Indiebookday 2014. Falling in love. In Indiebooklove.

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Vor genau einem Jahr begann die Lovestory. Das Indiebookday-Karussell nahm Fahrt auf und ich sprang mit auf, ohne zu wissen, was nach dem Tag noch alles Schönes passieren würde. Ich war wie viele andere von dieser großartigen Aktion begeistert, die Daniel Beskos vom mairisch Verlag initiiert hatte. Meinen ersten Indiebookday-Kauf habe ich vor zwölf Monaten an dieser Stelle mit euch geteilt. Und wie ihr wisst, habe ich mich in die Indiebookwelt verliebt. So wuchs bald ein Ableger vom Indiebookday, der sich in den vergangenen Monaten zu einer schönen Pflanze entwickelt hat. Sie wächst, gedeiht noch immer und streckt ihre Blüten in den Bücherhimmel. Die Rede ist von We read Indie. Der Indiebookday wird daher für mich immer ein ganz besonderer Tag bleiben.

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Während ich darüber nachdenke, was mir die Indiebookwelt bislang alles Wunderbares geschenkt hat – sei es an schönen Büchern oder interessanten Begegnungen – sitze ich bei ocelot, not just another bookstore auf einer Bank, neben mir Fabian Thomas, Betreiber des Blogs The Daily Frown und Verleger des Indie-eBook-Verlags shelff. Er zeigt mir seinen Indiebookday 2014-Schatz. Nach meiner kurzen nachdenklichen Atempause bin ich wieder präsent und schwimme im Indiebookday-Rausch. Fabians Begeisterung ist ansteckend. Staunend bewundere ich seine neue Errungenschaft. Lausche seinen Worten über das Buch und betrachte Die Harry Gelb Story von Jörg Fauser, erschienen im Maro Verlag. Das schmale Buch ist auffallend schön und klassisch indie.

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Was mir in diesem einen Jahr bewusst wurde, ist dies: Indie bedeutet nicht nur klein und unabhängig, sondern auch viel Herzblut und ein Gespür für das Besondere. Indiebooks stechen durch die liebevolle und originelle Gestaltung im Bücherdschungel hervor. Sie liegen geschmeidig in der Hand und entlocken dem Leser ein Lächeln, das selbst dicke Regenwolken schluckt. Indiebooks kommen von Menschen, die mit großer Passion Bücher herstellen. Ich habe mittlerweile zahlreiche VerlegerInnen der schönen Indiebooks kennengelernt, bin im großen Maße angetan von dieser anderen Form des Verlegens, bei der nicht der Profit im Fokus steht, sondern viel mehr das Publizieren von Herzensbüchern. Die Verlegerin Sabine Dörlemann hat dies seinerzeit im Interview treffend beschrieben: »Wir sind leidenschaftliche Überzeugungstäter.«

Indiebooks verbinden die Menschen, inspirieren und ziehen magisch an. Noch eine wunderbare Erfahrung aus meinem ersten Indiebookjahr. Das bestätigt mir auch Maria-Christina Piwowarski von ocelot, not just another bookstore, die mir vom Indiebookday 2014 berichtet. Ihre Wangen glühen von der Anstrengung der vergangenen Tage und vor Freude über den heutigen Tag. Bereits im Vorfeld hat die Buchhandlung auf der eigenen Facebook-Fanpage mit einer großartigen Indiebook-Buchverlosungs-Aktion dem großen Tag entgegengefiebert und viele Fans mit ihrem Enthusiasmus angesteckt.

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Am Samstag sprang die Indiekatze dann endlich aus dem Sack. Viele, viele Menschen waren bei ocelot, um sich Indiebooks zu kaufen, berichtet sie. Die ocelots haben extra ein bezauberndes Schaufenster gestaltet und zwei Indiebook-Regale gefüllt, bis Freitagnacht um halb zwölf sind sie noch durch den Laden gelaufen und haben die Indiebooks zusammengeführt.

Am Samstagmorgen nach Ladenöffnung ging es dann los mit dem indiebooken. »Im Vergleich zum Vorjahr wussten die Leute heute gezielt, welches Buch sie sich kaufen wollen», erzählt Maria. »Einige haben sich aber auch unbewusst ein Indiebook gekauft und wurden erst dadurch auf die Aktion aufmerksam.« Mit anderen Worten: Die Indiekatze rockt. Das entnehme ich auch den Worten von Frithjof Klepp, dem Inhaber dieses schönen Buchladens. Zahlreiche Bücherfreunde waren hier und haben den Indiebookday in der Wildkatze zelebriert. Im Internet hat sich eine Welle verbreitet, die ocelot, sogar bis nach England mitgenommen hat. Treadwells Bookshop hat den Berliner Buchladen in einem Tweet gedankt. Frithjof lächelt und ich auch.

