Frankfurter Buchmesse 2014 – Tage wie im Rausch.

fbm14_suhrkamp

Ich muss mich immer noch kneifen und fühle mich ein bisschen wie die Protagonistin in Patrick Modianos Roman Die Kleine Bijou. Sie traut manchen Erinnerungen nicht und glaubt zu träumen. So auch ich, die nun lächelnd auf die Frankfurter Buchmesse zurückschaut. Diese war ein überwältigendes Erlebnis und versetzt mich immer noch – trotz aller Müdigkeit, die mir in den Knochen steckt – in einen, ja!, Rauschzustand. Die Endorphine rocken durch meinen Körper, und ich versuche jetzt einfach, diese wunderbaren Erinnerungen in Worte zu fassen.

Ich bin zutiefst dankbar für die schönen Begegnungen, Gespräche und Erlebnisse und möchte ein paar Dankeschöns loswerden. Sie gehen an: Dumont Verlag, Diogenes Verlag, Suhrkamp Verlag, Kiepenheuer & Witsch, Galiani, Frankfurter Verlagsanstalt, Kirchner Kommunikation, Secession Verlag, Matthes & Seitz, mairisch Verlag, Verlag Klaus Wagenbach, Hanser und dem Guggolz Verlag.

Die Zeit verging viel zu schnell, und ich fühlte mich die ganzen drei Tage so, als wäre ich auf ein Karussell aufgesprungen, das sich unentwegt dreht. Die Frankfurter Buchmesse schenkte mir viele großartige und bezaubernde Momente wie den, als ich mit masuko den Guggolz-Stand besuchte. Und uns der Verleger von den unglaublichen Kettenreaktionen berichtete, die ein Artikel über seinen Verlag in der Berliner Zeitung ausgelöst hat. Mein Herz wurde ganz warm, als Sebastian Guggolz – der sein Glück selbst kaum fassen konnte – vor uns stand und alles überstrahlte. Fehlte nicht viel, und er wäre vor Glück in den Himmel gestiegen wie ein Smiley-Ballon. Und wir alle an ihm dran.

fbm14_guggolzEine neue Entdeckung des Verlegers Sebastian Guggolz.

Wir konnten leider nicht lange bleiben, weil schon der nächste Termin rief – wie so oft auf der Buchmesse. Doch in den wenigen Minuten saugten wir alles auf und erfreuten uns an dem herzlichen Charme, den Sebastian versprühte und an der baldigen Neuerscheinung, von der uns Sebastian die Originalausgabe zeigte. Dafür sollte noch Zeit bleiben, um den literarischen Schatz mit den fotografierenden Augen festzuhalten. In jedem Fall, liebe Bücherfreunde, merkt euch bitte diesen großartigen kleinen Verlag! Dort werden bemerkenswerte Werke publiziert! Masuko hat kürzlich Frommes Elend auf ihrem Blog rezensiert und ich freue mich ganz besonders auf Zwei Seelen, das noch auf meinem SUB liegt und mich jetzt magisch anzieht.

Als wir mit eilenden Schritten weitergingen, musste ich mich wirklich vergewissern, dass das alles real war und ich nicht traumwandelte. Und wenn ich jetzt darüber nachdenke, ist die Buchbranche (immer noch!) eine traumhafte Welt, eine besondere Welt, in der ich mich pudelwohl fühle und mich freue, ein Teil von ihr zu sein. Am Freitagabend bei einem Verlagsessen hörte ich den Satz: „Im Grunde sind wir alle eine Familie.“ Genau so ist es! Trotz der Hektik, der trockenen Luft, der Hitze und der vielen Menschen – ich hatte stets ein Lächeln auf den Lippen. Nicht zuletzt wegen all der leidenschaftlichen Büchermenschen, die wir getroffen haben. Sei es unterwegs von einer Halle in die nächste oder an den Ständen selbst, an denen wir herzlich empfangen wurden, ob mit oder ohne Termin.

Am Stand der Büchergilde traf ich mit einigen meiner Bloggerkolleginnen und Stephanie Haerdle von Kirchner Kommunikation zusammen. Ein schönes Come-Together. An den Ständen erwartete uns dann stets eine kleine Stärkung: Wasser, Kaffee, Kekse oder Gummibärchen. Und natürlich wunderbare Gespräche mit und zwischen uns Bloggern. So unterschiedlich wir sind – überall stießen wir auf große Wertschätzung für unsere Arbeit. Viele Verlage betrachten die Zusammenarbeit mit BloggerInnen bereits als ganz gewöhnliche Pressearbeit. Vielen Dank, liebe Verlage!

fbm14_hanserDie Bücherliebhaberin zusammen mit Karen Köhler und Tilman von 54books.

Christina Knecht, die Presseleiterin von den Hanser Verlagen, sprach mit uns über die Presse- und Blogarbeit. An ihrer Seite Karen Köhler, die gleich die Gelegenheit nutzte, um sich bei uns herzlich für unsere schöne Blogtour zu bedanken. Und schon waren die Sektbecher wieder voll. Prost! Überhaupt sollte man vor der Buchmesse ein wenig abstinent sein, denn ein Gläschen hier und da gehört einfach dazu.

