Der Retter der Klassiker.

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Mit den Klassikern ist das ja so eine Sache – einige werden immer gelesen, manche verschwinden hingegen ganz leise und sind irgendwann nicht mehr lieferbar. Im Buchhandel wird dieses traurige Ableben dann „vergriffen“ genannt. Aber es gibt eine Rettung für diese Bücher! Und zwar in Person von Klaus Füreder, ein Verleger, der vergriffene Titel wieder aufleben lässt. So ist »DIE ZEIT Bibliothek der verschwundenen Bücher« mit zwölf vergriffenen Meisterwerken entstanden, die am 22. Oktober erscheint. Da ich eine Freundin besonderer und schöner Literatur bin, möchte ich euch heute die Edition und den Initiator vorstellen. Und zu gewinnen gibt es auch was Schönes!

Nun möchte ich den Macher der Edition zu Wort kommen lassen. Klaus Füreder ist der Verleger von Eder & Bach. In einem Gespräch verrät er mir, wie die Idee entstanden ist und wo er den Mut hernimmt, sich in so ein Projekt zu stürzen.

Klaus_FuerderKlaus Füreder

Klappentexterin: Ihr Verlag Eder & Bach hat »Die ZEIT Bibliothek der verschwundenen Bücher« zusammengestellt. Wie ist die Idee entstanden?
Klaus Füreder: Ich hatte die Idee gemeinsam mit einem Freund an einem schönen Pfingstsonntag 2013 auf der Dachterrasse des SoHo-House in Berlin. Mir war allerdings klar, dass das ohne einen adäquaten Partner in der Kommunikation wie DIE ZEIT nicht gehen würde. Die Gespräche haben sich dann etwas hingezogen, bis wir letztlich das gemeinsame Konzept gefunden hatten.

Wie sind Sie bei der Auswahl vorgegangen? Schließlich gibt es nicht wenige vergriffene Titel.
Sowohl die Literaturredaktion der ZEIT wie auch ich haben Vorschläge gemacht, hinzu kam die Recherche durch einen befreundeten Literaturfan und -kritiker. Die Rechte-Recherche war dann extrem aufwändig, aber letztlich hatten wir doch mehr Titel auf der Short-List als freie Plätze, daher auch der Impetus hiermit weiter zu machen.

Diese schöne Klassiker-Reihe präsentiert sich im modernen Gewand. Die Cover sind sehr farbenfroh gestaltet, sie leuchten geradezu. Wollten Sie auf diese Weise den Klassikern die Schwere nehmen, die ihnen ja oftmals anhaftet?
Ja, denn die Bücher sind, obwohl schon älter, immer noch unglaublich schön und begehrenswert. Und das sollen sie auch ausstrahlen.

Haben Sie ein Lieblingsbuch in Ihrer Reihe?
Da gibt es sicher mehrere. Aber mein Lieblingsbuch in der Reihe ist wohl „Wilde Palmen“ von William Faulkner. Das hat mich als Jugendlicher schon total gefangen genommen und bewegt. Aber auch der Lem ist kurios und grandios und die Sagan ein Kleinod.

Wo bekommt man die Bücher? Nur bei der ZEIT oder auch im Buchhandel?
DIE ZEIT verkauft die Gesamtedition im Direktgeschäft an ihre Leser. Aber ich vertreibe sowohl Einzeltitel wie die Box auch über den gesamten Buchhandel.

Klassiker haben es in der heutigen Zeit nicht leicht. Der Buchmarkt publiziert jährlich eine Vielzahl an Neuerscheinungen – da kommt selbst der schnellste Leser nicht mehr hinterher. Trotzdem konzentrieren Sie sich auf vergriffene Titel. Woher nehmen Sie den Mut, gegen all die neuen Bücher anzutreten?
Das frage ich mich manchmal auch. Aber wie gesagt: Ohne einen starken Partner wie DIE ZEIT wäre es nicht denkbar. Drücken Sie uns die Daumen, dass das erfolgreich ist, dann werden wir sicher weitermachen.

