Trauer um Japan.

Normalerweise schreibe ich hier über Literatur, doch heute verlasse ich das Terrain und schaue nach Japan. Seit Freitag bin ich betroffen über das, was dort passiert ist. Jeden Tag gibt es neue Schreckensmeldungen, die schockieren und die Luft abschnüren. Ich fühle mich mit dem Land innig verbunden, obwohl ich nie dort gewesen bin. Die Welt der Bücher hat mich einst ins Land der aufgehenden Sonne geführt. Ich erinnere mich noch genau an mein erstes japanisches Buch: „Mister Aufziehvogel“ von Haruki Murakami.

Danach folgten auch andere Literaturbegegnungen mit Banana Yoshimoto, Yasushi Inoue, Taichi Yamada oder Yasunari Kawabata. Ich tauchte nicht nur in besondere Geschichten, sondern auch in eine Welt, die mich glücklich macht. Unzählige Male träumte ich von Japan und sog jeden Bericht in der Zeitung oder im Fernsehen auf. Japan ist ein moderner Staat, der trotz des Fortschritts an Ritualen und Traditionen festhält, die sich für mich manchmal verrückt anfühlen und mir ein Lächeln entlocken. Und zwischen alldem Treiben schwebt so eine besondere Gelassenheit, in die ich meinen aufgeregten Kopf gerne lege.

Die aktuellen Ereignisse bewegen mich und manch einer wird sich vielleicht fragen: Warum schreibst du nur über Japan? Auch in anderen Ländern sind schlimme Naturkatastrophen passiert. Weil mir Japan so nah ist wie meine Bücher. Da ist so ein Zittern, wenn ich die Tage an Japan denke. Ich kann und will nicht wortlos daran vorbeidenken und möchte auf diesem Wege meine Anteilnahme bekundigen. Nicht durch viele Sätze, sondern durch ein Wort, das ich den Menschen wünsche:

Kraft.

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5 Gedanken zu “Trauer um Japan.

  1. Man ist sprachlos und sieht fassungslos zu. Kraft und Mut, das wünsche ich auch. Was mich ärgert sind unsere Politiker, die kurz vor den Landtags- und Kommunalwahlen so scharfzüngig um sich schießen, dass es einem nur peinlich sein kann. Die Kerze ist entzündet und besser hättest du deine Worte nicht wählen können.

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  2. liebe klappentexterin,

    ich stelle ebenfalls fest, dass mich die jüngsten ereignisse in japan außergewöhnlich tief berühren.

    katastrophenmeldungen sind immer tragisch, doch in diesem fall erscheinen sie mir aufgrund der persönlichen und ideellen verbundenheit mit dem land, dem volk und seiner kultur noch tragischer.

    in diesem sinne: danke für diesen beitrag!

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