Und ewig lockt das Neue. Warum eigentlich?

neu_alt_aufeinander_transferWenn nicht jetzt, wann werde ich dann meine geliebten, gesammelten und geschenkten Bücher lesen? Die Frage rast seit einigen Tagen durch mich hindurch wie ein ICE, der einfach sämtliche Haltestellen übersieht. Ich eile fassungslos hinterher und denke mir: Irgendwas läuft hier falsch. Das neue Jahr ist nun auch schon ein paar Wochen alt. Wochen, in denen ich mal wieder den Neuheiten viel Raum gegeben habe. Okay, ich bin leidenschaftliche Buchhändlerin und Bloggerin, die ihre Kunden und Leser auf dem Laufenden halten und neue entdeckte Herzensbücher mit einem Leuchten in die Welt rufen möchte. Trotzdem frage ich mich: Geht nicht beides – Neuheiten lesen und alte Schätze entdecken? Ein bisschen Entschleunigung nicht nur im Leben, sondern auch im Lesesessel.

Ich stehe mit meinen Gedanken nicht allein da. Anfang des Jahres wurde ich beispielsweise Teil der von Papiergeflüster und Diana Menschig initiierten #GoldenBacklist Challenge2016. Und eine geschätzte Bloggerfreundin, ebenfalls Buchhändlerin, nickt mir zu, es gehe ihr genauso. Dazu berichtet ein Verleger, dass es in diesem Jahr in Mainz eine Backlist-Messe geben wird und dass er bei Veranstaltungen oder auf Messen mehr Backlist als sonst verkaufe. Denn bei der Flut der jährlichen Neuerscheinungen würden die Menschen viele gute Bücher einfach verpassen. Obendrein ist in den Buchhandlungen nur begrenzt Platz vorhanden. So blicken wir alle ein wenig ratlos auf die Backlisttitel. Genau wie ich zu meinen eigenen.

Noch ein Gedanke: Seit einiger Zeit stromert der unterschwellige Wunsch durch die Köpfe einiger Bücherwürmer, dass die Verlage weniger publizieren sollten. Es sind einfach viel zu viele Neuheiten! Da gehen oft vielversprechende Titel unter. Ich habe mich vergangene Woche ertappt, als ich einem Kollegen sagte: »Ich entscheide mich jetzt für diesen Titel, und werde den anderen gar nicht schaffen.« Zwei Wälzer über 600 Seiten schieße ich nicht eben mal so aus der Hüfte. Selbst als Vielleserin läuft mir die Zeit davon. Nur so ein Buch überfliegen liegt nicht in meiner Natur. Wenn ich lese, genieße ich und steige aus dem schnellen Leben aus, komme an in der Welt der Phantasie. In jedem Fall jammerschade, dass ich mich zwischen zwei Büchern entscheiden muss.

IMG_3821Während ich bei all den Neuerscheinungen auf meinem tolino hin und her blättere und die Stapel der echten Bücher im Wohnzimmer stetig neu sortiere, fällt mein Blick zum Regal der ungelesenen Bücher. Ich höre sie leise flüstern: »In diesem Jahr wollte sie uns doch mehr Aufmerksamkeit schenken. Und bis jetzt hat sie uns überhaupt nicht beachtet!« Oje, das stimmt! Warum ist das nur so? Vielleicht, weil ich ein sehr neugieriges Wesen bin und neue Bücher schlichtweg einen ungemeinen Reiz verströmen. Weihnachten und Geburtstag in Buchform sozusagen. Wem geht es nicht so? Ihr lieben Büchermenschen, hebt eure Hände und stimmt mir zu. Wenn euch eine Handvoll neue Bücher erreicht, was macht ihr dann? Genau!

Ist aber erstmal der erste Rausch vorbei, sieht man die Dinge klarer. So fand ich die Antwort von ganz allein. In einem Moment der Ruhe, nach der eigenen Reflexion und dem Austausch mit Gleichgesinnten. Ich schaue mir ja auch nicht nur die neuesten Filme an. Genauso lesen die Menschen nicht ausschließlich Neuheiten. Vergangenen Herbst hat mir in Stralsund eine Buchhändlerin ein großartiges, aber älteres Buch empfohlen. Und siehe da – das wohlige Gefühl der Neugierde stellte sich trotzdem ein. Eine schöne Gewissheit und Erkenntnis. Stefan Weidle schenkt mir dazu noch ein wundervolles Zitat von Arno Schmidt: »Wenn ein neues Buch erscheint, lies ein altes

Also, meine lieben Freunde – seid gespannt, was in diesem Jahr hier passiert. Und ich freue mich schon jetzt auf eure Rückmeldungen. Wie ergeht es euch? Wollt ihr stets nur neue Bücher haben? Welche schönen Erfahrungen hattet ihr mit alten Büchern, die ihr nach langer Zeit endlich geöffnet habt? Und natürlich die große Frage: Wie widersteht man einer druckfrischen Neuheit?

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38 Gedanken zu “Und ewig lockt das Neue. Warum eigentlich?

  1. Witzig, die Frage ging mir die Tage auch durch den Kopf. Ich lese nicht so sehr viel „Taufrisches“, aber viele der blogs denen ich folge rezensieren überwiegend Neuerscheinungen und ich habe mich gefragt warum.

