Eine kleine Literaturwissenschaft.

Für die einen spielt die Literatur eine große und für die anderen eine kleinere Rolle. Bedeutungsvolle Gründe stellen sich neben leichte Ansprüche. Beide unterscheiden sich erheblich und sind gleichzeitig wichtig, geradezu notwendig für ein abwechslungsreiches Leben, das Spannungen und Reibungen erzeugt. Ich genieße ja selbst beides, Leichtes und Schweres.

Doch wie komme ich überhaupt auf so einen Gedanken? Durch ein Buch. Welch Wunder! Genauer betrachtet haben mich Kommentare zur Rezension „Little Bee“ angestoßen über die Vielseitigkeit der Literatur nachzudenken.

Welche Aufgabe hat die Literatur? Einen Bildungsauftrag?

Da reiben sich bestimmt einige Lehrer die Hände und rufen im Chor: „Jawohl!“ Na, ganz so einfach ist es nun wieder auch. Literatur in der Schule hatte für mich oft was Schales, schmeckte wie abgestandene Limo, kein Prickeln, einfach nur flüssig und für mich alles andere als lehrreich, eher nervig. Wie soll es auch aufregend sein, wenn ich nicht selbstbestimmend das lesen darf, was ich möchte? Sicherlich gab es schon ganz spannende Werke, die mich in unbekannte Zeiten geschifft und zu Denkanstößen angetrieben haben, aber im Großen und Ganzen hat mich Literatur in der Schule gelangweilt, gelernt habe ich viel lieber im wirklichen Leben.

Dient die Literatur nur zur Unterhaltung?

Kann sie uns von dem faden Alltag, den Sorgen und Nöten, den Pflichten und Aufgaben ablenken? Ja, klar! Unbedingt! Dauerhaft wäre reine Unterhaltungsliteratur für mich nichts, denn ich brauche auch die Herausforderung, das Hauen und Stechen. Nun stehe ich nicht für die Allgemeinheit, die das vielleicht ganz anders sieht. Eine sehr gute Freundin von mir liest vorzugsweise nur leichte Lektüren, weil sie für mehr einfach keinen Raum hat: Mann, Kind, Pferd, Hunde, Haushalt, Job. Die Liste ist lang, die Zeit knapp und die Ressourcen im Kopf begrenzt. Was soll sie da noch mit einem anspruchsvollen Buch, das nicht nur unterhält? „Wenn man es auch mal genauer nimmt“, sagt sie, „hat sich das Leseverhalten der Menschen auch deshalb so gewandelt, weil die Ansprüche im Job enorm zugenommen haben.“ Da kann ich junges Ding noch nicht mitreden, doch ich glaube meiner älteren Freundin gerne, lächle über die Erkenntnis und versuche die Schnelllebigkeit der Bücher und die aktuelle Bestsellerliste besser zu begreifen.

Oder soll die Literatur unsere Welt verändern?

Das dominierende Soll streichen wir erst einmal, denn vom Sollen darf bei Literatur nicht die Rede sein. Sie ist ein Kann-Objekt, das anlockt und uns freistellt ob wir sie lesen wollen oder nicht. Was kann ein Buch mit einer Geschichte bewegen? Kann es die Armut ins Nirwana schicken? Kann es Kriege auslöschen? Kann es die Geldgier der Menschen ersticken? Nein, gar nichts von allem. Darin sehe ich auch nicht die Aufgabe. Viel mehr treffe ich sie im Kopf, denn genau dort findet Literatur nun mal statt. Sie setzt etwas in Gang, aus Stillstand wird Bewegung und jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen. Einige sagen: „Das bringt doch eh nichts!“ und werfen kurz noch das bekannte „Der Tropfen auf dem heißen Stein“ hinterher. Doch ist das wirklich so? Kann man mit kleinen Aktionen nicht etwas anstoßen? Die Welt wird nicht automatisch besser, nur weil wir solche Bücher lesen, aber wir denken darüber nach und tauschen uns aus. Manchmal vergessen wir vieles, sind von den Medien so übersättigt, dass wir abschalten, was ja auch gut ist, denn auch wir brauchen Atempausen. Doch ganz vergessen sollten wir das nicht, was draußen passiert. Wie schön ist es dann, wenn uns ein Buch eines Tages wieder darauf aufmerksam macht. Und wie gut, dass es da ist, denn stellt euch nur vor was würde eigentlich passieren, wenn es keine Literatur mehr gäbe?

