Archiv der Kategorie: Sachbuch

Seelenfutter zum Verschenken.

Copyright: Lisa Aisato aus „Die Sonnenwächterin“, btb Verlag

Ein anstrengendes Jahr neigt sich dem Ende zu, aber auf den letzten Metern fordert es uns pandemiebedingt noch einmal richtig heraus. Über den Sommer verheilte Wunden reißen wieder auf, vieles ist ungewiss und fühlt sich mitunter beängstigend an. Doch mitten im Sturm gibt es ein völlig legales Beruhigungsmittel: Bücher. Mit Büchern können wir uns in andere Welten träumen, sie geben uns Halt und schenken Zuversicht. Und genau solche Bücher möchte ich euch heute in meinem 1. Spezial ans Herz legen. Mögen die Wolken auch tief hängen, hier kommen meine Lieblinge voller Sonnenseiten.  

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Weihnachten 2021: As last Year?

Fast hätte ich den Einführungstext vom letzten Jahr genommen – aktuell wäre er immer noch. Die Pandemie ist ebenso präsent wie die tiefen Risse im Porzellan unserer Gesellschaft. Gut, die ersten Adventslichter werden angezündet, aber ob sie ausreichen, einen Lichtstreifen am Horizont zu erzeugen? Vielleicht geht es ja endlich politisch voran – wenn auch nicht so, wie es sich viele wünschen und auch notwendig wäre. Bleiben wir also verhalten optimistisch und wenden uns den Freuden der Literatur zu. Da gab es in diesem Jahr wieder einige Leuchten, die ich euch nicht vorenthalten möchte. So zerschlagen wir zu Weihnachten kein Porzellan, sondern beschenken uns gegenseitig mit geistiger Nahrung.

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Zum Gedenken an die Toten. Und ans Leben. 

Allerseelen ist vorbei. Einen Tag nach Allerheiligen wird der Verstorbenen gedacht. Das Gedächtnis aller Seelen. So geschieht es bei den Katholiken. Die evangelische Kirche gedenkt der Verstorbenen am Totensonntag. Nehmen wir es also nicht so genau und gedenken am Totensonntag denjenigen, die in diesem Jahr von uns gegangen sind. 

Vielleicht hat jemand einen Menschen verloren, den er geliebt hat. Es sind auch wieder Künstler von uns gegangen, deren Werke uns viel gegeben haben. In jedem Fall sollten wir auch den Opfern von Gewalt und Tyrannei gedenken und denen, die es auf der Suche nach einem besseren Leben nicht zu uns geschafft haben. Lasst uns innehalten und dankbar sein, dass wir noch am Leben sind. 

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Wir treffen uns im Garten.

Foto: Jamaica Kincaid | © Robert E. Woolmington

Gartenarbeit war für mich als Großstadtpflanze bisher fremd wie ein Weltraumanzug. Aber nun wohne ich ja auf dem Lande, und spätestens nach „Mein Garten(Buch)“ von Jamaica Kincaid sehe ich mich bald in Schürze und mit der Schaufel im Grünen stehen. Ist doch der Garten in Corona-Zeiten der Ort für Erfüllung und meditative Erfahrungen geworden. 

Da kommt Jamaica Kincaid zur rechten Zeit, beschreibt die auf Antigua geborene Autorin in ihrem Buch doch von ihren Erfahrungen als Gärtnerin. Und wie bei mir, ist ihr Verhältnis zum Grün zunächst, nun ja, ein wenig gespalten. »Diese Aufregung, wenn ich im Garten bin, und dieses Glück, dass ich mich so aufregen kann!« Ausgerechnet diese ambivalente Liebe (»Mein Garten hat keine ernsten Absichten, mein Garten hat nur Zweifel über Zweifel.« ) führt zu hinreißenden Notizen, denen ich mich nicht entziehen konnte.  

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Ein Lichtstrahl in dunklen Zeiten.

