Bestsellerliste – des einen Freud, des anderen Leid.

Ich mag Bestseller nicht. Einheitsbrei ist das und fernab jeglicher Faszination und Zauberei. Selten oder so gut wie nie findet man in den Büchern Stellen und Momente, die noch lange nach dem Lesen nachwirken. Bestseller haben etwas von Wasser. Es ist da, man trinkt es. Man reibt sich aber anschließend nicht die Zunge am Gaumen, weil dort ein unfassbar guter Geschmack haften bleibt. Nein, man trinkt und gut ist. Dennoch: Viele Leser stürzen sich auf Bestseller. Warum? Weil sie wissen, was sie haben? Ist das ein Prädikat für „gute Literatur“? Was alle lesen, kann nicht schlecht sein? Aber ist die Literaturwelt nicht auch dazu da, zu erforschen und manchmal auf Risiko zu setzen? Neues zu suchen, Neues zu entdecken und glücklich über diesen Fund zu sein. Ist es nicht gerade das, was Literatur ausmacht? Sicherlich sprechen alle über Hirschhausen und über Larsson. Da ist es oft einfacher zu sagen: „Hab ich auch gelesen.“ Über den Tellerrand hinauszuschauen, wagen nur wenige. Nur warum?


Den Blick über den Tellerrand wagen nur wenige.

Warum eigentlich nicht? Wenn es sogar der Liste selbst gelungen ist, Bücher aufzunehmen, die sich eher selten dort aufhalten. Jedoch sind sie nicht von allein dort hineingeschneit. Zwischenzeitlich habe ich mich tatsächlich an kleinen wundersamen Erhebungen erfreut, wenn das Literarische Quartett oder Elke Heidenreich ihre Bücher in die Kamera gehalten haben. Elke Heidenreich danke ich heute noch, dass sie damit den feinen Kein & Aber Verlag mit Steve Tesich in die Bestsellerliste gehievt hat. Und noch andere zauberhafte Perlen, die es sonst nicht unter die breite Masse geschafft hätten. Nun quasselt Frau Heidenreich nicht mehr, dafür Amelie Fried und Ijoma Mangold. Die beiden sprechen über die Bücher über die man sowieso redet, sehr schulkindhaft präsentieren sie das alles. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich auch mal lächelnd an der Bestsellerwand vorbeigelaufen bin, weil ich dort einzelne Schätze gesehen habe. Okay, manche Autoren mag ich schon, die sich derzeit in der Bestsellerliste herumtummeln, aber die kann ich an einer Hand abzählen, wenn überhaupt. Den Rest schmeiße ich genauso gern in die Tonne wie es Dennis Scheck bei Druckfrisch tut. Leider kommt der Mann zu spät, zu spät fürs gemeine Volk da draußen. Zu spät, um das Gute vor dem Schlechten zu retten.

Des einen Freud, des anderen Leid.

„Andererseits kannst du froh sein, dass die Menschen heute überhaupt noch lesen“, höre ich einige Stimmen rufen. Das stimmt. Das allerdings wäre mir zu einfach. Wer sagt uns denn, dass ein Hirschhausen-Leser nicht auch seine Begeisterung in Horst Evers wiederfindet? Oder warum sollte ein Larsson-Fan nicht auch schlaflose Nächte mit Johan Theorin haben?

Ist die Bestsellerliste der Spiegel der Gesellschaft? Entwickelt sie sich mit den Menschen oder wird sie von den großen Verlagen und Buchhandlungen gemacht? Ein Blick nach hinten verrät, dass sich vor 20 Jahren andere Titel darin aufhielten. In der Ausgabe vom 34/1990 entdecke ich Autoren, die ich so nicht mehr in der aktuellen Liste wiederfinde. Viel mehr die Qualität und Nachhaltigkeit, die Werke solcher Autorinnen und Autoren nach sich ziehen. Eine Margaret Atwood beispielsweise. Sicherlich tauchen immer wieder die gleichen Verdächtigen auf. Nehmen wir den Irving oder Scholl-Latour. Dennoch insgesamt liest sie sich anders, die Bestsellerliste von damals, hochwertiger.