    Ich mag natürlich auch gerne Neuerscheinungen, habe aber ein großes Faible für Bücher die ich in offenen Bücherschränken finde, aus der Papiermülltonne rette oder in Antiquariaten entdecke. Es gibt so viele Menschen die ihre Sammlungen auflösen oder reduzieren, da finde ich dann auch immer so manches. Buchhandlungen sind ebenfalls gefährlich für mich, aber auch da kaufe ich häufig Bücher die es schon länger gibt. Es gibt so viele bereits erschienene Bücher die ich unbedingt noch haben und lesen möchte und ich „studiere“ die Kataloge der Verlage nicht, sondern überfliege sie eher und schaue ob mich was „anspringt“. Denke aber viele Blogger arbeiten in der Buchbranche oder sind da dicht dran, bei denen ist das vielleicht anders.

    Mein SUB zu Hause ist auf jeden Fall ziemlich groß und (fast) täglich kommen neue dazu, aber langsam und geduldig wie ein Eichhörnchen lese ich mich da durch und freue mich an meinen alten, neuen, frischen, gebrauchten Schätzen.

    Happy Reading 🙂

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    1. Liebe dj709,
      wie kam es denn, dass dich diese Frage die Tage ebenso besucht hat? Sie hat uns wohl beide gleichzeitig gestreift. Ein toller Zufall!

      Ja, warum zieht es die meisten zu den Neuerscheinungen? Neue Dinge üben immer eine große Faszinationskraft aus. Vor allem dann, wenn viele darüber reden. Dann wird man natürlich neugierig und möchte gern mehr darüber erfahren. Wenn mir eine Buchhändlerfreundin von einem ganz besonderen Buch berichtet, das allerhand mit ihr beim Lesen angestellt hat, werde ich automatisch hellhörig, lege das ältere Buch wieder zur Seite, weil die Neugier einfach zu groß ist, und tauche darin ein.

      Deine Bücherliebe teile ich, also, die magische Anziehungskraft von Büchern. Wahrscheinlich haben wir da ein besonderes Gen, das von Büchern, egal wo, automatisch angezogen wird. 😉

      Was für ein schönes Bild: Ich sehe dich wie ein Eichhörnchen vor deinen Schätzen knabbernd und voller Glück. Das werde ich jetzt auch öfter. Mich vor meinem Regal der ungelesenen Bücher setzen und diese aufschlagen – egal, wie laut die Neugier auf die neuen Bücher auch trommelt.

      Sei herzlich gegrüßt
      Klappentexterin

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  2. Mir geht es sehr ähnlich, obwohl ich noch nicht mal in der Buchbranche arbeite. Deshalb habe ich mich entschlossen bis Ostern allen neuen Büchern zu entsagen. Das fällt mir schon nach drei Tagen schwer…
    Weißt Du wann diese Backlist-Messe stattfinden soll? Da ich dieses Jahr nicht zu den großen Messen fahren kann, würde mich das sehr interessieren.

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    1. Das ist interessant, liebe Silvia, dass es dir auch so ergeht, aber nicht überraschend. Denn genauso gern wie wir lesen, genauso gern kaufen wir neue Titel. Es ist eine große, nicht enden wollende Entdeckerfreude. Buchhandlungen ziehen uns magisch an. Nun, das ist natürlich keine Entschuldigung dafür, dass ich meine gehüteten Schätze zu wenig Beachtung schenke.

      Du machst Bücherfasten? Toll und sehr bemerkenswert! Dabei wünsche ich dir viel Erfolg und auch schöne Glücksmomente, trotz der Sehnsucht… Zu Ostern belohnst du dich mit einem neuen Buch… oder zwei? 😉

      Ich glaube, die Backlist-Messe findet Anfang Juli statt. Ich informiere mich nochmal und gebe dir Bescheid.

      Liebe Grüße
      Klappentexterin

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  3. Ja, die Frage „was lese ich als nächstes?“ stellt einen wirklich vor schwierige Entscheidungen. Und be manchen Neuerscheinungen kann man einfach nicht widerstehen (ging mir zuletzt bei „Die Gestirne“ so) Aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau ;-)) Da du Buchhändlerin bist und vermutlich von vielen Seiten zahlreiche Empfehlungen für Neuerscheinungen bekommst, ist das vermutlich normal, wird wohl in der Branche vielen so gehen. Bei mir ist es seit einiger Zeit witzigerweise genau andersherum. Durch zwei Klassiker-Leserunden in einer Buchcommunity und die dort gemachten Vorschläge komme ich vor lauter „Backlist-„Titeln gar nicht so recht zu den Neuerscheinungen. Die schönen Klassiker-Ausgaben von Hanser und Manesse tun ihr übriges dazu. Daher warten Herr Witzel und Herr Franzen immer noch darauf gelesen zu werden. Dafür habe ich tolle Romane von Henry James, Tolstoi, etc. kennengelernt. Vor ein paar Tagen habe ich begeistert „Kaltblütig“ beendet und bin aktuell mit Fallada im Berlin der 1940er Jahre unterwegs.
    Absolutes Highlight letztes Jahr: „Bleak House“ von Dickens – ein grandioser Roman.
    Blöderweise sind die Klassiker oft richtige Wälzer und dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen nicht mehr so viele alte Schinken zu lesen und mehr aktuelle Literatur – mal schauen, ob’s klappt.
    Die Backlist-Messe würde mich ja auch interessieren, da tut sich in letzter Zeit ja einiges (sh. auch Zeit-Bibliothek der verschwundenen Bücher…)
    Dann bin ich gespannt, von welchen Backlist-Titeln man demnächst hier lesen kann.
    Liebe Grüße
    Thomas

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    1. Lieber Thomas,
      hab herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, der für mich ein paar Zauberworte enthält wie Klassiker und die genannten Autoren!

