Nur der Moment zählt. Der ruhige.

Nach dem Klassiker Kokoro wende ich mich wieder zeitgenössischer japanischer Literatur zu. Lasst uns also noch ein bisschen in Japan bleiben, es ist dort einfach zu schön. So habe ich nun Yoko Ogawa zu Gast, die mir ihre »Zärtliche Klagen« mitgebracht hat, die kürzlich beim Liebeskind Verlag erschienen sind. Wir sitzen uns gegenüber, schweigen und lauschen den zauberhaften Klängen eines Cembalos. Spielt Kaoru? Oder doch Nitta? Yoko Ogawa schweigt und tippt aufs Buch. Ich schließe lächelnd die Augen und kehre zurück in meine literarische Kraftoase, um dort wieder auf Kaoru und Nitta zu treffen.

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Ein Meister und sein Werk.

soseki_kokoroWenn es um Einsamkeit, Schuld und den Konflikt zwischen traditionellen Werten und der Moderne geht, kann man oft von einem typisch japanischen Buch sprechen. Wenn das Werk obendrein in seiner bildreichen Sprache an einen ruhigen Fluss erinnert, seufzt man als Freundin japanischer Literatur glücklich auf. Doch der Schein trügt manchmal, denn zwischen den scheinbar stillen und friedlichen Buchdeckeln brodelt es mitunter gewaltig. Hier liegen oft gewaltige Konflikte verborgen. All diese Elemente vereint »Kokoro« von Natsume Soseki. Das Meisterwerk ist im vergangenen Jahr in einer überarbeiteten Übersetzung in der Manesse Bibliothek der Weltliteratur erschienen, deren Bücher stets ein haptischer Traum sind.

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Flandern und die Niederlande: Eine literarische Entdeckung.

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Während momentan zahlreiche Bücherfreunde nach Frankfurt zur Buchmesse pilgern, möchte ich allen Daheimgebliebenen mit meinem heutigen Bücherspezial die Buchmesse nach Hause bringen. In diesem Beitrag findet ihr Rezensionen über Bücher aus den Niederlanden und Flandern. Dieses Mal nicht von mir verfasst, sondern von Bloggerkollegen. Wer darüber hinaus auf die beiden Gastländer neugierig geworden ist, kann im Netz hier, da und dort in Ruhe stöbern. Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen und Inspirieren!

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Der tiefe Frieden aus den Worten von Banana Yoshimoto.

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Wieder hat mich Banana Yoshimoto auf bezaubernde Weise aus der Unrast des Alltags gezogen und mit ihrem Roman »Moshi Moshi« ganz besondere Momente des Innehaltens geschenkt. Die Zeit verwandelte sich vom Hochgeschwindigkeitszug in eine gemütliche Schnecke und ich fühlte mich, als würde ein kugelrunder Buddha leibhaftig neben mir sitzen. Eine Welle des Glücks durchströmt mich selbst jetzt noch – einige Stunden nach dem Ende der Lektüre.

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Der Meister und die Männer.

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Haruki Murakami hat es wieder geschafft – er hat mich inspiriert und glücklich gemacht. Wie eine Wölfin schaue ich jetzt in den Nachthimmel und heule voller Leidenschaft den Mond an. Sein neuer Erzählband Von Männern, die keine Frauen haben erinnert mich an einen magischen Vollmond, von dem ich einfach nicht lassen kann. Klare, scheinbar alltägliche Geschichten mischen sich unter verschwommene, die in einem mystischen Glanz erscheinen.

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Eine Verlosung aus vollem Herzen!

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Banana Yoshimoto wird heute 50 Jahre. 50? Bei dieser Zahl musste ich erstmal schlucken, als ich sie zum ersten Mal in der Vorschau des Diogenes Verlags sah. Das kann nicht sein, dachte ich. Für mich ist die Autorin immer noch die 28-jährige, die mich mit ihrer jugendlichen Frische begeistert hat. Seit über elf Jahren verbindet uns eine besondere Beziehung. Grund genug, dieser wunderbaren Autorin heute zum Geburtstag zu gratulieren.

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Die Blumen des Guten.

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Bücher von Banana Yoshimoto sind für mich immer kleine Seelenreisen. Die Autorin öffnet die Tür in die Innenwelt von Menschen, die auf ihren Schultern so manches Gewicht tragen. Doch sie drücken mich niemals zu Boden. Ganz im Gegenteil: Stets fühle ich mich leicht und auf besondere Weise aufgehoben, wie in einer warmen Höhle. Daher strecke ich mich mit einem Lächeln nach dem neuen Roman Der See und begebe mich erneut auf die Reise.

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Das fremde Buch des vertrauten Herrn Murakami.

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Stellt euch eine Lotusblüte vor, die in einem wunderschönen Blau die Sonnenstrahlen reflektiert und glänzt, aber gar nicht duftet. Genau so fühlt sich für mich Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki von Haruki Murakami an. Einerseits glänzt das Buch vor farbenfroher Eleganz. Andererseits ist es für mich ein Buch zwischen meinen Murakami-Büchern, das mir fremd ist und eine schreckliche Leere hinterlässt.

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お誕生日おめでとうございます、村上さん

Heute wird ein ganz besonderer Autor 65 Jahre alt. Ein Autor, der mich in eine andere Literaturwelt geführt hat. 2003 habe ich seine Bücher für mich entdeckt und kann sie seitdem nicht mehr aus meinem Leben wegdenken. Viele von euch wissen bestimmt schon, vom wem hier die Rede ist. Lasst ihn uns also gemeinsam rufen: H-A-R-U-K-I M-U-R-A-K-A-M-I!

MURAKAMI_HARUKI_6956.TIF                                        © Markus Tedeskino / Ag.Focus Weiterlesen