Mein Weihnachts-Spezial: Empfehlungen und ein Buchpaket gewinnen.

Ein Blick auf den Kalender verrät mir, in einigen Tagen ist Weihnachten. Das Fest der Liebe und Geschenke. Weil es in meinen Fingern kribbelte, in meinem Kopf ratterte und ich einige Ideen hatte, habe ich auch wie bereits im vergangenen Jahr Anregungen für euch.

Zu schön waren die diesjährigen Begegnungen, als dass ich all die feinen Entdeckungen für mich behalten möchte. Auf anderen Literaturblogs bin ich auf interessante Bücher gestoßen und habe sie mitgebracht. Sie reihen sich zu meinen persönlichen Lesetipps. Dieses Mal gibt es eine kleine Neuheit: Ich breche teilweise aus der Literaturwelt aus und stelle Dinge vor, die mir eine Herzensangelegenheit sind. So ist eine ziemlich lange Liste entstanden.

Mit meinem Geschenke-Spezial möchte ich mich auch bei euch bedanken, für eure Treue und den gemeinsamen Austausch. Es ist immer wieder eine Freude, die Literaturwelt mit euch zu teilen. Und weil ich genauso gern verschenke wie ich Geschenketipps verteile, verlose ich ein Buchpaket. Verratet mir einfach im Kommentarfeld, welche Bücher ihr dieses Jahr verschenkt. Einsendeschluss ist der 26.12.2011. Am 27.12.2011 gebe ich dann den glücklichen Gewinner oder die glückliche Gewinnerin hier bekannt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück und Freude beim Stöbern wünscht,

eure Klappentexterin.

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Beginnen möchte ich mit den Entdeckungen auf anderen Literaturblogs. Wenn ihr auf den jeweiligen Namen des Blogs klickt, gelangt ihr automatisch zu den ausführlichen Rezensionen. Ein Dankeschön sende ich hierbei an meine geschätzten LiteraturbloggerInnen-Nachbarn: Ada Mitsou, Ailis, caterina, nantik, Mariki, Svenja und flattersatz.

Entdeckt bei My Crime Time.
Für Wissensdurstige.

„Eschbach breitet unglaubliche Weltenkonstrukte vor seinen Lesern aus und nimmt sie mit auf eine Reise voller faszinierender und auch erschütternder Zukunftsvisionen, die derart spannend sind, dass ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Und dann erst all das Wissen, das er da von sich gibt und geschickt in die Geschichte einbindet!“

Andreas Eschbach: Herr aller Dinge, 2011, 22,- €, Bastei Lübbe.

Entdeckt bei Ada Mitsou liest…
Bemerkenswerte Alltagsgeschichten.

„Sonja Heiss greift Themen des Alltags auf und macht aus ihnen etwas Bemerkenswertes. In zehn Geschichten erzählt sie von einer tragischen Familienplanung, von genervten Töchtern und besorgten Eltern, der Trauer um ein vereinsamtes Familienmitglied, den großen Plänen, die man doch nie umsetzt und dem Gefühl, es dem anderen nie recht machen zu können.“

Sonja Heiss: Das Glück geht aus, 2011, 9,95 €, bloomsbury.

Entdeckt bei Bücherwurmloch.
Ein Meisterwerk.

„Virtuos und mit Fingerspitzengefühl dirigiert Carmen Bregy in Nicolas schläft ein Orchester aus Worten, das eine zarte, unendlich schöne und sehr traurige Melodie spielt. Man muss ganz leise sein und genau hinhören. Dies ist ein Roman, der klingt, der flüstert und singt, metrisch ist er und sehr poetisch. »Nicolas schläft« ist ungeheuer kraftvoll, dicht, lyrisch und gefühlvoll – eine Entdeckung!“

Carmen Bregy: Nicolas schläft, 2011, 15,90 €, Limbus Verlag.

Entdeckt bei Ailis‘ Leseturm.
Mit Charme und Herz.

»Der Poet der kleinen Dinge« ist wieder so zauberhaft ehrlich, unprätentiös und liebevoll in seinen Schilderungen wie »Das Labyrinth der Wörter«. Diese Geschichte hat so viel Charme, so viel Wärme und am Ende auch noch einen Hoffnungsschimmer – es ist großartig! Marie-Sabine Rogers Figuren nehmen kein Blatt vor den Mund, sie sind freiheraus und ehrlich, und dabei sehr liebenswert.“

Marie-Sabine Roger: Der Poet der kleinen Dinge, 2011, 18,99 €,
Hoffmann und Campe.

