Nur der Moment zählt. Der ruhige.

Nach dem Klassiker Kokoro wende ich mich wieder zeitgenössischer japanischer Literatur zu. Lasst uns also noch ein bisschen in Japan bleiben, es ist dort einfach zu schön. So habe ich nun Yoko Ogawa zu Gast, die mir ihre »Zärtliche Klagen« mitgebracht hat, die kürzlich beim Liebeskind Verlag erschienen sind. Wir sitzen uns gegenüber, schweigen und lauschen den zauberhaften Klängen eines Cembalos. Spielt Kaoru? Oder doch Nitta? Yoko Ogawa schweigt und tippt aufs Buch. Ich schließe lächelnd die Augen und kehre zurück in meine literarische Kraftoase, um dort wieder auf Kaoru und Nitta zu treffen.

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Becks zweiter Sommer.

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Eigentlich wollte ich ins Kino gehen und mir die Verfilmung von Benedict Wells Debüt »Becks letzter Sommer« anschauen. Aber wie das so ist im Sommer – oft hat man einfach was Anderes vor. Allerdings hab ich die Verfilmung zum Anlass genommen, das Buch noch einmal zu lesen. Und sofort war es wieder um mich geschehen. Ein Glanz legte sich auf meine Augen und ich genoss die Freude des erneuten Lesens. Becks zweiter Sommer sozusagen.

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Die Blumen des Guten.

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Bücher von Banana Yoshimoto sind für mich immer kleine Seelenreisen. Die Autorin öffnet die Tür in die Innenwelt von Menschen, die auf ihren Schultern so manches Gewicht tragen. Doch sie drücken mich niemals zu Boden. Ganz im Gegenteil: Stets fühle ich mich leicht und auf besondere Weise aufgehoben, wie in einer warmen Höhle. Daher strecke ich mich mit einem Lächeln nach dem neuen Roman Der See und begebe mich erneut auf die Reise.

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Scharfe Krallen und laute Beats.

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Das kann nicht sein! Nach jeder Erzählung in „Techno der Jaguare“ kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Hatte ich bei diesem Titel etwas anderes erwartet? Sanft schnurrende Katzen etwa? Wohl kaum. Scharfe Krallen und laute Beats schon eher, dazu unerhörte Plots, die wie Kometen einschlugen. Diese Anthologie hinterlässt sichtbare Spuren und macht dem Titelnamen alle Ehre. Weiterlesen

Das verlorene Götterkind.

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Ich bin eine Regenbogenfrau, die dem grauen Alltag die Zunge herausstreckt und im Farbrausch tanzt. Vergessen ist das nasskalte Winterwetter. Vergessen ist der Zorn der Tage. Wie das? Ganz einfach: Fee Katrin Kanzler hat mich mit ihrem Debüt „Die Schüchternheit der Pflaume“ vollends verzaubert. Ihre Sätze sind weich wie feinster Kaschmir und wunderschön. Der Roman gleicht einer Oase, die der Hektik den Riegel vorschiebt und mich in ein leuchtendes Vakuum einschließt.

Fast könnte man den Roman als ein langes nicht enden wollendes Gedicht sehen, so poetisch reiht sich Satz an Satz, so stark und einnehmend ist die Sprache, die sich göttlich über die Geschichte erhebt. Die junge Autorin erzählt von einem Mädchen, das suchend umherschwebt. Der Wind trägt die Erzählerin durch die Welt, über die Straßen einer Großstadt, durch Clubs, in denen sie sich glücklich tanzt, er setzt sie im Scheinwerferlicht auf die Bühne, auf der sie sich ihrer Musik hingibt und ihre warme Mitte findet. Musik ist ihr Lebenselixier: „Zu schildern, wie ich Musik höre, ist nicht so einfach. Sie treibt Strukturen durch den Raum, Netze und fließende Bänder, Blasen und Wellen, hochschießende Zapfen und Speere. Ich sehe sie. Es sind Strukturen, denen mein Körper folgt, wenn ich tanze. Ich fühle sie. Musik ist eine greifbare Welt für mich, eine Landeschaft hinter den Dingen, in ihr gehen Sinne ineinander über, ein synästhetisches Wunderland. Hätte ich nicht als Kind gelernt, dass Klänge ohne Geruch und Geschmack sind, hätte ich keine Scheu, sie mit Worten wie zitronig, fade oder süß zu bezeichnen.“

Schon auf den ersten Seiten spüre ich die zarte Seele aus ihrem Wesen nach draußen steigen. Ich fange sie auf und stecke sie in meine Tasche. Meine Beschützerinstinkte erheben sich automatisch von den Stühlen und wollen das Mädchen festhalten. Eins steht fest: Das Mädchen hat mich von Anfang an auf seine Seite gezogen. Ich kann nicht aufhören, den elfengleichen Beschreibungen zu lauschen, die sie in den Raum ausatmet, ein Flüstern reiht sich an ein Wispern, es folgt ein Streicheln auf der Wange und eine Liebkosung der Sprache.