      Ach, die lieben geschätzten Klassiker. Sie sind nochmal ein eigener Post wert. In meinem Kopf arbeitet es schon. Klassiker kommen im Zuge der Neuerscheinungen zu kurz, aber sie gehen nicht ganz unter. Dies haben wir u.a. den schönen Ausgaben von Hanser und Manesse zu verdanken. Da nicke ich lächelnd in deine Richtung. Auch Jubiläen tragen dazu bei, dass man zu älteren Werken greift. Bei mir ist es demnächst Henry James. Ich habe in meiner Jugend zu wenig Klassiker gelesen und möchte das peu à peu nachholen. Charles Dickens zählt ebenfalls dazu.

      Dieses fiese „Entscheidenmüssen“ macht’s so tricky finde ich. Aber hey, das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau. Erfreuen wir uns also lieber an den Schätzen, die uns zu Füßen liegen.

      Also weiterhin eine beglückende Lektüre wünscht
      die Klappentexterin

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  4. Liebe Klappentexterin,

    da sich bei mir noch die Buchgeschenke von Weihnachten 2014 stapeln und Einkäufe aus 2013 habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, gerade diese „alten“, aber gereiften Schinken hervorzuholen. Letztens mit „Wie keiner sonst“ angefangen und nun mit „Wenn ich dich umarme…“ weiter gemacht. Das Gefühl ein Buch aufzuschlagen, das schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und es trotzdem wie eine Neuerscheinung (für mich selbst) zu betrachten, ist wie eine Befreiung. Ein paar neue wird es sicher auch dieses Jahr geben, aber es gibt zuviel davon und irgendwie geht mir derzeit die Lust abhanden, mich tiefergehend mit den Neuen auseinanderzusetzen.
    Ich bin jedenfalls gespannt, was es bei dir für „alte“ Bücher gibt, hoffentlich gut abgehangen.

    Liebe Grüße
    Marc

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    1. Lieber Marc,
      danke für deine Wortmeldung und das mitgebrachte Stichwort: Buchgeschenke! Ach, da habe ich auch noch einige in meinem Regal. Sind es doch mit Liebe ausgesuchte Bücher von Wegbegleitern meines Lebens, denen Aufmerksamkeit gebührt.
      Hui, Einkäufe aus dem Jahr 2013? Ja, dann wird es allerhöchste Zeit. 😉 »Wie keiner sonst« zählt zu meinen Lieblingen. Daher freue ich mich über dieses von dir mitgebrachte Buch hier ganz besonders.

      Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Projekt. Weiß ich doch, wie schwer es ist, den neuen, winkenden Büchern zu widerstehen.

      Ganz herzlich
      Klappentexterin

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  5. Antiquariate sind mein Paradies. Gerade heute war ich wieder dort. Ich liebe alte Bücher und kann in ihnen versinken. Besonders liebe ich, wenn überall unausgepackte Bücherkisten stehen.
    Gegenüber dem Antiquariat befindet sich eine große moderne Buchhandlung, dort bin ich weniger häufig. Ich mag zwar durch die Reihen gehen und mich von den Büchern anwehen lassen (und manchmal springt mir auch eines entgegen), aber zwischen neuen Büchern, besonders wenn es sehr große Buchhandlungen sind, fühle ich mich etwas verloren, ratlos, die neuen haben auf mich nicht so eine starke Ausstrahlung. Alte Bücher haben eine Geschichte, sie leben, von ihnen geht eine stärkere Kraft aus. Ein Segen ist für mich auch die Möglichkeit, alte Bücher online antiquarisch zu bekommen.
    Es gibt ja auch alte Bücher in neuem Gewand. In der Abteilung bin ich in modernen Buchhandlungen am ehesten zu finden.
    Spannendes Thema!
    Liebe Grüße
    Madame Filigran

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    1. Salut Madame Filigran,
      Antiquariate sind in der Tat magische Orte, nochmal anders als Buchhandlungen. Kleine Schatzkisten, in denen man sich verlieren kann und die einen ganz eigenen Duft verströmen. Ein Sprung von der Gegenwart in die Vergangenheit. Draußen rast das normale Leben weiter und im Laden scheint sie sich nach hinten zu bewegen, wenn man dem Geflüster der Bücher lauscht und ihren Geschichten zuhört. Ich kann deine Leidenschaft dafür sehr nachvollziehen. Besonders schön finde ich deinen Beitrag an dieser Stelle. Eine andere Faszination des Büchersammelns. Mir gefallen deine Gedanken und Begeisterung zu den antiquaren Büchern sehr – toll!

      Merci beaucoup, dass du mich daran und an dem Zauber der alten, bibliophilen Schätze hast teilhaben lassen!

      Au revoir,
      Klappentexterin

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  6. Nicht alles mögliche ist mir sinnvoll / ein gutes Buch ist neu gut und alt gut / Neuerscheinung ist mir selten Grund für das anschließende Faszinosum / der Inhalt macht es.

