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Ein weiblicher Blick in die männliche Seele.

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Meistens schreiben Männer über Männer oder Frauen über Frauen. Doch es gibt auch Ausnahmen. So wie »Das Liebesleben des Nathaniel P.« von Adelle Waldman, in dem die Autorin mit der Stimme eines männlichen Protagonisten erzählt. Das Werk hatte sich schon kurz nach seinem Erscheinen vor zwei Jahren in den USA zu einem der meist diskutierten Romane entwickelt. Das hat die Klappentexterin natürlich neugierig gemacht. Und das Innenleben von Männern an sich ist ja sowieso ein spannendes Feld.

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Ein Teufelskerl.

moehringer

Darf man ein Herz für Bankräuber haben? Eigentlich nicht. Doch seit dem Buch schlägt es für den einen, der zum Volksheld wurde. Sein Name ist Willie Sutton. J.R. Moehringer erzählt in seinem jetzt erschienenen Roman „Knapp am Herz vorbei“ die fiktionale Geschichte von Amerikas größtem Bankräuber. Willie Sutton selbst verfasste zwei Autobiographien, die sich widersprachen und kein klares Bild ergaben. J.R. Moehringer nahm das zum Anlass, um sein eigenes zu kreieren. Wie viel Wahrheit in der Geschichte steckt, werden wir nie erfahren, aber eins kann ich euch garantieren: Dieser Roman brennt sich mitten ins Herz.

Wir schreiben das Jahr 1969. Draußen ist es bitterkalt und New York feiert Weihnachten. Für Willie Sutton ist es das erste in Freiheit – nach siebzehn Jahren. Frisch aus den Gefängnismauern von Attica Correctional Facility entlassen, fährt er mit zwei Jungreportern durch New York. Die vergangene Nacht hat er schlaflos und trinkend im Hotel verbracht. Neben dem Schlafmangel bereitet ihm sein schlimmes Bein Probleme und er glaubt, dieser Tag sei sein letzter. Nun sitzt er im sienabraunen 1968 Dodge Polara und beginnt die Reise seiner Vergangenheit. Er trennt den Pullover seines Lebens auf, zieht jede Masche einzeln ab und erklärt, warum er so geworden ist. In seiner Brusttasche knistert ein weißer Umschlag. Er ist sein persönlicher Talisman, enthält er die Adresse zu seiner Herzensdame.

J.R. Moehringer wechselt zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Im Jetzt fährt er mit zwei Jungreportern durchs eiskalte New York. Wie der alte Mann den Jungs vom Leben erzählt und sie auf seinen festgelegten Routen durch die große Stadt diktiert, ist unglaublich atmosphärisch. Diese Szenen glänzen neben den einnehmenden Bildern durch großartige und filmreife Dialoge. Sie sind frech, herausfordernd, stellenweise herzlich und erinnern mich an verspielte Hunde. Im Gestern zoomt uns J.R. Moehringer seinen Romanhelden heran und arbeitet sich mit feinfühliger Hand zum Kern vor. Er wollte Sutton einen besonderen Platz geben. Das ist ihm mit seinem Roman gelungen. Willie the Actor – wie er genannt wurde – berührt mich auf seinen zahlreichen Lebensstationen. Willies Kindheit war zappenduster, gepeinigt von etlichen Schlägen, die seine Brüder ausgeteilt haben. Seine Eltern haben nicht eingegriffen, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Der Vater mit den Zwölfstundentagen in der eigenen Schmiede und die Mutter mit dem Kummer über die verstorbene Tochter. Die großen Retter der Not waren Willies Freunde: Der gutaussehende Happy und der gefährliche Eddie, mit dem er seinen ersten Raubzug durchführt. Als Willie auf die hübsche wohlhabende Bess trifft, ändert sich sein Weg. Seine große Liebe, die ihm wegen seiner Herkunft für immer ein verbotener Garten Eden bleiben wird. Sie ist die Initialzündung seiner Verbrecherlaufbahn. Der Umschlag knistert weiter.

Willies Lebenslauf ist tragisch, wird von vielen Schmerzen und Verlusten getragen. Die schwierige Kindheit, die große, unerreichbare Liebe, die auswegslose Suche nach einem Job in Amerikas wirtschaftsklammen Zeiten, die Armut und die Hoffnungslosigkeit drücken zu Boden, Willie und mich. Willie wurde in einer schwierigen Zeit groß, eine Wirtschaftskrise jagte die nächste. Er ist ein strebsamer Schüler, der gute Noten nach Hause bringt, doch wegen Geldmangel bleibt ihm der Zugang zu einer höheren Schulbildung verwehrt. Sein Wissensdurst trocknet indes nicht aus, er folgt ihm wie der eigene Schatten mit jedem Schritt, den er unternimmt und manifestiert sich als sein Wesensmerkmal. Er liest leidenschaftlich gern, am liebsten die großen Klassiker. Die Raubzüge sind sein Lebenselixier, der Wind, der ihn frei pustet. Sie sind nicht einfach nur Überfälle, sie befriedigen ihn im tiefsten Inneren und schütten gießkannengleich Wasser in sein ausgetrocknetes Dasein. „Ihm gefällt alles an der neuen Arbeit. Er redet sich ein, dass das eigentlich nicht sein kann. Aber es ist so.“ Diese Gedanken kommen nach einem der ersten Überfälle auf. Neben dem neuen Reichtum schätzt er noch etwas: „Ihm gefällt sogar das Planen und Studieren der Materie.“ Doch der Hauptgrund für sein Handeln fasst dieser Satz zusammen: „Das Schönste allerdings ist, dass er endlich Arbeit hat.“

