Ohne diese Bücher möchte ich nicht leben!

Das habe ich also davon, meine Freundinnen halten mich jetzt für verrückt. Und alles nur, weil ich an einem kalten Januarabend bei geselliger Runde etwas ausgeplaudert habe, was ich lieber hätte für mich behalten sollen. Doch kurz blitzt ein Gedanke in meinem Kopf auf: Ist das alles eine verrückte Idee oder eine Liebeserklärung an meine Bücher? Eine Frage, die ihr mir vielleicht nach diesem Beitrag beantworten könnt.

So, dann will ich euch von der verrückten Sache berichten. Einigen von euch dürfte sie schon bekannt sein, denn ich habe damals nach meinem Bücheraufräummarathon bereits darüber berichtet. Seit geraumer Zeit erfreuen sich meine Bücher daran, dass sie gut sortiert in den Regalen stehen. Nichts mehr mit lästigem Übereinandergestapel und wildem Durcheinander. Beim Einräumen kam mir damals die Idee für Themenregale. Und so entschied ich mich für ein japanisches Regal, für wichtige Neuheiten und für ein Notfallregal. Ja, ihr lest richtig, Notfallregal. Falls alles mal ganz schnell gehen muss, wenn es brennt oder ich flüchten muss. Wie schrecklich wäre es dann, meine liebsten Bücher zurückzulassen! Das Suchen nach einem Murakami oder Nooteboom könnte mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ich es mir leisten kann. Deshalb habe ich mein Notfallregal erfunden. Sicherlich gibt es in solchen Fällen weit Wichtigeres als Bücher wie Dokumente oder andere nicht ersetzbare Dinge, doch Bücher gehören zu mir wie mein eigener Atem. Da setzt automatisch mein Beschützerinstinkt ein.

Ich lese viele Bücher, aber nicht alle haben Platz in meinem Herzen. Stellt euch mal vor, ich würde dort alle hinsetzen? Wie sollte ich mich dann nur fortbewegen können? Ich möchte mein flinkes Wesen ganz gern bewahren, deshalb ist der Platz dort begrenzt und natürlich sehr begehrt.

Im Notfallregal stehen meine ausgewählten Lieblinge zusammen und sind sehr glücklich. Manchmal höre ich ein Murmeln oder Rascheln einiger Seiten. Immerhin treffen hier auch verschiedene Welten aufeinander, die sich viel zu erzählen haben. Wie gern würde ich mich in ein Lesezeichen verwandeln und lauschen, wenn sich Erich Fried mit Dashiell Hammett unterhält. Und was sagt Alice Munro zu Haruki Murakami? Tauschen sie sich über ihre Erzählungen aus? Karen Russell und Gwendoline Riley haben sich bestimmt auch einiges zu erzählen. Ich lächle und freue mich darüber, dass ich hier Klassiker mit Zeitgenössischem genauso zusammengebracht habe wie junge und ältere AutorInnen.

Insgesamt handelt es sich um 29 Bücher. Die Frauen und Männer halten sich die Waage. („Herzzeit“ teilen sich Ingeborg Bachmann und Paul Celan, das ergibt die Punktgleichheit.) Mein Notfallregal ist international, dort tummeln sich u.a. deutsche, französische, amerikanische, englische, italienische und japanische Werke. Nachdenklich sind sie alle, kleine Nadeln, die beim Lesen in meinen Geist gepiekst haben. Bewegt haben sie mich, jedes auf seine Weise. Nein, ich möchte sie nicht missen, meine Herzensbücher und aus diesem Grund stehen sie dort gut oder anders ausgedrückt: Ohne diese Bücher möchte ich nicht leben!

Bin ich am Ende also verrückt oder einfach nur verliebt? Gibt es dort draußen noch andere Bücherfreunde, die wie ich ihre liebsten Werke zusammen gebracht haben, sei es für den Notfall oder nur, weil es ich gut anfühlt?

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88 Gedanken zu “Ohne diese Bücher möchte ich nicht leben!