Es scheint, als hätte der Himmel die Romanheldin ausgespuckt und sie auf die Erde fallen lassen, auf der sie nun versucht, durchzukommen. Die Götter wollten sie nicht mehr, so scheint es, ja, der Gedanke ist nicht ganz abwegig. Sie spricht selbst von ihnen und das nicht im Guten. Seit den Jugendtagen kämpft sie mit ihnen. „Mit dreizehn glaubte ich, den Göttern zu gehören. Fühlte ihre bitterscharfen, stahlblanken Krallen. Hörte ihr unterkühltes Gelächter und glaubte, niemals einem Mann gehören zu können, weil mich bereits die Götter besaßen.“ Die Götter wissen alles von ihr, glaubt sie, mehr als sie selbst. Die Erzählerin hängt oft in der Schwebe wie eine Seiltänzerin, die aus dem Takt gekommen ist, zwischen oben und unten baumelnd, unschlüssig, wohin sie nun schweben soll. Sie möchte ihre eigene Geschichte greifen, doch die entgleitet ihr zwischen den Fingern, wie ein nasser Fisch, der wieder zurück in den See will.

Da steht die namenlose Ich-Erzählerin also und blickt der Welt ins Gesicht. Mal strahlend, mal ängstlich, mal fragend. Und immer dabei, ihr unschlüssiges Herz, das sich nicht entscheiden kann, welchen Mann sie nun nehmen soll. Das liebenswerte Ding, das alle Sonderlinge magnetisch anzieht. Ja, die Erzählerin selbst ist sonderbar, verrückt und ein „Mondsuchtfräulein“, das schlafwandelt, und sich furchtbar gern hinter ihrer „Goldkäferbrille“ versteckt. Besonders nach Nächten, in denen sie wenig Schlaf bekommen hat oder an Tagen, an denen ihr das Leben abhandenkommt und sie sich verkriechen möchte, weil die inneren Erdbeben zu stark sind. Während ich das hier schreibe, streift mich die Erkenntnis, dass man sie liebt oder nicht. Wie diesen Roman. Entweder ganz oder gar nicht.

Fee Katrin Kanzler schafft großartige Wortkreationen und malt unglaubliche, betörende Bilder, verzauberte, melancholische und verträumte. Sie spielt mit der Sprache, verwandelt alltägliche Wörter in wundersame Geschöpfe. Sprachlich gesehen, ist der Roman eine wertvolle, bereichernde Schatztruhe. Ich grabe und verliere mich in zahlreichen Formulierungen, stoße auf Worte, die ich mir an die Wand malen möchte.

Dieser Roman löst die Erdanziehungskraft auf und lässt mich schweben. Ich entgleite dem Stress, dem lauten Getöse vor der Haustür. Es gibt keine harten Kurven, keine Explosionen, stattdessen nur einen zarten Faden, der sich verspielt und liebevoll um die Augen schmiegt. Alles Graue verschwindet und verwandelt sich in ein buntes Meer aus Farben. Rot, grün, blau, violett, rosa, gelb. Sie tanzen und ziehen mich alle mit. Der Roman gewinnt nicht durch die Geschichte, dafür ist sie zu klein, eine zurückhaltende Melodie, die sich bei mir dennoch großes Gehör verschafft. Es bleibt angenehm ruhig und still. Trotzdem finde ich auf den Seiten wohltuendes Leseglück und vollkommenen Seelenfrieden. Vielleicht weil ich für die kleinen besonderen Dinge des Lebens empfindsam bin und mich ein Buch auch durch eine schöne Sprache begeistern kann. Wer ereignisreiche Szenen und eine krachende Portion Aktion sucht, der wird hier nicht fündig. Doch wer sich in poetischen Bildern verlieren und sich dem Summen von wundervoll komponierten Sätzen hingeben kann, der wird am Ende das Buch mit einem glücklichen Seufzer zuschlagen und aussehen wie eine Regenbogenfrau. Versprochen!

Fee Katrin Kanzler.
Die Schüchternheit der Pflaume.
September 2012, 320 Seiten, 19,90 €.
Frankfurter Verlagsanstalt.

Mit dem Roman ist an dieser Stelle Schluss, doch mit der Autorin geht es am kommenden Mittwoch in einem Interview weiter.

Der Geschmack von Aufbruch und Abenteuer.

In diesen Roman fällt man wie in ein wärmendes Bett, aus dem man nicht wieder hinaus möchte. „Das Beste von allem“ gehört zu den besten Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Welch’ glücklicher Zufall, dass ausgerechnet meine Lieblingsserie „Mad Men“ den Ullstein Verlag angestoßen hat, diesen Roman aus dem Jahr 1958 jetzt in einer Neuübersetzung herauszubringen. In einer Folge der Erfolgsserie liest der gutaussehende Don Draper in genau diesem Buch, es ist seine Bettlektüre. So steht es auch auf einem Button, der auf dem Cover wie eine goldene Münze schimmert.