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      1. Ich danke dir und flaniere immer wieder gerne in deinem Rezensionsraum und freue mich über deine lebendigen und fein geschriebene Betrachtungen.

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  7. Das geht wirklich vielen derzeit durch den Kopf. Mir ging es rund um unser Buchpreislesen so – im Grunde aber schon davor. Es ist ja tatsächlich so, dass immer mehr Bücher erscheinen und diese dann auch immer lebhafter als „DIE NEUERSCHEINUNG“ des Jahres angepriesen werden müssen – die Konkurrenz wächst.
    Und wenn man dann sehr viele Neuerscheinungen in kurzer Zeit liest, verschwimmen die Maßstäbe ein weniger – zu schnell fällt dann vielleicht ein positives/negatives Urteil. Manchmal denke ich, wenn ich über Bücher blogge, dass man diese eh erst richtig gut bewerten könnte, wenn man sie zwei- oder mehrmals gelesen hat – aber wer hat schon die Zeit dazu?
    Wie auswählen? Welchen Maßstab anlegen?
    Ich habe für mich selbst entschieden, mir dieses Jahr endlich wieder die Zeit zu nehmen, aus dem Neuerscheinungs-Trubel auszusteigen, eher die ungelesenen Klassiker (einige Franzosen und Russen) nachzuholen.
    Dazu noch ein schönes Arno-Zitat: https://saetzeundschaetze.com/2015/10/05/so-many-books-so-little-time/
    LG Birgit

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    1. Liebe Birgit,
      die Schnellligkeit des Lebens macht auch vorm Bücherregal nicht Halt. Die Schnellligkeit, die sich versucht hineinzuschleichen in die ruhige Leseoase. Weil andere Bücher bereits Schlange stehen. Kaum Zeit, um Luft zu holen. Man könnte die Zeit dazwischen lesend nutzen. Puh, durchatmen, innehalten und deinen Gedanken, ein Buch ein zweites Mal zu lesen, Raum geben. Ein schöner Gedanke, aber das wäre purer Luxus. Sicherlich eine spannende Erfahrung, die ich mal machen möchte.

      Mit Blick auf den Buchpreis habe ich noch einen Gedanken. Schon interessant, wie schnell die Bücher im Fokus stehen und dann wieder von der Bildfläche verschwinden.

      Ich danke dir für dein mitgebrachtes Zitat. Gerade diese Feststellung: »Sie haben einfach keine Zeit, Kitsch oder auch nur Durchschnittliches zu lesen : Sie schaffen in Ihrem Leben nicht einmal sämtliche Werke der Hochliteratur.« unterstreicht die Krux der Entscheidung, welches Buch ich auswähle. So kämpfen nicht selten Herz und Verstand. »Dieses eine Buch solltest du jetzt lesen!« sagt der Verstand. »Nein, nimm dieses hier, da schleichst doch schon so lange drumherum. Ich schlage schneller, sobald du es in die Hand nimmst…« »Ja, aber dieses hier ist druckfrisch, ist großartig, deine Buchhändlerfreundin hat es dir doch kürzlich… « Irgendwann klinke ich mich aus, trinke meinen Tee und kehre mit einer Antwort zurück. 😉

      Liebe Grüße
      Klappentexterin

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  8. Tolles Thema, das Backlist-Lesen, liebe Klappentexterin.
    Ich stürze mich ganz gern immer wieder mal auf Titel, die schon ein paar Jahre oder Jahrzehnte alt sind. Besonders im Urlaub, da sind immer 1-2 ältere Titel im Gepäck 😉
    Sie haben unsere Aufmerksamkeit unbedingt verdient.
    Doch bis Ostern kein neues Buch lesen, wie Silvia, das schaffe ich nicht. Da geht’s mir wie dir. All die schönen neuen Bücher verdrehen mir komplett den Kopf. Schöne Grüße, Masuko

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    1. Ich danke dir, liebe masuko! Ein viel besprochenes Thema unter uns. Ich finde es übrigens so schön, dass du dich oft den Backlist-Titeln widmest. Das bist du ein Vorbild für mich. 😉 Aber im vergangenen Jahr habe ich im Urlaub auch ältere Titel gelesen. Wie du siehst, es wird, in langsamen Schritten, aber es wird.

      Ich habe mir jetzt mal vorgenommen, im März ältere Büchern zu lesen, wenn ich bis dahin die neuen Bücher durchgelesen habe, die ich unbedingt noch lesen möchte. Und die Entscheidung wird echt nicht leicht.

      Alles Liebe
      Klappentexterin

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  9. Ich mache mir auch immer wieder Gedanken darüber und muss sagen: Jetzt ist Schluss! Ein riesiger Stapel ungelesener Bücher finde ich eher schade. Und ich will doch auch die bereits gelesenen Schätze mal wieder lesen. Und der Platz ist auch nicht unbegrenzt. Weggeben kann ich aber auch nicht. Also habe ich mir vorgenommen, meinen Blick bei den Neuerscheinungen zu schärfen, zu erkennen, welches ich wirklich sehr sehr sehr gerne lesen will, mich zu fragen welche ich mir ausleihen kann, bei Freunden und in der Bücherei.
    Dank dieser Entschleunigung konnte ich bereits im letzten Jahr den ersten Band einer älteren Reihe lesen, den ich das letzte Mal vor Jahren gelesen hatte und mir nicht gefallen hatte. Als ich ihn wieder las war ich begeistert von der Sprache (damals konnte ich damit nicht umgehen) und daraufhin habe ich mich auf die Suche nach dem nächsten Band gemacht. Jetzt möchte ich die Geschichte vollständig kennenlernen und freue mich über diesen versunkenen Schatz.

