Von großen Vorhaben und kleinen Versuchen.

Eigentlich, ja eigentlich, wollte ich mich in diesem Jahr mehr meinen ungelesenen Büchern widmen. Ada Mitsou und Bücherwurmloch hatten mich dazu angeschubst und den Wunsch, den ich schon lange in mir trug, zum Fliegen gebracht. So wurde das Lesen älterer Bücher zu meinem großen Vorhaben 2014. Nach den ersten Wochen des Jahres muss ich mir allerdings eingestehen, dass das Projekt vom Weg abgekommen ist. Nachdem Ada Mitsou kürzlich ihre ersten Erfahrungen zum Projekt „Ungelesene Bücher 2014“ mit ihren Lesern auf wunderbare Weise geteilt hat, möchte ich es auch. Bei mir verhält es sich leider ganz anders. Nun, beginnen wir von vorn.


rub_neu                       Da sind sie alle beisammen: meine ungelesenen Bücher.

Zunächst lief es gut an. Voller Enthusiasmus stürzte ich mich Ende Dezember auf meine Bücherregale und fischte alle Bücher heraus, die ich bis dahin nicht gelesen hatte. Ich war baff, als ich sah, wie viele Bücher es waren. Normalerweise spricht man vom Stapel ungelesener Bücher (SuB), aber dieses hier war viel mehr als das, es war ein RuB – Regal ungelesener Bücher. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. So standen sie pro Regalboden in zwei Reihen und blickten mich erwartungsvoll an. Sie schauten nicht gewöhnlich, sondern strahlten, als wollten sie sagen: „Endlich stehen wir im Rampenlicht! Dankeschön!“ Ich konnte sie verstehen und lächelte vergnügt. Im zweiten Step begann ich eine Liste zu erstellen, wie eine Bibliothekarin, die ich aber nicht bin, was ich bald zu spüren bekam. Die Begeisterung war riesig, doch sie schrumpfte im Laufe der Zeit immer mehr zu einem kleinen Häufchen Frust. Irgendwann entwischte mir der Stift aus der Hand und ich fand mich lesend auf der Couch wieder. Das Projekt gestaltete sich aufwendiger als gedacht. Und wenn sich Blogarbeit nach anstrengender Arbeit anfühlt, dann verkrieche ich mich wie eine Schnecke zurück in ihr Haus – mit Taschenlampe, Buch und Tee.

bibliothekarin                              Meine angefangene und nicht vollendete Liste.

Nicht einfacher wurde es, als Anfang des Jahres die wunderschönen Neuheiten in meine Hände fielen. Zunächst posaunte ich mit stolz erhabener Brust: „In diesem Jahr lese ich keine neuen Bücher, nur die alten.“ Doch dieser Satz zerfiel bald in einzelne Krümel, wie ein Mürbeteig, den man falsch zubereitet. Es ist genauso so, als würde man einem Wolf ein Schaf vor die Augen legen und ihm sagen: „Friss das nicht. Schau es dir nur an.“

Bücher gehören in meinem Leben dazu wie die Schuhe an den Füßen. Und das nicht nur in meiner freien Zeit, sondern auch im Berufsalltag, sie sind meine Freunde und gleichzeitig Arbeitsinstrumente. Als Buchhändlerin kann ich meine Augen nicht vor neuen Titeln verschließen und ehrlich gesagt, ist meine Neugier viel zu groß, ja, sie platzt förmlich, wenn ich ihr nicht nachgehe. Einen neuen Roman von Banana Yoshimoto (Der See, erscheint am 26. Februar bei Diogenes) kann ich genauso wenig links liegen lassen wie ein großartiges Kinderbuch (Die Wahrheit, wie Delly sie sieht, jetzt bei Carl Hanser erschienen).

