Auf geht´s in spannende Welten! Mit von der Partie: Ein Hitlerkäfer, Georgien, Die Tollen Hefte und Kafka.

Samstagmorgen, 7 Uhr. Der Wecker zeigt sich von seiner lautesten Seite, ich schrecke hoch und denke: Moment, habe ich heute nicht frei? Als ich alle Sinne beisammen habe, fällt es mir ein: Ich will um 10 Uhr in Kreuzberg bei Kirchner Kommunikation sein, wo die #Spreepartie beginnt. So hüpfe ich freudig aus dem Bett, einem inspirierenden literarischen Samstag entgegen.

Bevor es losgeht, wird erst einmal bei den Kirchner Damen gefrühstückt.

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Nur der Moment zählt. Der ruhige.

Nach dem Klassiker Kokoro wende ich mich wieder zeitgenössischer japanischer Literatur zu. Lasst uns also noch ein bisschen in Japan bleiben, es ist dort einfach zu schön. So habe ich nun Yoko Ogawa zu Gast, die mir ihre »Zärtliche Klagen« mitgebracht hat, die kürzlich beim Liebeskind Verlag erschienen sind. Wir sitzen uns gegenüber, schweigen und lauschen den zauberhaften Klängen eines Cembalos. Spielt Kaoru? Oder doch Nitta? Yoko Ogawa schweigt und tippt aufs Buch. Ich schließe lächelnd die Augen und kehre zurück in meine literarische Kraftoase, um dort wieder auf Kaoru und Nitta zu treffen.

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Unabhängigkeitstag – der Indiebookday 2017

Wieder schließt sich ein Kreis. Ich stehe lachend mittendrin, schaue zu den vielen feinen Büchern aus unabhängigen Verlagen und begrüße mit ihnen ein neues Jahr. Für mich gibt es nämlich zwei Jahresrechnungen. Einmal die gewöhnliche kalendarische und die nach dem Indiebookday. So gesehen habe ich heute einen kleinen Kater vom gestrigen berauschenden Jahreswechsel. Deshalb tapse ich heute ein bisschen müde durch den Tag, tippe im Schneckentempo langsam in die Tasten und schaue nochmals auf den 18. März 2017 zurück.

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Carson McCullers: Die tragische Geschichte eines Wunderkindes.

landes_die_ballade_vom_wunderkindHeute vor hundert Jahren erblickte ein Wunderkind das Licht der Welt. Die kleine Lula Carson Smith wusste damals noch nicht, dass sie ein berühmter Mensch werden sollte. Eine Autorin, die noch viele Jahre nach ihrem Tod in ihren Büchern weiterlebt. Und hier eine begeisterte Leserin dazu inspiriert, über sie zu schreiben, um sie zu ehren und an ihr eindrucksvolles Schaffen zu erinnern. Beinah jeder Carson McCullers-Leser wird mir bestätigen: Dies ist keine Sorte Literatur, die man einfach so wegschlürft und danach sofort vergisst. Carson McCullers Geschichten – in einer schlichten und klaren Sprache erzählt – graben sich in die Tiefe der Seele ein, erzeugen eine elektrisierende Wirkung und hinterlassen ein ganz besonderes Echo. Genau dem möchte ich heute nachspüren und das literarische Erbe würdigen, das die Autorin hinterlassen hat.

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Ein verlorenes Paradies?

elif_shafak_der_geruch_des_paradieses»Welchen Lebensweg soll ich einschlagen?« Ich spüre den Blick von Peri auf mir und drehe mich verlegen zur Seite. Diese große existenzielle Frage hallt durch Elif Shafaks Romanheldin direkt zu mir. Peri erinnert mich an eine junge Biene, die zu lange am süßen Nektar genascht hat. Nun ist sie ganz mit Blütenstaub gefüllt und sie weiß nicht, wohin mit dem Gewicht. In ihrem Falle sind es allerhand Gedanken und Gefühle. Sie arbeiten in ihr wie fleißige Ameisen, und der Wind bahnt sich einen Weg durch ihren Kopf, doch die Gedanken über Gott, das Gute und das Böse, die verschlüsselten Träume und die Einsamkeit des jungen René Descartes, sie wollen partout nicht verschwinden.

