Noch mehr Bücher, noch mehr Liebe.

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Gnadenlos kommt Weihnachten näher. Wer immer noch kein passendes Geschenk hat, findet heute letzte Tipps von mir im zweiten Teil unseres Weihnachtsspezials. Und weil schon wieder ein paar kostbare Minuten vergangen sind, geht´s gleich los.

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Schenkt Liebe, schenkt Bücher.

Vor zweitausend Jahren haben böse Kapitalisten ein rauschhaftes Jahresendzeitfest erfunden, eine verrückte Zeit des Konsums. Glücklicherweise kamen in den letzten Jahren besinnliche, spirituell angehauchte Menschen auf die Idee, dass es doch eigentlich ein Fest der Liebe sein soll. Der Liebe zu anderen Menschen und der Freude, sie zu diesem Anlass reichlich zu beschenken. Zum Beispiel mit Büchern und der Lust auf unglaubliche, phantasievolle und berührende Geschichten. Als Buchhändlerin kann ich das nur vorbehaltlos unterstützen.

Und so möchte auch Familie Klappentexterin die Gunst der Stunde nutzen, um euch in unserem Weihnachtsspezial ganz besondere Bücher zu empfehlen. Bücher, die selten auf dem Bestsellertisch liegen und doch Aufmerksamkeit verdient haben. Ich beginne heute, Herr Klappentexter folgt mir am Montagabend. Weiterlesen

Kafka und die starke Frau an seiner Seite.

Wir sind ihnen allen schon einmal begegnet – Gregor Samsa, Josef K. oder dem Landvermesser K. Doch eine gewisse Felice Bauer habe ich bisher nicht mit Franz Kafka verbunden. Wobei man unterscheiden muss, denn die zuerst genannten Protagonisten entstammen Kafkas Phantasie, seinen Werken. Felice Bauer hingegen hat es als leibhaftigen Menschen wirklich gegeben. Und was für eine beeindruckende Frau sie war! Unda Hörners Neugier habe ich es zu verdanken, dass ich Felice näher kennenlernen durfte und mit ihr einen weiblichen Blick auf den großen Schriftsteller werfen konnte. In ihrem Roman »Kafka und Felice« zeichnet die Autorin die besondere Liebesgeschichte der beiden in Romanform nach, auf Basis von Kafkas Briefen an Felice. Und sie unternimmt mit ihren Lesern gleichzeitig eine aufregende Zeitreise ins Berlin zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Doch wie sind die beiden überhaupt zusammengekommen? Einen Einblick in das kenntnisreiche, berührende und anregende Buch schenke ich euch heute an diesem kalten Novemberabend. Weiterlesen

Roman graphique: Graphic Novels à la française.

Illustration: Reprodukt / Pénélope Bagieu

Hier nun der abschließende Teil des Frankreich-Specials: frankophone Graphic Novels. Erst französischsprachige Autoren und Illustratoren haben mich zur begeisterten Anhängerin von Graphic Novels werden lassen. Die Vielzahl von illustrierten Geschichten haben wir besonders kleinen Verlagen wie dem Reprodukt Verlag zu verdanken. Anfang des Jahres durfte ich den unabhängigen Verlag im Berliner Wedding besuchen und war erstaunt, auf wie wenig Raum derart großartige Publikationen entstehen. Wenn man Filip Kolek und seinen Kollegen zuhört, wie viel Arbeit hinter einer Produktion steckt, weiß man erst recht den Preis der Graphic Novels zu schätzen. Denn die Texte müssen nicht nur übersetzt werden, sondern auch die Anzahl der Wörter in die Sprechblasen passen. Viele Feinheiten, bevor das Werk dann fertig ist. Ich zeige euch heute eine kleine Auswahl  aus meinem Fundus der bilderreichen Graphic Novels. Weiterlesen

Wien: Schöne Bücher, schöne Stadt.

Sie sind leise und doch höre ich sie. Vor allem sehe ich sie – die kleinen, unabhängigen Verlage. »Wir werden nicht reich, aber wir haben ein schönes Leben« , sagte Alexander Potyka vom Picus Verlag. Den Satz habe ich vergangenes Wochenende oft gehört, und stets wurde er von den unabhängigen Verlegern aus Österreich mit einem Lächeln vorgetragen. Zusammen mit achtzehn weiteren Buchhändlern bin ich einer Einladung der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Privatverlage nach Wien gefolgt. Und habe viel zu viel Schönes erlebt, um es nur für mich zu behalten. Weiterlesen

Auf geht´s in spannende Welten! Mit von der Partie: Ein Hitlerkäfer, Georgien, Die Tollen Hefte und Kafka.