Am Anfang herrscht eine Atmosphäre, die ein Prickeln auf der Haut erzeugt. Sie elektrisiert und reißt mich mit. Ich befinde mich nicht mehr in Berlin des 21. Jahrhunderts, sondern fließe im Strom der Berufstätigen im New York vergangener Jahre mit. Rona Jaffe begeistert mich gleich mit dem ersten Satz: „Jeden Morgen um Viertel vor neun sieht man sie: Sie strömen aus dem Schlund des Subway-Tunnels, eilen aus der Grand Central Station und überqueren die Avenues – Lexington, Park, Madison und Fifth -, Hunderte und Aberhunderte junger Frauen. Manche wirken fröhlich, andere missmutig und andere wiederum so verschlafen, als lägen sie noch in ihren Betten.“ Spätestens an der Stelle stehe ich senkrecht und folge dem Geschehen mit wachen Augen, voller Vorfreude, auf das, was kommt.

Es ist das besondere „Mad Men“-Gefühl, das nach Aufbruch und Abenteuer schmeckt. Die Geschichte führt direkt ins New York der fünfziger Jahre und erzählt von fünf jungen Frauen. Sie sind hungrig nach dem Leben und auf der Suche nach dem Glück, das für jede ein anderes Gesicht hat. Caroline will ihre gescheiterte Liebesbeziehung vergessen und strebt danach, eine erfolgreiche Lektorin zu werden. April ist eine große Tagträumerin und verliebt in New York. Mary Agnes plant ihre Hochzeit, Barbara war schon verheiratet und steht nun mit ihrer Tochter allein da, sie teilt sich die Wohnung mit Kind und Mutter. Gregg hingegen träumt von einer Schauspielkarriere. Die blutjungen Frauen treffen sich alle beim großen Fabian Verlag und werden bald zu Weggefährtinnen, die Höhen und Tiefen gemeinsam durchlaufen. Und noch mehr: Alle erliegen dem Zauber, der verlockenden Verheißung, die das Leben und die Großstadt für sie bereithält.

Rona Jaffe fühlt sich in jedes Mädchen ein und lässt sie auf ihrer Bühne tanzen. Mit feinfühliger Hand beschreibt sie die unterschiedlichen Lebensentwürfe. Nicht selten finde ich Parallelen zu mir und meinen Freundinnen. Da ist Carolines Ehrgeiz, der mich an meinen eigenen denken lässt, damals, als ich davon träumte, eine erfolgreiche Journalistin zu werden.

Was für uns heute selbstverständlich ist, war es vor 60 Jahren ganz bestimmt nicht. Rona Jaffe legt Dinge offen, über die man in den fünfziger Jahren geschwiegen hat. Im Nachwort von 2005 schreibt sie:„Damals sprachen Frauen nicht darüber, wenn sie nicht mehr Jungfrauen waren. Sie sprachen nicht darüber, wenn sie ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann hatten. Sie sprachen nicht über Abtreibungen. Sie sprachen nicht über sexuelle Belästigung, es gab nicht einmal einen Begriff dafür.“ Nach Interviews mit fünfzig Frauen wurde ihr klar, „dass alle diese Dinge auch im Leben dieser Frauen existierten. Ich dachte, wenn ich einem jungen Mädchen helfen konnte, das in seiner winzigen Wohnung saß und glaubte, mit ihrem Problem allein zu sein, und sich als „gefallenes“ Mädchen betrachtete, dann hätte sich dieses Buch schon gelohnt.“ Und das hat es. Die Autorin greift all die Themen auf, schreibt von lüsternen Chefs, die sich an die jungen Mitarbeiterinnen heranmachen, genauso berichtet sie von einer Abtreibung sowie vom Liebesleben und sie erzählt von Frauen, die selbstbewusst ihren Weg gehen wollen. Frauen, die sich in der harten Männerwelt behaupten, ihren Stolz zeigen und selbstbewusst den Rücken strecken. Sicherlich sind manche Situationen für uns heute ein wenig befremdlich, wie die Bedeutung der Hochzeit, der sehr viel Raum gegeben wird. Oder das Rollenbild der Frau, das nach der Eheschließung feststand: Mann ging arbeiten und Frau blieb daheim. Über das konnte ich hinweglesen und irgendwie gehört es auch dazu: Andere Zeiten, andere Begebenheiten. Trotz der festgesetzten gesellschaftlichen Regeln verströmt der Roman so viel Esprit, der leicht betrunken macht, vor Glück und Abenteuerlust.