  1. Das ist ja eine reizende Idee, liebe Klappentexterin! Ich erwäge, ein ebensolches Regal einzurichten. Allerdings habe ich gerade erst alles umgeräumt wegen der neuen Regale im Gästezimmer. Und dabei in der Tat die Lieblingsromane weiterhin im Wohnzimmer gelassen. Leider sind es mehr als 29. Hm. Und die Lieblingssachbücher sind da natürlich gar nicht erst dabei. Hilfe! ; )
    Ich hab mir früher immer überlegt, einen Koffer mit meinen Lieblingsdingen zu füllen und diesen unter dem Bett zu deponieren (falls man mal schnell weg muss). Gemacht habe ich das nie und es hätte ja auch den Nachteil, dass ich die Dinge nur noch sehen könnte, wenn ich den Koffer aufmache. Ein Regal ist da natürlich sinniger …

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    1. Puh, ich atme auf! Noch eine liebenswerte Verrückte! ; ) Die Idee mit dem Koffer ist ja richtig schön. Kannst du den nicht irgendwo in der Wohnung geöffnet hinlegen? Das stelle ich mir total schön vor, gerade die Gäste werden da neugierig ihre Nase reinstecken. Wie viele Bücher wären es denn bei dir? So überschlagen? Bei dir gibt es demnach keine Begrenzung…

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      1. Stimmt, den Koffer offen stehen lassen, Top-Idee eigentlich. Ich hab noch so hübsche alte Lederkoffer, die sind sowieso sehr nett anzusehen.
        Ich glaube, wenn ich anfangen würde damit, würde ich keine Ende finden, eins käme zum anderen. Von Paul Auster wäre was drin, von Charlotte und Emily B., Shakespeare unbedingt, Oscar Wilde dito, die Universalenzyklopädie der menschlichen Dummheit, Irène Némirovsky, Sebald, Nabokov, Kopetzkys Grand Tour, Dorothy Parker, Guy de Maupassant – puh, ich find ja schon beim Aufzählen kein Ende ; )

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  2. Ja! Auch ich habe ein Notfallregal, liebe Klappentexterin. Womit ich mich auf deinem Blog jetzt diesbezüglich zum zweiten Mal oute. Und ich stehe dazu! Denn eigentlich haben wir ja keine Notfallregale, sondern eine Ballung von Herzensbüchern. Wenn jemand zu Besuch ist, das Gespräch auf Literatur kommt, dann kann man gleich zum Regal eilen und die Schätze, die einem besonders am Herzen liegen, zeigen und empfehlen. So verrückt ist das doch gar nicht, oder?
    Und wir sind damit auch nicht alleine, liebe Klappentexterin. Meine beste Freundin zum Beispiel, die hat schon seit vielen, vielen Jahren eine besondere Ecke mit ihren Herzensbüchern. Ihretwegen bin ich ja überhaupt erst auf die Idee gekommen, meine Lieblingsbücher auch zusammen aufzustellen. Wobei ich sehr streng bin: fünfzehn Bücher. Mehr dürfen es nicht sein und werden. Was meinst du, wie schwierig es für mich war, zu entscheiden, welches Buch von Ferdinand von Schirach denn nun zu den Herzensbüchern kommt – und welches dafür rausfliegt! (Letztlich habe ich mich für „Verbrechen“ entschieden – rausgeflogen ist dafür „Der Lügner“ von Stephen Fry.)

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    1. Vielleicht ist das eine liebenswerte allgemeine Marotte von uns Bücherwürmern? Ich bin zwar von vielen lesenden Menschen umgeben, aber so extrem wie ich… sind nicht viele. Was heißt extrem, das ist das falsche Wort, na, du weißt bestimmt, wie das ich meine.

      Wie wahr, wie wahr. So ein Regal hat noch schöne andere Vorteile, wie der, wenn Besuch kommt. Ein Gang zum Regal, kein wildes Herumsuchen, sondern ein Griff – zack – und schon hat man eins seiner Lieblinge in der Hand und kann seinem Gast stundenlang darüber berichten oder gleich zum nächsten übergehen (wenn man sieht, dass der andere anfängt zu gähnen…)

      Du bist ja sehr streng, fünfzehn Bücher? Wow! Das ist hart! Ich denke, im Laufe der Jahre wird sich das Regal verändern wie wir selbst auch.
      „Verbrechen“ war das erste Buch von Schirach, das du gelesen hast, richtig? So habe ich mich beispielsweise bei Murakami für „Mister Aufziehvogel“ entschieden, aber er ist wirklich eins meiner liebsten Murakami-Werke.

