Toto. Das warme Wesen in einer kalten Welt.

Zweimal habe ich von Sibylle Berg geträumt – ich meine natürlich von ihrem Buch. Obwohl es mich erst abstieß, weil ich das Kalte und Graue auf den ersten Seiten gar nicht mochte. Dennoch war da eine Anziehungskraft, die nicht locker ließ und mich bis in die Nacht verfolgte. So war es selbstverständlich, dass ich „Vielen Dank für das Leben“ lesen wollte, nein, musste!

Kalt fängt das Buch an. Wie eine schmutzige Staubwand, die vergessen wurde und nun alle belästigt. An meinen Zähnen reibt Schmirgelpapier. Aber das Karge und die Tristesse aus diesem Roman fressen sich durch meine Haut und kriechen in mein Innerstes. Sibylle Berg versetzt mich in eine Zeit, die ein Teil von mir ist und die ich längt ausgeblendet habe, weil sie mir zu mausgrau war. Eine fade Suppe, der das Salz fehlte. Gut, damals war ich noch ein kleines Mädchen, aber ich war 1989 alt genug, um den Unterschied zwischen Ost und West zu spüren. Bei uns das Trostlose, da drüben das Knallbunte. Und nun das.

Bevor ich wie ein Rohrspatz schimpfen möchte, eilt die Autorin dazwischen und legt gleich noch den Finger in die Wunde: „Die im Sozialismus lebten, kannten nichts anderes; sie waren an die leeren Regale gewöhnt, an den Kohl, die eine Sorte Äpfel und an den Rhabarber im Sommer.“ Klein und beschaulich sei die DDR gewesen, ja, stimmt. Bedauerlicherweise hat sie Recht. Als wäre das nicht schon schrecklich genug, schafft die Autorin ein Wesen, das mit dem Tag der Geburt von seiner Umwelt abgestoßen wird, weil es ein Nichts ist, wie es später an einer Stelle heißt. Toto ist keine Frau, kein Mann, sondern beides. Toto heißt das arme Ding, das nicht einmal von seiner Mutter gewollt ist. Toto ist ein Unfall, der nach zu viel Alkohol zu diesem Ergebnis gezeugt wurde. Er ist da und sehr schlau. Toto schreit wenig und nimmt seine Umgebung aufmerksam wahr. Besonders ist der kleine Mann, das ahne ich schon nach den ersten Seiten und kann nicht anders, als ihn in mein Herz zu schließen.

Diese düstere Welt, die Sibylle Berg mit ihrem Roman geschaffen hat, stürzt mich nicht in tiefe Täler. Sie hält die Balance, weiß genau, wann es zu viel wird und verändert die Tonlage. Wie ein Lotse hat sie die richtigen Daten ausgerechnet und die Koordinaten vor sich. Die Autorin hält mich immer wieder auf einer Linie, so dass ich niemals abbiege. Das ist ihrem speziellen Stil zu verdanken, der sich zwischen die Schauermärchenzeilen schiebt.

Mit fünf Jahren wird Toto in ein Waisenhaus gebracht, das eher an ein KZ erinnert. Und Frau Hagen ist die Aufseherin. Die Erzieherin mit ganz rabiaten Methoden. Alles erfolgt nur zum Wohle der Kinder: „Wir verhätscheln unsere Kinder nicht, das Leben wird später auch nicht sanft mit ihnen umgehen, nur weil ihre Eltern versagt haben.“ Im Kern mag was Wahres drinnen stecken, doch die Umsetzung ist grausam. Heute noch leiden Erwachsene, die in solchen Heimen groß geworden sind, unter psychischen Schäden. Früher wäre so eine Nachricht eine von vielen gewesen, heute weiß ich aber, wie es sich anfühlt, dank Toto, dank Sibylle Berg, die ihrem Helden verdammt viel zumutet. Und Toto lässt alles mit sich geschehen. Er rebelliert nicht, wenn man ihn schikaniert, ihn bloßstellt und schlägt. Er bleibt stehen, ruht in sich, und ist dabei unwahrscheinlich weise: „Es half Toto immer, wenn er sich die Menschen ansah, die ihn zu verletzten suchten, meist wurde er traurig beim Erkennen des Elends, das sie so hart hatte werden lassen, so unbeherrscht und zornig, diese Leute.“ Da bleibt der Mund offen stehen und die Augen werden zu Leuchtraketen.