»Pantherzeit ist Seelenzeit.« Dieser Satz schnurrt seit einigen Wochen in meinem Kopf, und er hat etwas sehr Beruhigendes. Aufgespürt habe ich ihn in Marica Bodrožić’ Essayband »Pantherzeit – Vom Innenmaß der Dinge«. Im Frühjahr 2020 brachte der erste Lockdown das Leben der Autorin und ihrer Familie ebenfalls zum Stehen. Und so begann sie, gemeinsam mit Freunden das Gedicht »Der Panther« von Rainer Maria Rilke zu rezitieren. Der Panther in seinem Käfig – ein Sinnbild für den Stillstand des Lebens. Marica lud ihre Nachbarn ein, das Gedicht jeden Abend um 20 Uhr gemeinsam auf den Balkonen zu sprechen. Schon bald wanderte die Raubkatze über die Berliner Balkone weiter nach Tel Aviv, Basel, Bremen und St. Andrews in Schottland – zu allen Freunden, denen sie davon berichtete.  

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Fantasiewelten verschenken.

© Illustration Kat Menschik / Galiani Berlin

So eingeschränkt wir in diesem Jahr auch waren, für uns Leser*innen gab es immer ein Schlupfloch – die Bücher! Unsere bibliophilen Freunde haben uns stets die Türen offen gehalten, schließlich kennt die Welt der Fantasie keine Grenzen. Dank vieler wunderbarer Bücher sind wir dem Alltag entflohen, haben außergewöhnliche Entdeckungen machen können und auch Hoffnung geschöpft. Nachdem Herr Klappentexter bereits seine Empfehlungen präsentiert hat, zeige ich euch heute eine geschenkfreudige Auswahl:

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Schenken verbindet.

Schwierige Zeiten gerade. Denke mir, da sind wir uns alle einig. Aber was ist schon leicht zwischen Himmel und Hölle? Es hilft allerdings, seine Seele nicht in die Fänge derjenigen zu geben, die Schwieriges gern mit leichten Rezepten angehen wollen. Verlorene Seelen finden selten ihren Frieden. Behalten wir also die Nerven und tun uns gegenseitig Gutes. Bücher schenken zum Beispiel. Das verbindet selbst Menschen, die sich gerade nicht treffen können oder dürfen. Heute nun unsere ersten Empfehlungen:

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Der Wahnsinn.

Es gab einmal ein idyllisches Dorf in den Bergen, an der Grenze Österreichs zur Schweiz. Sein Schicksal war es, dass sich die besten und schönsten Skigebiete der ganzen Alpen in direkter Nachbarschaft befinden. Und so wurde aus dem kleinen Dorf mit nicht einmal zweitausend Einwohnern ein Lifestyle-Mekka, wie es im Marketing-Sprech von Menschen genannt wird, die aktiv an seiner Zerstörung mitwirken. Wobei – dieser Prozess ist eigentlich abgeschlossen.

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Der Hundertjährige, der aus dem Sixpack stieg.

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Man stelle sich nur mal vor, Charles Bukowski wäre tatsächlich hundert Jahre alt geworden. Gut, wahrscheinlich würde er dann im Rollstuhl sitzen, und Linda müsste ihn zum Wettschalter auf der Pferderennbahn schieben. Auf das Jubiläum würde er mit einem Achselzucken reagieren und jedem unangekündigten Besucher eine eiskalte Bierdose entgegenschleudern. Ein lebendiger, hundertjähriger Bukowski wäre tatsächlich ein medizinisches Wunder, eine Fackel im Sturm des Gesundheitswahns, ein Sieg gegen den allgegenwärtigen Stumpfsinn.
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Reisen mit Herrn Unseld.

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»Reiseberichte« von Siegfried Unseld. Lesebericht von Herrn Klappentexter. Allgemeines: Reisen im Kopf einmal um die ganze Literaturwelt.

Teilnehmer: Nur die hochkarätigsten der sowieso schon hochkarätigen Autoren des Suhrkamp-Verlages. Dazu bekannte bis berühmte Personen aus Kultur, Gesellschaft und Politik. Unseld traf Legenden noch zu Lebzeiten.
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