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      1. „Der Fall Collini“ war mein erstes Buch von Ferdinand von Schriach – ist ja noch eine junge Literaturliebe. 🙂 „Verbrechen“ war das zweite Buch, das ich von ihm gelesen habe, aber er hat da auf der letzten Seite ein Zitat von René Magritte stehen, den ich ja auch sehr, sehr schätze (okay, nicht nur schätze – er ist einer meiner Lieblingsmaler. So.) Deswegen die Wahl. Aber soll ich dir mal was verraten, liebe Klappentexterin: direkt neben meinen Herzensbüchern stehen „Der Fall Collini“ und „Schuld“. Ich begründe das ja damit, dass ich, wenn ich mal anfange, von den Büchern von von Schirach zu schwärmen, sie gleich gerne alle zur Hand habe. Aber wenn es hier wirklich mal brennen sollte und in meinem Koffer noch Platz sein sollte … Aber pssssst! Das bleibt jetzt bitte unter uns! 😉

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      2. Ach ja, jetzt, wo du das erwähnst, macht es in meinem Kopf klick und klack. Das aktuellste Schirach-Werk hat dein Herz getroffen, dann die anderen beiden. Apropos Schirach, kennst du schon: http://glueck-film.de/#/trailer?
        Die Sache mit den anderen Schirach-Büchern finde ich ja sehr raffiniert! Ja, in Extremfällen kann man schon mal Grenzen überschreiten. Natürlich bleibt das unter uns! Ist ja wohl sonnenklar! Verrückte müssen schließlich zusammenhalten! ; )
        Ha, wusste ich noch gar nicht, dass du René Magritte so magst. Schön, wieder eine Seite von dir kennengelernt. Ich finde den Weg zu deiner Entscheidung sehr liebenswert. Ein Zitat vom Lieblingsmaler in einem deiner Lieblingsbücher führte dich zu Nummer 15 (oder 13, 14… however).

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      3. Den Trailer zu „Glück“ kenne ich doch schon längst, liebe Klappentexterin. 🙂 Und ich werde mir die Verfilmung auch anschauen, wenn sie in vierzehn Tagen oder so ganz offiziell in die Kinos kommt. Obwohl ich die Filme von Doris Dörrie ja eigentlich nicht so mag. Aber hey, es steht von Schriach drauf, mal schauen, wie viel von ihm da noch drin ist. 😉
        Außerdem bin ich momentan am überlegen, ob ich nicht vielleicht von 15 auf 25 Bücher erweitern sollte. Nach deinem Blogeintrag und den Kommentaren finde ich, dass das legitim wäre. Dafür danke ich dir sehr! 🙂

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      4. Das dachte ich mir schon. Ich mag einige Filme (wie „Hanami“) eigentlich sehr gern und werde mir „Glück“ wohl auch ansehen. Oh! Was ich lese ich denn da? Du wirst deinen Kreis vergrößern. ; ) Also mein Okay hast du und ein Lächeln dazu!

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    1. Och, ich denke, dass sich 30 Bücher in einem Koffer (übrigens ganz wunderbare Idee!) oder einem Karton schon recht gut tragen lassen. Aber ich kasteie mich literarisch eben gerne selbst – deswegen die 15 Bücher. Sonst würde meine Liebe nur uferlos wuchern. Da brauche ich ein wenig Zahlendisziplin. 😉

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  3. Liebe Klappentexterin,

    jetzt habe ich richtig Lust, meine Regale im zweiten Zuhause zu durchforsten, um die wahren und einzigen Lieblingswerke herauszufischen und in dem Zuge vielleicht auch ein wenig abzuwägen, was wirklich Lieblingsbuch ist und was nicht. Wobei ich aber auch Lieblingsbücher habe, die nur Liebling sind, weil mir die Erinnerungen daran so viel bedeuten. Da ich nun nicht im zweiten Zuhause bin, werde ich am Wochenende mal mein virtuelles Regal bei lb durchgehen und dort ein Lieblingsbuchregal anlegen. Dein Gedankengang ist prima und sehr inspirierend!
    Ich glaube zwar, dass ich tatsächlich auch ohne die Bücher leben könnte (immerhin tue ich das bereits seit über einem halben Jahr, indem alle Lieblingsbücher ohne Ausnahme 100 km entfernt stehen), aber solange es nicht um Leben und Tod geht, erfreue ich mich daran, dass ich Lieblingsbücher besitze, auf die ich so wie du gerne zurückgreife und vor allen Dingen zurückgreifen kann, wenn mir danach ist.
    Vielen Dank für diesen schönen Beitrag!