Wie ihr seht, hat die Literatur zahlreiche Bedeutungen, so viele, dass man sie nicht in ein festes Korsett schnüren kann. Es gibt per se keine allgemein gültige Form für die Rolle, die sie spielt, denn für jeden Menschen sieht sie anders aus. Dennoch möchte ich gerne wissen, wie ihr die Literatur seht.
Was ist besonders wichtig? Mit welchen Erwartungen geht ihr an Bücher heran? Habt ihr vielleicht einschneidende Erfahrungen mit Büchern gesammelt, die euer Leben auf dem Kopf gestellt haben?

Soweit meine heutige kleine Literaturwissenschaft.

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32 Gedanken zu “Eine kleine Literaturwissenschaft.

  1. Für mich, auch als Lehrerin, ist Literatur einfach alles. Der „Bildungsauftrag“ ist in den meisten Fällen nicht auf den ersten Blick erkennbar. Die neuen Gedanken, die erzeugten Gefühle, vielleicht auch Betroffenheit, die man beim Lesen empfindet, und die Begeisterung für das geschriebene Wort tragen dazu bei, dass man sich selbst bildet. Es geht nicht darum eine Aufgabe in der Schule richtig zu lösen, sondern um das Einnehmen anderer Perspektiven, das Vergrößern des eigenen Horizonts, um… Ach ich könnte diese Liste endlos weiterführen. Damit man dies empfindet und sich Gedanken machen kann, muss die Literatur natürlich auch unterhalten. Sonst bleibt sie nicht haften. Auch recht seichte Werke, die „nur“ unterhalten verändern doch unbewusst unseren Geist.
    Und letztendlich kann Literatur die Welt verändern, weil sie einzelne Menschen verändern kann. Sie kann aber auch aufrütteln und schreien: „Seht hier her! Das muss geändert werden!“
    Für mich gibt es Bücher, die mein Leben verändert haben, die es reicher gemacht haben und die mir einfach gezeigt haben, dass ich mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen sollte. Oft haben das die Texte nur geschafft, weil ich völlig ohne ERwartung an sich herangegangen bin. Ein Buch ist doch wie eine Tür in eine fremde Welt und wenn ich sie mit Erwartungen betreten würde, könnte ich sicher manche schönen Dinge gar nicht erkennen.
    Puh, das war jetzt wahrscheinlich etwas verworren, aber das Thema reicht ja eigentlich auch für eine mehrstündige Debatte und ich wollte mich kurz fassen :o)
    Liebe Grüße
    Charlene

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    1. Wahrscheinlich ist es genau das Nichtoffensichtliche des Bildungsauftrages, was Bücher in der Schule vor einer besonderen Herausforderung stellt. Grundschüler oder jüngere Schüler haben ja meist eine Ungeduld in sich, die Literatur im Laufe der Zeit jedoch zähmen kann, indem das einsetzt, wovon du sprichst. Erst wenn der Aha-Effekt eintrifft, begegnet man der Lektüre mit einem anderen Blickwinkel. Ich fand es nur schade, dass wir ausschließlich Klassiker gelesen haben, nichts Zeitgenössisches, was für Diskussionsstoff sorgt. Ich denke da beispielsweise an Janne Tellers Roman: „Nichts. Was im Leben wichtig ist.“ Vielleicht hat sich im Laufe der Zeit auch die Bücherauswahl an Schülen gewandelt und ist nicht mehr so starr und festgesetzt.
      Welche Bücher haben dich denn reicher gemacht und geerdet? Ja, das hast du schön geschrieben: „Ein Buch ist doch wie eine Tür in eine fremde Welt…“ Deshalb macht das Abtauchen ja immer wieder so viel Freude!

