12. internationales literaturfestival berlin – Ein wunderbarer Auftakt.

Carsten Colmorgen, General Manger vom Hotel Concorde Berlin, und Ulrich Schreiber, Festivalleiter vom 12. internationalen literaturfestival berlin (ilb), haben am vergangenen Donnerstag zum Literarischen Apéritif eingeladen. Die Auftaktveranstaltung läutete das Festival ein, das vom 4. bis 16. September in Berlin stattfindet. Neben kulinarischen Köstlichkeiten erwartete mich eine Lesung zum Buch „Die Logik des Herzens“ von Priya Basil sowie ein Gespräch zwischen der Autorin und Thomas Böhm, dem Programmleiter vom 12. ilb.

Fotos (5): Jarek Raczek

Das Gespräch und die Lesung.

Draußen klopften Regentropfen ans Fenster, drinnen war es trocken, und eine angenehme Atmosphäre durchströmte das Zimmer. Dort saß sie also, die Autorin, die mich mit ihrem Buch so begeistert hat wie bisher keins in diesem Jahr. Das habt ihr kürzlich in meiner Rezension lesen können. Priya Basil lächelte, sprach ruhig und antworte ausführlich auf die Fragen vom Moderator. Ich erfuhr Hintergründe zum Roman, eigene Gedanken der Autorin, die in Berlin und London lebt. Thomas Böhm fragte auf Deutsch, Priya Basil antwortete auf Englisch. Sie sprach davon, wie erleuchtend Literatur sein kann, manchmal genügt ein Satz und schon erstrahlt alles. Und wie schön es sei, in so einer pulsierenden Stadt wie Berlin schreiben zu können.

Thomas Böhm und Priya Basil im Gespräch.

Die Schauspielerin Franziska Herrmann las auf Deutsch Passagen aus dem Roman vor und verschmolz mit den fremden Sätzen als wären es ihre eigenen. Ich spürte keine Distanz, sondern eine direkte Nähe zum Geschriebenen. Auch die Autorin selbst las einige Auszüge aus dem englischen Original vor.

Die Schauspielerin Franziska Herrmann liest aus „Die Logik des Herzens“.

Nach der Veranstaltung konnten die Gäste das Buch kaufen, wobei der Erlös dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. gespendet wurde. Der Geschäftsführer Peter Hubertus saß mit mir in einer Reihe und wies in seiner Rede zu Beginn darauf hin, dass es in Deutschland immer noch 7,5 Millionen Menschen gibt, die nicht richtig lesen und schreiben können. Das Hotel Concorde Berlin unterstützt den Verband seit 2007 und veranstaltet jedes Jahr eine literarische Soirée.

Die Autorin und die Leserin treffen sich.

Ja, und dann war er da, der Moment, den ich den ganzen Abend schon herbeigefiebert hatte. Die persönliche Begegnung mit der Autorin. Endlich konnte ich ihr sagen, wie großartig ich das Buch finde. Nach meinen Sätzen, die ich in einem deutschen-englischen Mix über meine Lippen brachte, sah ich ihr Strahlen, das die Leuchtkraft der Sonne besaß, und freute mich über eine herzliche Umarmung. Plötzlich standen sich zwei Leuchttürme gegenüber, zwei fremde Menschen, die für kurze Momente das schönste Gefühl der Welt genossen: pures Glück. Ich habe Priya Basil mein Exemplar gereicht, in dem sie warmherzige Worte geschrieben hat. In dem Augenblick wurde mir wieder einmal bewusst, was ich am Signieren so schätze. Es geht viel mehr um den direkten Kontakt zum Autor oder zur Autorin, wenn der Verfasser bzw. die Verfasserin ein Gesicht bekommt und vor mir steht. Besonders schön ist es natürlich dann, wenn ich auf so herzliche Autorinnen wie Priya Basil treffe.

Die Klappentexterin trifft auf die Autorin Priya Basil.

Auftakt zum 12. ilb.

Der Abend war für mich ein wunderbarer Auftakt zum 12. ilb und ein ganz besonderes Erlebnis in vielerlei Hinsicht. Alles stimmte: Der Ort, die Veranstaltung und die Gäste, mit denen es im Anschluss zu anregenden Gesprächen gekommen ist. Auf diesem Wege hat mich das 12. ilb mit offenen Armen begrüßt. Ich freue mich sehr, dass ich euch davon berichten werde. Zahlreiche renommierte Autoren verwandeln vom 4. bis zum 16. September Berlin in ein lebendiges Buch.



