Schlagwort-Archive: Diogenes Verlag

Weise Worte über die Einsamkeit. Und noch viel mehr.

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Ich habe lange gewartet. Die Zeit dehnte sich endlos wie ein Kaugummi. Tage, Monate, Jahre. Verwelkte Blätter fielen von den Bäumen, raschelten unter den Füßen. Bald tanzten Schneeflocken durch die Luft und teilten sich den Platz mit meinen Atemwölkchen. Einige Monate später kamen Vögel aus dem Süden zurück, setzten sich zwitschernd auf unsere Bäume, die erst noch kahl waren, und bald schon in voller Blüte standen. Ein sich immer wiederholender Kreislauf. Das Buch ließ auf sich warten, aber dann war er endlich da: Der Moment, als ich Benedict Wells Roman in den Händen hielt. Der Titel »Vom Ende der Einsamkeit«, die ersten Sätze… – schon spürte ich die besondere Magie, die uns nur die Literatur schenken kann.

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Becks zweiter Sommer.

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Eigentlich wollte ich ins Kino gehen und mir die Verfilmung von Benedict Wells Debüt »Becks letzter Sommer« anschauen. Aber wie das so ist im Sommer – oft hat man einfach was Anderes vor. Allerdings hab ich die Verfilmung zum Anlass genommen, das Buch noch einmal zu lesen. Und sofort war es wieder um mich geschehen. Ein Glanz legte sich auf meine Augen und ich genoss die Freude des erneuten Lesens. Becks zweiter Sommer sozusagen.

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Der tiefe Frieden aus den Worten von Banana Yoshimoto.

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Wieder hat mich Banana Yoshimoto auf bezaubernde Weise aus der Unrast des Alltags gezogen und mit ihrem Roman »Moshi Moshi« ganz besondere Momente des Innehaltens geschenkt. Die Zeit verwandelte sich vom Hochgeschwindigkeitszug in eine gemütliche Schnecke und ich fühlte mich, als würde ein kugelrunder Buddha leibhaftig neben mir sitzen. Eine Welle des Glücks durchströmt mich selbst jetzt noch – einige Stunden nach dem Ende der Lektüre.

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Ein Buch, stark wie ein Löwe.

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»Der Löwensucher« von Kenneth Bonert ist ein Geschenk des Bücherhimmels. So fühlte es sich für mich an, denn ich begann das Buch exakt zum letzten Weihnachtsfest. Gerade noch saß ich ein wenig ermattet auf dem Sofa und fragte mich, ob ich des Lesens müde bin. Zerstreut griff ich zu dem weißen Wälzer, der mit anderen Neuheiten neben mir lag und öffnete ihn neugierig wie eine Katze, die ein Spielzeug gefunden hat. Schon in der nächsten Minute blinzelte mich ein Weihnachtsstern an, und ich dachte wieder einmal an die kosmischen Kräfte des Bücherhimmels.

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555 Beiträge! Die große Feier mit Karen Köhler, Dennis Lehane und Haruki Murakami!

karen_dennis_harukiIst denn das die Möglichkeit? Ja, das ist es! Mein Blog zählt jetzt über 555. Beiträge. Was für ein wunderbares Ereignis! Ich tanze und klopfe mir auf die Schulter. Und danke euch allen! Für eure zahlreichen Kommentare und die Treue der vergangenen viereinhalb Jahre. Das alles ist so schön und möchte königlich gefeiert werden. Deshalb verlose ich drei wunderbare literarische Schätze: Wir haben Raketen geangelt (vollständig und signiert) von Karen Köhler, den großartigen Krimi In der Nacht von Dennis Lehane sowie ein druckfrisches Exemplar Von Männern, die keine Frauen haben von Haruki Murakami.

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Die Blumen des Guten.

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Bücher von Banana Yoshimoto sind für mich immer kleine Seelenreisen. Die Autorin öffnet die Tür in die Innenwelt von Menschen, die auf ihren Schultern so manches Gewicht tragen. Doch sie drücken mich niemals zu Boden. Ganz im Gegenteil: Stets fühle ich mich leicht und auf besondere Weise aufgehoben, wie in einer warmen Höhle. Daher strecke ich mich mit einem Lächeln nach dem neuen Roman Der See und begebe mich erneut auf die Reise.