Besonders begeistert haben mich die Mädchen, die all das nach draußen tragen, was uns bekannt ist: die unbändige Neugier und das Frische, die Leichtigkeit und das Nachdenkliche, das Naive und die Ernsthaftigkeit. Sie laufen in das Leben so wie es kommt, stürzen manchmal ab, als wären sie junge Vögel, die zu weit geflogen sind. Genau das gehört zum Leben, das Sammeln von schmerzhaften und erkenntnisreichen Erfahrungen, vor denen man vielleicht auch mal erschreckt und sich fragt: „Was habe ich da nur angestellt?“
Obwohl ich mich heute in einer anderen Zeit bewege, ist der Roman nach wie vor noch aktuell, wenn es um die Selbstverwirklichung und die eigenen Träume geht. Für erfahrene Frauen ist es eine Reise in die Vergangenheit, in der die Zukunft noch verlockend wie reife Äpfel an den Bäumen hingen und für die jungen ist es ein Blitz, der leuchtend am Himmel zischt und die eigenen Träume elektrisiert. Sie wollen den Geschmack von Aufbruch und Abenteuer auf ihrer Zunge spüren.

Rona Jaffe.
Das Beste von allem.
Mai 2012, 656 Seiten, 9,99 €.
Ullstein Taschenbuch.

Gefangen im Labyrinth.

Die Einsamkeit in „Ein reiches Leben“ ist wie der Griff einer kalten Hand, die erst wieder loslässt, nachdem ich den letzten Satz beendet habe. Die junge Autorin Mirjam Kristensen hat einen beachtlichen Roman geschrieben, bei dem ich oft staunend den Kopf geschüttelt und die Schultern gehoben habe. Ich konnte nicht glauben, was ich las.

Langsam öffnet sich die Geschichte, kleine Blütenblätter, die sich in Richtung Sonne strecken, obwohl hier nicht an Sonnenschein zu denken ist, eher an ein Unwetter, bei dem eine Gänsehaut den Körper überzieht und ein Frösteln aus den Knochen nach draußen kriecht. Dahlias Leben erinnert mich eine kahle Birke im frühen Winter, wenn die Äste die Spuren von abgefallenen Blättern zeigen. Alles erstarrt, die letzte Lebendigkeit finde ich einzig im zügigen Wind, der hungrig über die knorrige Rinde streift.

Als die Russin vor vielen Jahren mit ihrem Ehemann nach Kopenhagen emigrierte, spürte sie Angst. Heute pocht in ihr die Einsamkeit, denn sie ist allein und hat sich wie eine Einsiedlerin eingenistet. Iwan hat sie damals wegen einer anderen Frau verlassen, Freunde hat Dahlia fast keine, nur flüchtige Kontakte an der Universität. Dort arbeitet sie als Dozentin und schreibt an ihrer Doktorarbeit über Michail Bulgakow, ihr persönliches Lebenswerk, an dem sie unermüdlich feilt und feilt: „Sie würde niemals fertig werden, das dachte sie jeden Morgen, und doch setzte sie sich wieder hin und schrieb, und so wuchs die Arbeit ständig und wurde immer länger, am Ende hatte sie tatsächlich eine ganze Menge über Michail und die Weißen und die Roten und den Teufel in Moskau geschrieben.“ Nach Feierabend kauft sie Fleisch und Gemüse, der Gedanke an das Essen erzeugt in ihr eine Ruhe und legt sich wie Balsam in ihren Kopf.

Eines Nachts, als sie wieder einmal nicht schlafen kann, bemerkt sie den telefonierenden Vermieter im Garten. Isak Rubinowitz lebt mit seiner Frau Nanna über Dahlias Wohnung. Sie sprechen kaum miteinander, nur das Nötigste am Briefkasten oder ein kurzes Grußwort. Ohne, dass Dahlia es wirklich will, belauscht sie das nächtliche Telefonat, hört ein Weinen, das sie mit dem fremden Mann verbindet, hatte sie doch bis eben selbst geweint. Isak Rubinowitz ertappt sie und schleicht sich mit dem Wort „Amerika“ zurück in die Wohnung. Diese Begegnung bringt die Geschichte zwischen Dahlia und Isak Rubinowitz ins Rollen, aus Fremden werden Vertraute, als Isak ihr kurze Zeit später von dem Verkehrsunfall erzählt, bei dem ein Mädchen überfahren worden und der Fahrer bis heute nicht gefunden worden ist. Der Unfall, Isak und Dahlia verschwimmen zu einer Masse, die mich vollkommen einnimmt und bald in die Irre führt, eine gefährliche Irre, aus der ein Entrinnen nicht möglich scheint.