Jahre später ist Toto eine Frau und lebt im Kapitalismus. Wirklich besser geht es ihr nicht. Sie schlägt sich durch und nimmt alles hin. Ein Baum, den nichts umpusten kann. Sie bäumt sich nicht auf, jammert nicht und bewegt sich aufrecht durchs Leben, das ihr direkt ins Gesicht spuckt. In diesen Abschnitten nimmt sich die Autorin auch Zeit für Kasimir, den ehemaligen Waisenjungen, mit dem sich Toto eine Nacht das Bett teilte. Kasimir symbolisiert den Teufel und verschmilzt mit dem Kapitalismus. Die Passagen sind zu köstlich, diese Abrechnung der Autorin prickelt auf der Zunge wie es sonst nur Prosecco gelingt. Lest nur: „Sein Vernunftzentrum war intakt, seine Gefühlsareale verletzt, das machte ihn in Anlageentscheidungen überlegen, denn er kannte weder Furcht noch Gier. Viele erfolgreiche Broker weisen diesen Hirnschaden auf, die sie dem normalen Anleger überlegen machten.“ Kasimir wütet, will Toto vernichten, weil er ihn für seine Homosexualität verantwortlich macht. Toto ahnt nichts und singt sich ins Glück, das Singen ist ihre friedliche Oase, ihr Rückzug.

Dieses Buch ist wie Dynamit. Es explodiert an vielen Ecken und schleudert mich durch die Luft. Die Geschichte beginnt in den Sechzigern und reicht bis in die Zukunft, in der die Seine nur noch „ein kleiner übelriechender Bach“ ist. Wenn es nicht gerade knallt, wird es seltsam ruhig, ergreifend still und eindringlich, wenn ich an Totos Seite stehe und die Boshaftigkeit am eigenen Leib spüre. Toto bleibt nicht nur eine Romanfigur, sie wird zum Teil des eigenen Lebens und steigt aus den Seiten in unsere Herzen. In alldem macht sich eine Hochachtung für diese Gestalt bemerkbar. Diese gnadenlose Akzeptanz. Und die Menschlichkeit, die trotz aller Verletzungen und Ausgegrenztheit nicht verlorengeht. Das zwingt mich sprachlos in die Knie. Das ist Literatur, von der ich gern träume und sie mir wünsche. Vielen Dank für dieses Buch, liebe Sibylle Berg!

Sibylle Berg.
Vielen Dank für das Leben!
Juli 2012, 400 Seiten, 21,90 €.
Hanser Verlag.

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28 Gedanken zu “Toto. Das warme Wesen in einer kalten Welt.

  1. Liebe Klappentexterin,
    ich habe gerade meine Artikel durchstöbert, weil ich mich vage daran erinnerte, dass du irgendwann mal ein paar Zeilen zu Frau Berg geschrieben hattest. Und ich wurde fündig: „Sibylle Berg konnte mich hingegen gar nicht locken. Die Leseprobe empfand ich als zu kühl. Und wie du ja weißt, mag ich es am liebsten warm :)“.

    Umso mehr freue ich mich, dass du nun doch zu ihr gefunden hast. Zwar habe ich dieses Buch noch nicht gelesen (es liegt bereit), aber Der Mann schläft fand ich – trotz all der Trostlosigkeit, die auch in diesem Roman herrscht – unglaublich klug, tiefgründig, bisweilen komisch und bizarr, immer aber poetisch und auf wundervolle Weise melancholisch. Einfach schön! Eines der besten deutschsprachigen Romane, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Auf Toto freue ich mich daher ganz besonders.

    Danke für deine erwärmenden Worte.
    Herzlich,
    caterina

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    1. Ja, liebe caterina, das stimmt genau. Hihi. Irgendwie kann ich mir gerade das Lachen nicht verkneifen. Ich erinnere mich noch zu gut daran, wie ich mich zunächst von dem Buch abgewendet habe, weil es… – nun, du hast meine Worte von damals mitgebracht. Und dann plötzlich tauchte dieses Buch in meinen Träumen auf. So sehr ich es ignorieren wollte, so sehr zog es an mir. Es kam immer wieder in mein Sichtfeld wie ein Boomerang, der alsbald in meinem Kopf festsaß. Verrückt, wirklich verrückt!

      Sibylle Berg ist einzigartig. Mit ihrer Sprache und ihren Geschichten. Es tobt, es stürmt, es regnet, es nieselt, es brennt – so viel passiert, so viel, dass viel zurückbleibt. Ich habe mir kürzlich “Ende gut” gekauft und freue mich drauf, nicht jetzt, aber irgendwann, wenn es wieder zwickt oder ich davon träume, denn ich denke, es gibt bestimmte “Sibylle-Berg-Zeiten”, in denen man ihre Bücher besonders gern liest. “Der Mann schläft” werde ich auch noch lesen wollen. Ich habe es seinerzeit als Hörbuch angefangen und kam nicht weit. Nicht, weil mir die Geschichte nicht gefallen hat, sondern weil ich sie lieber lesen möchte.