      Liebe Grüße,
      Klappentexterin

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  2. liebe klappentexterin,

    vielen dank für diesen wunderbaren beitrag! ich bin gerade mit „die stunden“ beschäftigt. für eine der figuren, mrs. brown, sind bücher der zugang zu einer parallelwelt, in der vieles, was im realen leben nicht möglich ist, greif- und erlebbar wird. verpasste chancen haben in den imaginierten welten kein verfallsdatum, sie kommen wieder – man muss nur den buchdeckel aufschlagen und sich auf sie einlassen.

    für mich stellt literatur vieles dar: wie kino ist auch literatur ein exzellentes eskapistisches medium, das mein leben bunter, spannender, poetischer und reicher macht.

    literatur ist auch ein spiegel, in dem ich meine oftmals diffusen und vagen gedanken in worte gefasst wiedersehe – und dafür bin ich autoren wie plath, virginia woolf, schamoni, kästner, flaubert, fromm etc dankbar. nach der lektüre so eines buches fühle ich mich ein stückchen weiser und zuversichtlicher, denn mir wird klar: manches ändert sich eben nie, dieselben probleme tauchen in jeder generation auf.

    „kill yourself or get over it“ heißt es in „child psychology“ von black box recorder. ich füge hinzu: or read a good book.

    in turbulenten zeiten, wie gerade jetzt, ist literatur ein raum, den ich betrete, um mich gedanklich abzukühlen, zu regenerieren, um urlaub von mir selbst und dem alltag zu nehmen. in solchen zeiten kommt es mir nicht so sehr auf die tiefe an, es darf ruhih seicht sein, fließen und rollen sollen die worte. und mich gut unterhalten. das genügt dann schon 🙂

    dir einen guten start in die woche und liebe grüße,

    m.

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    1. „Die Stunden“ ist ein beeindruckendes Werk, wobei ich allerdings zugeben muss, dass ich bislang nur die Verfilmung gesehen habe, doch die hat mich bereits nachhaltig beeindruckt. Parallelwelten ist ein gutes Stichwort. Sie geben einen Halt und lassen uns durchatmen, und natürlich geben sie Kraft. Man darf aber trotz allem die Wirklichkeit nicht verlieren.
      Bücher sind wirklich kleine Spiegel des eigenen Lebens und Empfindens. Gleichzeitig finde ich erstaunlich, was Bücher – geschrieben von fremden Menschen. die wir nicht kennen – alles bewirken können und einem manchmal so nah sind wie gute Freunde und nur, weil sie unsere Gedanken niedergeschrieben haben.

      Danke, auch dir einen guten Start in die neue Woche und kraftvolle Grüße dazu,
      Klappentexterin

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  3. Die Literatur öffnet Türen und bietet viele Blickwinkel, die mir helfen, Dinge besser zu verstehen oder den Drang dazu fördern, mehr erfahren zu wollen. Mein letztes gelesenes Buch behandelt Themen, die mich schon eine ganze Weile beschäftigen, bei denen es mir jedoch schwer fiel, meine Gedanken in eigene Worte zu fassen. Die Vielleichtsagerin hat das sehr schön ausgedrückt, viele Bücher sind ein Licht im Nebel, schaffen es ein wenig Ordnung in die eigenen Gedanken zu bringen.

    Es gibt Bücher mit denen ich sehr persönliche Erfahrungen verbinde und die mir durch schwere Zeiten geholfen haben. Dafür bin ich sehr dankbar.

    Charlene und Vielleichtsagerin haben schon viele Aspekte beleuchtet, denen ich mich nur anschließen kann und die ich schon zum Teil wiederholt habe.

    Wenn das eigene Leben mal triste Abschnitte bereithält, dann kann ich wunderbar abtauchen in andere Welten, an andere Orte entfliehen, die Seele baumeln lassen und neben Kraft vielleicht auch Inspiration tanken.Dass sich Anspruch und Unterhaltung nicht ausschließen müssen, wisst ihr. Die Mischung macht es.