Dahlias Innenwelt gerät nach Isaks Beichte aus dem Gleichgewicht, dieses ihr entgegengebrachte Vertrauen ist es, das sie erschüttert: „Er hatte in ihrer Wunde gebohrt und diese wieder zum Bluten gebracht.“ Fortan kreisen ihre Gedanken nur darum, bis Dahlia einen Zufluchtsort für sich auskundschaftet: der Holocaust. Selbst ihren Michail vergisst sie dabei, gräbt sich in die tieferen Schichten des furchtbaren Krieges, schreibt einen Artikel über einen Erzählband, „der vom Holocaust“ handelt und erhält eine Einladung zu einer Konferenz über die Holocaustliteratur in Jerusalem. Die Flucht in diese andere Welt erfüllt sie im höchsten Maße und führt sie mit jedem Buch weiter weg aus ihrem eigenen Leben, bis eines Tages Isaks Frau vor ihrer Tür steht.

Was ist das Ganze nun? Ein Roman? Ein Thriller? Ich weiß es bis heute nicht. Mirjam Kristensen hat mich in ein Labyrinth geführt, so leise und raffiniert, dass es mich erschaudert. Unglaublich, wie sie das angestellt hat! Die junge Autorin kriecht in das Leben einer älteren Frau und ist dabei so täuschend echt. Eine unzufriedene einsame Frau, die ihren Platz in dem fremden Land sucht und gedankenschwer durch das Leben zieht. Sie fliegt wie ein aufgescheuchter Vogel umher, sehnt sich nach Wärme, scheut aber vor Nähe und Zurückweisung zurück. Die Verletzung von Iwan sitzt zu tief, will einfach nicht verschwinden. Und dann ist da der Unfall, Isaks Geheimnis, das nicht lockerlässt und zu einem großen Etwas anschwillt, eine Wunde, die nicht abheilen will und plötzlich eine ganze andere Wendung einnimmt. Grenzen verwischen, die Realität wird von der Fiktion verschluckt, alles verschiebt sich, das scheinbar gewöhnliche Leben Dahlias verwandelt sich in ein undurchsichtiges Netz. Ich stehe vor ihr, schwer atmend und fuchtele mit meinen Armen.

Mirjam Kristensen spielt nicht nur mit dem Mysteriösen zwischen Wirklichkeit und Fiktion, sie spricht große Themen an, wie die Selbstsuche, die Schuld, die Wahrheit, die Einsamkeit und die Isolation in der Großstadt. So fordert ihr Buch mehr Konzentration, als ich zunächst annahm, hat es auch viele Zwischentöne, die unerhofft in die Szene platzen, umherschwebende Blütenpollen, mit denen man nicht rechnet. Mal ist es eine Regung aus Dahlias Gedankenwelt, mal eine wechselnde Erzählperspektive und mal ein nachdenklicher Dialog.

Nach dem Ende bleiben einige Fragen offen, die kalte Hand sitzt noch auf meiner Schulter und ich erschaudere. Erst langsam taue ich auf und ich forme einen Satz, der mir durch den Kopf spukt: Hier ist ein Wunderkind zugange, das mich mit jeder Zeile ihrer Geschichte beeindruckt und den Wunsch nach mehr weckt.

Mirjam Kristensen.
Ein reiches Leben.
Februar 2011, 254 Seiten, 19,90 €.
Dörlemann Verlag.

Über die Autorin:

Mirjam Kristensen wurde 1978 geboren und stammt aus Lyngdal in Norwegen. Ihr Debütroman erschien im Jahr 2000. Sie erhielt verschiedene Preise und Stipendien für ihre Werke. 2009 erschien zum ersten Mal eins ihrer Bücher auf Deutsch: Ein Nachmittag im Herbst. Die Autorin lebt in Kristansand.

Das Leben ist ein Roulettespiel.

Es ist ein Wagnis, wenn man einen Autor für sich entdeckt hat. Jedes neue Buch ist wie ein Überraschungsei, denn die Erwartungen sind hoch, die Neugier ist groß und die Angst vor einer Enttäuschung schwingt in alldem mit. Das Ganze erinnert ein bisschen ans Roulettespielen, ein Risiko schiebt sich in den Kopf, sucht sich seinen Platz und bleibt dort liegen. Trifft die Spielkugel den erhofften Platz? Dementsprechend gespannt war ich auf Benedict Wells neuen Roman „Fast genial“. Mit „Spinner“ und „Becks letzter Sommer“ hat er die Messlatte hoch gelegt. Wird er sie dieses Mal wieder halten können?

Das Cover des Buches schwimmt, als hätte sich der Himmel abgeregnet. Es handelt sich um ein Bild von David Hockney und zeigt eine verregnete Promenade. Die Lampen zittern ihr Licht in das Dunkel und hauchen eine Melancholie aus. Vorm Aufschlagen weiß ich, dies wird keine Komödie.