We bring books to life ist Ihr Verlagsversprechen. Das heißt, Sie suchen auch weiterhin nach verschwundenen Büchern und erwecken sie zu neuem Leben?
Ja, wenn alles gut läuft, gibt es von Eder & Bach ab nächstem Jahr monatlich ein neu aufgelegtes „verschwundenes Buch“ im Handel.

Ich danke Klaus Füreder für das Gespräch und zeige euch noch die schönen Titel!

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Jedes gedruckte Buch kostet 10,- €, die eBooks jeweils 7,- €. Und wer gleich alle zwölf Titel haben möchte, bekommt sie im Schmuckschuber für 99,95 €. Die Bücher sehen wirklich gut aus. Sie sind federleicht, liegen wunderbar in der Hand, obwohl sie die Größe eines hochwertigen gebundenen Buches haben. Kleine, liebevolle Details, wie die Silberprägung des Autorennamens auf dem Cover, der geleimte Buchrücken oder das Lesebändchen entzücken jeden Bücherliebhaber. Was ich ebenfalls schön finde, ist das persönliche Nachwort am Ende, das einen das Leben und Schaffen des Autors näher bringt.

moravia_saganZum krönenden Abschluss habe ich noch ein kleines Gewinnspiel, bei dem ich jeweils ein Buch verlose. Alberto Moravia: »Die Gleichgültigen« und Françoise Sagan: »In einem Monat, in einem Jahr«. Schreibt mir einfach im Kommentarfeld, warum ihr gerade diesen Klassiker haben wollt. Einsendeschluss ist Samstag, 31. Oktober 2015. Das Los entscheidet. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich und ich verschicke nur Bücher innerhalb Deutschlands. Viel Glück und vor allem viel Spaß beim Entdecken oder Wiederentdecken der Klassiker!

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33 Gedanken zu “Der Retter der Klassiker.

  1. Ich hab schon vor einigen Tagen Appetit bekommen, als ich die Anzeige irgendwo sah…da sind einige Sachen dabei, auf die ich mich freue, Ford Madox Ford, James Baldwin, Natalia Ginzburg…wobei das mit den „vergessenen“ Büchern immer so eine Definitionssache ist: „Der Schnupfen“ war Teil der SZ-Krimireihe und an „Die Farbe Lila“ kann ich mich gut erinnern, weil man zum Film mit der Musik von Quincy Jones dann das „Buch zum Film“ kaufte: Ist aber auch einige Zeit her, daher gilt die Definition vergessen sicher…
    Das hört sich jetzt mäkelig an: Ich wollte nicht das Projekt kleinschreiben, das klasse ist und ehrenwert – ich hoffe, der Verlag findet noch mehr so vergessene Bücher, sondern mich juckte es nur, mit meinem Halbwissen anzugeben 🙂
    Und allen anderen viel Glück bei der Verlosung!

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    1. Liebe Birgit,
      merci für deinen Kommentar und die kleinen Anmerkungen! Das wusste ich gar nicht. Na, da habe ich nun ein bisschen dazu gelernt. Den Verlag wird dies sicherlich noch mehr mit Freude herausfordern, Schätze auszugraben, die SätzeundSchätze-Birgit noch nicht kennt. 😉 Mich freut es überdies sehr, dass du dennoch ein paar interessante Ausgaben für dich entdecken konntest.

      Sei lieb gegrüßt
      Klappentexterin

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  2. Tolle Aktion die verschwundenen Klassiker. Ich mag Stanislaw Lem sehr gerne, von ihm lasse ich mir doch gerne mal einen Schnupfen verpassen 😉 und werde mir diesen schönen Band nach Hause holen.
    In den Gewinnspieltopf hüpfe ich nicht, sage trotzdem danke für den schönen Artikel und winke einen fröhlichen Sonntagsgruß rüber.

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    1. Liebe dj709,
      auf Stanislaw Lem bin ich auch schon sehr gespannt! Dann lesen wir quasi parallel – gut, fast. 😉 Jedenfalls schön!