Entdeckt bei aus.gelesen.
Eine starke Frau.

„Ein farbenprächtiger, fesselnder Roman aus der Anfangszeit der Sandinistischen Befreiungsbewegung in Nicaragua, der mit viel poetischer Kraft an die kulturellen Wurzeln des Landes erinnert und der die von Zweifel, Angst und Entschlossenheit geprägte Annäherung einer jungen Frau an die Befreiungsbewegung schildert.“

Gioconda Belli: Bewohnte Frau, 2011, 10,- €, dtv.

Entdeckt bei Synästhetisch.
Das Berlin der 1910er Jahre.

»Tanz unter Sternen« ist ein Streifzug durch das Berlin der 1910er Jahre, der Roman fängt die aufgeheizte, militaristische Grundstimmung jener Zeit ein und hält sich an die Fakten, die ohnehin spannend genug sind. »Tanz unter Sternen« ist für mich ein historischer Roman, mit dem ich nicht erst warm werden musste, hier war ich sofort mittendrin. Ein idealer Schmöker für lange Winterabende!“

Titus Müller: Tanz unter Sternen, 2011, 19,95 €, Blessing Verlag.

Entdeckt bei SchöneSeiten.
Bewegend und märchenhaft.

»Der stumme Pianist« ist eine überzeugende Mischung aus Drama und Märchen und als solche sehr empfehlenswert. Die Autorin hat sich von einem wahren Fall dazu inspirieren lassen. Was den Text so märchenhaft macht, ist, dass dieses Ganze kein rationales ist: Am Ende bleiben sämtliche Fragen offen, und der Protagonist hat manchmal etwas vom Kleinen Prinzen, nur unendlich viel tragischer.“

Paola Capriolo: Der stumme Pianist, 2011, 19,99 €,
Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann.

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Weiter geht es mit meinen persönlichen Lieblingen.

Das Notizbuch verzaubert.

Dieses Notizbuch ist eine Gebrauchsanweisung, die uns raffiniert und zauberhaft durchs Leben balanciert. Einfach so oder wenn wir mal nicht wissen, wo lang es gehen soll. Es gibt ja solche Tage. Mädchenkatzentage. Mit dem „Lily Lux Notizbuch“ fühlen sie sich nicht mehr so schlimm an. Ich weiß, wovon ich spreche. Hab’s längst ausprobiert.

Iris Luckhaus/Matthias Klesse: Lily Lux Notizbuch, 2010, 15,- €,
Hoffmann und Campe.

Krzgschchtn.

Wenn es das ideale unverfängliche Buchgeschenk gibt, dann ist es dieses hier. Mit nur 140 Zeichen erzählt Florian Meimberg Geschichten, die es in sich haben. Und man muss kein Twitter-Fan sein, um das Buch zu schätzen. Genauso wenig muss man ein Bücherwurm sein, um das Buch zu lesen. Es passiert so viel Kopf, knallt und zischt, einfach genial!

Florian Meimberg: Auf die Länge kommt es an, 2011, 7,99 €, Fischer Tb.

Ein atemloses Roadmovie.

Benedict Wells hat einen aufwühlenden Roman geschrieben, der nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern zum Nachdenken anregt. Er hat einige Themen verarbeitet, die eine Spannung erzeugen und nicht loslassen, den Geist anregen und lebendig machen. Es ist wie bei „Becks letzter Sommer“ erneut ein Roadmovie geworden, das ein bisschen Unruhe in den Beinen stiftet.

Benedict Wells: Fast genial, 2011, 19,90 €, Diogenes Verlag.

Ein Fest fürs Lesen!

„Madame Hemingway“ ist ein bemerkenswertes Porträt über eine starke Frau und eine hinreißende Liebesgeschichte. Wie gut Fiktion und Realität Hand in Hand gehen und begeistern können, zeigt dieser eindrucksvolle Roman, der nicht nur einen informativen Charakter hat, sondern ebenso auf besondere Weise bewegt. „Madame Hemingway“ ist wahrlich ein Fest fürs Lesen!

Paula McLain: Madame Hemingway, 2011, 19,99 €, Aufbau Verlag.

