Schlagwort-Archive: MIrjam Pressler

Die helfende Hand der Zuversicht.

Der Titel des Buches leuchtet wie eine Fackel, und ich staune erneut über die Macht der Sprache. Ein einziges Wort nur, das die Kraft einer tröstenden Hand hat und zärtlich über eine blasse Wange streicht: Zuversicht. Die wünscht sich die Autorin Mira Magén für ihre Protagonistin in ihrem gleichnamigen Roman. Das spüre ich mit jeder feinfühlig geschriebenen Zeile, und deshalb konnte ich dieses Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Die Sätze aus warmen und bildreichen Wörtern erinnern mich an eine kleine, schöne, aber fleischfressende Pflanze, die zuschnappt, sobald sich ihr etwas Lebendiges nähert. In dem Fall sind es meine Augen. Sofort bemerke ich, dass ich bei Mira Magén eine Anziehung finde, die mich an Zeruya Shalev erinnert. Denn israelische Literatur hat für mich einen ganz besonderen Sound. Wie soll ich ihn beschreiben? Vielleicht kraftvoll, ja, dies scheint mir die richtige Bezeichnung. So vibrierten die Sätze immer noch durch meinen Kopf, wie der Bass aus einem Club am Ende der Straße. Und wo ich hier schreibend sitze, frage ich mich: Wie mag es Nava jetzt wohl ergehen? Weiterlesen

Ein Land – zwei Welten.

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Wer kennt das nicht? Da hat man gerade ein Buch beendet und ist unheimlich traurig. Man will am liebsten weiterlesen. Genauso ist es mir im Frühjahr ergangen. Nachdem ich Amos Oz’ »Judas« beendet hatte, wollte ich in Israel bleiben und so griff ich zu Lizzie Dorons Buch »Who the Fuck Is Kafka«. Sicherlich kann man beide Werke nicht auf eine Stufe stellen. Trotzdem spüre ich zwischen beiden Büchern eine innige Symbiose – und das nicht nur, weil Mirjam Pressler die Bücher aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzt hat. Sie führen mich in ein Land, das zerrissen ist und unzählige Narben wie Tote und Verletzte in sich trägt, jeder auf seine Art mit der Kraft des geschrieben Wortes.

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Israel. Und seine Menschen.

amos_oz_judasSich auflösen und eins werden mit den Seiten eines Buches. In einem anderen Leben, das sich trotz aller Fremde vertraut anfühlt, als wäre es der eigene Atem. Das überdies geheimnisvoll leuchtet und gleichzeitig im Kopf viele Fenster öffnet. So hänge ich mit meinen Sinnen weiterhin in Jerusalem bei Schmuel Asch, Gerschom Wald und Atalja Abrabanel. Ich mag mich nicht aus »Judas« von Amos Oz lösen, möchte diese besondere Aura, die das Buch wie eine Wolke umgibt, nicht hinter mir lassen. Muss ich auch nicht. Dafür habe ich meinen Blog. So lächle ich und wandere zurück in die ausgelesenen Seiten.

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