Die Bestsellerliste hinterlässt nicht nur Freud und Leid, sondern jede Menge Fragen. Vielleicht gibt es dort draußen jemanden, der mir zumindest einige Fragezeichen aus den Augen ziehen kann. Eine Freundin werde ich hingegen nie von ihr werden. Dafür sind die Bestsellerliste und ich einfach zu verschieden. Sie mag die Masse und ich das Besondere, das irgendwo am Rande sitzt und wartet, entdeckt zu werden.

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25 Gedanken zu “Bestsellerliste – des einen Freud, des anderen Leid.

  1. Hallo Klappentexterin!

    Wenn du das Besondere suchst, das „irgendwo am Rand sitzt und wartet, entdeckt zu werden“, dann schau doch mal in unseren epubli Buch-Shop. Da findest du ganz individuelle Bücher zu den verschiedensten Themen, Self-Publishing macht nämlich die Entdeckung der unendlichen Buch-Vielfalt erst möglich 😉

    Liebe Grüße aus Berlin, Sophie

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  2. Bestsellerlisten sind das Ergebnis von Umfragen über die Abverkaufszahlen einzelner Bücher. Für ein Buch, das auf der Bestsellerliste steht, bedeutet das nur, dass es dementsprechend oft verkauft wurde, aber nicht unbedingt gelesen wurde. Das ist der eigentliche Knackpunkt! Eine Bestellerliste wertet keinesfalls die gelesenen Bücher aus, geschweige denn die literarische Qualität. Bestsellerlisten sind ein praktisches Marketinginstrument für all die Buchkäufer – und nicht unbedingt Leser – die selbst nichts entdecken möchten oder können, sondern sich gerne vom Trend der Zeit und der Gesellschaft beeinflussen und leiten lassen. Bestsellerlisten sind deshalb trotzdem wichtig, wenn man erkennt, was sie eigentlich bezwecken und welches Ziel dahinter steckt.Und gelegentlich bieten sie auch eine Überraschung für den literarisch interessierten Leser! Mehr Informationen über Bestsellerlisten kann man unter anderem hier nachlesen : http://www.boersenverein.de/de/158446/Bestsellerlisten/158283

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  3. Huch, na da ist ja jemand leidenschaftlich beim Thema! Schöne Sache, das! 😉
    Ich sehe es allerdings nicht so eng. Zum einen orientieren sich nicht so viele Menschen wie vielleicht angenommen an den Bestsellerlisten. Zum anderen sagt der Status Bestseller noch nichts über ein Buch aus. Auch gute Bücher können vom Makel Bestseller ereilt werden. 😉
    Hinzu kommt, dass die Verlagsbranche sich mit dem ganzen Bestseller-Gedöns selbst feiert. Immerhin gibt es ja nicht nur Bestseller-Listen, sondern auch Bestseller-Aufkleber. Und die pappen auf fast jedem Krimi oder Thriller – von denen es inzwischen einige gibt, die wirklich gut geschrieben sind. Und wenn dann daraus Mainstream wird … warum nicht? Es müssen ja nicht immer nur literarische Werke am Rand des Literaturbetriebs wahre Juwelen sein. Und hey, wir brauchen den Bestseller-Mainstream, denn ansonsten könnten wir nicht Aschenputtel spielen: Die Schlechten ins Kröpfchen, die Guten ins Töpfchen. Nur, wer auch mal was Mieses liest, weiß Qualität zu schätzen. Die stumpft auf Dauer (und ausschließlich) ebenso ab wie die schnell hingeklatschte Unterhaltungsliteratur, die den Verlagen einfach nur ne Menge Kohle einbringen…
    Tut mir leid, dass meine Gedanken etwas wirr niedergeschrieben sind, aber ich musste mal alles wild und ungeordnet alles rauslassen. 🙂

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  4. Feiner Beitrag.
    Ich sehe das Ganze wie Durchleser: Bestsellerlisten spiegeln heutzutage schlicht nur Marketing, sonst nichts. Und sie sind eine ideale Orientierung für Menschen, die mitreden wollen, ohne dass man ein Buch gelesen haben muss – inzwischen kann man die Inhalte nämlich gleich googeln. Reiner Abverkauf also – aus den unterschiedlichsten Gründen (sogar Liebe zum Buch!)

    Deshalb würde ich mich absolut nicht beklagen, wenn ich auf einer Bestsellerliste landen würde, auch wenn das Leben ohne mindestens genauso schön ist.