Als Buchhändlerin gilt es, Schätze zu entdecken, um sie den Kunden in die Hand zu legen und auch das Vertrauen für unbekannte AutorenInnen zu wecken. Den gleichen Anspruch habe ich aber auch als Bloggerin. Ich habe meinen Blog vor über vier Jahren aus diesem Grund gegründet, weil ich hier den besonderen Büchern einen Raum schenken wollte. Bücher, die aus der Masse herausfallen und eine Fürsprecherin brauchen. Durch zahlreiche Gespräche habe ich erfahren, wie oft dem einen oder anderen der Mut fehlt, sich an unbekannte AutorenInnen zu wagen. Und im Laufe der Zeit habe ich auch nichtbloggende LeserInnen als treue BegleiterInnen dazu gewonnen, die auf meine Rezensionen zu Neuheiten warten. Ich mache dies nicht aus einem Pflichtgefühl heraus, sondern aus großer Freude und Leidenschaft. Daher betrachte ich mich als eine Schatzgräberin, die sich durch den dichten Sand der unzähligen Neuerscheinungen gräbt und nach Goldbarren sucht.

neu_in_alt                                         Hach, die wunderbaren Neuheiten!

Das Regal mit den ungelesenen Büchern steht noch unangetastet im Wohnzimmer und wird es in den nächsten Wochen bleiben. Trotzdem ignoriere ich es nicht und besuche meine ungelesenen Bücher, rede mit ihnen, nehme das eine oder andere heraus, lese hinein und flüstere: „Später.“ Die Zeit wird kommen, wenn das Gros der Neuheiten abgelesen ist. Eins habe ich mir felsenfest vorgenommen: Bewusster Neuheiten zu lesen. Ich suche mit mehr Bedacht Titel aus, weil ich jetzt noch die anderen in meinem Blickfeld habe. Während es früher für mich immer nur neue Bücher gab, hat sich das Blatt gewendet. So habe ich Ende Dezember ein älteres Werk einem neuen vorgezogen. Die Germanistin von Patricia Duncker ist mein erstes Buch vom SuB. Ein kleiner Versuch im großen Vorhaben. Wie gut es tat und wie schön es war, diese Geschichte zu entdecken, das werde ich so schnell nicht vergessen. Ich wäre sehr traurig gewesen, wenn ich diesen Roman ignoriert hätte. Und es zeigt mir, in meinem Regal schlummern noch unzählige solcher Glücksmomente.

Wenngleich ich vom Weg abgekommen bin, sehe ich den Pfad vor mir. Er ist da und wird nicht verschwinden, genauso wenig wie die Neugier nach Novitäten. Beide gehören zu mir, das weiß ich nun. Ich freue mich über diese wunderbare Entdeckung und werde den Spagat irgendwann schon hinbekommen.

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34 Gedanken zu “Von großen Vorhaben und kleinen Versuchen.

  1. Du sprichst mir ganz aus dem Herzen!!!!! Wie soll man im Anblick der vielen aufregenden Neuerscheinungen den Blick ausschließlich zurück wenden? Ich will es genauso angehen: viel Neues entdecken und dazwischen immer mal ein paar Bücher aus den vergangenen Jahren lesen. Klingt perfekt.

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      1. Ja, das klingt fast so. Außerdem freue ich mich doch schon wie verrückt auf deine Rezensionen zum Bücherfrühling und ganz besonders zu Banana Yoshimoto 🙂

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  2. Ich kann das gut verstehen. Um meine noch nicht gelesen“ Bücher zu lesen, dürfte ich glaube ich, nicht bloggen, weil man dabei zwangsläufig neue Bücher entdeckt (soeben geschehen mit „Der See“).Trotzdem denke ich weiterhin darüber nach. Viel Erfolg weiterhin und danke für die Buchtipps!LG Xeniana

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    1. Ja, noch eine weitere Verführung, liebe Xeniana – Bücher, die in der Blogwelt vorgestellt werden. Dieser mitreißenden Welle zu entkommen, ist so gut wie gar nicht möglich und herrlich inspirierend. Dennoch glaube ich, den Spagat zwischen alten und neuen Büchern irgendwann hinzubekommen. Ich bin gespannt, wie die Reise weitergeht. LG, Klappentexterin

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  3. Ein toller Artikel! Ich denke auch, dass eine Mischung zwischen alten und neuen Büchern wichtig ist. Wenn man sich nur auf die alten konzentriert, kommt es mMn irgendwann zum Jojo-Effekt. Und dann wird’s ja nur noch schlimmer :-D.

