Schlagwort-Archive: Geburtstag

Ein Abschied. Ein Geburtstag. Ein Prozess.

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Herr K. ist Autor und lebt in einer großen Stadt. Gelegentlich schreibt er für den Literaturblog seiner Frau. Eines Morgens klingelt es an der Tür. Zwei Herren in langen, grauen Mänteln bitten ihn, mitzukommen. Jemand muss ihn verleumdet haben. Gelächter im Hausflur. Man führt ihn ab, steckt ihn in eine schwarze Limousine der Marke Wolga und bringt ihn in ein unbekanntes Gebäude. »Was wollen Sie von mir?« fragt Herr K. »Wir sind nicht befugt, Ihnen das zu sagen.« K. ist verzweifelt und möchte seine Frau anrufen. Oder einen Anwalt. Alles unmöglich. »Sie führen sich auf wie ein kindischer Autor.« Man schleppt ihn in den Keller. Eine Zelle, finster. K. fällt in einen fiebrigen Schlaf. Als er wieder aufwacht, fühlt er sich schwer und ziemlich rechteckig, zerfallen in viele Seiten. Er versucht sich aufzurichten, in einen kleinen, nahezu blinden Spiegel zu schauen. »Was ist mit mir geschehen?« Kein Traum, nun erkennt er im Spiegel, dass er zu einem Buch geworden ist.
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Glücklicher Tag.

samuel_beckettDie Dreizehn, natürlich. Samuel Beckett wurde am 13. April 1906 in Dublin geboren. Ein Geburtstagsgruß. Eine Erinnerung. Ein kleiner Totentanz auf seinem Grab. Oh, ist dies ein glücklicher Tag! Und alle sind zu diesem Fest erschienen: Estragon, Wladimir, Pozzo und Lucky. Clov und Hamm, Nagg und Nell. Winnie und Willie. Molloy kommt zu spät. Und auf wen alle noch warten, das muss ich hier nicht erklären. Geschenke werden gereicht: ein Strick, eine Bürste, eine Brille samt Putztuch. Die alten Dinge eben. Wie geht es euch? Ach, keine Verschlimmerung, keine Besserung. Aber auch keine Schmerzen. Gut, singen wir ein Liedchen wie die Drossel. Tanzen wir. Und dann legen wir uns ins Gras. So, genug gefeiert. Genug geredet. Jetzt lesen wir seine Bücher. Oder gehen ins Theater. Unbedingt. Ich muss nun los. Und ich entlasse euch alle! Zurück in die Mülltonne. Licht aus. Die totale Finsternis. Eine Kerze für Samuel Beckett.