      Danke für den fröhlichen Sonntagsgruß! Ich winke fröhlich zurück und wünsche dir morgen einen guten Start in die neue Woche!

      Herzlich
      Klappentexterin

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  3. Erstmal ein Dankeschön, dass du einen immer auf solche interessanten Aktionen und Erscheinungen hinweist.

    Mich persönlich würde Sagans „In einem Monat, in einem Jahr“ interessieren, da ich vor zehn Jahren ihr „Bonjour Tristesse“ gelesen habe und so beindruckend fand, dass ich damit in meinem Deutschabi argumentiert habe. Es wird also langsam Zeit sich anzusehen, was sie danach noch alles geschrieben hat. ^^

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    1. Vielen lieben Dank! Der Lostopf hat dich soeben aufgenommen und drückt – wie ich – fest die Daumen! Schön finde ich deine Geschichte: Mit Françoise Sagan hätte ich auch gerne mein Abi gemacht. Vielleicht klappt ja das Wiederlesen.

      Liebe Grüße
      Klappentexterin

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  4. Ich glaube, solche wunderbar gestalteten Klassiker holt man gern immer wieder aus dem Regal – nicht nur um darin zu lesen, sondern auch daran zu riechen, über den Einband zu streichen. Vielen Dank für diesen Tipp.Diese Sammlung zeigt einmal mehr, dass gute Literatur nicht nur nicht vergessen wird, sondern auch im Einklang mit der Gestaltung zu einem kleinen Schatz werden kann.

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  5. Ich interessiere mich für Sagan. Ich möchte nach langer Krankheit, in der lesen nicht möglich war, wieder in mein Hobby, die Literatur wiederfinden. Und neue Bücher kennen zu lernen ist ein Schritt in diese Richtung.

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  6. Toller Tipp! Finds schön, dass es so hochwertige Ausgaben aus echtem Papier sind, die man sich nach dem Lesegenuss auch noch ins Regal stellen kann. Da werde ich sicher mal stöbern, wenn ich neuen alten Lesestoff suche.

    Viele Grüße,
    Ulrike

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  7. Also ich habe eine große Schwäche für schön aufgemacht Bücher, grade eben hatte ich aus der Edition Büchergilde ein hübsches kleines Ding in Leinen gebunden mit 3! Lesebänchen https://reingelesen.wordpress.com/2015/10/18/ich-frage-mich-von-anna-gusella/
    Und ja wäre doch schade wenn die ganzen Schätze in Vergessenheit geraten. Finde das eine tolle Idee und bewerbe mich für DIE GLEICHGÜLTIGEN, 1. Weil ich selber eine Idee zu einer Geschichte habe die einen ähnlichen Titel trägt 2. Weil ich nun eine Sammlung aufbauen möchte mit Romanen über Menschen die im Titel das DIE tragen..wie z.B. auch Die Glücklichen, Die Korrekturen etc. (nicht aber wie Die Mittagsfrau – auch wenn es ein fabelhaftes Buch ist). 3. Weil ich den Schriftsteller noch gar nicht kenne 4. weil ich seinen Vornamen toll finde und 5. weil ich wirklich sehr sehr neugierig bin auf das Buch 😀 ❤ Herzliche Grüße
    und Ps.: weil es mir so wichtig ist das ich trotz Eile nun hier schreibe und währendessen anderes vernachlässige *kicher*

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  8. Ein toller Tipp und eine schöne Idee, die hoffentlich ausgebaut wird! Bis auf Faulkner und Sagan sagen mir die anderen tatsächlich recht wenig bis nichts, bei Moravia und Lem klingelt es immerhin irgendwo ganz tief hinten in meinem Kopf. Seit ich aus Spaß ab und zu übers Lesen schreibe, ist mein Fokus ganz klar auf die vielen Neuerscheinungen gerichtet. Das habe ich nämlich während des Studiums immer stark vermisst. Aber mittlerweile versuche ich bewußter auszuwählen und habe wieder eine ganze Reihe Klassiker auf meinem Stapel zu liegen. Nun werden sich wohl bald mindestens vier bis zwölf neue „Alte“ dazugesellen.