Genauso wie unendlich viele spontane Begegnungen. Zum Beispiel, als Bibliophilin kurz den Arm hob, um jemanden zu grüßen. Das war allerdings nicht irgendjemand, sondern Jo Lendle. Aha, Verleger grüßt Bloggerin – wie schön! Kurz darauf ging ein Raunen durch unsere Runde, als mal eben eine Literaturnobelpreisträgerin vorbeikam. Herta Müller eilte zu Christina Knecht und sagte nur: „Ich muss dich kurz umarmen.“

Ich bin ja schon seit geraumer Zeit begeistert von der Blogarbeit des KiWi-Verlags. Und so nahm sich Ulrike Meier viel Zeit für uns BloggerInnen und präsentierte die Frühjahrsneuheiten. Auch hier tickte die Uhr leider viel zu schnell. Genauso wie am Samstagvormittag beim Treffen mit Petra Hartlieb auf dem Stand des ebenfalls äußerst bloggerfreundlichen Dumont-Verlags. Dort traf ich pinkfisch, und gemeinsam mit masuko machten wir ein Selfie vor der Auslage der Murakami-Bücher. Drei Murakami Fans beisammen – so ein historischer Augenblick musste natürlich festgehalten werden!

murakami_fans_fbm14_dumontDrei Murakami-Fans vereint: masuko, Klappentexterin, pinkfisch.

Ich mag die Symbiose zwischen meiner Tätigkeit als Buchhändlerin und Bloggerin. Beide Arbeitsfelder ergänzen sich prächtig – gerade auf der Buchmesse. Und sie führten mich in Frankfurt auch zu den druckfrischen Frühjahrs-Vorschauen, die meist noch (pssst!) in Arbeitsheftern steckten. Beim Diogenes Verlag präsentierten uns drei freundliche Mitarbeiterinnen das Frühjahrsprogramm, und druckten es sogar auf farbigen DIN-A3-Seiten aus, um es uns zu zeigen. Während wir die leckeren Kekse knabberten, leuchteten unsere Augen vor Freude.

diogenesBloggerInnen zu Gast am Diogenes Stand. (Foto: Susanne Bühler)

Bei Wagenbach erlebte ich ein persönliches Highlight, als ich endlich Nina Wagenbach persönlich kennenlernen durfte. Auch hier durften wir schon einen kleinen Blick ins Frühjahrs-Programm werfen. Ebenso bei Suhrkamp, wo sich meine liebe Vertreterin Angelika Barth bei Wasser und Gummibärchen viel Zeit für uns nahm, damit wir in den Suhrkamp-Frühling eintauchen konnten. Zwischendurch beobachteten wir Lutz Seiler dabei, wie er seinen mit dem diesjährigen Buchpreis ausgezeichneten Roman Kruso signierte. Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag entdeckte ich noch, ein kurzes Winkewinke, und dann weiter.

fbm14_wagenbachDiese Mappe enthält die Wagenbach Neuerscheinungen aus dem Frühjahr 2015.

Auch schön, wie ich auf der Dumont-Party endlich sämtliche Damen des Verlags persönlich kennenlernte. Große Freude! Damit nicht genug – selbst mit dem Lektor von Haruki Murakami und Michel Houellebecq konnten wir ein paar Worte wechseln. Da waren uns beide Meister plötzlich sehr nah. Und selbst am nächsten Tag hatte die wunderbare Welt der Literatur noch eine besondere Geschichte für mich parat. Von der ich nicht hier, sondern gemeinsam mit der Bücherliebhaberin und masuko auf We read Indie in den nächsten Tagen berichten werde.

Uff, ich war wirklich geschafft, als ich im Zug zurück nach Berlin saß. Aber immer noch in einem schönen Rausch, der sogar überhaupt keinen Kater zurück gelassen hat.

Weitere Blogbeiträge zur Frankfurter Buchmesse 2014 findet ihr bei:

Bibliophilin
binooki
Literaturen
Muromez
Pop-Polit
The Lines Between
Stefanie Leo

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20 Gedanken zu “Frankfurter Buchmesse 2014 – Tage wie im Rausch.

  1. Haben wir das alles real erlebt? ich kann es kaum fassen. Doch so, wie du die Begegnungen beschreibst, haben sie wohl stattgefunden. Bin wieder mal beeindruckt, wie du nie den roten Faden verlierst, liebe Klappentexterin. Spannend, witzig, charmant und sehr erfrischend.

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    1. Ja, das haben wir, liebe masuko. Und das Schöne daran ist, wir haben jetzt für finstere Nächte immer einen Leuchtstern, der uns den Weg weist. Allein der Gedanke an dieses umwerfend schöne und großartige Wochenende lässt mich immer wieder strahlen. Ich danke dir von Herzen!