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  4. Liebe Klappentexterin,

    im Grunde machst du es doch eigentlich so wie vorgenommen: Du konzentrierst dich mehr auf die Bücher, die bisher in deinem Regal verstaubten, lässt die neuen jedoch nicht links liegen. Ich denke, es kommt nur auf das Verhältnis an.
    Ich z.B. kann diese Freude an dem Neuen momentan nicht so gut ausleben, weil ich gar nicht dazu komme, all die Neuheiten zu lesen. Dementsprechend würde die Anschaffung selbiger nur bedeuten, dass ich mein Regal ungelesener Bücher erweitern würde. Viele dieser Bücher waren zum Zeitpunkt des Kaufes ganz neu auf dem Markt, doch aufgrund des Zeitmangels kamen sie in die Jahre und verloren äußerlich (nicht thematisch) ihre Aktualität. Würde ich so weitermachen, wäre es so wie vorher, nichts würde sich ändern, da ich nach wie vor nur begrenzte zeitliche Möglichkeiten zum Lesen habe.
    Das, was ich jetzt versuche, ist eine Mischung aus beidem: Ab und zu eine Neuerscheinung, die ich mit Bedacht auswähle, und dazwischen möglichst viele von den „alten“ Büchern. So unterschiedlich sind unsere Vorhaben demnach gar nicht – abgesehen davon, dass dein Beruf mehr Schnelllebigkeit beinhaltet und dementsprechend auch mehr neue Bücher in deine Hände wandern (müssen).
    Mir scheint, viel mehr zu schaffen, macht dir das Drumherum – das Sortieren und Verfassen der Liste, das Festhalten der Berge, die sich angetürmt haben und natürlich auch die fehlende Zeit, alle Bücher – sowohl die neuen als auch die alten – zu lesen. Das ist eine Frage der Organisation, für die abseits des einnehmenden Alltags oft nicht viel Muße übrig bleibt. Aber eine Lösungsmöglichkeit hast du ja bereits gut erkannt: Wenig Organisieren, mehr Lesen. Weniger Theorie, mehr Praxis.
    In diesem Sinne ist doch eigentlich alles gut. 🙂

    Liebe Grüße,
    deine Ada

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    1. Liebe Ada,

      das hast du wirklich schön geschrieben. Ganz lieben Dank für deine Rückmeldung, die mich hat lächeln und eifrig nicken lassen. Hinzu kommt übrigens noch, dass der Start des Projektes zeitlich nicht ideal für mich war. Anfang des Jahres – genau dann schneien die neuen Bücher in die Buchhandlungen. Schön finde ich das neue Bewusstsein, das durch das Projekt entstanden ist. Also nicht weiterhin Bücher auftürmen mit dem Satz: „Das lese ich bald.“ Sondern innehalten und sich fragen: „Werde ich es wirklich lesen?“ „Ja.“ Ganz wirklich?“ „Ähm, weiß nicht.“ Im Moment des zu langen Nachdenkens, lege ich es dann zurück, wo ich es hergenommen habe. Hach, das ist schon eine aufregende Welt, in der wir uns bewegen. 🙂

      Liebe Grüße,
      deine Klappentexterin

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  5. Liebe Klappentexterin

    Ich kann meine Hände ja auch nicht von Neuerscheinungen fernhalten. Mein SuB ist längstens auch ein RuB. Immer wieder kommen auch Bücher aus dem Antiquariat dazu und ich habe eigentlich keine Ahnung, wann ich all die Bücher lesen sollte. Wahrscheinlich nach meiner Pensionierung 😉

    Ja, ich habe auch eine Liste geschrieben und fein säuberlich in eine Excel-Tabelle eingefügt. Nur ist die Liste längst wieder veraltet und ich müsste von vorne auflisten – seufz.