      Ich wünsche dir unvergessliche Stunden mit Toto. Die wirst du haben, mit Sicherheit!

      Herzlichst,
      Klappentexterin

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      1. Die Tatsache, dass du ein Buch gelesen hast, weil es dir immer wieder im Traum begegnete, bis du nicht mehr widerstehen konntest, finde ich übrigens überaus amüsant. Und aufschlussreich. Nur uns Bibliophilen kann so etwas passieren – dass die Literatur uns auch im Traum keine Ruhe lässt, im positiven Sinne. Eine sehr schöne Anekdote!

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  2. Liebe Klappentexterin

    „Es tobt, es stürmt, es regnet, es nieselt….“ genau deshalb finde ich es schade, dass Frau Berg den „Schweizer Buchpreis“ 2012 für ihr neues Buch nicht erhalten hat. Es liegt bereit auf meinem SuB, aber die Lesung hat mir einen ersten grossartigen Eindruck gegeben. Die Autorin ist eine wahre Wortakrobatin. Und übrigens, ich habe ihr einen Gruss von dir ausgerichtet und sie grüsst zurück 🙂

    Herzlich buechermaniac

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    1. Liebe buechermaniac,
      ja, Frau Berg ist eine Wortakrobatin und jemand, der auf ganz spezielle Art erzählen kann. Sie sticht in der Literaturwelt heraus und ist eine echte Bereicherung. Daher finde ich es genauso schade, dass sie den Schweizer Buchpreis nicht erhalten hat. So etwas muss doch ausgezeichnet werden! Du wirst das Buch sicherlich auf eine andere Art lesen, mit der Lesung vor deinem inneren Auge. Hach, wie schön! Genieß es!

      Sei ganz herzlich gegrüßt,
      Klappentexterin (Und ganz lieben Dank für die Berg-Grüße!!)

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  3. Liebe Klappentexterin,
    deine Rezension zu lesen, ist fast besser, als das Buch selbst zu lesen. Ich finde es immer beeindruckend was für berührende und tolle Bilder du findest um deine Leseeindrücke zu beschreiben. Dafür kann ich dich nur bewundern.
    Auch ich erinnere mich – wie Caterina – noch sehr genau wie du schriebst, dass die die Leseprobe nicht gefallen habe. Um so mehr freue ich mich nun, dass Toto und du doch noch zueinander finden konntet.

    Auch ich hätte es Frau Berg gewünscht, den Schweizer Buchpreis zu gewinnen. Es hat nicht sollen sein …

    Liebe Grüße
    Mara

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    1. Liebe Mara,
      ich danke dir für deine schönen Worte, muss aber Einspruch erheben. Nichts kommt an dieses Buch heran, nicht mal ein fast. Ha, und du warst es (mit jemand anderem), die mich zu diesem Buch geführt hat. Deine Rezension hat mich nachhaltig beschäftigt und so fand ich das Buch in meinen Träumen wieder. Außerdem dachte ich mir, wenn das Buch Mara gefällt, dann wäre es doch ein Ding der Unmöglichkeit, wenn es mir nicht ähnlich oder genauso gehen würde. Und so sollte es sein. Also nochmals herzlichen Dank!

      Es grüßt dich herzlich,
      Klappentexterin

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      1. Liebe Klappentexterin,

        du magst mit deinem Einspruch recht haben und doch möchte ich noch einmal betonen, wie sehr mich die Worte, die du für dieses Buch gefunden hast, begeistern konnten.
        Ich freue mich, dass ich mit meinem Gefühl richtig lag, dass dir dieses Buch gefallen könnte und finde es faszinierend, dass es dich sogar bis in deine Träume verfolgt hat. Ich habe bisher noch nie von Büchern geträumt, aber letztens besuchte mich Caterina in meinem Traum. 😉

        Viele Grüße
        Mara

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      2. Hach, liebe Mara, tausend Dank für alles! Jetzt fehlen mir die Worte, stattdessen lächle ich dir einfach zu. Und an den Bücherträumen arbeiten wir noch. ; ) Du bist dem Ganzen sehr nah, wo du ja schon von caterina geträumt hast. Herzlichst, Klappentexterin

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  4. Liebe Klappentexterin,

    schon die zweite sehr ansprechende Rezension zu Sibylle Berg, die ich lese. Es bleibt vermerkt, für meine „Sibylle-Berg-Zeit“, wann sie auch kommen mag. Danke dafür!