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      1. Vermutlich leider nein. Das ist an dem Wochenende direkt nach Vorlesungsbeginn des Sommersemesters bei mir und Leipzig ist doch eine Ecke entfernt (zumindest von mir). Vielleicht klappt es ja nächsten Herbst. (und schulidigung, weil du so lange auf meine Antwort warten musstest – musste erstmal meine Pflichttermine rausbekommen im März)

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  2. Liebe Caterina, wenn ich Deinen Bericht und weitere auf vielen Blogs lese, ärgere ich mich schon, dass ich es nicht zur FBM14 geschafft habe. Fester Vorsatz: beim nächstenmal bin ich dabei. Allein, um auch auf den geselligen Blogger-treffen-sich-bei-Verlagen-Bildern vertreten zu sein … und Euch alle mal persönlich kennenzulernen.
    Ist die Leipziger Buchmesse eigentlich auch ein Anlaufpunkt? Oder konzentriert sich alles auf Frankfurt/M.? – Würde mich mal, so in die Runde gefragt, interessieren.
    lg_jochen

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    1. Lieber Jochen,
      wie charmant, dass du mich mit Caterina verwechselst. ; ) Bitte ärger dich nicht, sondern erfreu dich an der Einladung, die wir dir auf diesem Wege ausgesprochen haben. Ich war all die vergangenen Jahre in Leipzig – daher unbedingt schon mal in den Terminkalender eintragen. Dort treffen sich auch viele BloggerInnen – pssst, an dieser Stelle sei schon mal verraten, dass sich das „We read Indie“-Team in Leipzig treffen wird. Frankfurt ist im Vergleich wesentlich größer als Leipzig, doch ebenfalls wunderschön. Na, du wirst es ja dann sehen. LG, Klappentexterin

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      1. Oh wie peinlich, ‚tschuldigung. Aber das ist auch „kompliziert“ bei Euch. Jede für sich (mit ähnlichen s/w Profilfotos) und alle zusammen bei „We read Indie!“ Da kommt ‚en alter Mann wie ich leicht durcheinander. 🙂
        lg_jochen (der ganz zerknirscht ist, ob der uncharmanten Verwechslung)

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  3. Während ich deine Eindrücke genieße, höre ich WUNDERVOLL von Wolfsheim. Superschön, einfach toll. Ich finde, das passt. … und ich tanze einfach weiter.

    Liebste Grüße!

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  4. Leider haben wir uns auch verpasst, liebe Klappentexterin, obwohl Durchleserin sogar drei Tage lange die Buchmesse dieses Mal geniessen konnte. Dass die liebe Angelika Barth – eine langjährige Freundin – sich viel Zeit nimmt, weiss ich ebenfalls sehr zu schätzen, von den leckeren Keksen und den schönen Büchern des Suhrkamp Verlags ganz zu schweigen. Die Erlebnisse auf dieser Buchmesse sind jedes Mal unterschiedlich, je nach Funktion wie oder für was man auftritt, ob als Schülerin in ganz jungen Jahren, und später als Jungbuchhändlerin, Filialleiterin oder Geschäftsführerin einer grossen Buchhandlung oder dann auch als Journalistin und Bloggerin zeigen sich so manche Unterschiede, die man weder vergleichen, noch bewerten sollte. Das Wichtigste sind die Pflege alter und neuer Kontakte und die wunderbaren zum Teil auch spontanen Treffen – wie beispielsweise unter anderem dieses Mal mit Rainer Moritz, dem Autor vieler interessanter Bücher (siehe hier: http://durchleser.wordpress.com/?s=Rainer+Moritz&x=0&y=0 )! Kurzum jeder Buchliebhaber sollte auf jeden Fall irgendeinmal in seinem Leben die Frankfurter Buchmesse besucht habe, denn diese Eindrucke muss man einfach selbst erleben… Herzliche Grüsse aus Paris, Durchleserin

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    1. Wirklich schade, liebe Durchleserin! Wie konnten wir uns bei den drei Tagen nur verpassen? Ach! Ja, wir sprachen auch kurz über deinen schönen Blog. Ist doch immer wieder interessant, wie die Fäden der Menschen zusammenkommen. Dass du mit meiner Vertreterin befreundet bist – ein feiner Zufall!
      Für mich war’s ja die erste Frankfurter Buchmesse und ganz bestimmt nicht die letzte. Ich bin erstaunt, wie schnell die Zeit verlaufen ist und welche Stände ich nicht geschafft habe. Doch das gehört wohl dazu. Am Ende fährt man mit einem vollen Koffer an schönen Begegnungen und weiteren Vorhaben für die nächste Messe nach Hause.

      Herzliche Grüße aus Berlin,
      Klappentexterin

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  5. Es sieht so aus, als hättest du eine echt schöne Zeit auf der Messe gehabt! Ich glaube, ich muss mich das nächste Mal auch um mehr persönliche Treffen kümmern. Da nimmt man echt so viel mehr von mit!
    Lieben Dank auch fürs Verlinken! Vielleicht trifft man sich dann ja nächstes Jahr….

    lieben Gruß,
    Cara

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