    Was ich schade finde: Warum gibt es so wenige „Gegenlisten“ oder „Speziallisten“ von den Kritikern / betroffenen Verlagen? Die noch viel zu wenig bekannte „Hotlist der Independents“ fällt mir nur ein. Wo sind die Listen für gelungene Debuts, für experimentelle Literatur, für Lyrik oder Perlen?

    DAS laste ich den Bestsellerlisten an, das sie alles andere überschreien. Die Kleinen haben weder die Kraft noch die Finanzdecke, aber was wäre, wenn alle Kleinen zusammen… ?

    Gerade in Zeiten des Internets ist es doch eigentlich keine Kunst mehr, dass sich auch die Leisen präsentieren, dass Perlen sichtbar werden, die Buchhandels-Ketten nicht annehmen.

    Dieses Blog ist ein schönes Beispiel für Perlenfang. Auf größerer Ebene wäre noch so viel möglich, vorausgesetzt das Publikum wird nicht eines Tages tatsächlich – wie beim Fernsehen – verblödet.

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  5. Ich sehe das ganze nicht so problematisch: denn an Bestsellerlisten orientiere ich mich einfach nicht. Ich orientiere mich ja auch nicht an den aktuellen Charts, was Musik angeht. Da gibt es nur eine Lösung: Lesen und auch mal riskieren, daneben zu greifen. Da ich mir 50% meiner Bücher sowieso nur ausleihe, ist das ja auch kein „finanzieller“ Schaden.

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  6. Dass Bestsellerlisten ein Marketinginstrument sind, wissen am besten die Buchhändler. Denn diese Listen zeigen, welche Titel am meisten beworben werden und dementsprechend welche Bücher die Buchhandlung an Lager haben „muss“, denn die Kunden werden bestimmt danach fragen.
    Oft kaufen eben diese Kunden „tolle“ Bücher und beschweren sich später, dass sie schlecht waren, und freuen sich auf die persönlichen Empfehlungen der Buchhändler. So findet man Perlen!
    Was mich schon seit einiger Zeit beschäftigt, sind die Bücherblogs, die alle dieselben Bücher rezensieren. Ich verstehe es, wenn man den gleichen Geschmack hat, aber oft beobachte ich, dass sich die BloggerInnen bei den Verlagen bedanken, weil sie Rezensionsexemplare bekommen haben. Die Verlage schicken oft ungefragt die gleichen Bücher an viele Leute, so werden auch die gleichen Bücher rezensiert.
    Ein Verlag bekommt so die Werbung, die Blog-Leser denken „aha, ein gutes Buch, wenn so viele es rezensieren“, kaufen es, und das Buch wird zum meistverkaften-seller.
    Ich gebe zu, ich bestelle auch ab und zu Rezensionsexemplare, bzw. Leseexemplare als Buchhändlerin, aber ich versuche gezielt Bücher zu bestellen, von denen ich vermute, sie könnten etwas besonderes sein. Ich bin auch froh, dass ich keine ungefragten Päckchen von den Verlagen bekomme. Ich möchte selber aussuchen, was ich lese.

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    1. Hallo Bibliophilin,

      witzig, zu diesem Thema habe ich mir gestern auch Gedanken gemacht (und wollte dazu eigentlich auch etwas bloggen). Ich denke nämlich, dass einige Verlage die Literaturblogger inzwischen ganz bewusst manipulieren. Da sind interessierte Leser, die über Romane schreiben, aber zumeist keine Journalisten sind. Sie rezensieren aus Leidenschaft und oft auch ziemlich gut, sind aber nicht so abgebrüht wie Journalisten. Wenn man diesen Leuten mit Rezensionsexemplaren den Bauch krault, dann besprechen sie die Bücher und machen vielleicht noch extra für den Verlag Werbung. Und so kommt es, dass nicht nur durch persönliche Interessen viele Bücher überall rezensiert werden. Wenn ich unaufgefordert Rezensionsexemplare bekomme (was meistens in meinem Job der Fall ist), dann nehme ich mir die Freiheit heraus, die Bücher zu ignorieren. Und wenn ich mich gezielt mit einem Verlag namentlich beschäftige, so wie es morgen bei mir der Fall sein wird, dann kritisch. Mir vergrätzen diese plumpen Mantipulationsversuche von Verlagen derzeit etwas das Bloggen. Klar, auch ich bespreche gerne Bücher, die gehypt werden. Nicht immer kann ich mich dem allgemeinen Unrteil anschließen. Dann aber wird es doch eigentlich erst spannend, oder? Wobei ich natürlich auch ehrlich zugebe, wenn mich Mainstream mal begeistert. Was ja auch vorkommt.
      So, und jetzt bin ich gründlich vom Thema abgekommen. Mea culpa, Klappentexterin.

