Nur der Moment zählt. Der ruhige.

Nach dem Klassiker Kokoro wende ich mich wieder zeitgenössischer japanischer Literatur zu. Lasst uns also noch ein bisschen in Japan bleiben, es ist dort einfach zu schön. So habe ich nun Yoko Ogawa zu Gast, die mir ihre »Zärtliche Klagen« mitgebracht hat, die kürzlich beim Liebeskind Verlag erschienen sind. Wir sitzen uns gegenüber, schweigen und lauschen den zauberhaften Klängen eines Cembalos. Spielt Kaoru? Oder doch Nitta? Yoko Ogawa schweigt und tippt aufs Buch. Ich schließe lächelnd die Augen und kehre zurück in meine literarische Kraftoase, um dort wieder auf Kaoru und Nitta zu treffen.

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Unabhängigkeitstag – der Indiebookday 2017

Wieder schließt sich ein Kreis. Ich stehe lachend mittendrin, schaue zu den vielen feinen Büchern aus unabhängigen Verlagen und begrüße mit ihnen ein neues Jahr. Für mich gibt es nämlich zwei Jahresrechnungen. Einmal die gewöhnliche kalendarische und die nach dem Indiebookday. So gesehen habe ich heute einen kleinen Kater vom gestrigen berauschenden Jahreswechsel. Deshalb tapse ich heute ein bisschen müde durch den Tag, tippe im Schneckentempo langsam in die Tasten und schaue nochmals auf den 18. März 2017 zurück.

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Das ganze Leben ein Gedicht.

Wäre das schön! Wenn man nur von Gedichten und der Philosophie leben könnte. Eine traumhafte Vorstellung, die mir Chaya zuflüstert. Ich nicke ihr mit leuchtenden Augen zu und lächle über die junge Frau, an deren Seite ich für kurze Zeit weilen konnte. Ach, ich werde sie vermissen, meine neue Freundin. Wir haben uns im gleichnamigen Buch getroffen, das Kathy Zarnegin geschrieben hat. Die Autorin hat meinen wintermüden Geist mit Sonne aufgeladen, auch wenn man dem Buch diese Kraft auf dem ersten Blick nicht ansieht. Eher unauffällig liegt es derzeit zwischen den farbenfrohen Büchern der Saison, doch das im weissbooks-Verlag erschienene Buch ist so überhaupt nicht zurückhaltend. Bereits auf den ersten Seiten weht eine selbstbewusste Prise. Weiterlesen

Geschichten aus der Stadt, die niemals schläft.

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Foto: Karl Bissinger

 

Heute ist ein besonderer Tag, der mich einerseits beglückt und andererseits ein bisschen traurig macht. Glücklich bin ich darüber, dass ich auf meinem Blog den 100. Geburtstag einer bemerkenswerten Autorin zelebrieren kann. Traurig hingegen macht mich die Tatsache, dass ich in sämtlichen Literaturkalendern keinen Eintrag über Maeve Brennan finde. War die Autorin am Ende zu unbekannt? Oder hat man sie übersehen? Nun, es ist wie es ist, und ich kann die frohe Kunde übermitteln, dass Maeve Brennan eine außergewöhnliche Journalistin und Schriftstellerin war, von der ich euch heute berichten und auf die ich anstoßen möchte. Cheers!

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Ein verlorenes Paradies?

elif_shafak_der_geruch_des_paradieses»Welchen Lebensweg soll ich einschlagen?« Ich spüre den Blick von Peri auf mir und drehe mich verlegen zur Seite. Diese große existenzielle Frage hallt durch Elif Shafaks Romanheldin direkt zu mir. Peri erinnert mich an eine junge Biene, die zu lange am süßen Nektar genascht hat. Nun ist sie ganz mit Blütenstaub gefüllt und sie weiß nicht, wohin mit dem Gewicht. In ihrem Falle sind es allerhand Gedanken und Gefühle. Sie arbeiten in ihr wie fleißige Ameisen, und der Wind bahnt sich einen Weg durch ihren Kopf, doch die Gedanken über Gott, das Gute und das Böse, die verschlüsselten Träume und die Einsamkeit des jungen René Descartes, sie wollen partout nicht verschwinden.