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Keine Bewegung – nur lesen!

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Ich habe in diesem Jahr mein Herz für Gangster entdeckt. Im Frühjahr hat mich der Bankräuber Willie Sutton in J.R. Moehringers fulminanten Roman Knapp am Herz vorbei auf seine Seite gezogen. Im Juni folgte dann Tony Soprano aus der genialen Mafia-Serie The Sopranos. Und jetzt steht Joe Coughlin vor mir und meine Augen strahlen. Er ist der Protagonist aus dem Krimi In der Nacht von Dennis Lehane. Zum Ende des für mich eher bescheidenen Lesejahres hat mir der Diogenes Verlag noch einen Joker in die Hand gedrückt. Es wäre zu schade, die Begeisterung für mich zu behalten. Also, folgt mir in die düstere, faszinierende Welt des Gangstertums. Weiterlesen

Die Liebe, immer wieder.

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Bücher von Yael Hedaya zu lesen, verbinde ich stets mit einem erhitzten Kopf, der wie ein Pinguin ins Eiswasser taucht. Ihre Romane explodieren vor Reibungen zwischen den Menschen und erfrischen durch eine Leichtigkeit, die dem elefantenschweren Drama den Riegel vorschiebt. Die israelische Autorin ist meisterhaft darin, feinfühlig, klar und psychologisch klug über eins der spannendsten Themen zu schreiben: die Liebe. So auch in ihrem neuen Roman.

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Klappentexterin feiert den Welttag des Buches und verlost „In Boston?“ von Russell H. Greenan.

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Als ich vor drei Jahren über den Welttag des Buches berichtet habe, war ich taufrisch in der bibliophilen Blogwelt. In der Zwischenzeit hat sich einiges bei mir getan. Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt, unzählige feine Bücher gelesen, meterlange Texte geschrieben und aufregende Veranstaltungen besucht. All das wäre nie passiert, wenn es die Bücher nicht gegeben hätte. So verneige ich mich vor ihnen und danke euch, liebe LeserInnen, dass ihr mit mir gemeinsam diese faszinierende Welt teilt. Weiterlesen

Jahrmarkt Buchmesse.

Eigentlich wollte ich nicht über meinen Besuch auf der Leipziger Buchmesse schreiben. Eigentlich. Aber es war zu schön, so dass ich nicht anders kann, als der Zeit die Zunge herauszustrecken und meine Nacht zu verkürzen. Jetzt rasen meine Finger über die Tasten meines geliebten MacBooks.

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Viel zu schnell ging alles vorbei, als hätte das Leben die Playtaste übergangen und sich großzügig an dem Forward-Knopf bedient. Geschwind raste der Minutenzeiger meiner Uhr, obwohl mich die Deutsche Bahn anfangs warten ließ. Doch es geht nichts über engagierte Bücherfreunde. Sie setzten sich dafür ein, dass der ICE außerplanmäßig am Messegelände halten sollte. Dort pilgerte ich mit den Massen in Richtung der heiligen Hallen. Schneematsch und kleine Steinchen nahmen meine Schuhe ein, die am Ende nichts mehr von ihrem sauberen Heiligenschein hatten. Das wiederum stellte ich völlig entsetzt erst am Ende des Tages fest. Ich, die stets penibel auf saubere Schuhe achtete, ist den ganzen Tag mit verschmutzten Spitzen herumgelaufen. Nun, mein Kopf ignorierte an dem Tag offenbar die Erdanziehungskraft, stand kerzengerade und bewegte sich wie ein Leuchtturm durch die Hallen. Man kann es ihm auch nicht verübeln, gab es doch so viel zu sehen: Zahlreiche Menschen, fantasievoll verkleidete Mangawesen und bekannte Persönlichkeiten wie der frisch gekürte Buchpreisträger David Wagner oder Astrid Rosenfeld, die sich nach einem Auftritt an die Diogenes Bücherwand setzte, kurz durchatmete. Wer denkt bei solchen Beobachtungen noch an die Schuhe? Flink trugen mich meine Beine weiter über das Gelände – von Halle 2 in Halle 4, weiter in Halle 3 und Halle 5. Der Puls raste und der Atem erinnerte an einen stürmischen Küstenwind.