    „Wie ihr seht, hat die Literatur zahlreiche Bedeutungen, so viele, dass man sie nicht in ein festes Korsett schnüren kann.“

    Das wäre auch ein schönes Schlusswort. Mit diesem Satz triffst Du übrigens genau den Punkt, über den ich, ebenfalls unter Verwendung des Begriffs Korsett, seit einiger Zeit ein paar recht lose Gedanken über Literatur zu Papier bringen versuchte, allerdings in einem etwas anderen Zusammenhang.

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    1. Dann hat Literatur auch eine Schlüsselfunktion? Literatur bewegt nicht nur, sie öffnet auch verschlossene Türen. Danke für deine Beobachtung, die mir auch sehr vertraut ist. Ist es da nicht zauberhaft, wenn man – wie du kürzlich – auf ein Buch stößt, was Gedanken enthält, die man lange schon im Kopf zu sitzen hat? Das hat was von Telepathie. Hast du es zufällig gefunden oder kam es zu dir? Blätterst du später nochmal in Bücher, die dir in schwierigen Zeiten kraftvoll zur Seite gestanden haben?

      Ich bin gespannt, was du zum Thema bald zu Papier bringen wirst.

      Viele Grüße,
      Klappentexterin

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      1. Ich habe das Buch mehr oder weniger zufällig gefunden. Es war wieder ein Buch, das ich für „Werde Entdecker“ ausgesucht hatte, ohne den Inhalt zu kennen. Es handelt sich um eine Sammlung von Essays, von denen viele das zum Thema haben, was einem eigentlich immer wieder begegnet, die Gedanken sich dazu nie so richtig ausformuliert haben. Fehlendes Wissen kommt noch hinzu. Es war in der Tat komisch, als ich gemerkt hatte, dass ich mit diesem Buch genau das gefunden hatte, wonach ich noch gar nicht aktiv gesucht hatte. Insofern kann man schon irgendwie sagen, dass das Buch zu mir kam. Um es nicht zu geheimnisvoll zu machen, die Themen sind Sprache, Identität, EU, Literaturbetrieb u.v.m.

        In den Büchern, die mir persönlich geholfen haben und viel bedeuten, blättere ich von Zeit zu Zeit immer wieder. Es ist insgesamt ein gutes und tröstendes Gefühl.

        Viele Grüße!

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  4. Sehr schöner Beitrag, liebe Klappentexterin! Augustinus meinte mal, die Welt sei ein Buch, und wer nie reise, sehe nur eine Seite davon – einen Ausspruch, den ich erweitern will (und das auch schon in Ganz weit weg getan habe): Denn jedes Buch eröffnet eine neue Welt, sodass dem, der nie liest, ganze Welten verschlossen bleiben. Und das würde ich für mich sehr schade finden. Auch wenn ich nicht aus jedem Buch der Weisheit letzte Schlüsse ziehen kann, ich liebe das Lesen, ob U oder E – für mich eine der schönsten Beschäftigungen überhaupt.

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    1. Liebe Petra, danke für den schönen Ausspruch, den du mir mitgebracht hast. Genau so sehe ich es, es sind die vielen Welten, die sich uns durch die Bücher eröffnen. Literatur ist also auch ein Schiff, das uns in ferne Welten trägt.