Francis Dean hat seine Mutter ins Krankenhaus gebracht, sie leidet an einer manischen Depression. Manchmal ist es so schlimm, dass Francis sie in die Obhut der Ärzte geben muss. Während seine Mutter und ein Pfleger die Sachen auspacken, streift Francis auf der Station umher und bleibt vor einer leicht geöffneten Tür stehen. Dort guckt er hinein und beobachtet ein Mädchen, das sich gerade ein T-Shirt überzieht. Als sie in seine Richtung schaut, passiert es: „In diesem Moment gab es einen gewaltigen Ruck. Francis erschrak, er wusste nicht, was geschehen war.“

In wenigen Sekunden ist es um ihn geschehen, Francis verlässt Raum und Zeit und wacht erst wieder auf, als sie ihm zuruft: „Verpiss dich, du Spanner!“ Erschrocken stammelt Francis ungeschickt ein paar Worte und macht dann kehrt. Vorher sieht er noch aufs Türschild und liest den Namen Anne-May. Dies ist ein entscheidender Augenblick in Francis Leben. Natürlich kann er diese peinliche Begebenheit nicht auf sich sitzen lassen und entschuldigt sich bei einem seiner nächsten Besuche. Fortan besucht er Anne-May öfter und erlebt kleine Lichtpunkte in seinem traurigen Dasein, das geprägt ist von Armut und Hoffnungslosigkeit. Durch die Krankheit der Mutter hat sich das Leben drastisch verschlechtet: Seine Mutter hat den Job als Sekretärin in einer Immobilienfirma verloren. Nachdem sich der Stiefvater auch noch an der Börse verspekuliert hatte, reichte das Geld, das er den beiden regelmäßig gab, nicht mehr für die Wohnung in der City. So mussten sie in den Trailerpark draußen am Stadtrand von New Jersey ziehen und leben seitdem dort.

Freunde hat Francis so gut wie keine, außer Grover, ein Nerd und ebenfalls Außenseiter wie Francis. Einzige Rettung, dem Dilemma zu entkommen, ist sein leiblicher Vater, den er bislang noch nicht kennt. Dennoch leuchtet er wie ein heller Stern in Francis Kopf. Eines Tages erfährt Francis von seiner Mutter, wer sein Vater wirklich ist, ein erfolgreicher Wissenschaftler. Francis ist nicht auf natürlichem Wege entstanden, sondern im Reagenzglas. Er ist ein Retortenkind. Seine Mutter hat an einem Experiment teilgenommen, bei dem intelligente und erfolgreiche Männer ihre Samen gespendet haben. Nun sieht Francis seine Chance gekommen, ein besseres Leben zu leben, indem er seinen Vater ausfindig macht. Zusammen mit Grover und Anne-May bricht er zu einer abenteuerlichen Reise auf.

Wieder einmal beweist Benedict Wells sein großes Talent, Geschichten zu schreiben und sie einfach zu erzählen. Es tauchen keine Kanten auf, die mich stocken lassen, es fließt und ist die ganze Zeit über spannend. Der Ton bleibt dabei regenverhangen und tragisch. Gelacht habe ich selten, viel mehr war ich erschüttert über die Wahrheit, die Benedict Wells verarbeitet hat. Wie schwierig es sein kann, aus benachteiligten Verhältnissen auszubrechen. Dabei erhebt er nicht belehrend den Zeigefinger oder stellt Forderungen, er erzählt einfach und überlässt den Rest seinen Lesern. Ebenso interessant ist das Dreiergespann Francis-Anne-May-Grover, das sich im Laufe der Reise zu einem Beziehungsgeflecht entwickelt. Wieder einmal bekommen die Außenseiter bei Benedict Wells einen besonderen Platz. Feinfühlig rückt der junge Autor sie in den Mittelpunkt und überlässt ihnen die Bühne. Es gibt keine Schranken, die nach oben gehoben werden müssen, sie sind einfach da und auf ihre eigene Art liebenswert. Junge Menschen mit Träumen und Ängsten, mit Leichtsinn und Starrsinn, gefühlvoll, aufbrausend und suchend.

Benedict Wells hat einen aufwühlenden Roman geschrieben, der nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern zum Nachdenken anregt. Er hat einige Themen verarbeitet, die eine Spannung erzeugen und nicht loslassen, den Geist anregen und lebendig machen. Es ist wie bei „Becks letzter Sommer“ erneut ein Roadmovie geworden, das ein bisschen Unruhe in den Beinen stiftet. Am Ende bleibe ich sitzen und kämpfe mit meinem rasenden Herzen, denn die letzten Seiten haben es wirklich in sich. An einer Stelle macht er uns eins klar und legt den Gedanken Francis in den Kopf: „Andererseits wusste er, dass er hier richtig war, denn das Leben war ohnehin nichts anderes als Roulettespielen. Mal hatte man Glück, lebte in einem reichen Land oder war mit Gesundheit und Intelligenz gesegnet, mal hatte man Pech und war leider dumm, bekam Krebs oder kam in einem Slum von Afrika auf die Welt und starb, ehe man das Wort »sterben« überhaupt buchstabieren lernte.“ Ich hatte Glück und freue mich über die Roulettekugel, die bei mir den richtigen Platz gefunden hat.