Woody Allen würde das Buch lieben!

Die Juden nehmen sich bekanntlich selbst gerne auf die Schippe, das zeigt Lena Gorelik in ihrem Werk. Das Buch macht glücklich! Es ist eine liebevolle Hommage an eine Religion, die sehr menschlich und alles andere als missionarisch ist. Und sie ist eine exzellente Einführung in das Judentum, die unwahrscheinlich bereichert, vor allem durch die Weisheit, die sich durch die 192 Seiten zieht.

Lena Gorelik: Lieber Mischa: … der Du fast Schlomo Adolf Grinblum geheißen hättest, es tut mir so leid, dass ich Dir das nicht ersparen konnte:
Du bist ein Jude. 2011, 18,- €, Graf Verlag.

Ein Freund, ein guter Freund…

An einen Buchhändler, der in der Mittagspause eine Jugendgeschichte aufschreibt, wollte ich nicht vorbeilaufen. Die Entscheidung war Gold wert. Robert Williams erzählt auf eine warmherzige Art über zwei Außenseiter, denen das Schicksal hart zusetzt. Er zeichnet atmosphärische Bilder und lässt uns darin aufgehen wie Blumen, die aus einem Winterschlaf erweckt werden.

Robert Williams: Luke und Jon, 2010, 8,95 €, BVT.

Sehnsucht Afrika.

Gina Mayer entführt in „Die Wildnis in mir“ nach Namibia um 1900, als das Land noch von Kolonialmächten aufgeteilt worden war. Sehr authentisch, spannend und gefühlvoll erzählt die Autorin die Geschichte von der 16-jährigen Henrietta und hat darüber hinaus ein sehr wichtiges Thema, den Rassenkonflikt, angesprochen. So ist ein wunderbares Jugendbuch entstanden, das perfekt ist!

Gina Mayer: Die Wildnis in mir, 2011, 16,95 €, Thienemann Verlag.

Ungewöhnliche Tierfreundschaften.

Dies ist ein ungewöhnliches Buch mit ungewöhnlichen Tierfreundschaften. Beziehungen zwischen großen und kleinen Tieren, da bleibt ein Schmunzeln und Lächeln nicht aus. Berührend und einzigartig sind die Bilder und Geschichten, die Jennifer Holland gesammelt hat.

Jennifer Holland: Unlikely Friendships, 2011, aktuell 10,30 €,
Workman Publishing
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Schätze jenseits der Literaturwelt.

Amerika, ungeschminkt und lebensecht.

Diese Krimi-Serie begeistert mich, nicht nur für einen Moment, sondern noch Stunden, Tage danach. Sie bewegt durch die unzähligen Geschichten von den vielen Menschen, auf die ich hier treffe: den Dealern, den Gangstern, den Polizisten. Und manchmal überschneidet das Böse das Gute, aus Verbrechern werden Menschen wie du und ich.

The Wire: Die komplette erste Staffel, 5 DVDs, 2010, Preis
variiert je nach Anbieter, Warner Home Video.

The Golden Sixties in New York.

Mir fällt zu „Mad Men“ nur eins ein: Eleganz. Diese Serie ist ein Augenschmaus, man merkt den Machern ein Feinsinn für hohe Qualität an. Jede Einstellung sitzt, jeder Dialog überzeugt durch Witz und Raffinesse. In „Mad Men“ tauchen wir in die New Yorker Werbewelt der besonders stilvollen 60er Jahre. Und bleiben so lange, bis der letzte Abspann läuft.

Mad Men – Season 1, 2010, 4 DVDs, Preis variiert je nach Anbieter, Universal.

Eine leuchtende Zauberwelt zwischen Zahlen.

Einige Jahre schon bin ich ein großer Fan von dem Mädchenkalender, den Martina Hoffmann liebevoll gestaltet. Für mich ist es eine leuchtende Zauberwelt zwischen Zahlen und ein ideales Weihnachtsgeschenk.

Große und kleine Mädchen dürfen sich 2012 auf den Mädchenkalender freuen…

… wie große und kleine Jungs sich auf den Jungskalender.

Die Kalender gibt es in verschiedenen Größen. Schaut einfach im Shop, welches Format euch zusagt.