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    1. Ach, ist das schön, zu wissen, dass man mit dem Gedanken nicht allein dasteht! Ich gebe mittlerweile sehr gerne Bücher weg. Sortiere aus, beschenke Freunde und Familie, und was dann übrig bleibt, spende ich dem Berliner Büchertisch. Das ist befreiend und macht gleichzeitig sehr glücklich. Und natürlich schafft das Raum für neue Bücher. Ich habe mir angewöhnt, beim Einzug von neuen Büchern, alte auszusortieren. Manches Buch nehme ich dabei dreimal in die Hand. Konnte ich mich bei den ersten beiden Aussortieraktionen nicht von dem Buch trennen, folgte beim dritten Mal der Abschied.

      Das wiederholte Lesen ist ein Luxus. Ein interessanter Punkt, den Birgit auch schon angesprochen hat. Und ein Luxus, den ich mir bislang noch nicht gegönnt habe. Aber irgendwann vielleicht.

      Ich finde es schön, wie entschieden du schreibst: Jetzt ist Schluss! Ein riesiger Stapel ungelesener Bücher ist wirklich schade. Das ist sehr mitreißend und spornt mich gleich mit an. Dankeschön!

      Liebe Grüße
      Klappentexterin

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  10. Hallo,
    ich bemühe mich immer wieder zwischendurch auch mal ein altes Buch zur Hand zu nehmen und das dann auch auf meinem Blog zu rezensieren. Zu Beginn des letzten Jahres habe ich mir vorgenommen innerhalb von 5 Jahren 100 Bücher aus dem 20. Jahrhundert zu lesen. Nun 2015 habe ich mein „Teilziel“ von 20 Büchern nicht erreicht. Aber nicht so schlimm, ich nehme mir lieber länger Zeit als die aus dem Bauch geschossenen 5 Jahre, wenn ich dann mehr von den Büchern mitnehme.
    Und es ist ja auch so, dass nicht jedes Buch zu jeder Zeit passt. Manchmal muss die Zeit für ein Buch erst noch kommen, auch wenn es bereits 1927 erschienen ist. In diesem Sinne, würde ich niemals nur gerade frisch erschienene Bücher lesen wollen.
    Viele Grüße,
    Janine

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    1. Liebe Janine,
      das ist ein tolles Leseprojekt! Dafür wünsche ich dir weiterhin viel Freude und natürlich Zeit. Wie kamst du denn auf die Idee?
      Das stimmt, nicht jedes Buch passt zu jeder Zeit, daher lese ich auch nicht nach Leselisten, sondern nach Stimmungen.

      In diesem Sinne frohes Lesen & viele Grüße
      Klappentexterin

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  11. Hallo,
    zählen neu entdeckte und neu aufgelegte, aber schon vor 80-100 Jahren geschriebene und damals erstveröffentlichte Bücher eigentlich zur Flut an Neuerscheinungen? Ich schwimme zur Zeit auf der alte-Romane-neu-entdeckt-bzw.-neu-übersetzt-Welle (Ossorgin und Jabotinsky oder Gasdanow oder Petrow oder Gelléri und Sillanpää) und habe somit viele neue und oft sehr schön gestaltete Bücher zu entdecken. Die aktuellen Neuerscheinungen interessieren mich schon thematisch weniger und trotzdem wächst der Stapel ungelesener Bücher. Aber da ich mit dieser thematischen Vorliebe sowieso nie am Puls der Zeit bin, lasse ich mich gar nicht von Neuveröffentlichungen stressen. Wenn ein Buch sowieso schon 87 Jahre alt ist, macht es auch nix wenn ich es erst in fünf Jahren lese. Und wenn ich schon mal ein aktuelles Buch eines noch lebenden Autors kaufe, liegt es meist auch noch ein, zwei, drei Jahre im Regal bis seine bzw. meine Zeit dafür gekommen ist. Lesen soll Genuss bleiben und ich angle aus dem Regal, was zur Stimmung passt. Aber ich denke, ich kann da auch sehr entspannt rangehen, weil ich nicht in der Branche arbeiten und damit am Ball bleiben muss.

    Viele Grüße,
    Katharina

    P.S. Ich hab mich bisher zwar noch nicht zu Wort gemeldet, schaue aber sehr gerne hier vorbei. Mag Deinen Ton, wie Du über Bücher sprichst, sehr gerne.

