Schlagwort-Archive: We read Indie

Aus Liebe zu Nabokov.

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Die Liebe zu einem Autor ist eine ganz besondere – denn es ist ein eigentlich fremder Mensch, mit dem man sich dennoch durch eine unsichtbare Schnur verbunden fühlt. Nur allein dadurch, was und wie er seine Geschichten schreibt und einen so begeistert. Deshalb war ich neugierig, was die junge Autorin Lila Azam Zanganeh in ihrem Buch »Der Zauberer Nabokov und das Glück« über ihren Lieblingsautor Vladimir Nabokov schreiben würde.

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Von und über große Mädchen.

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Zufälle können wunderbar sein, voller Zauberei und Glückseligkeit. Vor allem, wenn sie so bezaubernd wie diese Begebenheit daher kommen: Während mir mein Liebster die Tage aus einem Buch von Irmgard Keun vorliest, entzückt mich gleichzeitig Ruth Landshoff-Yorck, deren Todestag sich am heutigen 19. Januar zum fünfzigsten Mal jährt. Zu diesem Anlass hat der Berliner Aviva Verlag »Das Mädchen mit wenig PS« herausgebracht, das ich heute vorstellen möchte. Und euch so gleichsam an der Keun-Landshoff-Yorck-Zauberei teilhaben lasse.

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Ein Rundgang durch das Haus des Schreibens.

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»Ein Haus mit vielen Zimmern« ist von Beginn an eine Einladung, die man gern annimmt. Denn die beiden Herausgeberinnen Sophia Jungmann und Karen Nölle öffnen im Vorwort charmant die Tür in ihr schön anmutendes Haus. So schreiben sie: »Eine Erzählung, hat Alice Munro gesagt, ist ein Haus mit vielen Zimmern, und wer seine Räume betritt, wird aus jedem Fenster eine neue Sicht entdecken.« So habe ich lächelnd dieses vielstimmige und generationsübergreifende Haus mit großer Neugier betreten.

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Zisch, dampf, sprüh – der Sound einer Großwäscherei.

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Kann ein Buch Funken versprühen? Aber natürlich – hier kommt der Beweis! »Die Großwäscherei« von Andor Endre Gelléri hat mich aus dem Lesesessel gehoben und wie eine Uhr aufgezogen. Ganz aufgedreht war ich während der Lektüre, weil der ungarische – leider viel zu früh verstorbene – Autor ein begnadeter Wortakrobat ist. Und mich mit beinah jeder seiner poetischen und bildreichen Zeilen entzückt hat. Ich vernasche ja zu gern schön geschriebene Bücher und fühlte mich hier einer nektarliebenden Biene sehr ähnlich.

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Eine klare Stimme im Sturm der Ereignisse.

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Ich habe Wut in meinem Bauch. Ein richtig fieses Grummeln und Zischen, als würde Rumpelstilzchen herumwüten. Aber es ist nicht meine Wut – sie kommt direkt aus den Seiten von »Erschlagt die Armen!«. Shumona Sinhas Worte hängen noch in der Luft, schillernd schön und gleichzeitig messerscharf. Eine aufatmende Erleichterung erreicht mein Zwerchfell, ich seufze. Und bin froh, dass das Buch zu Ende ist. Als ich den Gedanke denke, erschrecke ich. Darf man so etwas schreiben? Geschweige denn denken, obwohl es sich um ein außerordentlich beeindruckendes Buch handelt?

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Vertrieben, verloren, aber nicht vergessen.

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Mein Wissen über Indonesien glich bis vor kurzem dem eines Reiskorns. Nun ist es so groß wie eine gut gefüllte Reisschale. Das habe ich – wie könnte es anders ein – einem Buch zu verdanken. Die indonesische Autorin Leila S. Chudori erweist sich mit ihrem Roman »Pulang (Heimkehr nach Jakarta)« als beeindruckende Erzählerin und Chronistin des Zeitgeschehens ihres Landes. Sie entwirft ein weites Panaroma von 1965 bis 1998, in dem das Schicksal vieler Menschen genauso eine bedeutende Rolle einnimmt wie die bewegende Geschichte ihres Heimatlandes. Doch nicht nur das Reiskorn spornte mich an – ich wollte auch mehr über das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse erfahren.

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Hitzefrei! Dank einer sommerleichten Geschichte.

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Von der Leichtigkeit des Sommers ist die Tage wenig zu spüren. Die Hitze kriecht in die Wände der Häuser, hängt sich in die Haare der Menschen und weht ihnen heiße Luft wie ein Föhn auf höchster Stufe ins Gesicht. Das Leben spielt sich in Zeitlupe ab, die Stadt ist ein einziger Backofen. Da hilft nur ein kühles Bad. Oder ein Ausflug in die Welt der Bücher. Dort habe ich sie wiedergefunden – die Leichtigkeit des Sommers. »Geneviève – Ein französischer Sommer« von Gerd Pfeifer hat mich verzaubert und die Hitze vergessen lassen.

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Wenn die Liebe dunkle Schatten wirft.

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Die Verlagswelt versüßt uns diesen Sommer mit wunderbaren Büchern. So auch der mare Verlag mit »Die Schatten von Race Point« von Patry Francis. Ein Buch über die Liebe? Jein. Denn hier geht es um die tragische Version der Liebe, nämlich die unerfüllte. Aber nicht nur das: Dieser opulente Roman begeistert mit einer Fülle an Themen und ist so spannend wie mitreißend erzählt, dass sich die 588 Seiten wie ein Sechser im Lotto anfühlen.

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Ein blaues Lesewunder erleben.

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Wieder ist es geschehen, und ich koste ihn aus – diesen wundervollen Moment des vollkommenen Leseglücks. Süß wie Blütenhonig, prickelnd wie Ingwerlimo, himmlisch! Das Gefühl, ein besonderes Buch entdeckt zu haben, lässt stets das Herz glühen und den Mund lächeln. »Bora – Eine Geschichte vom Wind« von Ruth Cerha heißt meine Entdeckung. Der Roman hat das Glück buchstäblich durch meine Augen wehen lassen.

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In guten wie in bösen Träumen.

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Wahre Worte finden sich bereits auf dem Klappentext von »Sie träumt von Pferden«: »Wir alle sind Tiere, aber manchmal vergessen wir das.« Für eine Tierliebhaberin wie mich natürlich eine wundervolle Einladung. Und das Gemeinschaftswerk von Michael Weins und Katharina Gschwendtner weckte sofort meine Neugier.

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