Kaufen könnt ihr die Kalender im Internet bei www.stiftundpapier.de/shop oder in Berlin in diesen Buchhandlungen:

Lesen und Lesen lassen in der Wühlischstraße 30 (Friedrichshain)
Modern Graphics in der Oranienstraße 22 (Kreuzberg)
HundtHammerStein in der Alten Schönhauser 23/24 (Mitte)
Nimmersatt in der Dieffenbachstraße 53 (Kreuzberg)
Leseglück in der Ohlauerstraße 38 (Kreuzberg)
ebertundweber in der Falckensteinstraße 44 (Kreuzberg)

Musique de la France.

Die CD beschert mir Gänsehaut, schenkt mir ein Lächeln und nimmt die Geschwindigkeit aus dem Alltag. Ich groove mit ruhigen Elektrobeats durch die Straßen und lasse mich davontragen. Ein wunderbares Album, das ein herrlicher Gegenpol zur Hektik der Zeit ist.

Verschiedene Künstler, La Musique du Faubourg, 2011,
Preis variiert je nach Anbieter.

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Klappentexterin ruft den Sommer aus!

Momentan zeigt sich der Sommer nicht gerade von seiner besten Seite. Er ist ein komischer Kauz mit leichten Stimmungsschwankungen. Doch das soll mich nicht davon abhalten, den Sommer auszurufen. Schließlich bin ich ein Sommerkind, das seine Jahreszeit liebt. Der Sommer macht uns so frei und wir fliegen wie Vögel unbeschwerter durchs Leben, genießen leckere Früchte und lange Abende unter dem Sternenhimmel.

Wir Bücherwürmer lesen dann auch an allen möglichen Orten, im Park, auf der Bank, in der Strandliege. Wie schön ist es, wenn ich dabei auf Bücher stoße, die das Lebensgefühl unterstreichen. Genau die möchte ich euch in den nächsten beiden Wochen vorstellen. Einige habe ich selbst gelesen, manche haben andere gelesen und verraten euch, was ihnen daran so gefallen hat. Und wo wir schon mal beim Thema sind: Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr dieses Jahr feine Bücher für den Sommer, die ihr wärmstens empfehlen möchtet?

Während ich noch über die letzten Rezensionen flitze, überlasse ich den Platz heute meiner zauberhaften Freundin Lily Lux…

… die mich immer wieder mit wunderbaren Ideen inspiriert und eine Meisterin der Überraschungen ist.

Bilder Lily Lux: © Iris Luckhaus

Kühlschrankmagnetenparade und das Lily Lux Gewinnspiel!

Es geschah an einem trüben, verschlafenen Morgen. Der Tag begann nur zäh, dehnte sich wie ein Kaugummi endlos in die Länge und wollte am liebsten liegenbleiben. „Nicht gerade sehr motivierend, verehrter Herr Morgen!“ sagte ich und stampfte müde in die Küche. Doch dort war der Teufel los. Bommy – mein Kühlschrank – war so laut wie ich ihn noch nie gehört habe und auch der Rest – Wasserkocher, Herd – alle befanden sich in Aufruhr. Nanu? Was war passiert? Nur wenige Sekunden später, entdeckte ich den Grund. Lily Lux war zu Besuch und tanzte auf Bommy herum. Sie zeigte allen, was sie so gerne treibt…

… Lily Lux geht gerne einkaufen und scheut sich nicht davor, ein Produkt gleich mehrfach zu kaufen, wenn es sie überzeugt. Da ist es ihr egal, was der Einkaufszettel dazu sagt.

Manchmal kann sich Lily nicht entscheiden. Soll sie erst zur Post oder sich mit Herrn Kafka unterhalten? Genau dann wirft sie eine Münze oder entscheidet sich für alles gleichzeitig. Also mit Herrn Kafka zusammen zur Post?



Lily Lux liebt bekanntlich gestohlene Zeit. Mit einem Buch vergisst sie wie ich schnell alles um sich herum. Ganz erfreut ist sie dann, wenn sie nichtlesend auf kleine Fundstücke stößt, die sie daran erinnern.