Daten und Fakten zum 12. ilb.

Die Teilnehmerliste dreht mir regelrecht Schlangen in die Augen, so fantastisch liest sie sich. Hier ein Auszug: Zeruya Shalev, John Green, Tim Parks, Janne Teller, Isabell Allende, David Mitchell, Priya Basil, Ha Jin, Kiran Nagarkar, Éric-Emmanuel Schmitt, Péter Nádas, Jean Echenoz, John Burnside und und und. Insgesamt werden 186 Autoren und Autorinnen bei 126 Veranstaltungen auftreten. 68 Moderatoren führen durch die Veranstaltungen. Es gibt 34 Sprecher und 37 Dolmetscher. 56 Länder sind zu Gast. Das Programm ist sehr vielseitig und unwahrscheinlich spannend. Mit anderen Worten: Es kribbelt, bebt und ist ein Paradies für alle Literaturfreunde. Und das Schönste: Das internationale literatufestival berlin gilt als „Entdeckerfestival“. Günstige Festival- und Tagestickets geben die Möglichkeit, dass sich die Gäste mehr als nur eine Lesung anhören können. So kostet eine Tageskarte 15,- € (ermäßigt: 12,- €, Schüler zahlen 8,- €.) und eine Gesamtkarte Festival 50,- € (ermäßigt: 40,- €, Schüler zahlen 30,- €). Ich habe mir aus dem vielfältigen Programm bereits erste Highlights herausgesucht. Seid gespannt! Auch wenn ihr nicht live in Berlin sein könnt, werde ich über einige Veranstaltungen berichten.

So, weil es noch viel mehr zu berichten gibt, was hier aber nicht mehr in den Post passt, empfehle ich euch die Homepage vom 12. ilb oder den aktuellen Freitag, der eine Extrabeilage zum Festival beigelegt hat.

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12 Gedanken zu “12. internationales literaturfestival berlin – Ein wunderbarer Auftakt.

  1. Wenn du deine Begeisterung für das Buch in dem deutsch-englischen Satz auch nur ansatzweise so rübergebracht hast wie in deiner Rezension, ist es ja kein Wunder, dass die Autorin auf dem Foto so strahlt! (Schade, dass man dein Gesicht in dem Moment nicht sehen kann…) LG Mila

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  2. Ich kann das gut nachvollziehen mit der Begegnung mit dem Autor. Ich fand es letztes Jahr schon grossartig, dass ich Rafik Schami gegenüberstehen konnte. Berlin ist natürlich internationaler als Zürich, deshalb gleich so viele Tage Literatur, fantastisch. Ende Oktober ist es in Zürich für vier Tage soweit „Zürich liest“ und soeben habe ich mir Karten für einen Abend mit Carlos Ruiz Zafón besorgt. Karten sind bei uns leider nur für die einzelnen Veranstaltungen erhältlich, das wird teuer. Aber einige Veranstaltungen sind auch gratis, wie der Spaziergang mit Franz Hohler. Ich bin auf alle Fälle auch wieder mitten drin, wie letztes Jahr.

    Ich wünsche dir schöne, literarische Momente und Begegnungen

    LG buechermaniac

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    1. Das hört sich fantastisch an, liebe buechermaniac, ja, richtig aufregend! Der Spaziergang würde mich auch sehr reizen. Wirst du darüber berichten? Ich kann leider nicht alle Veranstaltungen besuchen, aber auf die ausgewählten freue ich mich schon sehr! LG Klappentexterin

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      1. Das ist Ehrensache, liebe Klappentexterin, dass ich, wie du, über die Veranstaltungen, die ich besuchen werde, berichte. Heute habe ich mir noch Karten für das Literaturhaus besorgt, für die Lesung der fünf Autoren und Autorinnen, die für den Schweizer Buchpreis 2012 nominiert wurden. Es gibt so viel Interessantes, wie in Berlin auch. Da muss man sich einige Perlen herauszupfen. Ich bin schon jetzt ganz hibbelig.
        LG buechermaniac

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