      Herzlichst,
      Klappentexterin

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  5. Literatur verändert die eigene Persönlichkeit, wenn man es zulässt.
    Ich lese Literatur aus dem Grund, die Welt mit anderen Augen zu sehen und diese Erfahrung anschließend in meinem Alltag mitzunehmen. Mir sie für mein weiteres Leben zu bewahren. Das mag sehr kitschig klingen, aber irgndwie stimmt das.
    Literatur kann aber auch Flucht oder Befriedigung sein. Ich zähle dazu die Unterhaltungsliteratur, die zwar durchaus ihre Berechtigung hat, aber im Endeffekt auch nur mit einem dicken Hamburger mit extra Bacon und doppelt Käse verglichen werden kann, den man sich mal gönnt…. Gut im Geschmack, aber ohne nennenswerte Nährstoffe…
    Mensch jetzt hab ich Lust auf einen Burger…

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    1. Literatur als Inspirationsquelle? So würde ich das jetzt bezeichnen. Inspiration macht mich wach und regt zum Nachdenken an, zieht kreative Gedanken nach draußen, verändert. Ich finde es gar nicht kitschig, sondern besonders wertvoll, wenn dich Literatur so sehr bereichert. An welche Autoren denkst du da eigentlich?
      Oh ja, ich schätze sie auch, die leichte Lektüre zwischendurch, sich berieseln und die Dinge einfach laufen lassen. Herrlich! Hat der Burger geschmeckt? Bei mir ist es übrigens eine Reiswaffel mit Schokolade.

      Viele Grüße,
      Klappentexterin

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      1. Literatur als Inspirationsquelle trifft es schon ganz gut. Mir fällt grad auch keine passendere Bezeichnung ein, doch ich würde es ganz unkreativ als „seinen Blick erweitern“ betiteln. Also seine Aussicht über den Tellerrand schärfen.
        Lustigerweise ist einer der Autoren, an die ich denke, gleich mit dem ersten Bild auf dieser Seite vertreten. Haruki Murakami. Aber ich denke auch an Autoren wie z.B. Banana Yoshimoto, Yasushi Inoue , Kenzaburo Oe… aber auch E.A.Poe und Lewis Caroll. (Man merkt, ich lese gerne jap. Literatur)
        P.S.: Der Burger war gut! Es ist praktisch, wenn man Kommilitonen als Nachbarn hat, die einem was aus der Stadt mitbringen. Die Waffel hat hoffentlich auch gemundet!

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  6. Bei mir darf Literatur einfach sein (mit Betonung auf „sein“, nicht auf „einfach“ *g*). Sie darf unterhalten, wenn das ihre Absicht ist, sie darf informativ sein, darf mich schlauer machen, darf mich nachdenklich machen, mich zum lachen bringen, auch zum weinen, sie darf mich auch mal ärgern, mich aufregen – sie darf eine Menge! Seit ich mein Studium abgeschlossen habe, habe ich für mich persönlich aufgehört, Literatur einen Stempel aufdrücken zu wollen. Frei nach dem Motto: ich habe meinen Abschluss, jetzt darf ich genießen! 😉
    Und genau wie sonst auch im Leben, wo ich nicht nur ernst oder nicht nur albern sein will, füllt sich auch meine Leseliste mit Büchern, die unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Und genau das finde ich so schön: DIE Literatur, das gibt’s nicht. Es gibt unendliche Unterarten, da ist für jeden was dabei und auch für jede Stimmung und Lebenslage. Herrlich, oder nicht? Literatur ist einfach ein wundervoller Begleiter durch mein Leben.

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    1. Und damit macht sie dir große Freude, wie ich sehe! Ich kann dir nachempfinden wie anders du nach dem Studium ans Lesen herangehst. Literatur als bunter Regenbogen? So würde ich deine Gedanken zusammenfassen, liebe Ailis.

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      1. Bunt, ja, aber auch ohne Grenzen. Obwohl das mit dem Regenbogen ja ein schöner Gedanke ist, schließlich wartet am Ende des Regenbogens ein Topf voll Gold. 😉