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Kriminell gut: Ein Roman mit Mörder.

bogmail_roman_mit_moerderFür gewöhnlich lest ihr auf meinem Blog Buchbesprechungen über zeitgenössische Literatur. Manchmal findet sich hier auch ein Kinderbuch oder ein Klassiker. Doch Krimis kommen so gut wie kaum vor. Aber heute mache ich eine Ausnahme. Und das aus zwei Gründen. Zum einen habe ich eine kleine Krimi-Sensation gelesen, die sich hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignet. Ja, bald ist es wieder soweit. Zum anderen hat mir das kürzlich im Steidl Verlag erschienene Buch, »Bogmail. Roman mit Mörder«, wieder einmal vor Augen geführt, weshalb ich die Welt der Indiebooks so schätze.

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Talking about Niederlande & Flandern mit Jörg Sundermeier.

autorenfoto_jo%cc%88rg_sundermeier_copyright_nane_diehl_klFoto: © Nane Diehl

Heute begrüße ich Jörg Sundermeier,  Verleger des Verbrecher Verlags und Vorstandsmitglied der Kurt-Wolff-Stiftung. Bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich dem Berliner zum K.-H. Zillmer-Verlegerpreis gratulieren, den er vergangene Woche entgegengenommen hat. Chapeau, Chapeau! Der Mitinitiator der 2009 gegründeten »Hotlist« hat sich Zeit für meine Neugier genommen. So wollte ich mehr über den in den Niederlanden sehr erfolgreichen Romanzyklus »Das Büro« von J.J. Voskuils erfahren.

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Echte Männer, Sattelschmerzen und eine verspätete Reise – junge Literatur aus Flandern und den Niederlanden.

mag_coverMein geschätzter tolino bekommt Konkurrenz. Von einem Produkt, das es vom Gewicht her durchaus mit ihm aufnehmen kann. Obendrein ist der bibliophile Lesefreund für unterwegs ein haptisch schönes Erlebnis. Der mairisch Verlag hat uns von seinem Ausflug nach Amsterdam DAS MAG, The Best Of mitgebracht. Das Magazin ist die jüngste Stimme in der niederländischen Gegenwartsliteratur, erscheint seit 2011 vierteljährlich und jetzt erstmals auf Deutsch.

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Talking about Niederlande & Flandern mit Daniel Beskos.

mairisch_in_utrechtZum Auftakt meines Buchmesse-Spezials begrüße ich den mairisch Verleger Daniel Beskos. Der unabhängige Hamburger Verlag hat im Februar seinen Verlagssitz für vier Wochen nach Amsterdam verlegt. Auf ihrem Verlagsblog haben uns die mairischler an dem Projekt mit spannenden und sehr lesenswerten Beiträgen aus der Literaturszene unserer europäischen Nachbarn teilhaben lassen. Wer die Texte noch nicht gelesen hat, dem empfehle ich sie sehr. Ihr könnt sie jederzeit hier einsehen. Aber ich wollte natürlich mehr über die Aktion erfahren und habe nachgefragt.

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Bitterkalt und herzenswarm.

rishoi_winternovellenFür jedes Buch gibt es den richtigen Augenblick. Ich weiß nicht, wie oft ich den Satz schon geschrieben habe. Und doch werde ich nicht müde, ihn aus der Schublade meines Wortschrankes hervorzuziehen, wenn er perfekt passt – wie in diesem Falle. Mir ist »Winternovellen« von der jungen Norwegerin Ingvild H. Rishøi bereits mehrfach begegnet. Und nach der Bekanntgabe der Hotlist 2016 war er also da, der richtige Augenblick. »Winternovellen« zählt in diesem Jahr zu den besten zehn Büchern aus unabhängigen Verlagen. Und ich freue mich sehr darüber, weil es dort einfach hingehört.

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