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Ja, man lächelt häufig an diesem Tag, der so mitreißend und wie ein kleines Feuerwerk in vielen Buchhandlungen explodiert. Voller Ehrfurcht stehe ich vor den beiden Indiebook-Regalen, warte auf ein Indiezeichen, lächele und zack – da ist es, mein Indiebook! Die Revolution war im Fernsehen: Essay zu den Fernsehserien Sopranos, Mad Men, 24, Lost, Breaking Bad, The Wire, Deadwood, Buffy, The Shield, u. a. von Alan Sepinwall, erschienen bei luxbooks.

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Dieses Mal kaufe ich es nicht für mich, sondern für den Menschen, der mir am nächsten ist und der in den vergangenen Wochen im Zuge der eigenen Indiebookday-Vorbereitungen einiges einstecken musste. Mit meinen Blogger-Kolleginnen habe ich mir feine Dinge ausgedacht. Dazu zählen neben unserer neuen Interview-Reihe We talk Indie und Empfehlungen zum Indiebookday – gemeinsam mit anderen BloggerInnen – eine Verlosungs-Aktion. Noch bis zum Samstag, 29. März, könnt ihr auf unserer Facebook-Fanpage eure Indiebookday-Einkäufe teilen. Und mit ein bisschen Glück gewinnt ihr eins der wundervollen Buchpakete. Jedes enthält jeweils ein Exemplar von Steven Gilbars Bibliomania (Dörlemann Verlag) sowie ein weiteres Buch. In Paket 1 findet sich Die Ankunft von Andrej Nikolaidis (Voland & Quist). Paket 2 erfreut euch mit dem Buch Aufzeichnungen eines albernen Menschen von Carl-Christian Elze (Verlagshaus J. Frank | Berlin) und Paket 3 hat Die Verwandlung des Hector Berlioz von Alper Canıgüz (binooki).

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Als ich am Samstagabend – kurz vor Mitternacht – auf der Facebookseite vom Indiebookday – die Einträge betrachte und selbst mein Bild in diese Sammlung füge, denke ich im Stillen: Was für eine wunderwunderschöne Aktion! In diesem Sinne, danke ich dir von Herzen, lieber Daniel, dass du uns dieses großartige Geschenk bereitet hast! Es ist eins der schönsten Dinge in der Bücherwelt.

19 Gedanken zu “Indiebookday 2014. Falling in love. In Indiebooklove.

  1. Liebe Simone, dem ist nichts, aber wirklich gar nichts hinzufügen. Was für ein berauschender Beitrag. 1000 Dank!
    Und was für ein ebenso berauschender Tag das gestern war. Ich freue mich jetzt schon auf den Indiebookday 2015.
    Schöne Grüße, masuko

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  2. Die Indieday Initiative ist voll zu begrüßen. Sie ist mithin ja auch nicht auf dem Mist eines Einzelnen gewachsen und – wie ich hoffe, kommen nicht nur Verlage, sondern auch die Autoren bei der Klappentexterin-IndieWelle vor ;-). Immerhin, es gibt verschiedene IndieDays und gerade vor dem Hintergrund Indie kann es ja auch gar nicht genug geben (wer will sich schon bei dem Begriff Indie von einem Teil oder gar Einzelnen des Buchmarktes abhängig machen. Wie gesagt, gute Idee, schöne Initiative und hier noch ein anderer Indieday, der gerne hinter dem, der sich aufmerksamkeitstechnisch durchgesetzt hat, zurücksteht (solange die Autoren nicht vergessen werden 😉 )
    http://wolfgangschwerdt.wordpress.com/2012/11/14/am-28-11-2012-ist-ind-day-internationaler-tag-des-independent-publishers/

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    1. Ich finde es schön und äußerst interessant, was im Bereich der Indiebookverlage geschieht und habe mit Freude den Rausch dieses Tages gefeiert. Der Indiebookday wächst und wächst. Großartig! Und We read Indie hat noch schöne Arbeit vor sich. Wir freuen uns auf das, was kommt.

      Also, herzliche Indiegrüße,
      Klappentexterin

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  3. Liebe Klappentexterin,
    die Sonne geht auf wenn ich deine begeisterten Zeilen zum Indiebookday lese. Das zeigt, mit wieviel Herzblut du dich für die unabhängigen Verlage engagierst. Ich lese gerade mein allererstes Indiebook, das bereits im Jahr 2011 im mairisch Verlag erschienen ist – eine Geschichte über Langeweile, bis jetzt langweilt sie mich nicht. „Die Revolution war im Fernsehen“ ist übrigens genau das richtige Buch für Oliver. Na siehste, da hab ich schon mal das perfekte Geburtstagsgeschenk parat.

    Liebe Grüße aus Hamburg.

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    1. Liebe Tanja, ganz lieben Dank für deine schönen Zeilen! Da ging dann bei mir die Sonne auf. Hach, wie toll, der mairisch Verlag ist ein wunderbarer Indieeinstieg! Welches ist es denn? Und ich freue mich, dass du hier bei mir auf Indie-Geschenk für Oliver gestoßen bist! So soll es sein, das indiebooken.

      Liebe Grüße nach Hamburg,
      Klappentexterin

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