Truman Capote. Immer und immer wieder.

Truman Capote ist einer meiner großen literarischen Helden und hat mein Stilbewusstsein im doppelten Sinne wachgeküsst. Als ich »Frühstück bei Tiffany« mit der bezaubernden Audrey Hepburn sah, war’s das erste Mal um mich geschehen. Mit zarten vierzehn Jahren wusste ich noch nicht, dass es sich um eine Literaturverfilmung handelt. Und ich den Autor Truman Capote erst einige Jahre später entdecken würde. Ich saß einfach nur mit glänzenden Augen vorm Fernseher und war beschwipst von all dem Schönen und dem Stil, besonders von der bezaubernden Audrey. Kurz spürte ich ein Ziehen in meiner Herzgegend und hatte zum ersten Mal das Gefühl, in einer falschen Zeit geboren zu sein. Ich wollte in den Film hineinkriechen und die gleiche Kleidung wie Holly Golightly tragen. Die unglaublich schöne schlichte Eleganz! Und die frechen, charmanten Dialoge. Gleichzeitig war da die leichte Melancholie, die wie ein Lufthauch katzengleich um die Ecke schleicht. Das Zusammenspiel war unglaublich faszinierend, und die kleine Klappentexterin glücklich. Kein Wunder, dass ich den Film bis heute unzählige Male gesehen habe.

Zum Greifen nahe: Tiffany & Co. Das war ein schönes Frühstück für mich.

Den zweiten stilvollen Musenkuss schickte mir Truman Capote wenige Jahre später in Form von Literatur. »Baum der Nacht« war das erste Buch, das ich las. Schon die ersten Sätze sagten mir, dass auch hier wieder eine besonders stilvolle Gastgeberin im Mittelpunkt stand. Und dann diese Sprache! Ich staunte nur noch darüber, wie man so viel Eleganz in die Worte legen konnte. Ein Wunder, das nur von einem echten Sprachgenie vollbracht werden konnte.

Kürzlich nun zog ich – sozusagen aus einer Sommerlaune heraus – seine »Sommerdiebe« aus dem Bücherregal und war beim Lesen erneut höchst beglückt. Meinen Leseeindruck könnt ihr im Sommerspezial nachlesen.
Truman Capote ist unerreicht und immer und immer wieder eine Entdeckung wert. So möchte ich an seinem heutigen Todestag an diesen Jahrhundertautor erinnern. Und in Gedanken auf den kleinen, großartigen Mann anstoßen, genauso wie auf das wundervolle, literarische Erbe, das er uns hinterlassen hat. Zu diesem festlichen Anlass gibt’s auf dem Blog eine Verlosung. Denn ich habe gleich zwei Exemplare von »Sommerdiebe« im Bücherregal zu stehen. Das sind natürlich eins zu viel. Vielleicht ist ja dort draußen jemand, der gerne ein Exemplar hätte.

Okay – was heißt, vielleicht, ganz bestimmt! Das Exemplar ist nicht mehr ganz neu, aber innen immer noch schön wie am ersten Tag, eine Perle vergeht eben nicht.

Was ihr tun müsst? Schreibt mir einfach bis zum Samstag, 2. September 2017, einen Kommentar, warum ihr das Buch gern lesen möchtet. Unter allen Einsendungen wird dann das Werk verlost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

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6 Gedanken zu “Truman Capote. Immer und immer wieder.

  1. Ohne mich hier aufdrängen zu wollen, würde ich das Buch sehr gerne lesen. Bislang ist „Kaltblütig“ mein einziger Capote, den ich aber für ziemlich genial halte – um mal zu untertreiben. Außerdem mag ich seinen richtigen Namen: Truman Streckfus Persons, so klangvoll.

    Davon mal abgesehen sieht man in deinem Bücherregal zwar nicht viel, ich habe mit Benedict Wells und Murakami aber auf Anhieb zwei meiner liebsten Autoren entdeckt 🙂

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  2. Ich erinnere mich auch einen sagenhaft guten Film mit dem Titel“Capote“ – Philip Seymour in der Hauptrolle, einmalig! Unbedingt angucken!

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  3. Hallo Klappentexterin.Wie schön, von deiner Begeisterung, deiner liebevollen Bewunderung für diesen Autor zu lesen. Leider kenne ich Truman Capote noch nicht. Das ist also die Gelegenheit für mich, ein Buch von Ihm von Dir zu lesen. Ich würde mich freuen. Mit freundlichen Grüßen, Timo.

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  4. Hat dies auf BritLitScout rebloggt und kommentierte:
    Die Klappentexterin erinnert mit einem Gewinnspiel daran, dass heute Truman Capotes Todestag ist. Mir ging’s wie ihr, ich habe mich schon als Teenager in den Film Frühstück bei Tiffany’s verliebt, und das Buch hat’s dann sogar auf meine Maturaleseliste geschafft.
    Sommerliebe steht als Summer Crossing in meinem Bücherregal, und das Buch hat eine ganz interessante Geschichte: Es wurde erst in Truman Capotes Nachlass entdeckt und deshalb posthum veröffentlicht. Davor gab es lange Diskussionen darüber, ob und in welcher Version das Buch in die Buchhandlungen kommen soll. Wir werden also nie erfahren, ob die Geschichte wirklich wie in der Veröffentlichung hätte ausgehen sollen, aber wie die Klappentexterin finde ich das Ergebnis in jedem Fall beglückend.
    Truman Capote war übrigens auch ein enger Freund der Autorin von To Kill a Mockingbird (Wer die Nachtigall stört), Harper Lee. Auch dieses Buch haben die meisten von uns wohl zuerst in der Verfilmung mit Gregory Peck kennengelernt.
    Capote und Lee wuchsen als Nachbarskinder in Monroeville, Alabama, auf und diktierten sich ihre ersten Geschichten gegenseitig in die Schreibmaschine, die ihnen Lees Vater geschenkt hatte. Sie blieben enge Freunde, bis Truman Capote In Cold Blood (Kaltblütig) veröffentlichte: Der Roman basierte auf einer wahren Geschichte, und Harper Lee hatte an der Recherche intensiv mitgearbeitet, viele Seiten Material beigesteuert und die Endfassung redigiert, diese Beiträge wurden von Truman Capote ihrer Meinung nach aber nicht ausreichend gewürdigt. Das nahm Harper Lee ihm sehr übel, trotzdem blieben die beiden bis zu Capotes Tod im Jahr 1984 in Verbindung.
    Harper Lee veröffentlichte erst 55 Jahre nach To Kill a Mockingbird ihr zweites eigenes Buch, Go Set a Watchman. Dieses wartet noch in meinem Bücherregal …

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  5. Von Truman Capote habe ich noch nichts gelesen – aber da auch Deborah, die ihren Blog sogar nach diesem Buch benannt hat (www.sommerdiebe.de), von der ich nichts anderes als ihren Blog kenne und des öfteren von diesem Autor schwärmt, würde ich dieses Buch sehr gerne lesen. Übrigens hat mich Dein Beitrag darin ebenfalls bestärkt :-)!
    Lieben Gruß Eva

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  6. Schon nach deinem Sommerspezial-Beitrag wollte ich mir das Buch umbedingt kaufen. Bis jetzt habe ich es noch nicht gemacht und würde mich sehr über das Exemplar freuen. Bisher kenne ich nur „Frühstück bei Tiffany“. Sprache ist mir bei einem Buch auch sehr wichtig 😉
    Liebe Grüße

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