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  7. Literatur kann alles und doch nichts sein – es kommt eben auf den Leser an. Wer sich nur unterhalten lassen möchte, kann mit moralischen oder belehrenden oder gar revolutionären Romanen nichts anfangen. Wer immer auch etwas für sich selbst aus einem Buch ziehen möchte, wird die Finger von Unterhaltungsliteratur lassen. Ich bin eine gierige Leserin, die alles haben möchte – nur nicht alles in einem Buch. Wenn ich mich unterhalten lassen will, dann lese ich eben Krimis und Thriller. Manche davon hinterlassen ab und zu sogar einen bleibenden Eindruck und ich kann etwas daraus lernen und mitnehmen. Will ich mich bewusst mit einer Thematik auseinandersetzen, finde ich auch dazu das richtige Buch, das manchmal sogar ein Roman sein kann. Meistens ist das bei mir aber gar keine bewusste Entscheidung. Mein Bauch diktiert, was er jetzt gerne lesen möchte. Mal lerne ich, mal unterhalte ich mich, mal reflektiere ich, mal schwärme ich, mal ändere ich mich durch ein Buch. Aber eine noch so wichtige Botschaft kann ungehört verhallen, wenn ich nicht in der richtigen Stimmung bin. Wenn ich aber in der richtigen Stimmung bin, dann bin ich tatsächlich der Meinung, dass ein Buch die Welt verändern kann. Obwohl, vielleicht ist es nicht nur das Buch allein. Lesen, also bewusstes Lesen, kann die Welt nämlich auch verändern. 😉

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    1. Nicht die Literatur findet dich, sondern du sie. So geht es uns meisten, denke ich. Man kann sich heute vornehmen, jenes Buch als nächstes zu lesen und dann wird es doch ein anderes. Planen ist beim Lesen vollkommen sinnlos. Ich habe es jedenfalls aufgegeben. Da bin ich übrigens ganz bei dir: „Lesen, also bewusstes Lesen, kann die Welt nämlich auch verändern.“

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  8. Hallo Klappentexterin,

    vielen Dank für Deinen Beitrag zur Literatur. Für mich hat Literatur verschiedene Aufgaben. Fangen wir bei den Kleinen an. Wenn wir Kindern vorlesen oder mit ihnen Bücher „lesen“, wird ihre Fantasie, die Sprache angeregt. In der Schule werden die Bücher, die gelesen werden müssen, vorgegeben, meist zu einem Thema entsprechend, um dieses dann weiterzuführen. Literatur für Ausbildung, Studium oder Beruf ist meist nur fachbezogen. Und dann eben noch die private Literatur, die ja sehr vielfältig sein kann.
    In der Literatur interessieren mich verschiedene Genren: Gesellschaftsromane, historische Romane, Familiensaga, Fantasy, einige wenige Krimis… Ich lese auch gerne „alte“ Bücher, um mich in die jeweilige Zeit und Stimmung zurückzuversetzen. Ich lese, um vom Alltag abzuschalten. Ich bin eine, die selbst beim Kochen ein paar Zeilen lesen kann, wenn es gerade sehr spannend ist. Feste Zeiten zum Lesen habe ich nicht. Das wird meist spontan entschieden. Ohne Literatur würde mir etwas fehlen.

    Viele Grüße

    Annegret

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    1. Literatur als buntes Kaleidoskop? Daran habe ich nach deinem Kommentar gleich gedacht. Es ist schön zu lesen, wie vielfältig Literatur bei dir ist und freue mich. Ich danke dir fürs Teilhaben!

      Viele Grüße,
      Klappentexterin

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  9. Was für ein schöner Beitrag, vor allem zusammen mit dem Photos. Dazu wollte ich auch mal was schreiben 😉 Aber die Notizen liegen schon seit einem Jahr rum. Es gibt nämlich auch in der Literaturwissenschaft Bezeichnungen für zwei Arten von Lesern, die du aber auch schon beschrieben hat
    – der, der sich unterhalten lassen, konsumieren, sich möglichst mit den Figuren identifizieren oder Nervenktizel erleben will
    – den, der sich mit dem Text auseinandersetzt, sich Fremdes in mühevoller Arbeit aneignet, dadurch aber auch neue Welten entdeckt

    Ich würde die meisten zu ersterem rechnen. Auch mich selbst. Denn meist fehlt dann doch die Kraft und Konzentration, sich mit Novalis auseinanderzusetzen. Aber es gibt ja auch gute Mitteldinge. Und ich glaube da müssen wir ansetzen: Denn wer immer nur Iny Lorentz liest, der lässt seinen Kopf auch ein wenig verkümmern.