    LG buechermaniac

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    1. Liebe buechermaniac,
      da sprichst du was Wichtiges an: Das Sammeln fing bei mir am Freitag fast wieder an, als ich auf Bücherschnäppchen stieß. Dabei hatte ich noch nicht einmal die Bücher vom letzten Schnäppchenkauf gelesen. Also trotzdem kaufen oder bleiben lassen? Das frage ich jetzt die Meisterin des Antiquariats. 😉 Was uns später auf keinen Fall fehlen wird, sind die Bücher. Schöne Aussichten finde ich. Hat dir die Liste eigentlich geholfen? Ach, und ich seufze jetzt einfach mal mit.

      Viele liebe Grüße,
      Klappentexterin

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  6. bin ich froh, dass ich seit beginn meiner lesekarriere es schaffe, nie mehr als ein (!) buch zu kaufen und erst dann ein weiteres kaufe, wenn das buch ausgelesen ist. ansonsten hätte ich RuB’s oooooohne ende.
    mein mitgefühl euch!

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  7. Ach liebe Klappentexterin,

    das RuB existiert auch bei mir 😉 Ich beginne gar nicht erst mit so einem großen Projekt, weiß ich doch jetzt schon, dass ich scheitern werde. Bei mir sind es gar nicht so sehr die Neuerscheinungen, sondern auch ältere Bücher und Klassiker, die ich in den Antiquariaten entdecke. Mein Motto: Gekauft, ist schon halb gelesen. Aber ich erfreue mich an diesen Titeln, die einen Engelsgeduld beweisen und auf mich warten… bis ich sie eines Tages in die Hand nehmen und LESE.

    Liebe Grüße von der Bücherliebhaberin

    p.s. Wirst du in Leipzig zur Messe sein?

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    1. Das RuB ist unser Schuhregal, nicht wahr, liebe Bücherliebhaberin? 😉 Von den Antiquariatseinkäufen habe ich auch noch einige, wenige, ach viele… *seufz* Schönes Motto übrigens – das merke ich mir. Ich denke auch, irgendwann werden die Bücher in unsere Hände wandern, DENN für jedes Buch gibt es die richtige Zeit.

      Liebe Grüße,
      Klappentexterin

      PS: Ja, das bin ich. Sehen wir uns?

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  8. Liebe Klappentexterin,

    auch bei mir gibt es ein RuB, sogar ein relativ großes. Wenn ich es zu lange anschaue, wird mir manchmal ganz flau im Magen, deshalb gucke ich meistens nicht so genau hin. 😉 Ich habe mir für dieses Jahr nichts vorgenommen, Vorhaben schränken mich häufig ein oder rauben mir den Spaß. Ich lasse mich einfach durch mein Bücherregal treiben, in dem neue neben älteren Büchern stehen und ich habe in den ersten eineinhalb Monaten sowohl beides gelesen – ein paar ältere, aber auch neue, auf die ich mich gefreut habe.

    Liebe Grüße
    Mara

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    1. Liebe Mara,
      nun das überrascht mich keineswegs. Warum nur? 😉 Lass dich also weiterhin treiben und zu älteren Schätzen spülen, die dich auffangen werden. Ich denke auch, auf die Mischung kommt es an. Die habe ich einfach aus den Augen verloren.