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  9. Wirklich eine tolle Idee. Und danke für den Hinweis. Von dieser Zeit-Edition hatte ich noch gar nichts gehört. Ist doch ne echt eine schöne Sache, wenn (zu unrecht) verschwundene Bücher wieder Leser finden. Mich würde spontan das Sagan-Buch interessieren. Von dieser Autorin wollte ich schon immer mal was lesen.
    Viele Grüße,
    Deborah von Sommerdiebe

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  10. Vor kurzem bin ich auf deinen Blog aufmerksam geworden und habe schon einige Anregungen bekommen. Vielen Dank für den Hinweis auf diese tolle Reihe. Einige Bücher habe ich irgendwann schonmal gelesen, aber eine ganze Reihe kenne ich gar nicht. Und durch deinen Post habe ich wieder neue Ideen für Bücher bekommen, auf die ich sonst wohl nicht gekommen wäre. Sollte ich zu den glücklichen Gewinnern gehören, würde ich mich über „Die Gleichgültigen“ freuen. Ansonsten werde ich es mir wohl ausleihen oder kaufen. Herzliche Grüße

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  11. Tja, da sind dann doch die Bibliotheken und die Bücherschränke und das Sammeln und das Horten gut und so ist im Laufe der Jahre eine sehr schöne Moravia Sammlung zu mir gekommen, der mit seinen Schilderungen des vergangen Roms, seinen passiven Frauen, etc, ein sehr interessanter Autor ist.
    https://literaturgefluester.wordpress.com/2015/01/17/die-romerin/
    https://literaturgefluester.wordpress.com/2014/05/17/eheliche-liebe/
    https://literaturgefluester.wordpress.com/2010/10/26/der-konformist/
    xhttps://literaturgefluester.wordpress.com/2009/08/23/die-gleichgultigen/
    Also vielleicht doch nicht alles wegwerfen, aber natürlich sind Neuauflagen gut

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  12. Ich halte die Wiederauflage dieser vergriffenen Bücher für eine sehr gute Idee und hoffe, dass der E&B Verlag noch viele andere Schätze aus dem Strudel des Vergessens herauszieht.

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  13. Eine wunderbare Idee und Reihe! Danke, dass hierdurch noch mal die Hintergründe konkreter werden. „Der Gebrauch des Menschen“ liegt hier bereits und wartet sehnsüchtig darauf, in die Hand genommen zu werden. 🙂

    Beste Grüße

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  14. Toller Artikel und ein toller Blog. Ich liebe schön gestaltete Bücher und Klassiker, da habe ich doch schon etwas für meinen Weihnachtswunschzettel ;-)).
    Danke dafür.
    Liebe Grüße
    Thomas

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  15. Seitdem ich über eine „wilde Googelei“ zu Monika Held auf dieser Seite gelandet bin, statte ich ihr immer wieder einen Besuch ab. Ich lese hier sehr gerne und bekomme schöne Anregungen für meine Leseliste. Vielen Dank dafür!
    Gerne nehme ich an der Verlosung teil, weil für mich zum Lesen auch das haptische Erleben gehört.
    Viele Grüße, Kathrin

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  16. Welch fabelhafte Idee, den Staub von den Buchrücken zu pusten und diesen Werken zu einem zweiten Leben zu verhelfen! Eine Renaissance ganz im Sinne der Literatur.
    Mein Interesse gilt insbesondere dem Werk von Frau Sagan, um welches ich mich hiermit bewerben möchte. Wir haben einige Wiedergeburten gemein, sie und ich. Und nun komme ich darum herum, in Antiquariaten auf der Suche nach (zumindest diesem) Werk Staub aufzuwirbeln.
    Die restlichen Sagans würden neiderfüllt auf den schönen Umschlag sehen, aber so viel muss die letterne Familie schon aushalten.
    Ein schönes Wochenende an Dich, liebe Klappentexterin!

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