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  7. Ihr Lieben,

    ich danke euch für die zahlreichen, reichhaltigen Beiträge. Sehr anregend sind sie. Meine Augen zoomen noch immer und der Geist blitzt.

    Es stimmt schon, die Bestsellerliste ist ein Marketinginstrument. Was mich halt stört, ist, dass sich Kunden selten auf Neues einlassen. Sie laufen gleich zum Bestseller und wenn man ihnen mal was anderes unter die Nase reiben will, dann gucken sie zwar neugierig, zögern und entscheiden sich schließlich doch für den Bestseller. Das ist mir in großen Buchhandlungen und in kleineren passiert. Auch mir fehlen Gegenströme zu dem Ganzen. Gott sei Dank gibt es ja gerade in großen Städten wie Berlin kleine, besondere Buchhandlungen, die in solchen Gegenströmen schwimmen. Buchhändler, die nicht Spitzentitel einkaufen, sondern genau das tun, für das sie mit Herz und Seele leben. Solange es solche Buchhändler und solche geistreichen BloggerInnen wie euch gibt, kann ich mich beruhigt zurücklehnen, weiter nach den Perlen am Rand suchen und gemeinsam mit euch teilen.

    In diesem Sinne für alle eine geruhsame Nacht

    Klappentexterin

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  8. Ist das tatsächlich dein Ernst???

    Wenn dem so ist, dann bist du ganz schön oberflächlich, finde ich. Warum soll ein Buch nicht schön oder nachhaltig beeinflussend sein, nur weil es auf einer Bestsellerliste steht?
    Darf ein gutes Buch etwa nicht der Masse gefallen?

    Das ist doch wirklich total einseitig betrachtet. Mag ja sein, dass nicht jedes Buch von der Bestsellerliste auch wirklcih deinem Geschmack entspricht, aber das hat nichts mit Einheitsbrei zu tun. Stell dir vor, es gibt einfach Bücher, die sind total gut und wenn das bekannt wird, dann lesen es eben viele. Die empfehlen es dann weiter, wenn es ihnen gefällt und so landet das Buch dann auf der Bestsellerliste. Ist doch schön und nicht negtativ.

    Aber für dich ist wahrscheinlich auch nur die Musik gut, die nicht in den Charts ist, nicht wahr?

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  9. Mir hat mal jemand ernsthaft gesagt, dass Bestseller ja nicht umsonst von so vielen Leuten gekauft werden. Die können nicht alle falsch liegenn, das muss also ein gutes Buch sein. Das gilt selbst und GERADE für die Twilightserie…

    Das Schlimme ist, dass sie das wirklich glauben, was sie das erzählen.

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  10. Liebe Stephie,

    als oberflächlich würde ich mich nicht bezeichnen. Ganz im Gegenteil. Man sagt mir eine besondere Sensibilität und Tiefgründigkeit nach. Vielleicht meintest du auch nur anspruchsvoll. Das stimmt, das bin. Ich mag die Masse nicht. Ja, ich höre in der Regel nur Songs, die nicht in den Charts auftauchen. Ja, und ich gucke Filme in kleinen Kinos.

    Ich für mich finde keine Nachhaltigkeit in Tommy Jaud, Familie Cast, Leonie Swann und wie sie nicht alle heißen. Wenn es andere tun, um so schöner. Jedem das seine.

    Liebe Maren,

    die Menschen lesen, was alle lesen. Das Argument, was du gebracht hast, kenne ich auch zu gut.

    Herzliche Grüße

    Klappentexterin

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  11. Klar: Verkauf sagt nichts über Qualität aus. Sonst müsste die „Bild“-Zeitung die beste Zeitung sein. Wie es zu diesem Mißverständnis in Bezug auf Bestseller-Listen kommen kann, erkläre ich mir mit dem Anglizismus – die wenigsten wußten, was „seller“ bedeutet und hielten sich an „Best“ fest.