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  12. Hallo,
    zählen Bücher, die wieder entdeckt oder neu übersetzt, aber vor 80-100 Jahren erstveröffentlicht wurden, auch zur Flut an Neuveröffentlichungen? Ich schwimme zur Zeit auf dieser Welle neuer Entdeckungen. Vor allem osteuropäische und russische Autoren erscheinen ja zur Zeit in vielen Verlagen. Ossorgin und Jabotinsky oder Gasdanow oder Petrow oder Gelléri und Sillanpää um nur einige zu nennen. So stapeln sich auch neue, teilweise sehr schön gestaltete Bücher. Thematisch bin ich so ganz und gar nicht am Puls der Zeit, aber ich habe auch keinen Stress. Wenn ein Buch vor 87 Jahren geschrieben wurde, ist es egal, ob ichs jetzt oder in zwei Jahren lese. Seine bzw. meine Zeit dafür muss einfach gekommen sein. Ich kann da auch ganz entspannt rangehen, weil ich nicht in der Branche arbeite und somit nicht am Ball bleiben „muss“. Und so bleibt Lesen für mich einfach Genuß, ich muss nichts, darf aber alles lesen und das ist für mich Luxus pur!
    Viele Grüße,
    Katharina

    P.S. Ich schaue immer gerne hier vorbei, mir gefällt Dein Ton, wie Du über Bücher schreibst!

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    1. Liebe Katharina,
      oh, das ist eine Fangfrage! Ich weiß nicht. Aber doch eigentlich zählen neuaufgelegte Klassiker zu Neuerscheinungen. Wobei ich diese Spezie sehr reizend und überdies wichtig finde. So gelangen die älteren Werke wieder frisch auf dem Buchmarkt und werden erneut wahrgenommen. Ich freue mich, wenn es da draußen engagierte Menschen gibt, die es wagen, mit Klassikern gegen neue Bücher anzutreten. Dazu hast du mir ja feine Autorennamen mitgebracht, die mich entzücken! Bekannte und geschätzte, schön!

      Dann erfreue dich weiterhin an dem Gefühl des Dürfens. 😉

      Herzlich
      Klappentexterin

      PS: Danke für das schöne Kompliment!

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  13. Liebe Klappentexterin,

    es ist wirklich nicht leicht, angesichts der stetig wachsenden Bücherflut eine balancierte Auswahl zu treffen. Für mich war gleich zu Beginn klar, dass ich auch eine Rubrik „Klassiker“ in meinen Blog integrieren möchte, denn ich finde es wichtig, meinen Lesern ab und an auch zeitlose Romane vorzustellen.

    Da es ja mittlerweile über 90.000 Neuerscheinungen pro Jahr gibt und es somit schier unmöglich ist, sich einen genauen Überblick zu verschaffen, gönne ich mir regelmäßig einen „Büchertag“, d.h. ich durchforste mit einer ebenso literaturbegeisterten Freundin einen Tag lang große und kleine Buchläden nach Neuheiten und alten Kostbarkeiten in einer Stadt unserer Wahl. Zwischendurch gibt’s kleine kulinarische Pausen, und dann geht es weiter. Das macht Spaß, und man hat wenigstens das Gefühl, eine grobe Auswahl an Neuerscheinungen auf dem Radar zu haben.

    Liebe Grüße

    Rosa

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    1. Liebe Rosa,
      puh, 90.000 sind’s? Ich habe die Zahl verdrängt. Da wird einem schon beim Anblick der vielen Nullen ganz schwindelig. Ich denke, es ist einfach wichtig, einfach mal auszusteigen, so wie du es machst (eine wundervolle Form) und dabei dem Jahrmarkt der Neuerscheinungen zu entfliehen. Aber es ist nicht immer leicht, wenn man sich hier im Netz bewegt. Kaum schlägt man ein älteres Buch auf, tanzt schon wieder eine verführerische Novität auf die Bildfläche. 😉

      Liebe Grüße
      Klappentexterin

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  14. Das ist vielleicht eine Bloggerkrankheit und kommt wahrscheinlich auch vom Verlagsvorschaulesen. Mein sehr brauchbarer Tip dagegen sind die ofenen Bücherschränke, denn da habe ich Bücher, die jetzt zum Teil neuaufgelegt werden, gefunden, die sonst an mir vorbeigegangen wäre. Ich komme regelmäßig vorbei finde was, stelle es auf meine Leseliste und lese die dann hinunter. Da ich nicht so viele Vorschauen lese, komme ich nur ein bißchen mit den Neuerscheinungen in Konflikt, aber die sind natürlich auch verlockend, was „Klappentexterin“ hat Sarah Kuttner schon gelesen, dann müßte ich eigentlich auch, etcetera.
    Cool bleiben und bitte nicht gegen zu viele Bücher schimpfen, es gibt sie natürlich und man muß sich entscheiden und kann nur an die hundertfünfzig pro Jahr lesen, aber eigentlich ist es doch schön, daß es sie gibt und ich freue mich auch über die vielen Ratschläge zum Bücheraussortieren, die ich jetzt immer lese, obwohl ich auch keinen Platz mehr habe.
    Auch wenn ich bei dieser Challenge nicht mitmache, habe ich jetzt auf meinen Blog auch eine Rubrik „altere“ Bücher, wenn ich meine Leseliste hinunterlesen werde.
    Schöne Grüße, sehen wir uns bei den Leipziger Bücherbergen?

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    1. Nun als Bloggerkrankheit möchte ich es nicht bezeichnen. Eher als Neugier aus einer Leidenschaft heraus. 😉 Ich lese ja von Berufswegen viel. Aber es stimmt schon, das Verlagsvorschaulesen hat schon seine Reize und verlockt häufig zu neuem Buchgut.

      Aber ich sortiere auch regelmäßig aus. Dabei fallen mir immer wieder die ungelesenen Bücher in die Hände und damit verbunden die Frage: Werde ich das Buch wirklich noch lesen? Oder soll ich es lieber weggeben? Dieser Schritt fällt mir nicht immer leicht, doch das Aussortieren gehört genauso dazu wie das Aussortieren von Kleidungsstücken. Auch Regale wollen durchatmen können.