Willie zieht mich immer mehr auf seine Seite. Ich werde seine Komplizin, fiebernd, aufgeregt und ergriffen. Er ist clever und geht mit klugem Kopf an seine Taten. Der Autor stellt den Verbrecher nicht an die Wand, sondern zeigt ihn als menschliches Wesen mit seinen Sorgen und Träumen. Das ist es, was den Roman auszeichnet. Sutton nicht zu mögen, fällt mir schwer, ist gar nicht möglich. Er liebt nicht nur Bücher, er besucht das Theater, das Kino und Footballspiele. Vielleicht lässt sich meine Haltung am besten so beschreiben: Aus dem Bösen sickert das Gute, verschließt das Unheimliche. J.R. Moehringer geht wie ein Wissenschaftler vor, setzt die einzelnen Puzzleteile analytisch zusammen. So bezieht er das Umfeld mit ein, in dem sich Willie bewegt. Seine arme Herkunft, die Eltern sind irische Einwanderer, die in dem neuen Land schwer Fuß fassen. Auch das von Wirtschaftskrisen geplagte Amerika spielt eine große Rolle. Der Autor führt uns das teuflische Bankensystem vor Augen und legt die Wut darüber in Eddies Mund: „Ein Scheißsystem, sagt er. Alle zehn oder fünfzehn Jahre bricht es zusammen. Weil es kein System ist, das ist das Problem. Jeder Arsch kämpft für sich selber. Der Crash 1893? Mein alter Herr hat Leute gesehen, die standen mitten auf der Straße und haben geheult wie Babys. Die waren erledigt. Ruiniert. Aber wurden die Banker eingesperrt? Nein, die wurden reicher. Natürlich hat die Regierung versprochen, es würde nie mehr passieren. Aber es ist wieder passiert, hab ich recht? 1907. 1911. Und als die Banken draufgingen und der Markt am Ende war, wer ist da wieder ungeschoren davongekommen? Die Banker.“ Sofort gehen die Alarmglocken an und Erinnerungen an 2008 werden wach, als die Bankenkrise einsetzte und die Weltwirtschaftskrise ihren Lauf nahm.

J.R. Moehringer erzählt temporeich und spannend. Er streut nachdenkliche, bewegende Momente ein und wirft zum Ende das Lenkrad um. Danach erscheint das Vorangegangene im anderen Licht. Was für ein cleverer und hundsgemeiner Schachzug! Dieser Roman durchdringt den Verstand und krallt sich am Herzen fest. Darin liegt für mich die große Kraft. Hier ist alles drin, was eine gute Geschichte ausmacht und überzeugt mich vom Anfang bis zum Ende. Der Autor hat sich nach „Tender Bar“ weiter entwickelt, enorm gesteigert und das aus seinem schriftstellerischen Können herausgeholt, was ich seinerzeit ein wenig vermisst habe. Ich habe ihm damals die Sterne gewünscht. Die hat er sich mit seinem neuen Roman erschrieben. Ich werde ihn vermissen, diesen Willie Sutton, Bankräuber hin oder her. Ein Platz in meinem Herzen ist ihm gewiss.

J.R. Moehringer.
Knapp am Herz vorbei.
Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit.
Februar 2013, 448 Seiten, 19,99 €.
S. Fischer

Eiszeit in New York.

was_verborgen

Dieser Roman schmeckt nach kaltem Abschied. So kalt, dass ich meinen Mantelkragen hochschlagen möchte. Die Wärme hat sich zwischen der Decke und dem Bett verzogen. Auf und davon. Ich verwandle mich wie die Ich-Erzählerin in eine fröstelnde Gestalt, die entsetzt vor diesem Drama steht, sprachlos, machtlos und unendlich traurig.

„Was verborgen bleibt“ von Britta Boerdner ist ein eindrucksvolles Debüt, das zutiefst bewegt und direkt in die Herzkammern kriecht. Die Autorin erzählt von einem der schlimmsten Dinge dieser Welt: vom Zerfall der Liebe. Wenn glühende Hoffnungen zu Asche werden. Wenn sich zwei Liebende plötzlich wie Fremde gegenüberstehen. Wenn zwei Herzen nicht mehr das gleiche Lied singen – dann fühlt es sich so an wie in diesem Roman.