      Liebe Grüße,
      Klappentexterin

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  9. Liebe Klappentexterin,
    Dein Bild von Wolf und Schaf sagt doch alles über unsere schöne Sucht. Und auch wenn ich nicht gleich alle Schafe verspeisen kann als gefrässiger Bücherwolf, so muss ich sie doch zumindest hier fein säuberlich aufgereiht stehen haben, sonst lassen sie mir wirklich keine Ruhe :-).
    Viele Grüße, Claudia

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  10. Ich musste gerade sehr schmunzeln bei deinem Artikel – und konnte dich richtig vor mir sehen, wie du die Liste in die Ecke pfefferst und lieber lesen gehst 😉 Und das ist mein absoluter Lieblingssatz: Es ist genauso so, als würde man einem Wolf ein Schaf vor die Augen legen und ihm sagen: „Friss das nicht. Schau es dir nur an.“
    Haha!
    Ich muss sagen, dass es für mich sehr anstrengend und schrecklich war, all die Monate keine neuen Bücher zu kaufen. Ich hab das nur dank des Umzugs, des neuen Babys und der allgemeinen Flaute auf dem Konto geschafft. Ich will das aber nie nie wieder machen. Wobei ich letzten Endes richtig froh und befreit war, als all die SuB-Leichen endlich fort waren. Und: Wie du es auch schon erlebt hast, findet man ein paar Schätze, die man die ganzen Jahre über missachtet hat. Trotzdem: Ich liebe meinen SuB. Das sieht man ja auch schon daran, dass ich mir innerhalb von Tagen wieder einen großen SuB aufgebaut hab. Einmal Junkie, immer Junkie.
    Ich versuche aber generell immer, aus dem Vorhandenen auszuwählen und die Neuheiten erst mal auf die Wunschliste zu setzen. Das hat auch einen rein finanziellen Grund: Bis ich dann Zeit habe, sie zu kaufen und zu lesen, gibt es oft schon eine günstigere Taschenbuchausgabe. Bei 100 Büchern im Jahr muss ich auch ein bisschen wirtschaftlich denken 😀
    Jedenfalls bin ich gespannt, was du uns heuer alles präsentieren wirst: ob neu oder alt. Und wünsche viel Vergnügen beim Entdecken!
    Mariki

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    1. Hach Mariki, welch Ehre die Königin des SuB-Abbaus bei mir zu haben! Das ist so toll! Und eine Verneigung wert! Siehst du sie? …._….
      SuB-Leichen ist eigentlich kein schönes Wort und ich hoffe, die Bücher haben das jetzt nicht gehört. 😉 Ab wann wird ein Buch eigentlich zur SuB-Leiche? Wie lange ist ein Buch neu? Das frage ich mich gerade. Das Problem an der ganzen Geschichte sind ja eigentlich nicht wir, sondern der Buchmarkt, der schneller produziert, als wir überhaupt lesen können, wobei du ja eine von den Lichtgeschwindigkeitsleserinnen bist. Und von der Vielfalt der Literatur möchte ich gar nicht erst reden, das ist ein großer, süßer Honigtopf, um den wir täglich kreisen. However – wir werden die Bücher schon verspeisen. Und du bist wieder ganz in deinem Element – des Büchersammelns. Denn wie war das doch gleich? Genau: Einmal Junkie, immer Junkie.

      Viele Grüße,
      Klappentexterin

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  11. Liebe Klappentexterin,
    ich kann Dich sehr gut verstehen. Auch ich habe einen großen SUB aufgebaut, den ich aber sicher nicht so schnell abbauen kann, da ich ja sofort immer zu Deinen Buchvorstellungen greife und auch fast nie enttäuscht werde. Deshalb ist es vielleicht ganz gut, dass Du momentan nicht so viel blogst, aber ich würde mich trotzdem über die Vorstellung Deiner Neuheiten freuen. Was kannst Du denn in diesem Frühjahr besonders empfehlen? Freue mich schon sehr auf Deine neuen Einträge.
    LG
    lesesilly