    Wer heute auf der Bestsellerliste steht bestimmen nicht zuletzt die großen Buchhandelshäuser, die bei Verlagen einkaufen (oder nicht). Kleine Verlage kommen da selten zum Zuge. Letzteres hat sich auch in Bezug auf 1990 nicht geändert. Warum die Autoren damals nicht mehr vertreten sind hat auch damit zu tun, dass viele tot sind (Michener, Simmel, Ende), sehr alt (Groult) oder seit Jahren in einer Schreibblockade stecken (Süskind). Andere wie Siegfried Lenz oder Eco haben einfach kein aktuelles Buch – man findet sie dennoch immer mal wieder.

    Zwei Vorurteile schimmern in diesem Statement durch: 1. Alle Bücher auf Bestsellerlisten sind Schrott. Und 2. Früher war alles niveauvoller.

    2. werden wir in zwanzig Jahren auch von 2010 sagen. Geschenkt.

    1. ist auch Unsinn. Als Tellkamp für „Der Turm“ den Buchpreis bekam, katapultierte dies das Buch wochenlang nach oben. Dadurch wurde es nicht einen Deut schlechter. Autoren wie Siegfried Lenz oder Martin Walser schaffen es immer wieder auf die Listen. Und wenn amerikanische Autoren wie Roth oder Franzen neue Bücher veröffentlichen, findet man diese auch immer wieder.

    Frau Heidenreich vermisse ich überhaupt nicht und Literaturkritiker, die Bücher wegwerfen, haben ihren Beruf verfehlt.

    Im übrigen gibt es ja die „Bestenliste“ des SWR. Hier bepunktet eine Kritiker-Jury Neuerscheinungen – zwar nicht ganz abseits vom kommerziellen Betrieb (manchmal dann doch mit schönen Überraschungen), aber immerhin auf eine gewisse Qualität ausgerichtet. http://www.swr.de/bestenliste

    Wenn man sich damit beschäftigt, liest man keine Spiegel-Bestsellerliste mehr. Man hat dann schlichtweg keine Zeit mehr dafür.

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  12. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir da noch nie Gedanken drüber gemacht. In der Regel weiß ich nicht mal, welche Bücher gerade auf der Bestsellerliste stehen. Ich lese, was mir gefällt, und dabei ist es vollkommen unerheblich, ob dieses Buch den Stempel „Bestseller“ bekommen hat oder nicht. Ich bin eher meist im Nachhinein erstaunt, wenn ich denke, mal wieder etwas Besonderes entdeckt zu haben und dann sehe, dass es schon seit Wochen auf der Bestsellerliste steht. *g* So ging mir das z.B. mit „Der Schatten des Windes“ von Zafón – ich liebe dieses Buch, tausende andere Leser aber auch. 😀 Doch das schmälert den Wert dieser Literatur doch nicht. Ich denke, dich stört auch eher, dass Leser nicht reflektieren und AUSSCHLIESSLICH Bestseller lesen wollen – das finde ich genauso grenzwertig wie Leser, die NIE

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    1. Ach ja, schön, ich hab mich verklickt und jetzt steht da ein unfertiger Beitrag! *argh* 😀

      Also, nach dem NIE: 😉

      …, die NIE Bestseller lesen wollen, nur weil es Bestseller sind. Meine Devise: lest, was euch gefällt und vergesst sämtliche Listen. 🙂

      Liebe Grüße
      Ailis

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      1. So habe ich das auch gemeint.

        Es ist einfach falsch ein Buch zu verurteilen, nur weil es auf der Bestsellerliste steht.

        Manchmal stehen die Bücher wirklich nicht umsonst auf diesen Listen. Natürlich macht das nicht jeden Bestseller zu einem guten Buch. Aber ich kann zB gut nachvollziehen, warum es ein Marc Levy immer wieder unter die Top 10 schafft und für mich sind seine Bücher sowohl nachhaltig als auch tiefgründig. Und zwar unabhängig davon, ob es sich so brilliant verkauft oder nicht. Aber ich gönne es sowohl Autor als auch Verlag, dass seine Bücher ein Erfolg werden, damit ich mich auf das nächste freuen kann.

