Glücklicher Tag.

samuel_beckettDie Dreizehn, natürlich. Samuel Beckett wurde am 13. April 1906 in Dublin geboren. Ein Geburtstagsgruß. Eine Erinnerung. Ein kleiner Totentanz auf seinem Grab. Oh, ist dies ein glücklicher Tag! Und alle sind zu diesem Fest erschienen: Estragon, Wladimir, Pozzo und Lucky. Clov und Hamm, Nagg und Nell. Winnie und Willie. Molloy kommt zu spät. Und auf wen alle noch warten, das muss ich hier nicht erklären. Geschenke werden gereicht: ein Strick, eine Bürste, eine Brille samt Putztuch. Die alten Dinge eben. Wie geht es euch? Ach, keine Verschlimmerung, keine Besserung. Aber auch keine Schmerzen. Gut, singen wir ein Liedchen wie die Drossel. Tanzen wir. Und dann legen wir uns ins Gras. So, genug gefeiert. Genug geredet. Jetzt lesen wir seine Bücher. Oder gehen ins Theater. Unbedingt. Ich muss nun los. Und ich entlasse euch alle! Zurück in die Mülltonne. Licht aus. Die totale Finsternis. Eine Kerze für Samuel Beckett.

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7 Gedanken zu “Glücklicher Tag.

  1. Ja, ein schöner Text… Und dann noch, in Memoriam: bringen wir Herrn Beckett auch eine rote Rose mit, wenn wir sein Grab besuchen. In Paris hat er seine letzte Ruhe gefunden, auf dem Cimitiére Montparnasse: ein besonderer Ort, eine Rose passt da immer…

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  2. Was von ihm:

    gut gut es ist ein land
    wo das vergessen dort lastet das vergessen
    leicht auf den namenlosen welten
    da schweigt man um den kopf herum der kopf ist stumm
    und man weiß nein man weiß nichts
    der gesang der toten münder stirbt
    auf dem strand er war auf reisen
    es gibt nichts zu beweinen

    meine einsamkeit ich kenn sie geh ich kenn sie kaum
    ich hab zeit das ist was ich mir sage ich hab zeit
    doch was für zeit hungrige knochen die zeit des hunds
    des unaufhörlich verblassenden himmels meines körnchens himmel
    des strahls der zittrig schimmernd aufsteigt
    der mikronen von finsteren jahren

    sie wollen daß ich von A nach B gehe ich kann nicht
    ich kann nicht weg ich bin in einem land ganz ohne spuren
    ja ja das ist eine feine sache die sie da haben eine ganz feine sache
    was ist das stellen sie mir keine fragen mehr
    spirale staub von momenten was ist das dasselbe
    die ruhe die liebe der haß die ruhe die ruhe

    __

    Und mein Tipp: Lest‘ mal „Watt“.

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