Starke Stimmen der Hoffnung.

Bisher symbolisierten die 50er und 60er Jahre für mich vor allem eins: ein unglaubliches Stilvermögen. Ganz oben thront Audrey Hepburn, die mich schon als junges Mädchen mit ihrer Rolle als Holly Golightly in Frühstück bei Tiffany für immer geprägt hat. Einerseits durch ihre entzückende Ausstrahlung, andererseits durch die umwerfende Kleidung. Diese schlichte Eleganz – unaufdringlich und überwältigend zugleich. Oder nehmen wir die Automobile aus diesen Dekaden; Herr Klappentexter machte mich mit der atemberaubend schönen Welt der Oldtimer bekannt, zum Beispiel einem Auto, das Göttin genannt wird. Umwerfend und unerreicht ist dieser Citroën DS. Neben all der Raffinesse und Augenfreude steht diese Epoche jedoch auch für eine der wichtigsten politischen Bewegungen auf der ganzen Welt. Auch in den Vereinigten Staaten tat sich in diesen Jahren viel: Die Bürgerrechtsbewegung Civil Rights Moments erreichte ihren Höhepunkt, und die unglaublichen Demütigungen der Rassentrennung begannen endlich zu bröckeln. Aus dem Kampf für die Bürgerrechte der Afroamerikaner und gegen die Rassentrennung sind einzigartige literarische Stimmen hervorgegangen, denen ich mich heute widmen möchte. So wurde die angloamerikanische Literatur für mich zu der Entdeckung des vergangenen Jahres. Weiterlesen

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Glücklicher Tag.

samuel_beckettDie Dreizehn, natürlich. Samuel Beckett wurde am 13. April 1906 in Dublin geboren. Ein Geburtstagsgruß. Eine Erinnerung. Ein kleiner Totentanz auf seinem Grab. Oh, ist dies ein glücklicher Tag! Und alle sind zu diesem Fest erschienen: Estragon, Wladimir, Pozzo und Lucky. Clov und Hamm, Nagg und Nell. Winnie und Willie. Molloy kommt zu spät. Und auf wen alle noch warten, das muss ich hier nicht erklären. Geschenke werden gereicht: ein Strick, eine Bürste, eine Brille samt Putztuch. Die alten Dinge eben. Wie geht es euch? Ach, keine Verschlimmerung, keine Besserung. Aber auch keine Schmerzen. Gut, singen wir ein Liedchen wie die Drossel. Tanzen wir. Und dann legen wir uns ins Gras. So, genug gefeiert. Genug geredet. Jetzt lesen wir seine Bücher. Oder gehen ins Theater. Unbedingt. Ich muss nun los. Und ich entlasse euch alle! Zurück in die Mülltonne. Licht aus. Die totale Finsternis. Eine Kerze für Samuel Beckett.

Die schönen und die traurigen Seiten eines Jahres.

img_55702016 neigt sich dem Ende, und in mir breitet sich in den letzten Tagen des Jahres eine allumfassende Stille aus. Wie eine müde Katze liegt sie auf meiner Seele und will nicht weg. Wenn gesprochene Worte das Gefühl der Betroffenheit und Trauer nicht formen können, flüchte ich zu meiner weißen Tastatur und schreibe meine Gedanken lieber auf. Eigentlich sollte dies mein jährlicher Blog-Rückblick werden, doch bei den bewegenden Ereignissen draußen in der Welt komme ich vom Weg ab.

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Glücklich bei Suhrkamp.

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Welcher Büchermensch träumt nicht davon, einmal einen Verlag von innen zu sehen? Für fünfzehn Blogger wurde dieser Traum vergangenen Freitag wahr, denn Suhrkamp hatte uns zu sich eingeladen. Voller Begeisterung sind wir nicht nur durch viele Räume geschlendet, entlang an unzählig langen Bücherregalen. Wir haben ebenso Menschen kennengelernt, die mit großer Leidenschaft für ihre Arbeit geradezu Funken versprüht und uns alle mitgerissen haben. Die wenige Zeit erlaubt mir dieses Mal keinen ausführlichen Bericht, deshalb gibt’s eine kleine Linkliste von meinen Bloggerkollegen, die über das Ereignis berichtet haben. Es war ein wunderbarer Tag, der übrigens schon am Donnerstagabend mit einem Theaterbesuch im Deutschen Theater begann. Dort stand die Adaption von Joseph Bierbichlers Roman »Mittelreich« auf dem Spielplan. So, aber nun geht’s mitten hinein in den tradionsreichen Verlag.

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Bloggertalk über die Longlist – Winters Garten

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»Winters Garten« von Valerie Fritsch ist ein weiteres Longlist-Buch, das mich zu einem Gespräch angeregt hat. Dieses sprachgewaltige Büchlein entführt in eine düstere Welt, die alsbald aus den Fugen gerät und eine Liebesgeschichte erzählt. Zappenduster ist es darin und gleichzeitig hell erleuchtet durch die zauberhafte, bildhafte Sprache. Ein Buch mit großer Sogwirkung, das viel Raum für Gespräche bietet. Und so habe ich mich mit meinem Buchpreisblogger-Kollegen Buchrevier über dieses kleine Meisterwerk unterhalten.

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Suhrkamp Verlag eröffnet eigene Buchhandlung

Seit dem 6. Mai hat der Suhrkamp Verlag in der Berliner Linienstraße seinen eigenen edition suhrkamp laden. Die Buchhandlung hat allerdings erst einmal bis zum 24. Juli geöffnet.
Wer mag, kann Dienstag bis Freitag von 13 bis 20 Uhr sowie samstags von 11 bis 20 Uhr dort vorbeischauen. Es erwarten den Besucher neben den Büchern auch Veranstaltungen. Mehr Infos gibt es hier.

Die Klappentexterin wird dies natürlich unter die Lupe nehmen und berichten.