        Es ist für mich also schon zu oberfächlich ein Buch abzulehnen, nur weil es ein Bestseller ist! @klappentexterin

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  13. @ Ailis: Gut geschrieben!

    @ Klappentexterin:
    Ich persönlich mache meine Buchauswahl auch nicht von den Bestsellerlisten abhängig, eben weil sie wenig über die Qualität eines Buches aussagen.
    Allerdings verteufle ich nicht automatisch jedes Buch, das auf der Liste steht, denn auch dort kann man hin und wieder seine persönlichen Perlen finden.

    Was ich durchaus nachvollziehen kann, ist deine Aufregung darüber, dass sich manche Kunden oder Leser allgemein nur auf diese Listen beschränken und sich nicht recht trauen, auch mal Unbekanntes zur Hand zu nehmen. Als Buchhändlerin ist es wahrscheinlich recht frustrierend, wenn man viele gute Bücher abseits der Listen an den Mann bringen möchte, sich im Verhältnis zu den Listenkäufern aber nur wenige dafür begeistern lassen.

    Allerdings muss man vielleicht auch zwischen passionierten und gut informierten Lesern und Gelegenheitslesern unterscheiden. Jemand, der sich eingehend und leidenschaftlich mit Literatur beschäftigt, kennt seinen persönlichen Geschmack und weiß oft auch, wo er nach dementsprechenden Büchern suchen muss.
    Andere hingegen, die ab und zu mal ein Buch lesen oder sich einfach unterhalten lassen wollen, orientieren sich an diesen Listen, weil diese zum einen vielleicht missverstanden werden (siehe oben: Schwerpunkt auf „Best“ und nicht „seller“) und sich der Leser zum anderen nicht so gut auskennt in dem Dschungel der Neuerscheinungen und Bücher allgemein.
    Wenn man nicht weiß, wo man suchen soll, dann orientiert man sich oft an dem, was präsent ist und einem angeboten wird und steht Neuem erstmal skeptisch gegenüber, weil man darüber ja noch gar nichts weiß., nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ (das ist nicht abwertend gemeint!).

    Ich versuche, die Bücher, die mir am Herzen liegen, möglichst vielen Leuten zu empfehlen. Manche interessieren sich dafür, andere nicht. Doch ich sehe es nicht als meine Mission, Leser zu bekehren, denn Geschmäcker sind nun mal unterschiedlich. Jemand, der gerne Fantasy-Romane liest, wird sich bei Camus philosophischen Ergüssen wahrscheinlich zu Tode langweilen.
    Wohingegen jemand, der gerne Gegenwartsromane liest, nicht so angtan von historischen Romanen sein wird.
    Da gibt es natürlich immer Ausnahmen und genreübergreifende Vorlieben. Doch manchmal ist es eben so wie oben beschrieben.

    Und wenn sich nun jemand an die Listen hält, dann ein Buch aber total schlecht findet und sich beim Buchhändler darüber beschwert, kann der immer noch seine Chance nutzen, ihm etwas passenderes zu empfehlen.

    Übrigens: Als ich anfing, mich für Krimis und Thriller zu interessieren, hatte ich keine Ahnung von diesem Genre und welche Bücher meinem Geschmack entsprechen könnten und welche nicht. Ich habe mich also zunächst auch an die bekanntesten Autoren gehalten und danach begonnen, mich umzusehen und zu selektieren. Erst dadurch habe ich u.a. einen Theorin schätzen gelernt.
    Hat also auch was Gutes 😉

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  14. „Ich mag Bestseller nicht“ der Satz allein klingt schon recht oberflächlich. Gut, dass du in deinem Artikel noch hinzufügst, dass einige Autoren doch deinem Geschmack entsprechen. Puhh! da bin ich erleichtert, dass deine Meinung nicht allein durch die Bezeichnung Bestseller geprägt ist.
    Ich gebe zu, dass ich keinen Schimmer habe, was auf irgendwelchen Listen steht. Aber wenn ein Buch in ALLER Munde ist, mach ich zumindest für ein halbes Jahr einen Bogen drum und sehe mir dann nochmal die Rezensionen dazu an.
    Bestseller zu sein heißt nunmal, dass die breite Masse zugegriffen hat. Mal von den Marketing-Strategien abgesehen, denn davon hab ich keine Ahnung, betrachte aber öffentliche Listen immer mit einem gewissen Argwohn. Wie heißt es so schön „Traue niemals eine Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“ 🙂
    Du möchtest also die „Gute“ Literatur mehr Menschen nahe bringen? das ist ein löbliches Ziel und wird viel Zeit kosten.
    Wobei ich ohne schlechtes Gewissen zugebe, dass ich aus reiner Unterhaltung lese und die sogenannten „Perlen“ mir mit ihrer glänzenden Schönheit nicht viel Spaß machen. So hat jeder seinen Geschmack. Und Bücher in die Tonne zu kloppen, weil sie nicht einem eigenen Lesegeschmack entgegen kommen oder durch den eigenen Qualitätstest fallen, ist für mich kein Zeichen von innerer Größe. Auch in der Welt der Büchern, wird man nicht größer in dem man andere kleiner macht.