Die Ich-Erzählerin besucht nach sieben Monaten ihren Freund Gregor in New York. „Wer es zuerst schafft, zieht den anderen nach.“ Dieses Versprechen haben sich beide einst gegeben, ein Liebesschwur der besonderen Art. Gregor gewann eine Greencard und hat in New York einen Job gefunden. Nun ist sie da und alles ist anders, ganz anders. Statt sich mit vollem Enthusiasmus auf die Jobsuche zu begeben – immerhin will sie die drei Wochen nutzen, um ihr Leben in New York auszurichten – verfällt die Romanheldin in eine Art Dämmerzustand. Die junge Frau lässt sich treiben und gibt zunächst dem Jetlag die Schuld für die tauben Gefühle der Stadt gegenüber. Gregor macht es ihr da nicht leichter: Er hält sich distanziert, macht viele Überstunden und hat kaum Zeit für seine Freundin. Noch etwas fehlt, etwas sehr Wichtiges: liebevolle, vertraute Momente der Innigkeit. Dafür gibt es ein Geheimnis auf vier Beinen, die Katze aus dem Schacht, die die Ich-Erzählerin entdeckt wie das abgepackte Fleisch im Kühlschrank.

Die junge Frau legt sich in die Arme der Lethargie, schleicht durch die freien Tage, streift durch New Yorks Straßen und lässt die Liebesgeschichte noch einmal vor ihrem inneren Auge vorüberziehen. Sie erinnert sich an die erste magische Begegnung: „Von Anfang an waren wir einander vollkommen zugewandt und schlossen damit die anderen aus, schon nach der ersten Nacht bezogen wir uns nur auf uns selbst, bald zählten wir diejenigen auf, die wir nicht mehr brauchten, unsere Welt war komplett, sie war die reichste, die wir kannten.“ Die Erzählerin taucht in die leidenschaftlichen Anfänge zweier einsamer Herzen mit ähnlicher Kindheit, die endlich zusammengefunden hatten und sich später nach einer gemeinsamen Reise dieses große Versprechen gaben. Doch jetzt ist alles anders. Was macht man, wenn einem das Leben einen Strich durch Liebe zieht?

Britta Boerdner schickt ihre Protagonistin durch New York und fängt das winterlich trübe, kalte Flair ein. Ein Gefühl des Verlorenseins macht sich in den Spaziergängen bemerkbar: „Der Wind ist zurückgekehrt, er weht vom East River herüber und bringt einen dunklen Geruch nach Wasser mit sich. Es ist kurz nach zwei Uhr, der Nachmittag fängt erst an, und ich habe nur bis zum Mittag gedacht, nur bis zum Lunch mit Gregor. Ich schimpfe mich aus, beschließe, einen Plan zu machen für jeden Tag, ich muss meine dunklen Gedanken in den Griff bekommen, will ja die Stadt erobern, deshalb bin ich hier.“ Obwohl die ewige sehnsuchtsvolle Stadt eine große Rolle in der Geschichte spielt, taucht der Leser vor allem ins Innenleben einer jungen Frau. Genau darin liegt für mich die Kraft dieses Debüts. Die Innenansicht, die den dünnen Roman so gewaltig füllt und zum Kochen bringt. Britta Boerdner erzählt pointiert und feinfühlig von einer jungen Frau, die sich den Scherben der eigenen Liebe immer mehr bewusst wird und erkennt, wie sich eine Entfernung zwischen beide Liebende geschoben hat: „Es macht keinen Sinn, ihn aufhalten zu wollen. Es macht keinen Sinn, die Zeit durch Worte zu dehnen.“ Gregor ist ein Anderer geworden ist. Er ist jetzt jemand, der die Geschwindigkeit liebt. Und sie schafft es nicht, ihm zu folgen.

Ich ertappe mich dabei, wie ich öfter einfach nur schreien möchte. Zu stark sind die Emotionen, die von der Autorin aufgeweckt werden. Die schmerzvollen Fragen nach dem Warum, die sich zurückziehende Wärme, die zusehends verschwindet, die Kälte, die sich ausbreitet und Atemwölkchen ausatmet. Das passiert nicht einfach so, sondern in einem Wortfluss, den dieser beeindruckende Roman erzählt. Atmosphärisch dicht, spannend und mitziehend. Die Autorin überspringt jede Lücke, füllt sie mit Metaphern, Beobachtungen und Gedankenbildern aus, ohne dabei überladen zu wirken. Britta Boerdner findet für jede Situation, jedes Gefühl und jeden Gedanken die richtige Umschreibung, selbst wenn es weh tut: „Es ist, als spielten wir heiß und kalt mit den Gefühlen, wo die Katze ist, ist es heiß, wo ich bin, ist es kalt.“ So unendlich traurig die Geschichte auch ist, so kraftvoll trat sie in meine Augen. Britta Boerdner hat mir ein intensives, melancholisches und nachdenkliches Leseerlebnis geschenkt, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Britta Boerdner.
Was verborgen bleibt.
September 2012, 160 Seiten, 18,90 €.
Frankfurter Verlagsanstalt.

