Talking about Haruki Murakami mit Kat Menschik.

Haruki Murakamis Bücher sind magisch, inspirierend und einmalig. Seine Fangemeinde ist riesig – über eine Million sind es allein bei Facebook. Und auch ich bin eine Harukinistin (so nennen sich die Fans) unter den vielen. Getroffen habe ich Murakami-san bislang noch nicht. Aber ich bin Menschen begegnet, die für ihn arbeiten oder auch für den Autor schwärmen. Das ist genauso schön! Deshalb hat mich sein neues Buch Wenn der Wind singt / Pinball 1973 dazu inspiriert, das zu tun, was ich immer schon machen wollte: Über Haruki Murakami zu sprechen. Mit „Talking about Haruki Murakami“ präsentiere ich euch Interviews mit Menschen aus seinem Universum. Nach der Übersetzerin Ursula Gräfe und Stephan Kleiner, Lektor und Übersetzer, folgt heute die Illustratorin Kat Menschik.

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MENSCHIK_RGB© Kat Menschik

Kat Menschik lebt als freie Illustratorin in Berlin und im Oderbruch. Ihre Zeichnungen erscheinen regelmäßig in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Für DuMont illustrierte sie Haruki Murakamis ›Schlaf‹ (2009) sowie ›Die Bäckereiüberfälle‹ (2012) und Ernst H. Gombrichs ›Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser‹ (2011). Der immerwährende Kalender ›Das Variable Kalendarium‹ erschien 2012.

Klappentexterin: Wie sind Sie als Illustratorin zu Haruki Murakami gekommen?

Kat Menschik: Eines Tages erhielt ich einen Anruf von Jo Lendle aus dem Dumont Verlag mit der Bitte, Murakamis Kurzgeschichte „Schlaf“ zu illustrieren, wenn ich denn möchte. Ich mochte.

Erinnern Sie sich noch an das erste Buch, das Sie von Murakami gelesen haben? Wie war das für Sie?

Es war „Wilde Schafsjagd“. Was mich sehr berührt hat, war eine eigenartige, phantastische Fremdheit seiner Wahrnehmung und Beschreibung der Dinge. Ich vermute, das liegt ein bißchen an grundverschiedenen kulturellen Wurzeln, in erster Linie ist es aber die große Kunst Murakamis, den Leser auf seine unverkennbare Art und Weise in Erstaunen zu versetzen. Damals verliebte ich mich in Murakamis oft traumgleiche Erzählungen voller überraschender Bilder und Poesie.

Wie gehen Sie bei Ihrer Arbeit vor, wenn Sie ein Buch illustrieren?

Ich versuche, eine Grundidee für das gesamte Buch zu entwickeln. Eine Gestaltungsidee, die dann über alle Zeichnungen für das jeweilige Buch hinweg trägt und alle Bilder wie eine Klammer zusammenfaßt. Das kann eine Entscheidung für eine besondere Farbgebung oder ein Bildformat sein und/oder natürlich den Bildinhalt betreffen. Wenn diese Idee gefunden ist, lasse ich mich auf Textstellen ein, interpretiere sie mit meinen Zeichnungen, die den Leser im besten Fall zusätzlich unterhalten und erfreuen.

Haruki Murakami hat eine ganz eigene Sprache. Wollten Sie dafür auch eine besondere Bildsprache schaffen?

Natürlich. Bei Murakamis illustrierten Geschichten habe ich mir kleine Versatzstücke aus seinen Texten gesucht, die ich für meine Illustrationen als Anregung benutzt habe. Gleichzeitig habe ich diese „Schnipsel“ mit meiner eigenen Phantasie weiter ausgebaut, Ideen hinzugefügt oder weggelassen. Ich hoffe, mir ist es gelungen, leicht surreale Bilder zu „erfinden“, die den Texten angemessen sind, sie aber nicht eins zu eins illustrieren, sondern ihnen eine etwas knirschende, sperrige, weil nicht so ganz genau erklärbare zweite Ebene verschaffen.

Wie eng arbeiten Sie mit dem Autor zusammen? Oder lässt er Ihnen bei den Illustrationen vollkommen freie Hand?

Freie Hand hatte ich immer, allerdings schaut Murakami sehr gern mal zwischendurch auf das eine oder andere Blatt…

Die Klappentexterin dankt für das Interview und wünscht Kat Menschik alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

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9 Gedanken zu “Talking about Haruki Murakami mit Kat Menschik.

  1. Liebe Klappentexterin, ich liebe die Illustrationen von Kat Menschik und habe gehofft, dass es auch ein Interview mit ihr geben wird. Danke also für das gesamte Projekt Talking about Murakami, ich habe es bisher unglaublich gern gelesen! Schöne Grüße, Cindy

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  2. Ich habe noch nicht viel von Murakami gelesen, aber ich habe mich gleich zu seiner einzigartigen Sicht auf die Welt hingezogen gefühlt. Überhaupt mag ich die japanische Art, das Phantastische so natürlich in die „reale“ Welt einzuflechten, bzw. keinen Unterschied zwischen Imagination und Realität zu machen. Das zuletzt erschienene Buch ist ja gleichzeitig sein erstes Buch überhaupt/eines seiner ersten Bücher – ich bin da nicht ganz im Bilde. Wie hat es denn auf dich gewirkt im Vergleich zu seinen späteren Werken?

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    1. Dann hast du ja noch einiges zu entdecken, wie schön! Genauso schön empfand ich »Wenn der Wind singt / Pinball 1973«. Für mich sind das zwei funkelnde Rohdiamanten. In seinen ersten beiden Werken zeigen sich jene Merkmale, auf die wir in seinen späteren Werken treffen, wie beispielsweise die schönen Bilder, die er mit seiner Sprache erzeugt, tiefsinnige Gedanken, über die man länger nachdenkt, das Schwebende, an dem man sich nicht festhalten kann, außergewöhnliche Besonderheiten bei Frauen, der Alltag, dem etwas Magisches anhaftet bzw. fühlt es sich so an. Wirklich fantastisch!

      Liebe Grüße
      Klappentexterin

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  3. Büschn kurz, was? WIE gestaltet sich der Kontakt mit ihm? Hat sie ihn mal getroffen? Warum hat sie nicht mehr illustriert? Was heißt das, er schaut auf ein Blatt: kommen wird er ja wohl nicht. Alles sehr unklar. Etwas nichtssagend daher, leider. Auch wenn es gut anfängt, es ist nur ein Anfang. Schade.

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    1. Hallo Pit,
      danke für deinen Kommentar! In meiner Interviewreihe „Talking about Haruki Murakami“ spielt die Fünf eine bedeutende Rolle. So habe ich auch an jeden Interviewten fünf Fragen gestellt. Bei Kat Menschik habe ich auf die Frage verzichtet, ob sie Murakami schon mal getroffen hat, weil sie für eine andere Platz machen musste. Wenn du möchtest, kann ich deine Fragen gern weiterleiten.

      Viele Grüße
      Klappentexterin

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