Wir haben allerhand gemeinsam, außer vielleicht das morgendliche frühe Schauspiel, bei dem ich mich frage: Wo nimmst du nur so früh den Elan her? Egal, das ist Lily Lux. Sie beflügelt mich und andere. Weil das so ist, möchte ich ein nagelneues Lily Lux Notizbuch und einen Streifen Kühlschrankmagneten verlosen. Was ihr tun müsst? Mir eure akrobatischen Übungen am Kühlschrank zukommen lassen. Nein, Quatsch mit Soße! Aber eine kleine Aufgabe soll es schon geben. Lily Lux hat mir auf die Schulter geklopft und möchte wie ich gerne wissen:


Bei welchem Buch habt ihr zuletzt
Raum und Zeit vergessen? Und warum?


Eure Antworten nehmen wir gerne entgegen, hier unten im Kommentarfeld. Bitte gebt dazu auch im vorgegebenen Feld eure Email-Adresse an, damit ich euch im Fall des Gewinns benachrichtigen kann. Zeit habt ihr bis zum 23. April 2011. Sollte mehr als eine Wortmeldung auftauchen, entscheidet das Los. Als 1. Preis winkt das Lily Lux Notizbuch und als 2. Preis die Kühlschrankmagneten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Nun, meine Lieben, haut in die Tasten! Lily Lux und ich sind schon sehr gespannt!

Ich bedanke mich bei Hoffmann und Campe für die Preise und bei Lily Lux für die Inspiration! Damit endet auf der Klappentexterin die Reise in die wunderbare Welt der Lily Lux. Sie geht bei mir Zuhause natürlich weiter… Einmal Lily Lux, immer Lily Lux.

PS: Wer gerne wissen möchte, was es mit den Kühlschrankmagneten auf sich hat, findet hier Infos bei Lily Lux oder ihrer Illustratorin Iris Luckhaus.

Wie kommt Lily Lux eigentlich ins Buch?

Das wollte ich wissen. Wie Buchstaben leere Seiten füllen, weiß ich. Aber wie eine zauberhafte Figur den Weg dorthin findet, war mir unbekannt. Also habe ich Iris Luckhaus gefragt, die in einem Making Of erklärt, wie das funktioniert.

Iris Luckhaus:
„Ich kann hier gern als Beispiel den Arbeitsablauf aus „Die wunderbare Welt der Lily Lux“ zeigen. Grundsätzlich habe ich einige verschiedene, meinen jeweiligen Zeichenstilen angepasste Arbeitsweisen, die aber immer eine ähnliche Abfolge von Entwurf und analoger Skizze über eine elektronische Korrektur hin zur Originalzeichnung beinhalten.

1. Vorarbeit und Characterdesign

Am Anfang steht immer eine Idee, eine Figur, ein Characterdesign und -styling, der ganz grobe Aufbau einer Welt drumherum und ein inhaltlicher Entwurf (hier nicht abgebildet), der besprochen werden kann.

Für Lily Lux war in dieser Phase eine rundherum durchdachte Figur mit eigenem Stil und speziellen Kleidungsstücken und Accessoires besonders wichtig, da diese nicht nur im Buch verarbeitet, sondern ggf. auch über mehrere Bände beibehalten werden und als magnetische Ankleidepuppe mit wiedererkennbaren Dingen funktionieren sollte.

Um eine in sich schlüssige Welt zu erfinden, habe ich für Lily Lux auch einige Aufrisspläne gemacht und Mobiliar entworfen und dabei besonders das doppelseitige Layout berücksichtigt: In der Wohnung befinden sich Türen meist links im Raum, um Platz für Szenen zu bieten, während sich auf der rechten Seite Texte und weitere Details befinden.

2. Entwurf, Planung und Storyboard

Sobald ein Projekt konkret wird, beginnt die Planungsphase. Als erstes entstehen unzählige Seitenideen, die grob auf Kärtchen skizziert werden und anhand derer wir dann entscheiden, ob Szenen im Buch landet und wenn ja, wo genau. Manchmal gibt es mehrere Entwürfe für Text und Bild und die Entscheidung für einen davon fällt dann während oder nach dem Erstellen der Reihenfolge. Häufig lassen sich auch mehrere Ideen zu einer Seite verdichten.

3. Skizzen

Im nächsten Schritt werden Maße und Layout schließlich festgelegt und darauf aufbauend Szenen und Hintergründe konstruiert. Davon ausgehend entwickle ich die Figur und ihre Posen. Dies geschieht mit Hilfe ausgedruckter Basisfiguren und diverser maßstabsgerechter Räume, Möbel und Dinge, die ich entweder einzeichne oder temporär auf oder neben den Zeichenbogen klebe.