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    1. Danke dir, Blauraum! Warum liegen die Notizen seit einem Jahr bei dir rum? Her damit, ich möchte sie gerne bei dir lesen!! Was für ein interessanter wissenschaftlicher Ansatz. Gibt es eigentlich auch Mischformen? Oder ist man immer der eine oder der andere?

      Herzlichst,

      Klappentexterin

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  10. Ich habe die Pflichtlektüre in der Schule und im Studium nie als Last empfunden, eher als Bereicherung. Ohne meine Kursleiterin auf dem Gymansium hätte ich nicht Hochhuth, Dostojewski und Böll gelesen! Und ich gestehe selbst Effie Briest und Maria Stuart fand ich sehr interessant. Das Interpretieren von Texten und das Eintauchen in die Geschichten habe ich nach dem Studium richtig vermisst.

    Literatur ist für mich vor allem ein Genuss. Dabei kann/soll sie mich anregen, unterhalten, auf Vergangenes und Zukünftiges hinweisen, mich auf andere Kulturen aufmerksam machen, anspruchsvoll sein und nicht vor unbequemen Themen halt machen. Und eins hab ich noch vergessen: Literatur verbindet – neben dem Lesen gibt es doch nichts Schönes als darüber zu sprechen…..

    Liebe Grüsse
    Vera

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  11. Ohne Bücher geht bei mir gar nichts. Aber auch mein Leseverhalten hat sich mit der Zeit verändert. Zum einen gibt es einen thematischen Leitfaden, den ich immer mal wieder aufgreife, sobald ich ein Buch zu diesem Thema finde, zum anderen lese ich – bedingt durch Job, alleinerziehende Mutter etc. – auch mehr Unterhaltungsliteratur als früher. Dennoch brauche ich ab und an einen Klassiker oder andere anspruchsvollere Werke.

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  12. Die Liebe zum Lesen hat sich bei mir eher trotz der Pflichtlektüre in der Schule entwickelt. Manchmal frage ich mich rückblickend, wer sich die Lehrpläne ausgedacht hat… welches dreizehn oder vierzehnjährige Mädchen kann etwas mit „Homo Faber“ anfangen? Damals war ich regelrecht abgestoßen, heute weiß ich das Buch zu schätzen. Bei vielen Büchern ist es nichtmal zu dieser Transformation gekommen. „Der Fänger im Roggen“ ist für mich z.B. noch immer ein Verbrechen an der englischen Sprache… Aber genug der Beispiele.
    Für mich erfüllt Literatur einen Bildungsauftrag, lesend erkunde ich fremde Kulturen, lerne Bräuche kennen und tauche in lebendige Geschichte ein. Und ich lasse mich zugleich unterhalten, schmunzle, lache oder weine beim Lesen. Beides hat seine Berechtigung. Und welche Literatur man zu welchem Zweck oder auf welche Weise liest, ist ohnehin jedem selbst überlassen und keine der Herangehensweisen ist besser oder schlechter als die andere.

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  13. Ich kann mich an meine Pflichtlektüren in der Schule kaum noch erinnern. Was hängen geblieben ist „Der Schimmelreiter“ – ich glaube mich wage erinnern zu können, das mich dieses Buch so richtig heiß auf das Lesen gemacht hat.

    Für mich ist lesen sehr wichtig. Auch das richtige Buch für die richtige Stimmung. Bei mir ist es die einzige Form der Entspannung (leider funktioniert nichts anderes bei mir). Ich tauche völlig ab und mich kann dann auch gar nichts stören.

    Manchmal beschäftigt einen ein Buch aber über das Lesen hinaus, regt die Gehirnzellen an 🙂 Ich kann mir eine Welt ohne Bücher und Zeiten ohne lesen nicht vorstellen. Ich glaube ich würde verdorren und dahinwelken.

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