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Die Buchmesse hat was von einem Jahrmarkt. Aufregend, bunt und laut ist es. Die Augen rollen hin- und her. Anders als vor zwei Jahren ließ ich mich dieses Mal mitreißen. Darüber hinaus traf ich auf vertraute Gesichter. Hier ein kurzes, herzliches „Hallo!“ und dort ein neugieriges „Wie geht’s?“, bevor das Schwimmen im Strudel weitergeht. An einigen Ständen hielt ich mich länger auf, bekam ein Glas Sekt, Wasser und einen munter machenden Kaffee spendiert. Und genau das ist für mich das wirklich Schöne an der Messe, das Wiedersehen und der gemeinsame Austausch über die Bücherwelt.
Mein erstes Twittagessen durfte ich ebenfalls miterleben. Hier gab es zwei entzückende Buttons für mich, kleine Andenken, die mich nun immer daran erinnern werden. Besonders dankbar bin ich für den Flitzpiepe-Anstecker, den mir Wibke von Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt in die Hand gedrückt hatte, nachdem ich ihr meine persönliche Geschichte zum Namen verraten habe.

flitzpiepe

Neben einem Gespräch am Diogenes Stand gehörte das Interview mit drei georgischen Autorinnen zu meinen persönlichen Highlights. Dieses Frühjahr ist bei der Frankfurter Verlagsanstalt der Erzählband „Techno der Jaguare“ erschienen. Über dieses Buch werde ich noch berichten. Beim Stand dieses Verlages war ich um 15 Uhr mit Ekaterine Togonidze, Tamta Melaschwili und Nino Haratischwili verabredet. Immer noch lächle ich über diese großartige Begegnung. Ich saß mit den drei Autorinnen zusammen, die ich bewundere und die mich so herzlich in ihre Runde aufgenommen hatten. Es wurde gelacht, aber auch ernsthaft erzählt. Ich habe viel über Georgien erfahren und werde euch bald daran teilhaben lassen, sobald ich die Aufzeichnung übertragen habe. Es war ein bezauberndes Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.

interview

Als ich am frühen Abend mit caterina von SchöneSeiten in der Glashalle bei einem kühlen Wasser verschnaufte, wurde mir bewusst, wie rasend schnell die Zeit vergangen, wie müde ich auf einmal war und wie glücklich. Die Sonne verwandelte sich in einen glühenden roten Feuerball und lockte einige Besucher, dieses fantastische Farbenspiel festzuhalten. Für mich hatte der Tag das Rascheln einer Wundertüte. Überraschende Augenblicke setzen sich neben surreale Momente, Unglaubliches wurde wahr. Erschrocken stellte ich plötzlich fest, dass ich meine Kamera gar nicht groß gefüllt hatte. Ich hatte alle Bilder in meinem Kopf gespeichert und wusste nicht, wie ich sie von dort hier hinein bekommen konnte. Auch das gehört wohl zur Buchmesse dazu.

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Es war schön, die vielen Menschen auf der Leipziger Buchmesse zu sehen. Die Bücher flatterten aufgeregt mit ihren Seiten und lächelten mir zu, genossen sie das Bad sichtlich in der Menge. Die Luft vibrierte und in der ganzen Hetze sah ich auch in staunende, fragende Gesichter, die das Schauspiel auflasen wie ein spannendes Buch. Hier und da sammelte ich Gesprächsfetzen ein, bei denen ich geschmunzelt habe. Die Menge verschluckte mich nicht, sondern spülte mich zu neuen Ufern und vertrauten Inseln. Es war ein Ankommen und Entdecken gleichermaßen. Danke Leipzig für diesen wundervollen Tag! Ich komme im nächsten Jahr wieder.