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    1. Liebe Ada,
      hach, das freut mich! Mir geht es ein bisschen wie dir. Einige Bücher verbinde ich mit Stimmungen… doch die Mehrheit würde ich gern eines Tages noch einmal lesen, weil ich glaube, dass dort so viel mehr drinnen steckt, als ich vielleicht aufgesogen habe. Für manche fehlte mir damals einfach die Reife, weil ich noch sehr jung war, als ich sie gelesen habe.
      Ich bin gespannt, wer es in deine Liste schafft und wie viele es am Ende werden. Schau, wie unterschiedlich das ist, nantik hat nur 15 und Petra viel mehr als 29 Bücher.
      Sehnst du dich nicht nach deinen Lieblingsbüchern? Eins, zwei vielleicht? Ich könnte das nicht, nein, ein kleiner Kreis müsste immer mit, egal wie klein mein Kämmerchen ist. : )

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      1. Bisher habe ich mich nicht gesehnt, was aber hauptsächlich am Zeitmangel und der guten Versorgung an ungelesenen Büchern liegt. Hätte ich keine ungelesenen Bücher, würde ich sie sehr vermissen, ja sogar schmerzlich, denn ganz ohne geschriebene Geschichten zum Abtauchen geht es einfach nicht.
        Momentan vermute ich, dass ich die 29 auch überschreite, denn es gibt ja auch so viele Kinderbücher, die ich liebe. Ich werde berichten, wenn ich sortiert habe. 🙂

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      2. Ja, das kann ich gut nachvollziehen, dennoch ohne meinen Murakami oder Yoshimoto möchte ich nicht sein. Ich könnte ja mal über Nacht so eine Sehnsucht verspüren… : ) Auf deine Kinderbücher bin ich sehr gespannt!

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  4. Schöne Idee!
    Leider geht es mir wie Ada, ich bin von meinen Büchern getrennt, und das schon seit Jahren. Aber sollte ich sie irgendwann mal bei mir haben, werde ich mich an dein Notfallregal erinnern! Einige Titel wüsste ich da schon: Lolita natürlich, Foer und Krauss, Stichwort: Liebe, Austerlitz von Sebald und und und.
    Nur aus Neugier: Welche Italiener mischen in der internationalen Gesellschaft mit?

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    1. Deine Bücher würden sich bestimmt genauso freuen! Welche Italiener? Nur eine, die kürzlich von mir entdeckte Margaret Mazzantini mit „Das schönste Wort der Welt“. Gut, wenn man es genau nimmt, ist sie eine Halbitalienerin (die Mutter ist Irin und der Vater Italiener), aber halbe Sachen gibt es bei mir nicht. : )

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      1. Das dachte ich mir, wo du doch neulich so enthusiastisch von ihr gesprochen hast. Dass sie jetzt auch noch in deinem Notfallregal landet, ist natürlich eine ganz besondere Auszeichnung – umso dringender möchte ich sie nun lesen.

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  5. Was für eine wunderbare Idee, die absoluten Lieblingsbücher in einem Regal unterzubringen!
    Ich habe zwar auch privat meine Bücher einer relativ strikten Ordnung unterzogen (alphabetisch die Romane, Sachbüchern nach Themenclustern, Bildbände nach Format und die Kinderbücher an einer Stelle, Fachbücher für die Arbeit) … aber auf das Lieblingsbuchregal bin ich bisher noch nicht gekommen.
    Obwohl … es gibt ein paar Kinderbücher, die ich sehr liebe und die meine Kinder zwar lesen dürfen, aber auch mit Wissen um die besondere Bedeutung für mich mit der gebotenen Vorsicht behandeln. Und die stehen in der Tat auf einem extra Regalbrett dicht beeinander und man muss sich – als Kind – ein wenig nach ihnen strecken.
    Ein Lieblingsbuchbereich? Schöner Gedanke, den ich mal im Hinterkopf behalten werde bis zur nächsten privaten Bestandsrevision.

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    1. Ich bin da wie du, lieber Jarg. Bei mir sind auch alle Bücher alphabetisch und nach Themen (Krimi, Belletristik, Bildband) sortiert. Jetzt hast du mich sehr neugierig gemacht: Welche Kinderbücher sind dir die liebsten, dass du sie sogar beschützt?

