Aus Eins mach Drei.

Lily Lux hat mir ein Geheimnis verraten, das eigentlich kein großes Geheimnis ist, aber eine interessante Nachricht. Jedenfalls erzählte sie mir, dass ihre beiden Schöpfer genauso gerne lesen wie wir. Und zwar viele schöne Bücher. Wo ich doch immer auf der Suche nach besonderen Werken sei, könne ich sie doch zum Thema ansprechen, sagte sie zwinkernd. Also habe ich Iris Luckhaus und Matthias Klesse nach ihren Lieblingen gefragt. Sie nannten mir gleich drei Bücher, die sie begeistert haben. Deshalb gibt es heute nicht: Ein Buch – drei Fragen, sondern drei Bücher – eine Frage: Welche Bücher sind eure liebsten?

Vladimir Nabokov: „Ada oder Das Verlangen:
Aus den Annalen einer Familie“

„Dieses Buch ist wie eine Perlenauster – denn an den Anfang seines surrealen Spätwerks hat der Autor von ‚“Lolita“ (und einer der größten Stilisten der Weltliteratur) 30 Seiten anspruchsvolle Andeutungen gesetzt. Wer diese freilich tapfer hinter sich zu bringen vermag, dem wird im Anschluss daran die (ebenso amoralische wie folgerichtige) Liebesgeschichte zwischen Ada und Van, ein ewiger russischer Sommer an der amerikanischen Ostküste, ein Telefon, das – bei eingehenden Anrufen – regelmäßig für Überschwemmungen sorgt, sowie die wunderbare Erfindung des „Jickers“ geschenkt – und damit eine Welt, die man eigentlich niemals wieder verlassen möchte.“

Vladimir Nabokov
Ada oder Das Verlangen: Aus den Annalen einer Familie.
Januar 1977, 736 Seiten, 10,95 €.
Rowohlt Verlag.


Jack Finney/Karl-Heinz Ebnet: „Zeitspuren“

„Dieses Buch ist auf Umwegen zu uns gelangt; Science-Fiction-Fans sind wir beide nicht. Jack Finney gelingt es jedoch, eine so plausibel-technikfreie Methode der Zeitreise vorzulegen (und schreibend in die Tat umzusetzen), dass man sich ihrem Zauber für die Dauer von zwei Romanen nicht mehr zu entziehen vermag – und Abwasch, Bügelwäsche und Steuererklärung für die nächsten drei Tage warten müssen. Wenn man das Buch dann aus der Hand legt, hat man nicht nur den Eindruck, den Autor tatsächlich auf seiner Reise begleitet zu haben, sondern denkt mindestens einen Moment lang ernsthaft über das Umräumen der eigenen Wohnung und das Abonnement einer Tageszeitung aus längst vergangenen Zeiten nach.“

Jack Finney/Karl-Heinz Ebnet.
Zeitspuren.
August 2008, 896 Seiten, 10,95 €.
Heyne Verlag.

A.A. Milne/Ernest H. Shepard/Harry Rowohlt: „Pu der Bär“

„Ob man über die Abenteuer von Pu und Ferkel, I-Ah und Eule, Känga und Ruh, Tiger und Christopher Robin im Hundertsechzigmorgenwald anders als in Schlagzeilen zu sprechen vermag ? Wahrscheinlich nicht. Darum also: „Das Original ohne allen Zeichentrick-Zuckerguss.“ – „Das Vorlesebuch überhaupt. Alter unerheblich.“ – Ein Buch schließlich, bei dem es, um ein Wort des Übersetzers Harry Rowohlt zu leihen, immer wieder erfreulich ist, wenn es jemand noch nicht kennt. Weil man es ihr oder ihm dann schenken kann… oder vorlesen.“

A.A. Milne/Ernest H. Shepard/Harry Rowohlt.
Pu der Bär. Gesamtausgabe.
Oktober 2009, 336 Seiten, 15,90 €.
Dressler Verlag.

Die Klappentexterin sagt tausend Dank für das Geheimnis, das eigentlich kein großes Geheimnis ist und für die schönen Buchvorstellungen! Sollte es dort draußen jemanden geben, der seine Lieblinge bei mir ebenso kurz vorstellen möchte, dann schickt mir bitte an klappentexterin@hotmail.de eine Email. Der Beitrag kann so aussehen wie der obige oder wie sonst in der Rubrik: Ein Buch – drei Fragen.

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3 Gedanken zu “Aus Eins mach Drei.

  1. Und ich habs noch nicht mal gelesen. *Schäm* Zu meiner Entschuldigung: Solche Bücher gab es bei uns damals eher selten, aber nun habe ich es ja und werde da bald mal die Nase, ähm, Augen hineinstecken.

    Liebe Grüße
    Klappentexterin

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