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Klappentexterin und das Meer.

Das Meer ist für mich Leben, es ist Heimat und eine herrliche Urlaubsoase. Wenn mir die Großstadt zu groß, der Alltag zu hektisch wird, flüchte ich ans Meer. Mal bringt mich der Zug direkt dorthin und mal ist es ein Roman.

Das Meer empfängt mich immer wieder mit offenen Armen und ich habe dann das Gefühl, einen vertrauten Freund wiederzusehen. Mit dem Meer verbinde ich aber auch den Sommer und genau deshalb möchte ich euch in den nächsten Tagen Bücher vorstellen, die maritime Luft ausatmen.

Das Gedicht „Zwei Segel“ hat Conrad Ferdinand Meyer im Jahre 1882 geschrieben. Entdeckt habe ich es in meinem Harenberg Literaturkalender 2011.

Übermut tut mit Kurt Tucholsky gut!

Was für eine zauberhafte Sommergeschichte ist das! Ich habe „Schloß Gripsholm“ genossen, wurde betrunken vor Entzücken und habe dabei kleine Pirouetten gedreht. Mit anderen Worten: Kurt Tucholsky macht übermütig und weckt den schlafenden Schelm.

Wieder einmal freue ich mich darüber, dass ich einen Roman gehört habe. Das ist auch Heike Makatsch zu verdanken, die beim Lesen in die Rolle des Ich-Erzählers Peter geschlüpft ist. Moment mal! Eine Frau, die als Mann vorliest? Oh ja, das funktioniert. Das tiefe Timbre der Stimme passt geradezu perfekt! Makatsch geht in ihrer Rolle auf und verwandelt sich ganz in Peter oder „Daddy“ wie ihn seine Liebste zärtlich nennt. Er wiederum spricht von seiner „Prinzessin“, wenn er von Lydia redet. Die „Prinzessin“ stammt aus Rostock und beherrscht das Missingsch. „Missingsch ist das, was herauskommt, wenn ein Plattdeutscher hochdeutsch sprechen will. Er krabbelt auf der glatt gebohnerten Treppe der deutschen Grammatik empor und rutscht alle Nase lang wieder in sein geliebtes Platt zurück.“ Platt lesen und Platt hören sind zwei große Unterschiede. Das wird mir dann bewusst, sobald Heike Makatsch ins Platt wechselt und ich laut lache. Breite Buchstaben, die sich in die Länge dehnen und dem Witz Einlass gewähren, muss man einfach hören.

Lydia und Peter reisen für fünf Wochen nach Schweden. Dort mieten sie sich im Schloss „Gripsholm“ ein Zimmer. Zwischendurch bekommen sie der Reihe nach Besuch von Freunden. Karlchen und Billie sind genauso wie die beiden: Übermütig und gut gelaunt. Das Pärchen erlebt – ob mit den Gästen oder in trauter Zweisamkeit – die Sommerfrische so wie man es sich vorstellt: Unbeschwert und glücklich. Die Stimmung fasst der Autor wunderbar in Worte:

„Der Wald rauscht, der Wind zieht oben durch die Wipfel und ein ganz feiner Geruch steigt vom Boden auf, ein wenig säuerlich und frisch moosig und etwas Harz ist dabei.“

Das ist der eine Tucholsky, der genaue Beobachter und Nachdenkliche. Der andere ist der Schelm, der ein großes Vergnügen daran hat, unterhaltsamen Witz über seine Sätze zu streuen. Besonders erfreut habe ich mich an den Dialogen. Sie sind herrlich erfrischend, gepaart mit frechen Neckereien und süßer Liebe. Meine Augen hätten sicherlich nicht so oft zurückgespult wie meine Ohren, bzw. meine Hände im Auftrag der Ohren. Heike Makatsch spricht meisterhaft, passt sich an die jeweilige Situation an, wechselt von Peters Gedanken zum Gespräch mit seiner Liebsten, spricht hochdeutsch oder platt und macht auch mal einen – Hicks – Schluckauf.

Kurt Tucholsky belässt es aber nicht nur bei der Liebesgeschichte und setzt noch ein dunkles Element, bei dem die Erzählperspektive wechselt. Die Sonne zieht sich zurück, ein Gewitter kommt auf und ich sitze neben einem weinenden Mädchen. Ada lebt in einem naheliegenden Mädcheninternat, das mehr an ein Horrorkabinett erinnert. Die Leiterin ist eine garstige Hexe, die ihre Schützlinge in Angst und Schrecken versetzt. Für kurze Zeit vergesse ich die Leichtigkeit und folge mit Entsetzen den gruseligen Begebenheiten. Gott sei Dank bin ich nicht die Einzige, denn Lydia und Peter… nein, hier sollte ich nun besser aufhören und euch das Stück in die Ohren legen. Mit einem Schmunzeln dazu, das euch zum Tanz der Übermut einlädt.

Kurt Tucholsky.
Schloß Gripsholm.
Vorgelesen von Heike Makatsch.
04 Std. 18 Min., 17,95 €.
audible.de

Ein Sommerferientraum!

Nachdem ich diese schöne Geschichte gelesen habe, möchte ich in das Buch reinkrabbeln! „Die Penderwicks“ von Jeanne Birdsall locken mich schon eine Weile, vor allem das Cover hat mich magisch angezogen.