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      1. Liebe Klappentexterin, da stehen so schöne Bücher wie „Flosse, Fell & Federbett“ von Nadja Budde, das wunderbar gereimte schiefe Buch von Peter Newell, ganz vieles mit Bildern von Sybille Hein (zum Beispiel „Rutti Berg, die Bäuerin“), das zauberhafte Bilderbuch über Freundschaft mit dem Titel „Für immer sieben“ von SaBine Büchner, der „Regentag im Zoo“ vonn Isabel Pin, alles von Shaun Tan … und …
        … ich schätze, das Lieblingskinderbuchregal wäre einen eigenen Post wert. Wird gemacht, sobald alles wieder ausgepackt ist … denn wir bauen die gesamte Wohnung um und alles aus den betroffenen Räumen wandert in Kartons.
        Die Lieblingskinderbücher bekommen natürlich einen eigenen – ist doch klar!

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      2. Vielen Dank, lieber Jarg! Da lächle ich doch gleich über „Flosse, Fell & Federbett“ und über all die anderen feinen Bücher, die ich noch gar nicht kenne. Ja, das hoffe ich doch sehr, dass du uns bald deine Lieblingskinderbücher zeigst! Dann weiterhin erfolgreiches Umbauen!

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  6. Eine sehr interessante Idee, durch die sich jedoch viele spannende Fragen aufdrängen: Welche Bedeutung haben dann eigentlich die anderen, also die sogenannten Nicht-Lieblingsbücher? Besteht eine Privatbibliothek nicht automatisch nur aus Lieblingsbüchern? Oder wann wird eigentlich ein Werk zum Lieblingsbuch des Lesers? Der Durchleser hat hunderte, nein tausende Lieblingsbücher, dafür aber nur einen Lieblingsautor. Doch selbst wenn er allein dessen „Schätze“ in einen Koffer packen müsste, würde er sicherlich verzweifeln, da mehr als zweihundert Bücher in einen Koffer zu pressen praktisch unmöglich sind …

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    1. Ein interessanter Gedanke! Nein, die anderen sind deshalb nicht weniger bedeutend, zumal ich die Bücher, die mir nicht zusagen, auch weggebe. Für mich werden bestimmte Bücher zu Lieblingsbüchern, wenn da ein Band ist, das uns verbindet. Ich kann es nicht immer ganz genau benennen. Es ist ein Gefühl, das mich streift, wenn ich das Buch in die Hand nehme. Manchmal sind es nur Stimmungen, die mir dort drinnen gefallen haben, manchmal die Sprache und manchmal hat das Buch in meinem Kopf so viel mit mir angestellt, mehr als ich zunächst dachte. Wie heißt denn Durchlesers Lieblingsautor, wenn ich fragen darf?

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      1. Marcel Proust! Wow, seit fast dreißig Jahren. Das ist wirklich eine besondere Liebe! Zwischen Monsieur Proust und mir ist es bislang leider zu keiner Annäherung gekommen, aber ich habe schon ein Buch von dem geschätzten Autor bei mir zu Hause („In Swanns Welt“). Mir scheint, noch fehlt mir die Zeit dafür, aber vielleicht irgendwann. Und falls ich mal Fragen habe, weiß ich ja nun, an wen ich mich wenden kann.

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      2. Zur ersten Annäherung an Marcel Proust kann Durchleser ein ganz besonderes Buch empfehlen, das sein absolutes Lieblingsbuch unter den vielen hundert anderen ist, da es sich inzwischen schon zu einer wahren Rarität über die Jahre hinweg entwickelt hat: nämlich die deutsche Erstausgabe von 1974! Das Buch ist die zauberhafte Biographie von Céleste Albaret mit dem schlichten Titel „Monsieur Proust“. Mehr dazu kann man gerne auch hier noch nachlesen: http://durchleser.wordpress.com/2012/01/15/durchgelesen-monsieur-proust-v-celeste-albaret/

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  7. Simone, du bist nicht allein – und ich bin sicher, du wusstest, dass du hier viel Zuspruch von ähnlich „Verrückten“ erhalten würdest 😉
    Ich habe meine Lieblinge auch nebeneinander auf einem Regal. Bisher hat mich dafür aber zum Glück keiner für verrückt erklärt 😀