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    1. Liebe lesesilly,
      oje, ich fühle mich schuldig! 😉 Welche Schätze schlummern noch bei dir? Jetzt bin ich aber neugierig! Schön, dass ich dich zu den Büchern führen konnte, genauso wie ich mich über den gleichen Lesegeschmack und deine Rückmeldungen freue. Aktuell lese ich Was gewesen wäre von Gregor Sander (erschienen bei Wallstein). Auf unserem Indie-Blog haben wir dazu auch eine Rezension von Masuko13. Schau einfach mal hier. Und bei Dörlemann gibt es wieder einen feinen Titel, hach, der zerfließt schon beim Anblick in den Augen. Die Gestaltung ist der absolute Wahnsinn – so schön ist die äußere und innere Gestaltung des Covers. Tobys Zimmer von Pat Barker. Sehr ans Herz gewachsen ist mir Die Wahrheit, wie Delly sie sieht – ist allerdings ein Kinderbuch ab 12 Jahre. Tage des letzten Schneesist auch mein großer Favorit. -> Rezension und Autoreninterview folgen die nächsten Tage… und dann habe ich noch einen Stapel – nicht angerührt, weil ich ja nicht nur lese. 😉 Von mare sind wieder zwei schöne Titel dabei. Dazu kann ich dir allerdings noch nichts sagen. So, jetzt Luftholen und weiterlesen. Ich wünsche dir viel Freude dabei!

      Liebe Grüße,
      Klappentexterin

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  12. Liebe Klappentexterin,
    vielen Dank für die tollen Tipps. Vom Dörlemannverlag habe ich auch schon ein paar Bücher und finde sie zauberhaft. Tobys Zimmer hört sich sehr interessant an. Auch von mare habe ich bisher nur tolle Bücher gelesen, da bin ich ja mal auf die Neuheiten gespannt. Hast Du eigentlich schon das neue Buch von Zadie Smith gelesen? Ich kenne die Autorin überhaupt nicht. Würde mich mal interessieren.
    LG
    lesesilly

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    1. Liebe lesesilly,
      ist das nicht schön, wenn man Lieblingsverlage gefunden hat und man weiß, Bücher aus den Verlagen machen immer glücklich? Oh ja! Hach, ich find’s toll! Und Dörlemann gehört neben Diogenes und mare zu meinen Lieblingen, nicht zuletzt auch wegen der wunderschönen, liebevollen Gestaltung der Bücher. Zadie Smith. Gutes Stichwort. Das ist eins der angefangenen Bücher, das ich noch beenden werde. Bald mehr.

      Viele Grüße
      Klappentexterin

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  13. Ich habe immer schon gesammelt und mehr Bücher aufgestapelt, als gelesen, so habe ich manche Bücher schon zehn Jahre in den Regalen stehen. Durch das Bloggen und die offenen Bücherschränke bin ich dann zu meinen Leselisten gekommen und dazu, daß ich seit einigen Jahren die Bücher der Reihe nach hinunter lese und die eher wenigen Rezensionsexemplare, dazwischen schiebe, also immer ein bißchen was Aktuelles zwischen den Büchern, die ich immer schon lesen wollte.
    Im letzten Jahr habe ich dann auch meine Regale durchsucht und so ziemlich alles aufgeschrieben, so daß ich jetzt einen Lesevorrat auf zehn Jahre habe, was mich aber nicht sehr einengt, sondern eher spannend finde und auch, daß ich mich auf diese Art und Weise wirklich quer durch den literarischen Krautgarten lese. Das Wort Bücherleichen finde ich ebenso arg, wie den Satz, den Büchern eine Chance geben und dazu habe ich auch eine sehr schöne Anekdote, denn vor circa zwanzig Jahren, hat die hiesige Bibliothek zwei Bücher von Ulrich Becher ausgeschieden, keine Ahnung wer das war, denn damals konnte ich noch nicht googlen, so habe ich „Kurz nach vier“ erst, glaube ich 2010 gelesen und auf meinen Blog besprochen. Ein Jahr später hat sich dann ein Verleger bei mir gemeldet, der das Buch neu herausbringen wollte und nach Briefen bei mir suchte, was ich als Indiz werte, daß es Sinn macht, auch scheinbar unbekannte Bücher aus den Fünfzigerjahren zu lesen.
    Viel Spaß für das Projekt, ich bin mit meinen Bücherbeschränkungsplänen, glaube ich, wieder mal gescheitert und kaufe mir lieber ein neues Bücherregal!