Ein interessantes Interview mit der Autorin sowie eine lesenswerte Rezension findet ihr auch bei buzzaldrins Bücher.

Ein Dolchstoß ins Herz.

cather

Während ich diese Zeilen schreibe, fällt der Schnee bedächtig auf unsere große Stadt. Ich höre die umarmende Stille und denke: Eine schönere Kulisse könnte es für dieses Werk nicht geben. „Mein ärgster Feind“ von Willa Cather verdient diese Ruhe und Aufmerksamkeit, weil es ein Buch ist, das den Kopf erhitzt und im höchsten Maße beeindruckt.

Als dieser schmale Roman im Jahre 1926 erschien, war er ein Exot. Zur damaligen Zeit war es unüblich so offen über die Ehe und Liebe zu schreiben wie es Willa Cather mit „Mein ärgster Feind“ getan hat. Willa Cather erzählt die Geschichte aus der Sicht der jungen Nellie, die mit 15 Jahren zum ersten Mal auf Myra Henshawe trifft. Die extravagante Frau fasziniert Nellie sofort. „Obwohl sie nicht größer war als ich, fühlte ich mich vollkommen überwältigt von ihr – dumm, hoffnungslos plump und dumm.“ Nellie hatte bis dahin nur von Myra Henshawe und ihrer Legende gehört. Nun steht die Frau vor ihr und Nellie ist überwältigt, fühlt sich von ihrer direkten Art überfordert. Wurde Nellie doch bislang von ihrer Mutter und Tante mit Samthandschuhen angefasst, öffnet sich Myra Henshawe wie eine Schleuse.

Kurze Zeit später reist Nellie mit ihrer Tante Lydia über die Weihnachtsfeiertage nach New York und besucht das Ehepaar Henshawe. Dort beobachtet Nellie zwischen Myra und ihrem Mann Oswald eine Auseinandersetzung, die sie zutiefst aufrüttelt: „Alles um mich wirkte bedrohlich. Wenn die Menschen ihre Freundlichkeit verlieren, und es nur für wenige Augenblicke, dann fürchten wir uns vor ihnen ebenso, als hätten sie den Verstand verloren. Wenn die Freundlichkeit nicht länger da ist, wo wir sie immer vorgefunden haben, ist es, als würden wir Schiffbruch erleiden; wir stürzen aus der Sicherheit in etwas Heimtückisches und Bodenloses.“ Danach bekommt Nellies romantisches Bild von der Liebe hässliche Risse. Sie verblassen Jahre später, als sie das Ehepaar unter anderen Umständen wieder trifft. Dann erkennt sie die andere Seite der Liebe.

Dieses Buch geht unter die Haut. Nicht plötzlich mit einem Schnitt, sondern langsam und sanft wie Schneeflocken. Willa Cather erzählt subtil und zieht die Tragödie aus der Tiefe bedächtig nach oben. Zunächst sieht man sie nicht, und doch nehme ich sie schattenhaft wahr. Die 1873 geborene Autorin hat mit Myra Henshawe eine schillernde, liebenswürdige und auffällige Frau erschaffen, ein Mensch so stark wie ein Baum. Die Sätze aus ihrem Mund treffen mich wie scharfes Geschütz und hinterlassen ein lautes Echo. Sie spricht, was sie denkt, ohne die Dinge zu beschönigen. „Wir waren nie wirklich glücklich. Ich bin eine habgierige, selbstsüchtige, oberflächliche Frau; ich wollte immer Erfolg und eine besondere Stellung in der Welt. Jetzt bin ich alt und krank und sehe aus wie eine Vogelscheuche, aber unter meinesgleichen hätte ich noch immer die rechte Gesellschaft; ich wäre von zuvorkommenden Menschen mit höflichen Manieren umgeben und müsste mir nicht von irgendwelchen Rohlingen das Hirn aus dem Kopf trampeln lassen.“ Dadurch erzeugt die Autorin ein Brodeln, das mich verunsichert. Einerseits horche ich erschrocken auf, andererseits schiebt sich ein Lächeln dazwischen, wenige Sekunden nur, aber es ist da, ein Lächeln der Kraft und der Hochachtung.