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    1. Insgeheim habe ich es mir gewünscht und freue mich jetzt natürlich sehr über diesen Zuspruch. Und bin auch gar nicht groß verwundert, ja, schließlich sind wir doch alle verrückte Bücherfreunde, nicht wahr? Wie viele Lieblinge sind es denn bei dir? Hier gab es ja bisher unterschiedliche Angaben…

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  8. Liebe Klappentexterin

    Wir Bücherwürmer sind doch alle etwas verrückt, aber das ist ganz o.k. Tolle Idee, die du da hattest. Vor einigen Monaten habe ich auf meinem Blog einen ähnlichen Artikel gepostet, nur hat sich damals noch keiner mit einem Kommentar bei mir gemeldet (zehn Lieblingsbücher) http://lesewelle.wordpress.com/2011/10/17/zehn-lieblingsbucher/
    Nun bin ich froh, dass es bei dir im Notfall 29 Bücher sind. Da kann ich jetzt nochmals über die Regale schweifen und die nächsten 19 Lieblinge aussuchen. Und dann hätte ich da noch eine Idee: die einen wählen einen Koffer, ich habe meinen SuB auf Rollen (Foto ist gepostet). Das gleiche könnte man ja auch mit den Lieblingsbüchern machen und sie im Wohnzimmer so präsentieren.

    LG buechermaniac

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    1. Mit zehn Büchern würde ich gar nicht weit kommen. Respekt! Ehrlich gesagt, habe ich mir nicht selbst die Grenze gesetzt, sondern mein Regal. Mehr passt da nicht rein, sonst platzt es und das möchte ich nicht. Nun, wie ich sehe, wirst du – wie nantik übrigens auch – die Liste ergänzen. Das freut mein verrücktes Bücherherz ungemein! ; )

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  9. Nicht verrückt, aber verliebt. Das sind wir bibliophilen doch alle. Damit bist du also nicht allein.
    An den Notfall hatte ich noch gar nicht gedacht, aber selbstverständlich habe ich all meine Lieblinge schön beisammen. Ich will sie ja auch so oft wie möglich sehen können 😉

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  10. Liebe Klappentexterin,
    was für ein schönes Posting und was für eine schöne Idee, in einem Notfallregal alle besonders wichtigen Bücher beisammen zu haben. So etwas wie ein Notfallregal besitze ich leider nicht … aufgrund von sehr beengten Wohnverhältnissen sind ein Großteil meiner Bücher sogar dazu verdammt ihr Dasein in Umzugskisten zu fristen. Ich hoffe, dass – nach dem baldigen Umzug in eine größere Wohnung – ich auch mehr Platz für meine Bücher bekomme. Und dann werde ich mir sicherlich auch ein Notfallregal einrichten, auch wenn es mir wohl schwer fallen wird, mich auf eine noch zu tragende Zahl an Büchern zu beschränken … 😉
    Liebe Grüße
    Mara

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  11. Ich habe kein Notfallregal, aber: ich brauche unbedingt eines. Meine Lieblinge sind munter unter den anderen Büchern irgendwo im Regal verstreut, nach Sprachen geordnet auch. Aber das ist auch nicht die perfekte Lösung…ich muss mein Regal demnächst mal umsortieren.

    Die Idee finde ich übrigens garnicht verrückt, aber ich glaube, der normale Durchschnittsmensch/Leser hegt einfach nicht solch innige Gefühle für Bücher.

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  12. Anrührend und zauberhaft finde ich das.
    Ich selbst könnte das aber nicht. In puncto Insel-Frage war ich schon immer überfragt – im wahrsten Sinne des Wortes.
    Mein Herz quillt nur so über vor lauter Liebe. Entweder alle – oder keines.
    Vielleicht sollte ich mich am Beispiel der Fahrbibliothek orientieren, die mir in meiner Kindheit so manche glückliche Stunde beschert hat.
    Auf und davon, den Büchern hinterher und mit Büchern im Gepäck!

    Viele liebe Grüße!

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    1. Liebe Martha,
      das ist ein schönes Bild: „Auf und davon, den Büchern hinterher und mit Büchern im Gepäck!“ Da kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ja, es ist schon eine komplizierte Sache, das Auswählen von Büchern, wo sie uns doch alle, zumindest fast alle, wundervolle und spannende Lesestunden schenken. Irgendwie ist es auch den anderen Büchern nicht fair gegenüber, aber trotzdem… Hach!