Samstagmorgen, 7 Uhr. Der Wecker zeigt sich von seiner lautesten Seite, ich schrecke hoch und denke: Moment, habe ich heute nicht frei? Als ich alle Sinne beisammen habe, fällt es mir ein: Ich will um 10 Uhr in Kreuzberg bei Kirchner Kommunikation sein, wo die #Spreepartie beginnt. So hüpfe ich freudig aus dem Bett, einem inspirierenden literarischen Samstag entgegen.

Bevor es losgeht, wird erst einmal bei den Kirchner Damen gefrühstückt.

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Nur der Moment zählt. Der ruhige.

Nach dem Klassiker Kokoro wende ich mich wieder zeitgenössischer japanischer Literatur zu. Lasst uns also noch ein bisschen in Japan bleiben, es ist dort einfach zu schön. So habe ich nun Yoko Ogawa zu Gast, die mir ihre »Zärtliche Klagen« mitgebracht hat, die kürzlich beim Liebeskind Verlag erschienen sind. Wir sitzen uns gegenüber, schweigen und lauschen den zauberhaften Klängen eines Cembalos. Spielt Kaoru? Oder doch Nitta? Yoko Ogawa schweigt und tippt aufs Buch. Ich schließe lächelnd die Augen und kehre zurück in meine literarische Kraftoase, um dort wieder auf Kaoru und Nitta zu treffen.

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Unabhängigkeitstag – der Indiebookday 2017

Wieder schließt sich ein Kreis. Ich stehe lachend mittendrin, schaue zu den vielen feinen Büchern aus unabhängigen Verlagen und begrüße mit ihnen ein neues Jahr. Für mich gibt es nämlich zwei Jahresrechnungen. Einmal die gewöhnliche kalendarische und die nach dem Indiebookday. So gesehen habe ich heute einen kleinen Kater vom gestrigen berauschenden Jahreswechsel. Deshalb tapse ich heute ein bisschen müde durch den Tag, tippe im Schneckentempo langsam in die Tasten und schaue nochmals auf den 18. März 2017 zurück.

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Carson McCullers: Die tragische Geschichte eines Wunderkindes.

landes_die_ballade_vom_wunderkindHeute vor hundert Jahren erblickte ein Wunderkind das Licht der Welt. Die kleine Lula Carson Smith wusste damals noch nicht, dass sie ein berühmter Mensch werden sollte. Eine Autorin, die noch viele Jahre nach ihrem Tod in ihren Büchern weiterlebt. Und hier eine begeisterte Leserin dazu inspiriert, über sie zu schreiben, um sie zu ehren und an ihr eindrucksvolles Schaffen zu erinnern. Beinah jeder Carson McCullers-Leser wird mir bestätigen: Dies ist keine Sorte Literatur, die man einfach so wegschlürft und danach sofort vergisst. Carson McCullers Geschichten – in einer schlichten und klaren Sprache erzählt – graben sich in die Tiefe der Seele ein, erzeugen eine elektrisierende Wirkung und hinterlassen ein ganz besonderes Echo. Genau dem möchte ich heute nachspüren und das literarische Erbe würdigen, das die Autorin hinterlassen hat.

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Ein verlorenes Paradies?

elif_shafak_der_geruch_des_paradieses»Welchen Lebensweg soll ich einschlagen?« Ich spüre den Blick von Peri auf mir und drehe mich verlegen zur Seite. Diese große existenzielle Frage hallt durch Elif Shafaks Romanheldin direkt zu mir. Peri erinnert mich an eine junge Biene, die zu lange am süßen Nektar genascht hat. Nun ist sie ganz mit Blütenstaub gefüllt und sie weiß nicht, wohin mit dem Gewicht. In ihrem Falle sind es allerhand Gedanken und Gefühle. Sie arbeiten in ihr wie fleißige Ameisen, und der Wind bahnt sich einen Weg durch ihren Kopf, doch die Gedanken über Gott, das Gute und das Böse, die verschlüsselten Träume und die Einsamkeit des jungen René Descartes, sie wollen partout nicht verschwinden.

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