Der halbe Sommer geht – die ganze Literatur bleibt.

Heute möchte ich den einen verabschieden und den anderen begrüßen. Die Rede ist vom Sommer und Herbst. Ein bisschen Wehmut steigt auf und damit der Wunsch, den Jahreszeitenwechsel in Worte zu fassen. Also habe ich aufgeschrieben, was mir dazu einfiel. Herausgekommen ist diese lange Wortschlange. Damit läute ich den Herbst ein, aber nur ganz langsam…

Allmählich geht er dahin,
der Sommer, der kein richtiger Sommer war.
Er war ein Mix aus fast allem,
da haben nur noch die Schneeflocken gefehlt.
Trotzdem gab es auch schöne Momente,
seien wir mal ehrlich.
Ausgiebige Lesestunden auf dem Balkon,
direkt am erfrischenden See,
unter den Bäumen im Park,
der süße Duft hing in der Nase,
ein leichtes Kribbeln lag im Bauch.
Warme Regenschauer, die aus großen Menschen
kleine gemacht haben,
glücklich tanzend in den Pfützen.
Was uns der halbe Sommer nicht immer geben konnte,
konnten die Bücher dafür um so mehr.
Sie haben uns die Sonne ins Herz gelassen,
das Meeresrauschen in die Ohren gelegt,
und die Sehnsucht zum Reisen gestillt.
Wenn schon nicht auf den halben Sommer Verlass war,
dann auf die wunderbare Literatur.

Allmählich geht er dahin,
der Sommer, der kein richtiger Sommer war.
Die ersten Vögel machen sich nun bereit,
für die Reise ans andere Ende der Welt.
Der Herbst wispert schon leise,
haucht morgens seinen kalten Atem in die Bäume,
die erste pralle Kastanien tragen.
Die Tage werden kürzer,
die Nächte dafür länger.
Und in alldem flattern die Bücher
mit ihren vielen Seiten,
sie wecken die Vorfreude auf
gemütliche Lesestunden bei
Tee und Kerzenschein,
im wohligen Heim.
Der eine geht, der andere kommt.
Der Sommer, der kein richtiger Sommer war,
übergibt seinen Staffelstab an den Herbst.
Vielleicht ist auf ihn mehr Verlass,
und wenn nicht,
dann auf die wunderbare Literatur.

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5 Gedanken zu “Der halbe Sommer geht – die ganze Literatur bleibt.

  1. Liebe Klappentexterin
    Der Herbst ist mir gerade so lieb. Wenn ich an den Farbenrausch der Bäume denke, wunderbar. Da ich sehr gerne koche, freue ich mich, dass ich bald wieder Wildgerichte zubereiten und Quitten und Trauben verarbeiten darf.
    Eingekuschelt auf dem Sofa, lesen und Tee trinken, nochmals die letzten warmen Sonnenstrahlen auf dem Gesicht spüren, Wanderungen durch den Wald oder in den Bergen machen, ein letztes Mal zur Alphütte hoch, bevor der erste Schnee fällt, Gämsen beobachten und den Ofen einfeuern und lauschen wie das Feuer knistert. Der Herbst soll kommen, ich freue mich darauf.
    Herzliche Grüsse

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    1. Oh ja, das schubst auch mich und die Vorfreude auf die bunte Jahreszeit an. Und es klingt lecker, was du kochst! Ich bin eher eine Suppeneintopfkönigin und freue mich, bald wieder meinen Suppenlöffel zu schwingen.
      Den Herbst in den Bergen stelle ich mir als besonders schönes Schauspiel vor. Ich höre das Holz knacken, was du einsammelst, um später den wunderbaren Ofen anzuwerfen. Herrlich! Freuen wir uns auf den Herbst!

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