4. Zeichnung

Schließlich werden die Posen und nebenbei entstandene Skizzen gescannt und meine Arbeit geht digital weiter. Zunächst säubere ich die Linien und oft füge ich auch mehrere Skizzen zu einer einzigen zusammen, um die richtige Pose zu finden und in die Raumsituation anzupassen. Manche Planungs- oder Zeichnungsfehler stellen sich erst in dieser Phase heraus und können hier noch leicht korrigiert werden.

Außerdem lege ich hinter der gezeichneten Figur Farbflächen und Muster als Ebenen an, auch wenn diese oft erst im Originalbild ihre richtigen Farben erhalten – es hilft beim Korrigieren, die Zeichnung flächig zu betrachten. Meist wechsle ich stündlich zwischen normaler und spiegelverkehrter, farbiger und schwarzweißer Ansicht, um Arbeitsblindheit zu vermeiden und Fehler möglichst früh zu bemerken.

5. Layout und Raum

Parallel dazu entsteht nun eine Raumsituation für die Figur und Bildelemente wie Gebäudeteile, Möbel, Figuren, Hausrat, Geschirr, usw., die sich auf einzelnen, verschiebbaren, ineinander verschachtelten Ebenen befinden und schließlich miteinander interagieren werden. Einige der volleren Seiten aus „Die wunderbare Welt der Lily Lux“ haben bis zu 1.000 bewegliche Ebenen und lassen sich wie eine reale Bühne behandeln und aufräumen.

6. Ebenen und Archive

Die unzähligen einzelnen Elemente fasse ich gleichzeitig auf Sonderbögen zusammen und kann sie für verschiedene Bilder nutzen. Außerdem notiere ich mir für eventuelle Änderungen, welches Element auf welcher Seite vorkommt und was es für eine Geschichte und für einen Charakter hat. Das führt oft zu seitenübergreifenden, internen Geschichten, von denen der Leser erst auf den zweiten, dritten oder vierten Blick erfährt.

7. Zusammenfügen und Korrigieren

Der schönste Schritt ist immer, Figur und Hintergrund zusammenzufügen und zu sehen, wie beides lebendig wird, langsam dem Bild entspricht, das es bis dahin nur in meinem Kopf gegeben hat, und sich oft auch noch weiterentwickelt. Von diesem Punkt an finde ich es auch wichtig, statt an einzelnen Szenen wieder mehr mit dem ganzen Dokument zu arbeiten und übergreifend zu denken.

Nun wird in unzähligen Phasen weiterkorrigiert und viel besprochen; Details verschieben sich, Elemente gewinnen an Charakter und werden meist mehrmals ausgetauscht, bis das Bild sich nicht nur visuell korrekt, sondern auch erzählerisch richtig anfühlt. Manchmal verselbständigen sich Szenen völlig: Als Lily es eines Nachts für passend befand, ein Schirmboot hinter sich herzuziehen, habe ich Tränen gelacht. Und sie das einfach tun lassen.

Eins der vielen Dinge, die für uns in der Arbeit mit den Lily-Lux-Bänden sehr schön und besonders war, war die Arbeit mit Testlesern. Wir haben Freunden, Verwandten und Bekannten die Seiten gezeigt und gefragt, was sie da sehen, was ihnen besonders gefällt und was nicht. Das hat geholfen, unseren Blick zu klären und nachzuvollziehen, wie jemand, der nicht mehrere Monate mit den Büchern verbracht hat, diese betrachtet und versteht.

8. Abgabe und Druck

Nach unzähligen kleinen und großen Änderungen und Korrekturen werden schließlich die Bilddaten abgegeben. Im Verlag entsteht daraus ein Proofausdruck, anhand dessen die korrekten Farben geklärt werden, und schließlich wird das Buch gedruckt und in den Handel verschickt.

Es ist ein seltsames und überaus wunderbares Gefühl, den ersten Karton mit frisch gedruckten Büchern zu öffnen, und dem Buch dann später auch im Handel zu begegnen und ihm heimlich zuzuzwinkern.“

Die Klappentexterin dankt für den Ausflug in die kreative Welt der Illustratorin.

Bildmaterial © Iris Luckhaus

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*_* Weitere Einblicke gibt es hier:

www.lily-lux.de
www.irisluckhaus.de
irisluckhaus.blogspot.com

Weck die Zauberin in dir! Lily Lux macht es vor.