„Mein ärgster Feind“ ist nur knapp hundert Seiten lang, trotzdem hat das Buch das Gewicht eines umfangreichen Werkes. Stellt euch eine dünne Eisschicht vor, die mehr trägt als es eigentlich möglich ist. Wir schlagen die Hände vors Gesicht, sind fassungslos, überrascht und beeindruckt. So erging es mir mit diesem Werk. Willa Cather erzählt dicht und holt den Leser ganz nah heran.

Was mich besonders beeindruckt hat, sind die einzelnen perfekt gezeichneten Charaktere sowie das Wechselspiel zwischen den lauten Konflikten und den stillen Momenten. Ergreifend lesen sich Sätze wie dieser: „Die Liebe selbst bringt doch schon fast alles Unglück dieser Welt über eine Frau.“ Radikal und offen in der Sprache, fernab von den avantgardistischen Techniken ihrer europäischen Schriftstellerkolleginnen wie Gertrude Stein oder Djuna Barnes, entfaltet Willa Cather ihre eigene Stimme, die klare und bodenständige Züge aufweist. Der Roman ist schonungslos. Die Autorin rechnet mit der schönen Romantik ab und pustet einer Eiskönigin gleich schneidende Kälte in das Reich der Liebe. Ja, diese Geschichte ist wie ein Dolchstoß mitten ins Herz.

Für mich ist die Pulitzer-Preisträgerin eine bereichende Entdeckung, die ich Truman Capote zu verdanken habe. Capote verehrte Willa Cather und schrieb nur wenige Tage vor seinem Tod „Remembering Willa Cather“. In dem deutschsprachigen Buch „Die Hunde bellen“ – eine Sammlung von Capotes Reportagen und Porträts – ist diese Begegnung aufgeführt, eine zu Herzen gehende Geschichte vom jungen Capote und der erfahrenen Willa Cather.

Mehr über Willa Cather erfahrt ihr hier: (http://www.berlinerliteraturkritik.de/detailseite/artikel/truman-capotes-idol-willa-cather.html).

Willa Cather.
Mein ärgster Feind.
Mai 2011, 112 Seiten, 7,99 €.
btb.

Der Geschmack von Aufbruch und Abenteuer.

In diesen Roman fällt man wie in ein wärmendes Bett, aus dem man nicht wieder hinaus möchte. „Das Beste von allem“ gehört zu den besten Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Welch’ glücklicher Zufall, dass ausgerechnet meine Lieblingsserie „Mad Men“ den Ullstein Verlag angestoßen hat, diesen Roman aus dem Jahr 1958 jetzt in einer Neuübersetzung herauszubringen. In einer Folge der Erfolgsserie liest der gutaussehende Don Draper in genau diesem Buch, es ist seine Bettlektüre. So steht es auch auf einem Button, der auf dem Cover wie eine goldene Münze schimmert.

Am Anfang herrscht eine Atmosphäre, die ein Prickeln auf der Haut erzeugt. Sie elektrisiert und reißt mich mit. Ich befinde mich nicht mehr in Berlin des 21. Jahrhunderts, sondern fließe im Strom der Berufstätigen im New York vergangener Jahre mit. Rona Jaffe begeistert mich gleich mit dem ersten Satz: „Jeden Morgen um Viertel vor neun sieht man sie: Sie strömen aus dem Schlund des Subway-Tunnels, eilen aus der Grand Central Station und überqueren die Avenues – Lexington, Park, Madison und Fifth -, Hunderte und Aberhunderte junger Frauen. Manche wirken fröhlich, andere missmutig und andere wiederum so verschlafen, als lägen sie noch in ihren Betten.“ Spätestens an der Stelle stehe ich senkrecht und folge dem Geschehen mit wachen Augen, voller Vorfreude, auf das, was kommt.

Es ist das besondere „Mad Men“-Gefühl, das nach Aufbruch und Abenteuer schmeckt. Die Geschichte führt direkt ins New York der fünfziger Jahre und erzählt von fünf jungen Frauen. Sie sind hungrig nach dem Leben und auf der Suche nach dem Glück, das für jede ein anderes Gesicht hat. Caroline will ihre gescheiterte Liebesbeziehung vergessen und strebt danach, eine erfolgreiche Lektorin zu werden. April ist eine große Tagträumerin und verliebt in New York. Mary Agnes plant ihre Hochzeit, Barbara war schon verheiratet und steht nun mit ihrer Tochter allein da, sie teilt sich die Wohnung mit Kind und Mutter. Gregg hingegen träumt von einer Schauspielkarriere. Die blutjungen Frauen treffen sich alle beim großen Fabian Verlag und werden bald zu Weggefährtinnen, die Höhen und Tiefen gemeinsam durchlaufen. Und noch mehr: Alle erliegen dem Zauber, der verlockenden Verheißung, die das Leben und die Großstadt für sie bereithält.

