Lesen heißt leben: Der Welttag des Buches.

© Torsten Woywod

Die gute Nachricht lautet: Das Buch lebt! Die weniger gute: Es lesen immer weniger. In den letzten Jahren gingen dem Buchhandel Millionen von Bücherkäufern verloren. Da kommt der Welttag des Buches gerade richtig. Und ein Plädoyer von der Klappentexterin und Herrn Klappentexter, das Lesen doch bitte nie, nie, nie einzustellen.

Passend zum Anlass empfehlen wir daher heute drei Bücher, in denen es um zwei der schönsten Dinge des Lebens geht: das Lesen und die Buchhandlungen. Die Bücher von Torsten Woywod und Martha Schoknecht bespricht die Klappentexterin, Herr Klappentexter hat sich mit Alberto Manguel beschäftigt. Weiterlesen

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Ein Abschied. Ein Geburtstag. Ein Prozess.

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Herr K. ist Autor und lebt in einer großen Stadt. Gelegentlich schreibt er für den Literaturblog seiner Frau. Eines Morgens klingelt es an der Tür. Zwei Herren in langen, grauen Mänteln bitten ihn, mitzukommen. Jemand muss ihn verleumdet haben. Gelächter im Hausflur. Man führt ihn ab, steckt ihn in eine schwarze Limousine der Marke Wolga und bringt ihn in ein unbekanntes Gebäude. »Was wollen Sie von mir?« fragt Herr K. »Wir sind nicht befugt, Ihnen das zu sagen.« K. ist verzweifelt und möchte seine Frau anrufen. Oder einen Anwalt. Alles unmöglich. »Sie führen sich auf wie ein kindischer Autor.« Man schleppt ihn in den Keller. Eine Zelle, finster. K. fällt in einen fiebrigen Schlaf. Als er wieder aufwacht, fühlt er sich schwer und ziemlich rechteckig, zerfallen in viele Seiten. Er versucht sich aufzurichten, in einen kleinen, nahezu blinden Spiegel zu schauen. »Was ist mit mir geschehen?« Kein Traum, nun erkennt er im Spiegel, dass er zu einem Buch geworden ist.
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Urlaub. Und das Kommen und Gehen der Bücher.

buecher_stuhlUrlaub ist eine der tollsten Erfindungen der Menschheit. Man kann lange ausschlafen und sich den Alltagsstaub aus den Augen reiben, einfach die Seele baumeln lassen, fremde Länder und Städte erkunden. Und natürlich sich den Kopf darüber zerbrechen, welche Bücher man mit auf die Reise nimmt. Wenn man dann entspannt und erholt zurück nach Hause kommt und noch ein paar Tage hat, bevor man wieder zur Arbeit muss, bietet sich das Aufräumen der Bücherregale an. Übrigens eine meiner liebsten Tätigkeiten. Und weil man im Urlaub nur Schönes anstellt, habe ich mich mal wieder mit großer Freude meinen Papierfreunden gewidmet.

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Loslassen befreit. Auch bei Büchern.

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Der Mensch braucht zum Leben drei Mahlzeiten am Tag und ein Bett zum Schlafen, sagt Janosch. Eins, zwei Bücher wären vielleicht auch ganz nett, füge ich hinzu. Und schaue auf meine luftigen Bücherregale. Ich habe es tatsächlich getan und drei prall gefüllte Regale ausgeräumt. Ausgelesene Bücher und Bücher, die ich seit Jahren schon horte, weil ich sie irgendwann lesen wollte. Bücher, die mich beglückt haben und Bücher, die ich nach wenigen Kapiteln zur Seite gelegt habe. Jetzt sind sie alle weg. Okay, fast alle – geblieben ist ein kleiner Rest. Was ist passiert? Wie kam es dazu, dass sich ein ausgewiesener Bücherwurm von so vielen Büchern getrennt hat? Davon berichte ich euch heute.

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Sonne zwischen den Buchseiten.