Einige von euch haben die zauberhafte Lily Lux schon kennengelernt, als ich vor einiger Zeit ihr Notizbuch vorgestellt habe. Jetzt könnt ihr in „Die wunderbare Welt der Lily Lux“ eintauchen.

Von nun an gibt es kein vielleicht oder doch nicht oder ach, wie blöd. Die Zeiten sind bei mir vorbei. Adé! Wie das möglich ist? Ich habe meine eigene Beraterin an der Seite, die mich immer wieder anstubst und mir ein Lächeln schenkt, wenn es auf den Boden gefallen ist. „Ist nicht so schlimm“, sagt sie dann und breitet vor mir eine Welt aus, die so vieles verwandelt. Aus Seufzern entsteigen rhythmische Lieder, bei denen meine Füße zappeln. Ha, so einfach ist das nicht, liebe Klappentexterin! höre ich da jemanden rufen. Doch, doch! Mit Lily Lux schon. Die Dame ist eine ganz einzigartige Lady mit Wohlfühl- und Zauberei-Charakter. Deshalb bekommt sie wieder einen besonderen Platz bei mir.

Das Buch ist ein inspirierender Streifzug durch Lilys Leben. Hier zeigt sie, wer sie wirklich ist und wie sie zaubern kann. Das kann Lily wirklich! Die große Optimistin verwandelt Alltägliches in kleine Wunder, die mir stets schöne Schauer durchs Herz jagen. Und das Beste an allem: Sie ist eine von uns, liebe Damen! Kein niedliches Püppchen. Nein, Lily ist eine Frau von Welt mit Kopf und einem unglaublichen Gefühl für das Gute in der Welt. Lily zeigt, von welchen Schätzen wir umgeben sind. Sie hält uns auch auf liebevolle Weise den Spiegel vor und sagt charmant: „Auch in euch stecken inspirierende Zauberinnen!“ Also aufgepasst und folgt mir bitte!

Lily erinnert uns daran, dass der Weltschmerz schrumpft, wenn wir unsere liebste Strickjacke anziehen. Sie ist unser liebstes Stück. Darin ist es kuschelig, friedlich und bald flattert ein Teil der Sorgen weg, hinaus ins kalte Universum.



Oje, wie gruselig sind die Tage, an denen uns im Gesicht eine kleine Kraterlandschaft wächst! Statt darüber zu fluchen, machen wir es einfach wie Lily und glauben an Wunder.

Oh ja, es ist müßig und nervenaufreibend. Nehme ich nun das? Oder das? Entscheidungen zu treffen, können kleine Höllenfeuer entfachen. Warum hin und her überlegen, wenn es einfacher geht, stimmt’s Lily?

Ich habe einige Talente. Nur eine Sache gelingt mir nicht, egal, wie oft ich es übe: Singen. Wie gut, dass es die Dusche gibt, wo mich (kaum) einer hört. Da bin ich nicht die einzige…

Im Alltag haben wir oft das Gefühl: Jeder Tag gleicht dem anderen. Das muss nicht sein. Mit ein bisschen Mut und Experimentierfreudigkeit im Herzen finden sich selbst in grauen Tagen kleine bunte Schmetterlinge, wenn man …

Eine große Gabe ist es, selbst in jedem Unglück das Gute zu finden. Lily, die unermüdliche Optimistin, geht da als bestes Beispiel voran. Folgen wir ihr auf leisen Schritten…

Ich bin eine Meisterin darin: Zeit zu klauen. Am liebsten mit meinen Büchern. Eintauchen in spannende Welten und alles andere um mich herum vergessen. Ist das da Lily Lux oder bin ich das? Wir beide sind uns jedenfalls einig: Es ist großartig, in gestohlener Zeit zu baden…

Die wunderbare Welt der Lily Lux.
Iris Luckhaus und Matthias Klesse.
September 2009, 64 Seiten, 14,99 €.
Hoffmann und Campe.

Hier gibt es noch mehr Lily Lux.

© Bilder: Iris Luckhaus / Matthias Klesse

Hier endet erst einmal die zauberhafte Reise. Schon am Donnerstag geht es weiter. Dann gibt es ein Interview mit den beiden Menschen, die hinter Lily Lux stehen. Und natürlich kommt auch Lily Lux selbst zu Wort.