      Viele liebe Grüße
      Klappentexterin

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  13. Ich finde deine Idee gar nicht verrückt. Ganz im Ggenteil: Es ist eine tolle Idee! Wer nur Ebooks hat, braucht so ein Regal ja nicht. Er hat ja alle Bücher im Reader. Allerdings gibt es nicht alle Bücher als Ebooks.

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    1. Aber wer sie im Reader hat, kann sie nicht immer alle auf einmal anschauen, sie berühren… Aber vielleicht haben eBook-Reader-Leser (Was für ein verrücktes Wort!) dann nur ein Regal mit ihren Lieblingen und die anderen im Gerät?

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      1. Das finde ich an Ebooks auch doof, dass sie nicht das gleiche schöne sinnliche Erlebnis bieten, wie ein gedrucktes Buch. Anfassen… Lesen… Alles anders. Ich besitze in der Tat nur ein Regal mit einigen wenigen Büchern, die ich gerne anfasse und in gedruckter Form haben möchte.

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      2. Du sprichst mir aus der Seele! Lesen ist auch für mich ein sinnliches Vergnügen. Es muss rascheln und nach Papier duften… Wie viele besondere Werke sind es denn, wenn ich fragen darf?

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  14. Nachdem ich den Artikel gerade gelesen hatte musste ich feststellen, dass ich ganz unbewusst auch so eine Notfallsektion in mein sonst penibel geordnetes Regalsystem eingebaut habe. Die offensichtliche Unordnung dieses Bereichs mit Lieblingsbüchern darin, ist mir bisher nicht im Geringsten aufgefallen, obwohl die Bücher darin so gar nicht zusammen passen.
    Danke für diesen Artikel, er hat mich sehr zum Schmunzeln gebracht! 🙂

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    1. Huch, ja, das kommt wirklich ein bisschen zu spät, aber beim nächsten Mal vielleicht. Und wie wir wissen, vermehren sich die Bücher von ganz allein. Ehe man sich versieht, wollen die Regale wieder aktualisiert werden.

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  15. Eine sehr tolle Idee, die ich nicht im mindesten verrückt finde! Ich glaube, jeder der gerne Bücher liest, macht sich im Laufe der Zeit Gedanken, wie er seine Lieblingsbücher am besten „schützen“ kann 🙂

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  16. Bei deinem Beitrag fiel mir seltsamerweise ein Sketch der Sesamstraße ein, in dem immer wenn die Kühlschranktür auf- und das Licht angeht die Lebensmittel darin eine Party feiern. Jetzt stelle ich mir das mit deinen Lieblingsbüchern vor. Könnten ja interessante Affären & Feindschaften draus werden.
    Meine Lieblingsbücher sind leider immer noch gestapelt. Ich brauche für sie unbedingt ein absolutes Lieblingsregal. Ein einfaches Brett tut’s da nicht! Aber meine Suche hat noch kein glückliches Ende gefunden…

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    1. Oh wie lustig ist das! Mila, ich lache gerade über deinen Kommentar! Vielen Dank! Ich werde die Bücher in jedem Fall im Auge behalten, denn nach Feindschaften steht mir eigentlich nicht der Sinn. Sollte es also mal lauter werden, muss ich vielleicht die Anordnung überdenken. : )
      Sind es so viele? Na egal, wo sich deine Lieblinge aufhalten, Hauptsache sie sind ganz in deiner Nähe!

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  17. Ein Notfallregal ist eine gute Idee und ich habe auch schon einmal darüber nachgedacht, welche Bücher ich denn retten würde, wenn es brennt, aber entscheiden konnte ich mich nicht.

    Natürlich habe ich einige Bücher, die mir besonders am Herzen liegen, aber das sind schon knapp 30 und wenn ich die einsammeln würde, wenn es brennt, könnte es mit dem Flüchten knapp werden!

    Aber beim Darübernachdenken ist mir vor allem aufgefallen, dass 80% meiner Bücher mir am Herzen liegen und ich mich nicht entscheiden könnte. An jedem Buch hängen Gedanken und Erinnerungen, Gefühle und Hoffnungen, wie soll man sie da entscheiden?

    Aber auf jeden Fall möchte ich dir für diesen Bericht danken, denn er hat mich darüber nachdenken lassen, wie besonders Bücher sind und vor allem, was Bücher bei mir bewegen. Danke dafür!

