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Noch einmal ganz von vorn.

anna_quindlen_ein_jahr_auf_dem_land

»Ein Jahr auf dem Land« von Anna Quindlen ist wieder einmal ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man sich nicht vom Cover und vom Titel leiten lassen sollte. So hätte ich das Buch wohl kaum in die Hand genommen, wäre da nicht die Empfehlung einer befreundeten Buchhändlerin gewesen. Ich habe nichts gegen Äpfel, esse sie sogar für mein Leben gern. Und das Landleben hat für mich eine besondere Faszination. Aber zu diesem Buch passt beides nicht wirklich. Warum? Nun das verrate ich euch jetzt.

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Wie eine wärmende Hand auf der Schulter.


Manche Bücher brauchen ihre Zeit bis man ihr Aroma wahrhaftig schmeckt und andere sind noch nicht an der Zeit, sie zu trinken. So geht es mir mit „Endmoränen“ von Monika Maron. Es ist ein großartiges Stück zeitgenössischer Literatur über das Älterwerden, das ich nicht einfach wortlos zurück ins Bücherregal stellen möchte. Das Buch glänzt vor allem durch seine wunderbare Sprache, die Gedankenvielfalt und es packt den Leser sehr in der Seele, weil es durch seine Sensibilät berührt, so dass man öfter das Gefühl hat als würde jemand einen am Arm zärtlich streicheln.
Monika Maron erzählt die Geschichte von Johanna, die sich in der brandenburger Provinz zurückgezogen hat, ihr Leben Revue passieren lässt. Sie ist erschrocken, wie sich die Welt verändert hat, zweifelt, hofft und liebt mit jeder Faser ihrer Lebens. Es ist ein Buch, das ich lesen möchte, wenn ich ein paar Jahre älter bin, weil es das enthält, was ich mir dann sicherlich um so mehr wünsche – einen ehrlichen Blick in den Spiegel, eine wärmende Hand auf der Schulter zusammen mit einem Lächeln, das mich auffängt und meine Falten dabei liebevoll streichelt.

Endmoränen.
Monika Maron.
Februar 2004, 8.95 €.
Fischer.