      Ich finde es schön, wenn ältere Bücher auf Blogs Beachtung bekommen und begrüße die Rübrik „ältere“ Bücher sehr.

      Schöne Grüße zum Wochenende
      Klappentexterin

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  15. Liebe Klappentexterin, vorab ein großes Dankeschön für die vielen wundervollen Lesestunden, die Du mir durch Deine Rezensionen bereits geschenkt hast.
    Ja, es ist ein spannendes Thema. Was soll ich lesen? Ich versuche immer mal wieder ein wenig Bücherdiät zu halten, um 1.) meinen SuB zu verkleinern und 2.) Bücher, die ich liebe, erneut zu lesen. Klappt leider – aufgrund der vielen Bücherschätze – nicht immer. Allerdings beschränke ich mich in meiner Bücherwahl nicht ausschließlich auf Neuerscheinungen. Manchmal schleiche ich auch mehrere Jahre um ein Buch herum, bevor ich es mir kaufe oder schenken lasse. Ich habe jedoch festgestellt, dass ich Bücher, die ich in einer bestimmten Stimmung kaufe und dann nicht gleich lese, oftmals für längere Zeit auf meinem SuB liegen lasse. Und dort liegen sie dann und liegen und es kommen neue Bücher obendrauf. Deshalb hilft mir die Bücherdiät, diese Schätze auch wieder auszugraben. Denn nur weil sie vielleicht nicht up to date sind, sind sie nicht schlechter als Neuerscheinungen.
    Natürlich wühle ich mich auch mit Begeisterung durch die aktuellen Literaturvorschauen der Verlage. Aber es kommt dann nur selten vor, dass ich mich bereits vor Erscheinen auf ein Buch festlege und es unbedingt haben will. So geschehen mit „Die Gestirne“ von Catton oder aktuell „Die Knochenuhr“ von David Mitchell. Die meisten Neuerscheinungen kommen über die vielen guten Bücherblogs in meine Wohnung. Und da diese nicht besonders groß ist, muss ich mir sorgfältig überlegen, ob ich neue Bewohner einziehen lasse. Dabei halte ich es auch oft so, dass ich ältere Bücher wieder aussortiere (verschenke, weiter verkaufe oder im Sozialkaufhaus abgebe).
    Ich bin jedenfalls gespannt, ob ich zukünftig auf Deinem Blog auch etwas über ältere Bücher lesen werde.
    Liebe Grüße
    Nola

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    1. Liebe Nola,
      hab herzlichen Dank für deine schönen Worte über deine Sicht auf die Neuerscheinungen wie auch zu meinem Blog! Da habe ich gleich zwei Fragen: Wie kann ich mir deine Bücherdiät denn vorstellen? Wie lange hälst du sie? Ich finde diese Form nämlich sehr ansprechend. Kann aber nicht hundertprozentig zusagen, dass ich sie einhalte. Gestern erst hatte ich beispielsweise wieder ein Vertretergespräch. Und schwupp wurden meine Lesepläne für älteres Buchgut zunichte gemacht. Verdammte Axt! Ich muss mal schauen, wie ich zukünftig den Weg lesend einschlagen werde, halte dennoch – trotz der vielen Neuerscheinungen – an dem Plan fest, auf meinem Blog auch hin und wieder mal ältere Bücher zu besprechen.

      Liebe Grüße
      Klappentexterin

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  16. Seit ich Bücherblogs lese, fühlte ich mich manchmal regelrecht gehetzt: schon wieder eine Neuerscheinung, die bereits gelesen und rezensiert wurde von Hinz und Kunz und wieder und wieder. Ich fühlte mich hoffnungslos hinterm Mond – hatte keine einziges der aufregenden neuen Bücher gelesen. Bis ich für mich die Reißleine gezogen habe – wohl wissend, dass meine Lebenszeit begrenzt ist und ich nie im Leben das alles würde lesen können. Jetzt lasse ich konsequent alle Neuerscheinungen liegen, hefte den einen oder anderen Buchtipp als Lesezeichen ab. Wenn mich eines der Bücher in einem Jahr oder so immer noch so brennend interessiert, dass ich es lesen muss, wird es gekauft.
    Wie schnelllebig der Buchmarkt ist: heute noch in allen Medien rauf und runter besprochen, ist es morgen schon ein Ladenhüter, uninteressant wie die Zeitung von gestern. Hätte das Lesen dieses Buches mein Leben verändert? Hätte ich bahnbrechende Erkenntnisse versäumt? Wäre ich schlauer, schlanker, schöner geworden? 😉 Mut zur Lücke, wie wir im Studium immer sagten. Entschleunigung auf neudeutsch.
    Wieviele Themen gibt es denn im Endeffekt? Ist nicht alles so oder ähnlich schon mal formuliert worden? Liebe, Leidenschaften, Abgründe … da ändert sich nicht so viel. Ähnlich wie bei Kochrezepten. Aus einer Kartoffel kann man nicht unbegrenzte Gerichte zaubern. Es bleibt eben immer eine Kartoffel.
    Und wie schön, wenn man ein Buch öfter lesen kann. Wie ändert sich der Eindruck, wenn man älter wird? Entdeckt man immer wieder Neues für sich? Das sind dann Bücher, die es wert sind, im Regal stehen zu bleiben. Diese Erfahrungen macht man nicht, wenn man immer auf der Jagd nach Neuerscheinungen ist. Kann man nicht machen, weil einem die Zeit fehlt. Nichts ist schlimmer als eine Leseliste, die ich abarbeiten „muss“. Für wen eigentlich? Das hört sich schrecklich nach Krampf an und gar nicht nach Genuss.
    Als Kind bekam ich zu Geburtstagen und zu Weihnachten ein Buch geschenkt. Also habe ich meine Schätze etliche Male gelesen – und hatte immer wieder Freude daran. Ein bisschen davon möchte ich mir bewahren …