Dort laufen auf einer herrlich grünen Wiese drei Mädchen herum, während ein anderes verträumt zum Hügel hochschaut, an dessen Spitze ein Hund zu einem Mann sprintet. Er steht vor einem Holzhaus und blickt zu den Mädchen. Die Kleine mit den Flügeln auf dem Rücken ist die vierjährige Batty, die anderen heißen Skye, Rosalind und Jane, der Hund hört auf den Namen Hound, sein Herrchen ist Mr Penderwick, der Vater der Mädchen. Die sechs sind gerade angekommen und inspizieren das Haus von Arundel, das einer gewissen Mrs Tifton gehört. Zum großen Erstaunen aller ist es viel schöner als gedacht. Damit nicht genug: Das Grundstück ist so riesig, „dass man darauf drei oder vier Fußballfelder hätte anlegen können“.

Doch zum Fußballspielen ist es ungeeignet, weil zahlreiche Bäume und das „fiese dornige Gestrüpp“ im Wege stehen. Viel einladender ist Mrs Tiftons Garten gleich nebenan, den Skye als Erste erkunden will und dabei fast der Besitzerin in die Arme läuft. Gott sei Dank hat der Gärtner Cagney eine raffinierte Idee: Er steckt Skye einfach in eine große Vase. Ein bisschen angeekelt von dem Schmutzwasser am Fuß – aber äußerst neugierig – lauscht Skye den strengen Tönen der Dame, die nach ihrer Predigt wieder von der Bildfläche verschwindet. Als sich Skye auf Cagneys Empfehlung hin verziehen will, stößt sie im Heckentunnel mit einem Fremden zusammen. Autsch! Nach der ersten Schreckensminute findet Skye wieder zu sich, freut sich, dass der Junge aus seiner Ohnmacht erwacht und will ihn gleich vor der hochnäsigen Mrs Tifton warnen, die plötzlich vollkommen aufgedreht „Jeffrey!“ ruft.

Was Skye zum Zeitpunkt nicht weiß, sagt ihr der Junge im nächsten Atemzug: „Meine Mutter ruft mich und du bist mir im Weg.“ Oje, das tut mächtig weh. Noch mal: Autsch! Na, das kann ja heiter werden! Wird es auch. Was den Mädchen alles passiert, das verrate ich natürlich nicht. Aber so viel sei gesagt: Dies ist ein richtig schöner Sommerferientraum! Aufregend, liebreizend und total lustig!

Jeanne Birdsall.
Die Penderwicks. Band 1.
Mai 2008, 288 Seiten, 6,95 €.
Altersempfehlung: 10 – 12 Jahre.
Carlsen Verlag.

Klappentexterin ruft den Sommer aus!

Momentan zeigt sich der Sommer nicht gerade von seiner besten Seite. Er ist ein komischer Kauz mit leichten Stimmungsschwankungen. Doch das soll mich nicht davon abhalten, den Sommer auszurufen. Schließlich bin ich ein Sommerkind, das seine Jahreszeit liebt. Der Sommer macht uns so frei und wir fliegen wie Vögel unbeschwerter durchs Leben, genießen leckere Früchte und lange Abende unter dem Sternenhimmel.

Wir Bücherwürmer lesen dann auch an allen möglichen Orten, im Park, auf der Bank, in der Strandliege. Wie schön ist es, wenn ich dabei auf Bücher stoße, die das Lebensgefühl unterstreichen. Genau die möchte ich euch in den nächsten beiden Wochen vorstellen. Einige habe ich selbst gelesen, manche haben andere gelesen und verraten euch, was ihnen daran so gefallen hat. Und wo wir schon mal beim Thema sind: Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr dieses Jahr feine Bücher für den Sommer, die ihr wärmstens empfehlen möchtet?

Während ich noch über die letzten Rezensionen flitze, überlasse ich den Platz heute meiner zauberhaften Freundin Lily Lux…

… die mich immer wieder mit wunderbaren Ideen inspiriert und eine Meisterin der Überraschungen ist.

Bilder Lily Lux: © Iris Luckhaus

LeseBücherSommer 2010 – Die passende Lektüre gesucht!

Die Augenfarben haben es bereits getan. Und ich auch. Gemeinsam haben wir mit unseren Büchern den Sommer begrüßt. Mit Schall und Knall rufen wir ihn aus! Für die Augenfarben ist es der Lesesommer, für mich ist es der Büchersommer. Beides zusammen gemischt ergibt nun: LeseBücherSommer 2010. Die entzückende, sonnenreiche Jahreszeit ohne Bücher funktioniert natürlich überhaupt nicht. Das wäre ja genauso als würde man der Sonne ihre warmen Strahlen abzwacken. Autsch. Genau! Also mache ich mich nun auf die Suche nach der passenden Sommerlektüre, die man überall lesen mag: Am Strand, im Park, im Café oder auf dem Balkon. Hauptsache, die Sonne im Nacken und die Augen in schönen Büchern.

Wer von euch hat besondere Empfehlungen? Welches Buch liest sich im Sommer am besten? Was ist eine bemerkenswerte Urlaubslektüre? Ihr habt welche? Dann bitte her damit!

Als Dank für eure Mithilfe verlost die Klappentexterin dazu unter den Kommentaren dieses Buch:

Florian Beckerhoff: Frau Ella. 2009, 315 Seiten, 14,90 €, List.

Bitte eure Tipps bis zum 30. Juni 2010 hier hinterlassen und mir verraten, ob ihr an der Verlosung mit teilnehmen wollt. Am 1. Juli ziehe ich das Los. Von der Gewinnerin oder dem Gewinner benötige ich dann die Anschrift, damit ich das Buch verschicken kann. Unter der Emailanschrift klappentexterin@hotmail.de nehme ich sie entgegen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.