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  5. Diese ganzen Kommentaren machen mich ja wirklich sehr neugierig. Auch die diversen Rezensionen, die ich schon gelesen habe. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Buch wirklich etwas für mich ist, denn ich habe noch nichts von Sibylle Berg gelesen. Allerdings wenn die liebe Klappentexterin so davon überzeugt ist, muss es etwas besonderes sein. Also doch lesen?!
    LG
    lesesilly

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  6. Fein – eine Sibylle-Berg-Leserin, die ihren Humor versteht 🙂 Wer Sibylle Berg liest, wirklich liest, mit Herz und Seele in den Tiefen ihrer Sprache wühlt und ihre Sätze trinkt, der muss ihren Humor verstehen und mögen. Denn sie ist eine wahnsinnig lustige Person. Das zeigt sich gut in der Interview-Reihe, die der Hanser-Verlag als Podcast angeboten hat: http://www.hanser-literaturverlage.de/extras/specials/sibylle-berg-interview/interview.html
    Laura und ich lesen „Vielen Dank …“ auch bald und mal sehen, wie dieses Buch in unserem @bout-Blog verarbeitet wird … vielleicht wieder im Dialog, wie bei „Der Mann der schläft“. Wir mögen Sibylles Schreibstil, das morbid-böse aber grundlegend Ehrliche und so Poetische sehr. Zumal ich übrigens ein ähnlicher Jahrgang bin wie du (siehe Gravater-Name ;)) und den tristen Osten, zwar auch nur als Kind, aber durchaus kenne und durch die Erinnerungen meiner Eltern bis heute natürlich auch weiter miterlebe. Es prägt einen nunmal, wo man aufwächst. Ich kann herrlich über Sibylles fiese Ost-Kommentare lachen, weil ich es kenne, und finde großartig wie messerscharf lakonisch sie darüber urteilt. Vor allem den Gegensatz zum bunten Westen. Sibylle ist ja gebürtig aus Weimar, was ich auch gut kenne, da ich ebenso Thüringerin bin. Und das Witzige ist, dass sie trotz ihrer vielen Jahre in der Schweiz ihren niedlichen thüringischen Akzent behalten hat. Das finde ich großartig.
    Ich bin sehr gespannt darauf, das Buch endlich zu lesen – ich hab viele Interviews mit ihr darüber gesehen, den drolligen Auftritt bei „Helge hat Zeit“ und ich war mit Laura bei der tollen Lesungsinszenierung im Berliner Ensemble – jetzt endlich will ich Totos Weg auch mit ihm/ihr gehen. Schöne Rezension („Dieses Buch ist wie Dynamit“ – genau das richtige für mich), wunderbare Worte, wunderbare Sibylle – du merkst, hier ist ein kleiner Fan =)

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    1. Ist das schön! Macht das Laune! Ich danke dir für deine Zeit, liebe katja, und die vielen Sätze, die vor meinen Augen eben getanzt haben. Nach einem anstrengendem Arbeitstag auf so einen Kommentar zu stoßen, ist genauso gut wie ein Feierabendbier. Prost! Wenn mein schwarzer Edding hier reinpassen würde, dann würde ich ihn jetzt zur Tat schreiten lassen, damit er deine Sätze unterstreicht, kann ich dem Ganzen nur zustimmen. Das Interview kenne ich (Danke fürs Mitbringen!), das ist herrlich und macht glücklich! Wie großartig, ihr habt die Lesung besucht. Ich habe sie leider zu spät entdeckt, eine Viertelstunde vor Beginn, ganz tragisch und ärgerlich. Ich wünsche euch viel Spaß bei der Lektüre und freue mich, sie bei euch – in welcher Form auch immer – nochmal erleben zu dürfen. Eure Gemeinschaftsproduktion zu „Der Mann schläft“ werde ich mir demnächst, wenn Frau Zeit mich loslässt, durchlesen. Darauf freue ich mich ebenso!

      Herzlichst,
      Klappentexterin

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  7. Diese Buch ist der Knaller. Unglaublich gut.
    Die Wandlung von Frau Berg mit ihren beiden letzten Büchern ist richtig stark und ich wünsche ihr für das kommende Jahr alle Literaturpreise, die es gibt. Wenn sie nix abbekommt, wissen wir, die JurorInnen ticken und viel Mainstream belobigen und nicht den guten, den sehr guten Stoff.