Rona Jaffe fühlt sich in jedes Mädchen ein und lässt sie auf ihrer Bühne tanzen. Mit feinfühliger Hand beschreibt sie die unterschiedlichen Lebensentwürfe. Nicht selten finde ich Parallelen zu mir und meinen Freundinnen. Da ist Carolines Ehrgeiz, der mich an meinen eigenen denken lässt, damals, als ich davon träumte, eine erfolgreiche Journalistin zu werden.

Was für uns heute selbstverständlich ist, war es vor 60 Jahren ganz bestimmt nicht. Rona Jaffe legt Dinge offen, über die man in den fünfziger Jahren geschwiegen hat. Im Nachwort von 2005 schreibt sie:„Damals sprachen Frauen nicht darüber, wenn sie nicht mehr Jungfrauen waren. Sie sprachen nicht darüber, wenn sie ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann hatten. Sie sprachen nicht über Abtreibungen. Sie sprachen nicht über sexuelle Belästigung, es gab nicht einmal einen Begriff dafür.“ Nach Interviews mit fünfzig Frauen wurde ihr klar, „dass alle diese Dinge auch im Leben dieser Frauen existierten. Ich dachte, wenn ich einem jungen Mädchen helfen konnte, das in seiner winzigen Wohnung saß und glaubte, mit ihrem Problem allein zu sein, und sich als „gefallenes“ Mädchen betrachtete, dann hätte sich dieses Buch schon gelohnt.“ Und das hat es. Die Autorin greift all die Themen auf, schreibt von lüsternen Chefs, die sich an die jungen Mitarbeiterinnen heranmachen, genauso berichtet sie von einer Abtreibung sowie vom Liebesleben und sie erzählt von Frauen, die selbstbewusst ihren Weg gehen wollen. Frauen, die sich in der harten Männerwelt behaupten, ihren Stolz zeigen und selbstbewusst den Rücken strecken. Sicherlich sind manche Situationen für uns heute ein wenig befremdlich, wie die Bedeutung der Hochzeit, der sehr viel Raum gegeben wird. Oder das Rollenbild der Frau, das nach der Eheschließung feststand: Mann ging arbeiten und Frau blieb daheim. Über das konnte ich hinweglesen und irgendwie gehört es auch dazu: Andere Zeiten, andere Begebenheiten. Trotz der festgesetzten gesellschaftlichen Regeln verströmt der Roman so viel Esprit, der leicht betrunken macht, vor Glück und Abenteuerlust.

Besonders begeistert haben mich die Mädchen, die all das nach draußen tragen, was uns bekannt ist: die unbändige Neugier und das Frische, die Leichtigkeit und das Nachdenkliche, das Naive und die Ernsthaftigkeit. Sie laufen in das Leben so wie es kommt, stürzen manchmal ab, als wären sie junge Vögel, die zu weit geflogen sind. Genau das gehört zum Leben, das Sammeln von schmerzhaften und erkenntnisreichen Erfahrungen, vor denen man vielleicht auch mal erschreckt und sich fragt: „Was habe ich da nur angestellt?“
Obwohl ich mich heute in einer anderen Zeit bewege, ist der Roman nach wie vor noch aktuell, wenn es um die Selbstverwirklichung und die eigenen Träume geht. Für erfahrene Frauen ist es eine Reise in die Vergangenheit, in der die Zukunft noch verlockend wie reife Äpfel an den Bäumen hingen und für die jungen ist es ein Blitz, der leuchtend am Himmel zischt und die eigenen Träume elektrisiert. Sie wollen den Geschmack von Aufbruch und Abenteuer auf ihrer Zunge spüren.

Rona Jaffe.
Das Beste von allem.
Mai 2012, 656 Seiten, 9,99 €.
Ullstein Taschenbuch.

Einmal Sehnsucht – immer Sehnsucht.

Unglaublich, aber wahr! Das Fernsehen hat mich zu diesem Buch geführt. Da lag ich eines Abends auf der Couch, schaute meine Lieblingsserie „Mad Men“ und spürte eine Sehnsucht in mir aufsteigen. So eine, die bleibt und sich nicht abwischen lässt. Der Abspann lief, ich rannte zum Bücherregal und nahm „BUtterfield 8“ von John O’Hara heraus. Die Geschichte spielt nicht wie die Serie in den 60er Jahren, aber dafür in den ebenso spannenden 30er Jahren. So sprang ich erneut in das pulsierende New York vergangener Jahre, das mich immer wieder fasziniert und von dem ich einfach nicht gut kriegen kann.

Bereits der Einstieg von „BUtterfield 8“ von John O’Hara macht mich neugierig:

„Das Mädchen, das später in New York für so großes Aufsehen sorgen sollte, erwachte an diesem Sonntag im Mai viel zu früh für die hinter ihr liegende Nacht. Hatte sie eben noch fest geschlafen, war sie nun plötzlich hellwach und geriet in Verzweiflung.“

Das große Drama nistet sich schon jetzt in den Kopf ein. Der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit. John O’Hara hat sich von dem ungeklärten Mordfall an Starr Faithfull inspirieren lassen. Am 8. Juni 1931 wurde die junge, schöne Frau tot in Long Island ans Ufer gespült. Sie war vor allem für ihren leichten Lebenswandel bekannt und es hieß, sie sei als Kind missbraucht worden.