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Sonne überall. Auf den kahlen Ästen, auf denen sich allmählich grüne Stellen bemerkbar machen. Auf den gefiederten Köpfen der singenden Vögel. Sonne auf glänzenden Autos und flitzenden Fahrrädern. Im Haar zwischen den Strähnen und blitzend auf der Haarspange. Sonne auf dem rollenden Koffer und der roten Handtasche. Sonne auf den Knöpfen der Jacke. Auf den Wänden, die ein Ort für kleine Flächen und Schattenspiele werden.

Und Sonne zwischen den Buchseiten. Jetzt noch in der Wohnung, aber gleich – in wenigen Minuten – bin ich draußen, setze mich auf eine auf eine Bank und lese. Eins der schönsten Dinge, die es gibt. Ja, nun ist er da – der Frühling und lässt uns alle aufatmen. Genießt ihn, liebe Bücherfreunde! In diesem Sinne, beglückendes Draußen-Lesen!

Lesen. Immer und überall.

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Woran man einen Bücherwurm erkennt. Daran, dass er immer und überall liest. Bei Regen, Wind, Schnee und Sonne. Er kann vollkommen verstummen und den Lärm um sich ausblenden, ganz eintauchen in die raschelnden Seiten seines Buches. Eine Oase der Stille und gleichzeitig eine Reise ohne Koffer und Tasche. So stand ich heute am Berliner Hauptbahnhof, wartete auf meine Verabredungen und hatte plötzlich dieses Bild vor Augen. Eine lesende Klappentexterin. Welch‘ schöne Momentaufnahme! Buch in der Hand, die Sonne als lachende Zeugin. So sende ich euch einen lieben Gruß. An diejenigen, die diese Tage zur Leipziger Buchmesse eilen und an alle, die zu Hause bleiben. In jedem Fall ist eins sonnenklar: Die Bücherwelt ist eine ganz besondere, die immer wieder inspiriert, viele Menschen zusammenbringt und eine große Leuchtkraft hat.

Goodbye and Hello!

Fangen wir erst einmal mit dem Goodbye an und blicken auf das Jahr 2015. Das Hello zum neuen Jahr könnt ihr dann in ein paar Tagen hier lesen. Es war ein verrücktes, aufregendes, schönes und ein gleichsam sehr bewegendes und trauriges 2015. Ein Jahr schlimmer Ereignisse und vieler Abschiede, die mich immer noch ganz still werden lassen. Ich habe überlegt, ob ich mich einreihen soll in die Schlange der zahlreichen Rückblicke. Während mein Verstand noch abwog, rief das Herz: »Ja, unbedingt!« Für all die Menschen und Bücher, die mich dieses Jahr beglückt haben, möchte ich die Tasten hüpfen lassen. Denn es gab sie zu genüge: Bezaubernde Augenblicke, in denen ich die Kraft der Literatur mit allen Sinnen gespürt habe. Und die mich mit Dankbarkeit erfüllen.

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+++ Neu +++ Neu +++ Neu +++ Neu +++ Neu +++

Liebe Bücherfreunde,

hoffen wir, dass uns der wechselhafte Monat April endlich den ersehnten Frühling bringt. Gesichert sind auf jeden Fall die neuen Bücher. Heute kann ich nicht still vor mich hin lächeln, heute möchte ich ein paar Worte zu einigen Büchern loswerden, weil gerade unter den Taschenbüchern persönliche Lieblinge dabei sind. Ganz besonders empfehle ich euch Suna von Pia Ziefle. Das Debüt hat es mir im vergangenen Jahr sehr angetan, jetzt erscheint es als Taschenbuch. Wer das Buch noch nicht kennt, kann es hier entdecken. Ebenso beeindruckt hat mich Für den Rest des Lebens von Zeruya Shalev. Klickt einfach hier, dann gelangt ihr zur vollständigen Besprechung. Alles über Lulu von Jonathan Evison hat mich seinerzeit ebenfalls begeistert und überrascht. Neu in dieser Liste ist u.a. Yael Hedaya mit Alles bestens. Darauf freue ich mich ungemein, weil ich diese israelische Autorin schätze und gern lese.

Jetzt genug der vielen Worte. Ich wünsche euch viel Freude beim Durchstöbern der aktualisierten Neuheiten-Liste.

suna für_den_rest_des_lebensalles_bestensdorf_idiotenlulu