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Talking about Niederlande & Flandern mit lustauflesen.de.

flandern_holland_4Vor über vier Wochen tummelten sich tausende Bücherfreunde in Frankfurt auf der Buchmesse. Ich war ebenfalls mittendrin und natürlich sehr, sehr glücklich. Heute nun möchte ich diese schöne Zeit aufleben lassen, indem ich nochmals den Fokus auf die beiden diesjährigen Gastländer richte. Mein Bloggerkollege, Jochen Kienbaum, von lustauflesen.de habe ich mir dazu als Gast auf meine Blogcouch geholt. Er konnte im September eine Pressereise nach Flandern und den Niederlanden antreten. Zurück in Berlin  hatte er im Koffer nicht nur jede Menge Bücher, sondern auch spannende Erlebnisse und Entdeckungen, über die ich mehr erfahren wollte. So führt Jochen meine Interviewreihe »Talking about Niederlande & Flandern« fort. Vor ihm hatte ich bereits den Verleger Daniel Beskos vom mairisch Verlag und Jörg Sundermeier, Verleger des Verbrecher Verlags und Vorstandsmitglied der Kurt-Wolff-Stiftung, bei mir im Gespräch.

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Talking about Niederlande & Flandern mit Jörg Sundermeier.

autorenfoto_jo%cc%88rg_sundermeier_copyright_nane_diehl_klFoto: © Nane Diehl

Heute begrüße ich Jörg Sundermeier,  Verleger des Verbrecher Verlags und Vorstandsmitglied der Kurt-Wolff-Stiftung. Bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich dem Berliner zum K.-H. Zillmer-Verlegerpreis gratulieren, den er vergangene Woche entgegengenommen hat. Chapeau, Chapeau! Der Mitinitiator der 2009 gegründeten »Hotlist« hat sich Zeit für meine Neugier genommen. So wollte ich mehr über den in den Niederlanden sehr erfolgreichen Romanzyklus »Das Büro« von J.J. Voskuils erfahren.

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Echte Männer, Sattelschmerzen und eine verspätete Reise – junge Literatur aus Flandern und den Niederlanden.

mag_coverMein geschätzter tolino bekommt Konkurrenz. Von einem Produkt, das es vom Gewicht her durchaus mit ihm aufnehmen kann. Obendrein ist der bibliophile Lesefreund für unterwegs ein haptisch schönes Erlebnis. Der mairisch Verlag hat uns von seinem Ausflug nach Amsterdam DAS MAG, The Best Of mitgebracht. Das Magazin ist die jüngste Stimme in der niederländischen Gegenwartsliteratur, erscheint seit 2011 vierteljährlich und jetzt erstmals auf Deutsch.

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Talking about Niederlande & Flandern mit Daniel Beskos.

mairisch_in_utrechtZum Auftakt meines Buchmesse-Spezials begrüße ich den mairisch Verleger Daniel Beskos. Der unabhängige Hamburger Verlag hat im Februar seinen Verlagssitz für vier Wochen nach Amsterdam verlegt. Auf ihrem Verlagsblog haben uns die mairischler an dem Projekt mit spannenden und sehr lesenswerten Beiträgen aus der Literaturszene unserer europäischen Nachbarn teilhaben lassen. Wer die Texte noch nicht gelesen hat, dem empfehle ich sie sehr. Ihr könnt sie jederzeit hier einsehen. Aber ich wollte natürlich mehr über die Aktion erfahren und habe nachgefragt.

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Bitterkalt und herzenswarm.

rishoi_winternovellenFür jedes Buch gibt es den richtigen Augenblick. Ich weiß nicht, wie oft ich den Satz schon geschrieben habe. Und doch werde ich nicht müde, ihn aus der Schublade meines Wortschrankes hervorzuziehen, wenn er perfekt passt – wie in diesem Falle. Mir ist »Winternovellen« von der jungen Norwegerin Ingvild H. Rishøi bereits mehrfach begegnet. Und nach der Bekanntgabe der Hotlist 2016 war er also da, der richtige Augenblick. »Winternovellen« zählt in diesem Jahr zu den besten zehn Büchern aus unabhängigen Verlagen. Und ich freue mich sehr darüber, weil es dort einfach hingehört.

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