Benedict Wells.
Fast genial.
August 2011, 336 Seiten, 19,90 €.
Diogenes Verlag.

Über den Autor:

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Nach dem Abitur zog er nach Berlin, wo er sich gegen das Studium und ganz fürs Schreiben entschieden hatte. 2008 erschien sein Debüt „Becks letzter Sommer“, ein Jahr später folgte „Spinner“. Mehr über den Autor erfahrt ihr hier in einem Interview, das ich im vergangenen Jahr bei mir veröffentlicht habe.

In Sachen Einerseits und Andererseits.

Bizarr – so fängt das Buch an und so hört es auf. Kurz fällt mir ein Lächeln aus dem Mund und landet direkt auf dem Cover. Ist schon irgendwie seltsam, ich brauche „In Sachen Joseph“ nur anzuschauen und bekomme automatisch dieses verschmitzte Lächeln, obwohl es in dem Buch gar nichts zum Lachen gibt.

Husch Josten macht es ihren Lesern am Anfang nicht leicht und es scheint mir, als tut sie dies mit Absicht. Für mich liest sich die Geschichte sehr kryptisch, ist nicht leicht durchschaubar, verworren und fordert eine große Aufmerksamkeit. Die Sätze lesen sich nicht flüssig, werden immer wieder von Satzenden unterbrochen. Und doch strahlt dieses Holprige eine Faszination aus, die magnetisch an den Augen zieht und gelesen werden möchte.

Nun will ich mich nicht in der Sprache verlieren, sondern auch ein paar Worte zum Inhalt verraten. Helen ist Bibliothekarin und träumt zweimal, dass ihr Freund Joseph an einem Herztod sterben wird. Diese Tatsache erschreckt sie und bringt Helen vollkommen aus der Fassung, dass sie dem Ganzen nachgehen will. Statt es Joseph direkt zu sagen, versucht Helen auf anderem Wege, Klarheit in das Chaos zu schaffen und sucht die Menschen auf, die Joseph nahestehen wie Martha, Josephs Mutter. Die wiederum räumt Träumen nicht so eine große Symbolik ein wie es Helen tut: „Wenn man Träumen überhaupt eine Bedeutung beimessen will, und ich will nicht stur sein, dann doch grundsätzlich symbolische. Es sind keine Weissagungen, die man sich in den Terminkalender eintragen sollte.“ Helen widersetzt sich dem Argument und fühlt sich der Prophezeiung mehr als sicher, Martha hält dagegen: „Weil du dir sicher sein willst? Weil es in deinem Leben an Dramatik fehlt?“

Dramatik ist ein Stichwort, das ich an der Stelle mit Bewegung gleichsetzen möchte. Eben dies fehlt in Helens Leben. Das ist alles andere als dynamisch, eher mausgrau und äußerst schlicht gehalten. Helens Leben ist karg und erinnert mich an einen gerodeten Wald ohne zwitschernde Vögel. Ich finde keine Spur von Herzlichkeit und gemütlicher Wärme, ausladend statt einladend.

Seltsam ist auch das Verhältnis zu ihrer Familie, hier stoße ich ebenfalls auf einen kalten Eisbrocken. Helens Mutter ist wegen einer OP im Krankenhaus und nun soll sich die Tochter um den 76-jährigen Vater kümmern. Diese Aufgabe führt Helen zurück in die eigene Vergangenheit, die sie plötzlich einholt und die mit dem Traum beinah zu explodieren scheint. Den Traum von Josephs Tod erlebt sie zweimal am Ort ihrer Kindheit, dem damaligen Kinderzimmer, das seit 20 Jahren als Gästezimmer leer steht.

Bereits beim ersten Aufeinandertreffen von Vater und Tochter nehme ich eine Distanz wahr, die vom Vater ausgeht. Helen ist durchaus gewillt mit ihrem Vater ein Gespräch anzufangen: „Absurd, die Gelegenheit nicht zu ergreifen. Die Zeit zu zweit, die zufällig anfallende, räumliche Nähe ließe sich zweifellos besser nutzen, als sie beide es tun.“ Doch statt gemütlicher Zweisamkeit treffen sie sich in „der Endlosschleife wiederkehrende Weltnachrichten“, die Helen ihren Vater aus der Zeitung vorliest. Er hat es sich so gewünscht und erhebt keinen Widerspruch, lässt alles mit sich geschehen.

