Auf geht´s in spannende Welten! Mit von der Partie: Ein Hitlerkäfer, Georgien, Die Tollen Hefte und Kafka.

Samstagmorgen, 7 Uhr. Der Wecker zeigt sich von seiner lautesten Seite, ich schrecke hoch und denke: Moment, habe ich heute nicht frei? Als ich alle Sinne beisammen habe, fällt es mir ein: Ich will um 10 Uhr in Kreuzberg bei Kirchner Kommunikation sein, wo die #Spreepartie beginnt. So hüpfe ich freudig aus dem Bett, einem inspirierenden literarischen Samstag entgegen.

Bevor es losgeht, wird erst einmal bei den Kirchner Damen gefrühstückt.

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Machen mehr als glücklich: Maeve Brennans Erzählungen.

Kann man sich in eine Autorin verlieben? Die Frage holte mich wiederholt ein, als ich mir mit Herrn Klappentexter Das literarische Quartett anschaute. Exakt den gleichen Gedanken hatte ich bereits vor zwei Jahren, als ich Maeve Brennan erstmals las. Thea Dorn sagte, dass sie in die Autorin verliebt sei, und Volker Weidermann schien kurz etwas irritiert. Er sei ganz angetan von der Autorin, gewiss, aber verliebt, nein. Ulrich Matthes indes schritt ein und hielt eine derart begeisternde Rede über die Autorin, dass ich Tränen in den Augen hatte. Und ob man sich in eine Autorin verlieben kann! Ich saß mit hochrotem Kopf auf der Couch, neben mir glühte die Schmuckausgabe »Sämtliche Erzählungen« von Maeve Brennan, die kürzlich bei Steidl erschienen ist. Die Gesamtausgabe ist kein Massenprodukt, sondern ein ganz besonderes Geschenk an alle Leser, die sich in die Autorin verliebt haben und es noch werden. Obendrein ist sie wieder ein Beweis für den Mut der unabhängigen Verlage, die sich solche Projekte trauen und uns damit beglücken. Weiterlesen

Talking about Maeve Brennan mit Hans-Christian Oeser.

Foto: privat

Ich erinnere mich zu gern an die erste Erzählung, die ich in dem Band »New York, New York« von Maeve Brennan gelesen habe. Es war geradezu eine Offenbarung. Und ich ganz im Glück, je mehr ich von der Schriftstellerin las. So zählt Maeve Brennan mittlerweile zum engen Kreis meiner Lieblingsautorinnen. In diesem Jahr wäre sie 100. Jahre alt geworden. Zu diesem besonderen Anlass hat der Übersetzer ihrer Werke, Hans-Christian Oeser, eine Gesamtausgabe im Steidl Verlag herausgegeben. Groß ist meine Freude, dass die wunderbare Sammlung nun am Freitag, 16. Juni, im Literarischen Quartett vorgestellt wird. Dann dürfte sie aus dem Kreis der hierzulande unbekannten Autorinnen strahlend hervortreten. Für euch öffne ich den feinen Schuber in den nächsten Tagen. Vorher kommt der Übersetzer in einem Interview zu Wort und nimmt euch mit in die literarische Welt Maeve Brennans. Weiterlesen

Dorothy Parker: Lauter Liebeserklärungen.

Seit einigen Wochen trudeln die neuen Bücher der Herbstsaison im Hause der Klappentexterin ein. Herr Klappentexter schlägt die Hände über den Kopf zusammen und fragt: Wohin nur mit all den Büchern? Und ich? Freue mich wahnsinnig, schaue sie jedoch nur kurz an und stelle sie dann seufzend ins Regal. Zugegeben, die Neugier ist groß und es fällt mir nicht leicht, sie erst einmal zu ignorieren. Doch die Neugier auf eine bestimmte Autorin ist mindestens genauso groß: Dorothy Parker. Am 7. Juni jährt sich ihr Todestag zum 50. Mal. Bis vor wenigen Wochen hatte ich noch gar nichts von der New Yorker Autorin gelesen. Was eigentlich gar nicht sein konnte. Nun schreibt hier ein frisch gebackener Fan dieser wunderbaren Autorin, die nie, nie in Vergessenheit geraten darf. Weiterlesen

Das Geheimnis des Schreibens.

Baeschlin VerlagVielleicht ist Solothurn genau der richtige Ort, um dem Geheimnis des Schreibens auf die Spur zu kommen. Denn dort konnte ich innerhalb weniger Tage einige Lesungen erleben und interessanten Gesprächen mit Autoren lauschen. Wo Herr Klappentexter über das große Ganze geschrieben hat, widme ich mich nun vorrangig den Lesungen sowie den kleinen bezaubernden Dingen vor und hinter den Kulissen.

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Nur der Moment zählt. Der ruhige.