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  15. Toller Artikel, da wird mir mal aus der Seele gesprochen! Natürlich ist hier und da dann doch mal ein Buch auf der Liste, mit dem ich etwas anfangen kann, aber generell bewegt mich die Bestseller-Liste eher dazu, ein Buch nicht zu kaufen.
    Wenn die Leute heute Geld für Bücher ausgeben, dann wollen sie es natürlich nicht zum Fenster rauswerfen > also ab zum Bestseller-Regal. Sich die Zeit nehmen und einfach mal den Buchhändler / die Buchhändlerin ansprechen um sich nach interessanten anderen Werken zu erkundigen ist da schon zu viel verlangt…

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  16. Hallo,
    brauche dringend Hilfe bei der Suche nach einem Buch. Leider habe ich nur noch ein paar Fakten und auch keinen Autor.
    1) Es wurde vor kurzem im Fernsehen vorgestellt.
    2) Es war eine Autorin. Glaube sie war aus Schweden, Norwegen, Dänemark oder Finnland.
    3) der Titel fing glaube ich mit „Alles….“ an
    4) es wurde berichtet das das Buch mittlerweile im Unterricht behandelt wird.

    Leider finde ich über dies Keywords nichts heraus.

    Hoffe ihr habe ne Idee….

    Danke

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  17. Es gibt im deutschsprachigen Raum allein über 100.000 Neuerscheinungen im Jahr. Wie soll man sich durch diesen Dschungel kämpfen? Viele wollen oder können das nicht, also greifen sie zu Büchern, die von anderen gekauft werden. Das ist eine „normale“ Reaktion.

    Diese Bestseller-Listen sind ein Marketing-Instrument. Die Buchhändler wissen das. Die Verlage wissen das. Die Journalisten/Medien wissen das. Und alle profitieren davon, wenn sie Bücher in die Auslage stellen, die auf der Liste zu finden sind. Mit Nischen-Autoren, qualitativ hochwertigen Büchern kann man sich per se keine goldene Nase verdienen (jedenfalls nicht ohne Aufwand). Auch hier gilt: der Mensch sucht den Weg des geringsten Widerstands.

    Schön, wenn es dann im Web wenigstens hie und da Leser gibt, die sich nicht abspeisen lassen, mit Marketing-Blabla und darüber schreiben/bloggen 🙂

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  18. Mir persönlich ist völlig wurscht, ob ein Buch irgendwo gelistet ist oder nicht. Wenn es mich inhaltlich anspricht und ich gerade Lust darauf habe, wird es gelesen. Ganz einfach. 🙂
    Ich freue mich natürlich auch über Buchperlen, bin aber nicht ständig auf der Suche nach ihnen, sondern möchte vorrangig einfach gut unterhalten werden.

    Was mir bei meiner Arbeit in der Buchhandlung allerdings auch auf- und missfällt, ist die Tatsache, dass sich sehr sehr viele Kunden tatsächlich _nur_ an der Bestsellerliste orientieren, v.a. wenn sie ein Buch verschenken wollen. In diesen Fällen bin ich mir ziemlich sicher, dass der Großteil der Bücher gar nicht erst gelesen wird, weil die Schenker sich auch gar nicht die Mühe machen zu überlegen, was dem Beschenkten denn überhaupt gefallen könnte. Das soll dann wohl nach dem Motto »Gefällt allen, gefällt XY also auch.« funktionieren, ist aber meist wahrscheinlich nur der Verlegenheitsversuch, etwas Sinnvolleres als Pralinen zu verschenken.

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