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    1. Liebe perlengazelle,
      was für ein schöner reflektierender Beitrag von dir – hab lieben Dank dafür! Ja, ist schon erschreckend, wie schnelllebig selbst der Buchmarkt geworden ist. Mir erzählte mal ein Verleger, dass eine Neuerscheinung in der Regel nur drei Monate präsent ist und danach verschwindet. Wenn nicht noch eine Nominierung dazukommt. Das finde ich persönlich sehr schade, denn ein Autor hat so viel Herzblut in sein Werk gesteckt, manchmal vieleviele Jahre und dann soll nach drei Monaten schon Schluss sein? Gut, es bleibt natürlich im Gespräch bei Lesern, die es an Freunde verschenken und empfehlen. Aber draußen in der Medienwelt bleibt es still.
      Wenn es hingegen laut ist, horcht man auf. Wenn man nicht sofort reagiert und erstmal in sich hinein horcht, ob man das Buch wirklich lesen möchte, ändert sich die Richtung vom Habenwollen ins Lassenwollen. Habe es jetzt schon öfter ausprobiert. Und nein, mein Leben ändert sich nicht durch diese scheinbare Lücke. 😉

      Ich mag die Entschleunigung, von der du sprichst und hoffe sie in meinem Seiltanz zwischen neuem und altem Buchgut zu finden. Erst gestern wieder wurde ich von einer Vertreterin aus meinem Jetzt-lese-ich-als-Nächstes-etwas-Älteres-Vorhaben herausgezogen. Aber ich bleibe am Ball. Versprochen!

      Hoffnungsfrohe Grüße
      Klappentexterin

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  17. Liebe Klappentexterin,
    da ich nicht in der Buchbranche arbeite, werde ich auch nicht mit einer Flut von Neuerscheinungen überrollt. Einzig durch mein Lesen verschiedener Literaturblogs werde ich auf interessante Werke aufmerksam. Und das ist schon mehr als genug. Wenn Du oder z.B. Masuko so euphorisch über einen gelesenen Roman schreibt, dann muss ich ihn auch unbedingt haben. Dadurch wächst mein SUB natürlich auch an, zumal noch die Empfehlungen meiner Buchhändlerin dazukommen.
    Dank deiner „Vorauswahl“ komme ich zum Glück immer in den Genuss wirklich gute Bücher zu lesen. Ich hätte auch nichts dagegen, immer mal wieder auf ältere Werke aufmerksam gemacht zu werden. Aktuell lese ich zum Beispiel „Der Fremde“ von Camus, darauf aufmerksam geworden durch Masukos Blog.
    Alles in allem möchte ich dich bitten, noch lange mit deinem Blog so weiter zu machen und mir dadurch viele glückliche Lesestunden zu bescheren.
    LG
    lesesilly

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    1. Liebe lesesilly,
      es freut mich – wie immer – sehr deine Gedanken zu lesen! So auch diese. Ich werde schauen, wie ich hier ebenfalls ältere Bücher integrieren kann. Momentan bewege ich mich noch in der Findungsphase, die natürlich oft von neuen eintrudelnden Titeln unterbrochen wird. Besonders schön finde ich, dass wir dich zu Büchern inspirieren und dein SuB wohl niemals verhungern wird. In diesem Sinne weiterhin glückliches Lesen!

      Herzlich
      Klappentexterin

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  18. Liebe Klappentexterin,
    ich habe auch seit Ende letzten Jahres mit meiner eigenen Lektüreauswahl nicht ganz so zufrieden und als dann die #goldenbacklist-Challenge online ging, war das für mich auch eine logische Konsequenz, mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen. Ich möchte mir dieses Jahr ein besseres Mischverhältnis aus Neuerscheinungen und Backlist-Titeln erlesen. Momentan liebäugele ich damit, mein eigenes ‚Project 5 Books‘ zu starten, um mich ein bisschen mehr zu motivieren, das mit den Backlist-Titeln auch wirklich durchzuziehen. Durch Leseexemplare kommt die ein oder andere Neuerscheinung ja eh ins Haus…
    Liebe Grüße, Cara

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    1. Liebe Cara,
      willkommen im Club! 😉 Zuallererst steht ja die Entscheidung und dann muss man schauen, wie man damit umgeht. Der Weg wird kein einfacher, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ihn lesend erklimmen werden. Die Verführung zu neuen Büchern wird immer bei uns bleiben. Aber unser Blick ist mittlerweile ein anderer. Ich wünsche dir ebenfalls viel Erfolg bei deinem Projekt und freue mich, dass du bei der #GoldenBacklist-Challenge mitmachst!

      Liebe Grüße
      Klappentexterin

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