Stille Stunden mit einer guten Freundin.

Weihnachten. Trotz allem Stress für mich immer noch ein Zauberwort für Sternenglanz, Zimtküsse, Kerzenschein und geheimnisvolle Geschichten. Gemütlich und hyggelig macht man es sich an diesen Tagen. Der Tod passt da irgendwie nicht hinein. Zsuzsa Bánk macht in ihrem kleinen, feinen Buch Weihnachtshaus eine Ausnahme und öffnet dem Tod die Tür. Er ist gleich zu Beginn anwesend und setzt sich in einen Sessel. Das ist mutig, aber Zsuzsa Bánk darf das. Denn sie ist eine Meisterin dieser ganz eigenen tragischen Geschichten, die einen trotz aller Tragik niemals ganz hinunterziehen. Egal, wie hart das Schicksal ihren Figuren ins Gesicht schlägt, ich fühle mich nie verloren. Weil stets eine tröstende Hand auf der Schulter liegt, die sagt: »Alles wird gut. Bleib ruhig, atme.« Ja, bei Zsuzsa Bánk kann es noch so finster sein, es bleibt warm in unseren Herzen, wenngleich sie hier und da nicht aufhören wollen, zu zittern. Weiterlesen

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Zsuzsa Bánk über Freundschaft.

© Gaby Gerster

Zsuzsa Bánk hat mir mit ihren Büchern »Die hellen Tage«, »Der Schwimmer« und aktuell mit »Schlafen werden wir später« stets unvergesslich schöne Lesemomente geschenkt. So freue ich mich ganz besonders, dass ich die Autorin nun bei mir zu Gast habe. Zsuzsa Bánk wurde 1965 geboren und arbeitete als Buchhändlerin. Sie studierte Publizistik, Literatur und Politikwissenschaft. Die vielfach ausgezeichnete Autorin lebt heute mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Weiterlesen

Es lebe die Freundschaft!

Wir hatten uns lange, das Buch und ich. Als ich »Schlafen werden wir später« von Zsuzsa Bánk begann, war es grau und kalt draußen. Jetzt hat die Sonne die Kraft eines frühen Sommertages: Blüten strecken sich ihr hungrig entgegen, erste Insekten schwirren auf dem Balkon, ich atme auf. Und spüre gleichzeitig den schweren Atem des Abschieds im Gesicht. Man sagt, Bücher können wie gute Freunde sein. So ist es mir mit diesem berührenden Briefroman ergangen. Deshalb bin ich hin- und hergerissen zwischen Aufbruchfreude und Abschiedsschmerz. Aufbruchfreude, da es mich lange festgehalten hat, länger als zunächst angenommen. So habe ich die vielen eintrudelnden Neuerscheinungen ruhen lassen müssen, um dem Buch die Zeit zu geben, die es fordert. Doch man schenkt sie ihm gern, wenn man sich darin fest verankert hat und wohl fühlt. Abschiedsschmerz, weil ich Márta und Johanna vermissen werde. Selbst nach der Lektüre frage ich mich hin und wieder, was sie nun machen und wie es ihnen wohl geht. Und in all dem kreisen Gedanken wie Möwen durch meinen Kopf, kreischen und wollen hinaus. Auf den Blog, in der Hoffnung, dass wir uns wieder gerade biegen, die Gedanken und ich, und dabei vielleicht weitere Freunde für das Buch aufspüren können. Das wäre schön. »Schlafen werden wir später« ist ein Buch, das seine Liebhaber finden wird. Ich bin eine davon. Warum, das möchte ich euch erzählen.

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