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    1. Ein Lesevorrat für zehn Jahre – ja, das hat doch was. Auch alle Bücher zu notieren, ist eine exzellente Lösung, um den Durchblick zu behalten. Nur das Vorhaben habe ich vorerst gestrichen, obwohl ich mir über die Vorteile im Klaren bin. Wenn man einmal eine Übersicht angelegt hat, fällt es einen bestimmt leichter, den Überblick zu behalten, selbst wenn neue Bücher dazu kommen. Schön finde ich auch die Anekdote über das Buch Kurz nach vier – die so wiederum so schön ist, dass man sie in einem Buch aufführen möchte. Und ein neues Bücherregal ist immer gut. Also viel Spaß beim Lesen durch den literarischen Krautgarten wünsche ich!

      Herzliche Grüße,
      Klappentexterin

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  14. Hach, das große Vorhaben. Ja, auch ich hatte mir dieses Vorhaben schon viel zu oft zurechtgelegt und dann doch wieder links liegen lassen. Ständig stechen einem neue Schätze ins Auge, die man unbedingt haben muss. Alle ungelesenen Bücher in einem Regal zusammenpacken möchte ich gar nicht, sonst wär ich bei dem Anblick der Menge sicherlich genauso deprimiert wie du, aber sich Schritt für Schritt vorzuarbeiten finde ich eine gute Maßnahme. Ich habe schon zwei Bücher in Angriff genommen, die schon lange im SuB weilten. Der Witz der Sache ist, dass es eine Neuerscheinung war, die mich zu einem alten Werk der Autorin führte, die ich schon lange besaß. Neue Bücher müssen nicht immer schlecht sein und lenken einen nicht immer ab von der eigentlichen Sache. =)

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    1. Ich habe mich lange vor dem Schritt des Zusammenführens gedrückt – aus genau diesem Grund: zu sehen, wie viele ungelesene Bücher ich überhaupt besitze – oohh, nein, das wollte ich eigentlich nicht. Und dann der Schreck! Aber auch Klarheit und das Bewusstsein, dass es so wie bisher nicht weitergehen soll. Und wie ich sehe, hast du auch mit alten Titeln eine wundervolle Erfahrung gesammelt. Schön! Wobei ich mich auch frage: Wann ist ein Buch alt? Wann verliert es den Status „neu“?

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      1. Eigentlich werden Bücher nie wirklich alt. Nur in unserem Bewusstsein werden sie unter „alt“ abgestuft, weil wir sie in eine Schublade angesiedelt haben, dir nicht mehr die oberste ist. Das sind dann die Bücher, die in der zweiten Reihe des Bücherregals einstauben. Das Kontroverse an der Geschichte ist, dass wir ein ebensolches Buch als „neu“ betrachten, wenn es beispielsweise als Taschenbuch neu herauskommt. Diesselbe Geschichte und meist nicht mal annähernd so schön anzuschaun, wie die gebundene Ausgabe, aber plötzlich, so scheint es mir, nimmt es unsere Wahrnehmung anders auf. Ich frage mich oft, wieviele unentdeckte Schätze in meinem Regal schlummern, nur weil ich mich von den Neuerscheinungen blenden und ablenken lasse. Eigentlich ein Trauerspiel!!

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      2. Ich danke dir für diese wunderbare Antwort, der ich nichts mehr hinzufügen habe. Du hast meine Frage perfekt beantwortet. Halt, hier ist doch noch ein Blitzgedanke: Vielleicht sollten wir die gefühlt „alten“ Bücher öfter mal wieder in die Schublade der Neuheiten legen, damit sie der Hauch der neuen Bücher umweht und wir uns so blenden lassen. 😉

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