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  8. Du schreibst sehr schön über ein Buch, das wohl eher trostlos ist. Ich selbst habe es noch nicht gelesen und muss jetzt sagen, dass mich der Inhalt doch eher abschreckt. Ich kenne diese Trostlosigkeit bisher besonders von Julia Franck deren Charaktere vom Leben gebeutelt werden, bis ich mich frage, warum das ganze.
    Als Schreibende gebe ich mir trotz aller Düsternis immer Mühe etwas leichtes, sanftes, vielleicht sogar erheiterndes in eine Geschichte einzustreuen.
    Wo liegen deiner Meinung nach diese Momente bei „Vielen Dank für das Leben“, diese Momente die es einem wert machen, dass man an der Seite der Hauptfigur durch die Hölle gegangen ist? Oder liegt für dich die Schönheit des Romans einfach nur in der Weise in der die Hauptfigur sich nicht unterkriegen lässt?

    LG, Katarina 🙂

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    1. Liebe Katarina,
      ich kann jetzt aus Zeitgründen nicht in aller Ausführlichkeit antworten, weil mir Frau Zeit gerade im Nacken sitzt. Das hole ich zum Wochenende nach. Versprochen! Ich danke dir für deine Geduld!

      Viele Grüße
      Klappentexterin

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    2. Liebe Katarina,
      ich würde sagen, es ist die Mischung aus allem. Einerseits sind da das Trostlose und das Kalte, die abstoßen. Andererseits ist das Ganze unwahrscheinlich anziehend. Diese Ambivalenz kann ich dir leider nicht erklären. Dann das Böse, das man als Leser mit Toto hautnah miterlebt, gefolgt von der Bewunderung, wie er/sie es aushält, was er/sie denkt und natürlich – ganz wichtig und bedeutend – glänzt der besondere Sibylle Berg-Stil. Die Autorin hält die Balance zwischen Berg und Tal, um es vielleicht bildlich darzustellen.

      Ich denke, dies ist ein Stimmungsbuch, das genau passen muss. Keins, das man sich mal eben so aussucht. Obwohl ich Julia Franck nie gelesen habe (nur angelesen), würde ich beide Autorinnen nicht vergleichen. Hast du von Sibylle Berg denn schon mal etwas gelesen?

      Viele Grüße zum Wochenende,
      Klappentexterin

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      1. Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast meine Frage zu beantworten.

        Ich habe noch nie etwas von Sibylle Berg gelesen, überlege aber jetzt mal eine Leseprobe zu „Vielen Dank für das Leben“ durchzulesen.
        So lerne ich ihren Stil kennen und kann vielleicht schon etwas abschätzen, ob ich gerade in der Stimmung bin ein so schweres Buch zu lesen.

        Vielleicht muss ich am Ende aber auch einfach mal passen, auch wenn das Buch bisher so viele Leser begeistern konnte.
        Schließlich muss man sich auch unter den guten Bücher das richtige für einen selbst auswählen und ich kenne das von mir so, dass es mich oft sehr mitnimmt, wenn der Hauptfigur schlimme Dinge zustoßen, besonders wenn es eine liebenswerte Figur ist, was ich von Toto vermute.

        LG, Katarina 🙂

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      2. Gern geschehen, liebe Katarina. Dafür gibt es unsere wunderbare Blogwelt. Nicht nur zur Inspiration, sondern auch für den gemeinsamen Austausch.

        Ich gebe dir Recht, man kann nicht jedes Buch lesen, selbst wenn ganz ausgezeichnete hochumjubelte Werke dabei sind. Schließlich bleibt das Lesen ein subjektives Empfinden. Was dem einen schmeckt, muss dem anderen nicht ebenso gefallen. Wir sind alle unterschiedlich und das zeichnet uns Menschen aus, diese Vielfalt wie wir sie in unserer Bücherwelt wiederfinden.

        Ich höre aus deinen Worten Zweifel heraus und ich weiß nicht, ob ihr zwei, das Buch und du, Freunde werden würdet, denn es ist schon hart an manchen Stellen. Sicherlich kannst du in die Leseprobe hineinlesen und vielleicht macht es peng. Doch wenn nicht, dann ist es so. Ich freue mich aber in jedem Fall, dass wir uns so über diesen Roman austauschen konnten. Sibylle Berg möchte ich dir dennoch sehr ans Herz legen. Vielleicht schaust du mal in ein anderes Buch hinein?

        Alles Liebe,
        Klappentexterin

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