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    1. Hab vielen Dank für deine Wortmeldung und dein Dankeschön, lieber Philipp! Das stimmt schon, die Wahl ist auch mir nicht leicht gefallen, mag ich doch die anderen Bücher genauso, doch die Lieblinge liegen mir ein bisschen mehr am Herzen.

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      1. Sehr gerne! Vielleicht werde ich mir bald auch mal ein Notfallregal anlegen, aber vorher muss ich noch einmal ernsthaft darüber nachdenken, was da rein darf und was nicht…

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  18. Ich liebe meine Bücher, aber ein Notfallregal brauche ich nicht. Ich hab bloß eben kurz nach „Hierzulande. Andernorts“ von Christa Wolf geschaut, das hab ich mal geschenkt bekommen, mit Unterschrift von C.W. drin. Darauf würde ich äußerst ungern verzichten, den Platz im Regal merke ich mir jetzt …
    (Und ich muss mal wieder alle Regale durchfotografieren, ja.)

    Ich hab nicht alle Kommentare hier genau durchgelesen, hat schon jemand gefragt, ob du deine 29 Lieblinge irgendwann im Blog vorgestellt hast? Das würde mich interessieren, sehr.

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    1. Nein, liebe Andrea, das hat mich noch keiner gefragt. Also vielen Dank für deine Frage! Einige Bücher habe ich auf meinem Blog besprochen wie Albert Camus, Karen Russell, Margaret Mazzantini, Clara Malraux, Nino Haratischwili, Charlotte Brontë, Colum McCann, Tom McCarthy… etc. Andere Bücher habe ich vor meiner Blogzeit gelesen wie „Frau Paula Trousseau“, „Amrita“, „Spinner“ oder „Herzzeit“. Deshalb gibt es dazu keine Besprechungen.

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  19. So, nachdem nun jeder/jede seine/ihre Meinung hier hinterlassen hat, möchte ich natürlich auch noch meinem mittelscharfen Senf dazugeben 😉
    Ich habe bis jetzt noch kein Notfallregal und nach einigem Nachdenken werde ich es wohl auch dabei belassen. Von vielen Schriftstellern hat man ja nicht nur ein Buch, so dass, nach dem Erstellen eines Notfallregals, die ganze Bibliothek zerpflückt wäre. Und da ich nun mal ein ordnungsliebender Mensch bin und ein eingeführtes System auch beibehalte, muss ich zugleich auch Optimist sein und hoffen, dass es nie zu einem Notfall kommt.
    lieben Gruß

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    1. Hab lieben Dank, dass du auch deinen mittelscharfen Senf dazu gegeben hast, liebe Bücherliebhaberin! ; ) Ich finde es klasse, dass deine Bücher in deinem System ordentlich aufgehoben sind, aber trotzdem möchte ich kurz nachfragen: Hast du von deinen liebsten Schriftstellern nicht ein Buch, das für dich heraussticht? Ein Buch, zu dem du eine besondere Beziehung hast?

      Lieben Gruß
      Klappentexterin

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  20. Natürlich gibt es immer ein besonderes Buch aber ich würde es dann aus seiner vertrauten Umgebung herausreißen. Da habe ich dann lieber alle Dürrenmatts und alle Hackls zusammen. Du siehst das System hat mich fest im Griff 😉

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  21. Liebe Klappentexterin,

    ich kann so gut verstehen was du beschreibst!! Und ich liebe deine Gedanken zu diesem Regal – vor allem die Idee mit dem Lesezeichen und die Personifikation der Bücher bzw. die möglichen Gedanken der Autoren –

    Herzensbücher sind es bei dir. Bei mir vor allem meine Herzensband (und ich dachte schon, ich wäre ganz allein mit diesem Begriff auf dieser Welt). In meinem Blog findet man alles dazu unter „Luftrettungsmittel und Seelennotrettungsboot des Hafens“

    Herzensbücher habe ich natürlich auch, aber es sind nur einige wenige: Das Parfum, Der kleine Prinz, Der Rest ist das, was übrig bleibt

    Und für die wirklich wichtigen Dinge während eines Notfalls kann man sich vorher ein sogenanntes Notgepäck anlegen (was in meiner Umgebung leider nur auf Unverständnis stößt und somit einige Probleme der Umsetzung mit sich bringt), aber mit Notgepäck und Notfallregal kann eigentlich absolut nichts mehr schief gehen und du solltest für alles gerüstet sein und somit auch keine Zeit verlieren. 😉

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