Anne ♥ Astrid Lindgren

Bücher sind zum Lesen da. Klar. Sie sind aber auch da, um uns glücklich zu machen und andere. Heute teilt Anne, 18 Jahre, Abiturientin, mit uns ihr Glück.

Ihr ♥ Stück

Astrid Lindgren: Britt-Mari erleichtert ihr Herz.
Oetinger, 1944, 157 Seiten.

1. Welcher war der beste Satz? Oder: Welche Stelle hat dir am besten gefallen?
Ach, wie soll ich mich da entscheiden? Das ganze Buch steckt so voller Liebreiz und ist ein einziger Reigen auf das Leben. Daher gibt es Lieblingstellen:
„Dann folgten zwei Stunden Mathe, und da wünsche ich mir immer, ich wäre die Tochter eines netten Steinzeitjägers, dem es genügt, dass seine Kinder Striche in die Wand ritzen können.“

Da ich in puncto Mathematik mit absoluter Unfähigkeit gesegnet bin, empfinde ich ebenso. (Glücklicherweise bin ich aber jetzt an einem Punkt angelangt, an dem das Thema für alle Zeiten passé ist.) Außerdem bietet das Buch durchaus philosophische Sätze wie:

„Mama sagt immer, das Leben ist wie ein Kuchenteig. Jeder bekommt seinen Klumpen zugeteilt und den darf er kneten und formen, wie er will.“
„Du gehörst zu den Sündern, die glauben, es genügt, eine halbe Stunde vor dem Jüngsten Gericht ein bisschen in der Bibel zu blättern.“

2. Um was geht es in dem Buch?
Britt-Mari, 15 junge Jahre alt, bekommt die alte Schreibmaschine ihrer Mutter geschenkt. Schreiben, das merkt sie schon bald, macht ihr unglaublichen Spaß. Doch nur an sich selbst schreiben und das Ganze mit dem Titel Tagebuch krönen, daran liegt ihr nichts. Ein Briefaustausch muss her! Und so meldet sich Britt-Mari sofort, als eine Klassenkameradin eine Brieffreundin anbietet. Sie schreibt über ihre Gefühle, ihre Familie, ihren Alltag. Dabei werden auch damals aktuelle Themen wie Judenverfolgung nicht ausgespart. Ihr Ton ist mal heiter, mal nachdenklich, aber immer klug und pointiert.

3. Warum sollte man das Buch unbedingt lesen?
Das Buch liefert einen liebenswerten Einblick in das Jungmädchen-Dasein Mitte der 40er. Es macht Sehnsucht nach der Unbeschwertheit vergangener Tage, lässt den Duft von Sonnenstrahlen auf Kuchen auferstehen und schenkt eine Auszeit. Es zeigt, wie schön das Leben ohne Technologie und Coolness ist. Wie friedlich und ruhig. Außerdem ist es beinahe schon flegelhaft, dass ein jeder Pippi, Michel und Karlsson kennt, von Frau Lindgrens weiteren Schätzchen aber keine Ahnung hat. Wenn jetzt jemand aus dem Off brüllen möge: „Aber das ist doch ein Kinderbuch!“, dann kann ich nur sagen, dass es das nicht ist. Aber für Astrid Lindgren allein lohnt es sich schon, Kind zu bleiben.

♥lichen Dank!

Hast Du auch ein ♥ Stück, das du mit anderen teilen möchtest? Unter klappentexterin@hotmail.de nehme ich Deine drei Antworten zu Deinem Buch gern entgegen. Nähere Infos gibt es hier.

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