Nach dem Klassiker Kokoro wende ich mich wieder zeitgenössischer japanischer Literatur zu. Lasst uns also noch ein bisschen in Japan bleiben, es ist dort einfach zu schön. So habe ich nun Yoko Ogawa zu Gast, die mir ihre »Zärtliche Klagen« mitgebracht hat, die kürzlich beim Liebeskind Verlag erschienen sind. Wir sitzen uns gegenüber, schweigen und lauschen den zauberhaften Klängen eines Cembalos. Spielt Kaoru? Oder doch Nitta? Yoko Ogawa schweigt und tippt aufs Buch. Ich schließe lächelnd die Augen und kehre zurück in meine literarische Kraftoase, um dort wieder auf Kaoru und Nitta zu treffen.

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Ein Meister und sein Werk.

soseki_kokoroWenn es um Einsamkeit, Schuld und den Konflikt zwischen traditionellen Werten und der Moderne geht, kann man oft von einem typisch japanischen Buch sprechen. Wenn das Werk obendrein in seiner bildreichen Sprache an einen ruhigen Fluss erinnert, seufzt man als Freundin japanischer Literatur glücklich auf. Doch der Schein trügt manchmal, denn zwischen den scheinbar stillen und friedlichen Buchdeckeln brodelt es mitunter gewaltig. Hier liegen oft gewaltige Konflikte verborgen. All diese Elemente vereint »Kokoro« von Natsume Soseki. Das Meisterwerk ist im vergangenen Jahr in einer überarbeiteten Übersetzung in der Manesse Bibliothek der Weltliteratur erschienen, deren Bücher stets ein haptischer Traum sind.

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Zsuzsa Bánk über Freundschaft.

© Gaby Gerster

Zsuzsa Bánk hat mir mit ihren Büchern »Die hellen Tage«, »Der Schwimmer« und aktuell mit »Schlafen werden wir später« stets unvergesslich schöne Lesemomente geschenkt. So freue ich mich ganz besonders, dass ich die Autorin nun bei mir zu Gast habe. Zsuzsa Bánk wurde 1965 geboren und arbeitete als Buchhändlerin. Sie studierte Publizistik, Literatur und Politikwissenschaft. Die vielfach ausgezeichnete Autorin lebt heute mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Weiterlesen

Es lebe die Freundschaft!

Wir hatten uns lange, das Buch und ich. Als ich »Schlafen werden wir später« von Zsuzsa Bánk begann, war es grau und kalt draußen. Jetzt hat die Sonne die Kraft eines frühen Sommertages: Blüten strecken sich ihr hungrig entgegen, erste Insekten schwirren auf dem Balkon, ich atme auf. Und spüre gleichzeitig den schweren Atem des Abschieds im Gesicht. Man sagt, Bücher können wie gute Freunde sein. So ist es mir mit diesem berührenden Briefroman ergangen. Deshalb bin ich hin- und hergerissen zwischen Aufbruchfreude und Abschiedsschmerz. Aufbruchfreude, da es mich lange festgehalten hat, länger als zunächst angenommen. So habe ich die vielen eintrudelnden Neuerscheinungen ruhen lassen müssen, um dem Buch die Zeit zu geben, die es fordert. Doch man schenkt sie ihm gern, wenn man sich darin fest verankert hat und wohl fühlt. Abschiedsschmerz, weil ich Márta und Johanna vermissen werde. Selbst nach der Lektüre frage ich mich hin und wieder, was sie nun machen und wie es ihnen wohl geht. Und in all dem kreisen Gedanken wie Möwen durch meinen Kopf, kreischen und wollen hinaus. Auf den Blog, in der Hoffnung, dass wir uns wieder gerade biegen, die Gedanken und ich, und dabei vielleicht weitere Freunde für das Buch aufspüren können. Das wäre schön. »Schlafen werden wir später« ist ein Buch, das seine Liebhaber finden wird. Ich bin eine davon. Warum, das möchte ich euch erzählen.

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Mit #verlagebesuchen 2017 in die Verlagswelt eintauchen.

Ihr habt euch sicherlich auch schon oft die Frage gestellt: Wo kommen all die schönen Bücher her? Und welche Köpfe stecken dahinter, wie sieht der Entstehungsprozess vom Manuskript bis zum fertigen Werk aus? Und und und… Nun, da habe ich einen besonderen Tipp für euch: #verlagebesuchen 2017. Dahinter verbirgt sich ein Projekt des Landesverbandes Berlin-Brandenburg vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das 2016 initiiert wurde. In diesem Jahr gibt’s zum Welttag des Buches in Kooperation mit den anderen Landesverbänden eine Fortsetzung. Und nicht nur das: Das Projekt wurde erweitert. So beteiligen sich vom 21. bis 23. April deutschlandweit rund 100 Verlage an der schönen Aktion. Was müsst ihr tun? Welche Verlage beteiligen sich? Das verrate ich euch in diesem Beitrag.

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