Das oben beschriebene Mädchen heißt Gloria Wandrous. Sie findet sich an jenem Morgen in einer großen, fremden Wohnung wieder. Der Mann, mit dem sie das Bett geteilt hat, ist nicht mehr da. Also unternimmt sie eine kleine Inspektionsrunde durch das fremde Gebiet, eine große Wohnung mit vielen Zimmern und einem Konzertflügel. Im Schlafzimmer verweilt Gloria länger und entdeckt im Kleiderschrank einen teuren Nerzmantel, den sie sehr hübsch und wenig später sehr nützlich findet, als sie feststellt, dass sie ihr Abendkleid zerrissen ist. Kurze Zeit später sitzt sie im Taxi und rauscht davon. Cut! Danach schwenkt die Schriftsteller-Kamera zu einer anderen jungen Dame. Miss Stannard sitzt an einem Esstisch, liest Zeitung und wartet auf Jimmy, der sie an dem Sonntag mit einem Auto ausführen will. Hier bleibe ich ebenfalls nur kurz, weil es dann zu Paul und Nancy Farley weitergeht, wieder zwei neue Personen.

Fast hätte ich aufgegeben, weil sich mir der Faden zu Gloria nur langsam erschloss. Wäre da nicht der Sog gewesen, der wie die Sehnsucht bei mir blieb und sich an mir festklammerte. Der Roman setzt sich aus zahlreichen Snapshots zusammen, zieht verschiedene Menschen einer Großstadt zusammen: Erfolgreiche Geschäftsmänner, die aus dem wohligen Heim der Ehe ausbrechen und die Erschütterungen der Depression noch in den Knochen spüren, Männer, die sich in Speakeasies freitrinken. Künstler, die sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten und über alldem schwebt natürlich der große Traum, die große Sehnsucht nach der Erfüllung.
In diesem Film bewegt sich unsere graziöse Gloria, deren Bild mit dem Fortschreiten der Geschichte zu immer mehr Klarsicht gelangt. Erschien sie mir anfangs als leichtes Mädchen, verändert sie sich im Laufe der Geschichte in einen anderen Menschen mit einer prägenden Kindheit im Herzen.
Gloria schafft es sogar, ihren Geliebten, den starken Weston Liggett zu verwirren:

„Gott, ich stecke wirklich in einer üblen Klemme. Ich weiß nicht einmal, ob ich unglücklich verheiratet bin. Ich weiß nichts über mich selbst.“

Der Ingenieur knickt ein, schwankt, sucht die Stärke, die ihm abhanden gekommen ist. Relativ schnell entfacht zwischen den beiden ein Katz- und Mausspiel, in das ich oft einschreiten wollte. Doch am Ende bleibe ich nur eine Zuschauerin der Ereignisse, die ich mit meine Augen auflese.

Der Roman ist 1935 in Amerika erschienen. Ein Jahr zuvor war O’Haras Debüt „Begegnung in Samarra“ veröffentlicht worden. Für den jungen John O’Hara war der Weg zum Schriftsteller kein Zuckerschlecken, weil er mit finanziellen Engpässen kämpfen musste. Statt eines gewünschten Studiums in Yale, musste er sich mit diversen Jobs herumschlagen, bevor er sich in New York als Reporter einen Namen machte. Als 1928 seine ersten Kurzgeschichten im New Yorker publiziert wurden, feierten ihn die Kritiker als „amerikanischen Balzac“.

In „BUtterfield 8“ rückt er die menschliche Schwäche in den Vordergrund, manchmal ein bisschen zynisch, aber im Großen hält er sich bedeckt und überlässt seinen zahlreichen Protagonisten das Feld. O’Hara schafft zwischen allen Beteiligten eine Verbindung und webt wie eine Spinne ein dichtes Netz, in das ich mich ebenfalls verfangen habe. Obwohl ich zu Beginn leicht verwirrt, fragend eine Seite nach der nächsten gelesen habe, konnte ich das Buch nicht zur Seite legen. Wer John O’Hara verfällt, bleibt wohl drin hängen wie in der nicht enden wollenden Sehnsucht.

John O’Hara.
BUtterfield 8.
Juni 2010, 336 Seiten, 9,90 €.
dtv.

Wie die schlichte Eleganz eines Givenchy Kostüms.