Was ist „In Sachen Joseph“ nun für ein Buch? Ich möchte es näher fassen, doch es gelingt mir nicht. Es einfach nur mit Wörtern wie Freundschaft, Liebe, Wahn und Wahrheit zu betiteln, wie es im Klappentext steht, ist mir zu einfach, eine gerade Linie scheint mir unmöglich. Stattdessen flutscht mir der Roman wie ein nasser Fisch ständig zwischen den Fingern weg. Tatsache ist, das Buch lässt sich nicht greifen und in eine entsprechende Schublade stecken, dafür ist es viel zu vielfältig und bizarr. Und bizarre Dinge kann man bekanntlich nicht nach Längenmaß einordnen, man muss sie für sich entdecken. Wer die Geduld hat, wird hier eine interessante Entdeckungstour erleben, das schon vorweg.

Die Wende zum Schluss ist verrückt, nur keineswegs überraschend und geradezu passend. In diesem schmalen Buch verbirgt sich mehr als ich anfangs glauben wollte. Da verwundert es nicht, dass mich Husch Josten perplex und verschmitzt lächelnd zurücklässt.

Husch Josten.
In Sachen Joseph.
Januar 2011, 169 Seiten, 19,90 €.
Berlin University Press.

Ein Buch und verschiedene Perspektiven.
Ich möchte an dieser Stelle auch an die lesenswerten Rezensionen zu „In Sachen Joseph“ von Ada, Ailis, Mariki und flattersatz hinweisen.

Fremder Freund.

Manche Bücher haben es in sich. Sie sind so gewaltig, dass man am Ende atemlos ist und man sich erstmal sammeln muss. Was habe ich auch anderes erwartet, wenn es um existenzielle Fragen nach Freundschaft, Liebe, Sinn und Authentizität geht? Kuschelliteratur sieht anders aus. Wenn einen der Hunger darauf packt, sollte man das Buch aufschlagen und lesen wie ich es mit „In Spuren“ von Hannes Köhler getan habe.

Das Debüt von Hannes Köhler beginnt sehr radikal: „Und andere nehmen sich einen Strick und hängen sich auf, sagt Felix.“ Das ist der erste Satz, der die Kraft einer explodierenden Bombe hat. Peng! Kurz darauf geht er Kippen holen und kommt nicht wieder. Wer ratlos zurückbleibt, ist der Ich-Erzähler Jakob, der das gar nicht fassen kann und sich nicht damit abfinden will, dass sein Freund verschwunden ist. Aus Minuten werden Stunden, bald Tage, die Jakob zutiefst beunruhigen, was er so einfach nicht hinnehmen kann und begibt sich auf Spurensuche. Glücklicherweise hat Manja, eine Exfreundin von Felix, noch einen Zweitschlüssel und betritt mit ihm gemeinsam die Wohnung, dort entdeckt er ein Tagebuch, das ihn magisch anzieht. Er klappt es auf und stößt auf Dinge, mit denen er nicht gerechnet hat. Plötzlich wird aus einem guten Freund ein Fremder, der verwirrt, Unruhe stiftet und Jakob zutiefst in den Bann zieht, dass er eine Grenze überschreitet und sich Felix‘ Leben überstreift. Alles um Jakob herum fällt auseinander, er liest sich in einen Wahn und denkt sich in einen Rausch, der sein eigenes Leben in ein fahrendes Karussell verwandelt. Es dreht sich und Jakob schaut betroffen zu. Statt zu treten, resigniert er bald und ehe er sich versieht, wird aus einer züngelnden Flamme ein Haufen Asche.

Die Geschichte ist starker Tobak, weil sie Dinge in Frage stellt, die uns Menschen bewegen. Wie viel wissen wir wirklich von den Freunden, die uns nahe stehen? Wo ist die Wahrheit? Hängt nicht irgendwo vielleicht ein Echo in der Luft, das wir überhört haben? Oder unser Leben selbst. Ist es das, was wir wirklich so wollen wie es ist? Was ist wichtig und was nicht? Eine lange Schnur an Fragen bohrt sich durch den Kopf und lässt nicht locker.

Hannes Köhler fordert seine Leser heraus und fängt sie durch die Sprache, die für mich etwas Dämonisches in sich hat und perfekt in die düstere Stimmung hineinpasst. Ein hungriges Tier macht sich breit und saugt bis es fast satt ist, doch nur fast, weil immer noch ein Stückchen Luft dazwischen bleibt. Die atmosphärisch-dichte gefühlvolle Sprache lässt nicht locker, viel mehr ist sie ein kraftvolles Element, die das Buch zu dem macht, was es ist. Ein Hauen, ein Stechen, aber auch ein Wispern hängen sich in die Augen, dass man nicht anders kann, als zu lesen, solange bis man nach Luft schnappt.

Hannes Köhler.
In Spuren.
April 2011, 232 Seiten, 17,90 €.
mairisch Verlag.

Mit dem Roman ist hier erst einmal Schluss, doch mit Hannes Köhler geht es am Samstag weiter. Dann kommt er in einem Interview bei mir zu Wort.