücher – das Finale.

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Norwegen hat eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Gehörte das Land im hohen Norden nach dem Zweiten Weltkrieg noch zu den Armenhäusern und klassischen Auswanderungsländern in Europa, so strotzt es heute vor Reichtum. Und ziemlich glücklich sollen die Menschen da oben auch noch sein. Wie das? Die Antwort ist kurz, schwarz und schmutzig: Öl. Vor fünfzig Jahren wurden die ersten Ölvorkommen am Boden der Nordsee entdeckt, und das sogenannte schwarze Gold fließt immer noch in Strömen. Aber eines Tages wird es versiegen, zudem hat das Zeug eh nicht mehr den besten Ruf. Aber dafür hat der Norwegische Staat vorgesorgt und bereits rund 800 Milliarden Euro für die Zeit nach dem Öl auf die hohe Kante gelegt. Das sollte erstmal reichen. Auch, um die Nachbarn auf Distanz zu halten, die Schweden, die schon immer alles besser wussten.
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Nur für Erwachsene.

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Bild: © Burkhard Neie/Suhrkamp Verlag

»Hesse! Unlesbar, wenn man kein Jugendlicher mehr ist.« Ich höre ihn noch, den berühmten Literaturpapst, wie er dieses Urteil in seiner ihm eigenen Urteilsverkündungsprosa ausrief. Ebenso gut erinnere ich mich, wie ich von einem befreundeten Büchersammler durch seine gesamte, mit tausenden von Werken sogenannter bedeutender Autoren bis unter die Decke zugesammelten Wohnung verfolgt wurde und er genauso vehement wie der Bücherpapst vorwurfsvoll predigte: »Hesse? Hast du als Erwachsener etwa noch Hesse gelesen?«
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