Truman Capote war da! Nicht leibhaftig, aber im Geist hatte ich ihn während der Lektüre die ganze Zeit im Kopf. Ich habe vor zwei Jahren in seinem Erzählband „Baum der Nacht“ einen persönlichen Liebling gekrönt, der plötzlich erneut aufblitzte. Alles nur, weil beide Geschichten in New York spielen und Frauen im Mittelpunkt stehen. Truman Capote blieb bei der Lektüre etwas dezent im Hintergrund. Amor Towles schreibt in seinem Roman „Eine Frage der Höflichkeit“ nicht so böse und zynisch wie Capote es vorzugsweise tat, dafür traf ich hier auf die schlichte Eleganz eines Givenchy Kostüms.

Glamourös ist die Ich-Erzählerin keineswegs. Kate, ein einfaches Mädchen, hat was im Köpfchen und vertieft sich gern in die Welt der Bücher. Ihre Freundin Eve ist ein bisschen anders. Sie stammt aus guten Familienverhältnissen, lebt jedoch finanziell unabhängig von ihren Eltern und ist „eine der überraschenden Schönheiten aus dem Mittleren Westen Amerikas“. Von ihr geht eine Leichtigkeit aus, die beide auch ins Nachtleben zieht. Meist mit nur wenigen Dollar in den Taschen tanzen die Mädchen im aufregenden New York der 30er Jahre. Eines Abends lernen sie den wohlhabenden Tinker kennen, der in seinem Kaschmirmantel sofort einen Hauch Luxus versprüht. „Meiner“, sagt Eve zuerst. Kate schweigt. Sie nimmt den Mann dafür genau unter die Lupe. „Uns war jetzt schon klar, dass er von der gleichen hervorragenden Qualität war – so vornehm und so vollkommen – wie sein Mantel. Sein Benehmen drückte ein gewisses Selbstvertrauen aus, ein demokratisches Interesse an seiner Umgebung, und die stillschweigende Erwartung, dass man ihm mit Freundlichkeit begegnen würde.“ Der gemeinsame Abend am letzten Tag des Jahres 1937 beflügelt alle drei. Bald erobern sie gemeinsam das nächtliche Leben der amerikanischen Metropole. Kate und Eve zeigen Tinker ihre Tricks, wie sie mit wenig Geld Spaß haben können. Der junge Mann entführt die Ladies im Gegenzug in seine glamouröse Welt. Eines Nachts jedoch endet die aufregende Reise plötzlich und hinterlässt einen Kratzer. Die Karten fallen zusammen und bleiben zunächst ungeordnet liegen.

Auch wenn sich in Übersee ein Krieg zusammenbraut, rückt der Autor vorrangig mehr die Menschen in der sich entwickelnden Stadt in den Vordergrund und zeichnet mit einer schnörkellosen Sprache ein aufregendes Gesellschaftsporträt.
So schön wie es klingt, ist es auch. Wahrhaftig! Wir lesen uns durch betörende Feste, die fürstliche Kronen tragen und ein bisschen neidisch machen, dass man dies nicht hautnah miterleben durfte. Kate bleibt die tragende Hauptperson, die beeindruckt einen Schritt nach den nächsten setzt. Eine junge Frau, die sich aufmerksam und clever durchs Leben boxt. Sie ist der andere, spannende Part in dem Roman. Mit Mut und Intelligenz trifft sie Entscheidungen und umgibt sich mit Menschen, die es so nur in großen Städten gibt. Verschiedenste Charaktere runden das pulsierende Bild ab.

Neben den lauten Vibrationen erlebe ich auch stille Momente, die berühren und der Geschwindigkeit etwas Luft rauben. Das passiert genau dann, wenn zentrale Themen wie Freundschaft und Liebe in den Vordergrund rücken, die in Dialogen oder Gedanken reflektiert werden. Ich erinnere mich an zauberhafte Begegnungen, die jeder von uns kennt. Wenn man auf einen Menschen trifft, der einem so nah wie der eigene Atem ist. Alles fühlt sich sofort richtig an. Schön, wenn sich dazu die passenden Worte reihen: „Man trifft vielleicht einen unter tausend Menschen, der mit sich allein sein kann. Und bei dir habe ich das sofort gemerkt. Und dann konnte ich es nicht erwarten, dich wiederzusehen.“ Wer das wem hier anvertraut, bleibt mein süßes Geheimnis.

Und ganz zum Schluss tauche ich in ein Meer aus Freundlichkeit. Dort sind die 110 Höflichkeitsregeln des jungen George Washington aufgeführt, die einen krönenden Abschluss zu diesem exzellenten Buch bilden. Die Regeln schließen sich nicht einfach so an, viel mehr spielen sie eine zentrale Rolle im Roman. Welche? Nun auch das solltet ihr selbst herausfinden. Eins darf ich jedoch verraten: Truman Capote hätte die Geschichte bestimmt genauso gefallen wie mir.

Amor Towles.
Eine Frage der Höflichkeit.
März 2011, 416 Seiten, 19,99.
Graf Verlag.