Ein Komet am Literaturhimmel, den man nicht vergessen kann.


„Tom Sawyer und Huckleberry Finn? Das liest heute fast keiner mehr,“ sagt die Buchhändlerin und sucht im Laden nach Exemplaren. Sie findet ein Buch, das am oberen Rand leicht eingestaubt ist. Schnell pustet sie den Staub weg und hält mir das Buch hin. Warum das so ist, wisse sie nicht, denn eigentlich seien es doch so schöne Bücher. Aufregende Abenteuer, die man sich als Kind wünscht.
„Viele lesen mehr das hier,“ erzählt die Dame und zeigt dabei auf einen Tisch, auf dem Drachen, Zauberer und Vampire ihre eigenen Geschichten erzählen.
Mark Twain ist ein bisschen in Vergessenheit geraten. Viele jungen Leser stürzen sich heute lieber ins Fantastische, lesen Bücher wie Harry Potter, Eragon oder Percy Jackson. Dort wird gezaubert, Feuer gespuckt und dort treiben sich unheimliche, fantastische Wesen herum. Klar, dass es zwei normale amerikanische Jungs schwer haben, dagegen anzukommen. Obwohl so normal sind sie eigentlich nicht, wenn man es mal ganz genau betrachtet.

Ich habe Tom Sawyer und Huckleberry Finn als junges Mädchen nur teilweise gelesen, dafür habe ich mich an den Filmen nicht satt sehen können. Heute noch sehe ich vor mir, wie beispielsweise Tom zur Strafe Tante Pollys Zaun weiß streichen musste. Oder Hucks Floßfahrt auf den Mississippi. Dank Mark Twain wusste ich später im Englischunterricht, dass das Wort tatsächlich mit vier ss und zwei pp geschrieben wird. Es waren genau diese Kleinigkeiten, die sich in mein Gedächtnis eingenistet haben.


Auch die Verlage haben Samuel Langhorne Clemens – so hieß Mark Twain mit bürgerlichem Name – nicht vergessen. Anlässlich zum 100. Todestag von Mark Twain in diesem Jahr erinnern die Verlage mit zahlreichen Neuerscheinungen.

Es ist nicht gelogen, wenn man behauptet, der amerikanische Schriftsteller hatte etwas Überirdisches an sich, denn als er geboren wurde, war der Halleysche Komet am Himmel zu sehen. Genau 76 Jahre später hat er seinen Samuel wieder mit genommen. Hier geblieben sind staunende Gesichter und Geschichten, die bis heute weiterleben, wenn auch manchmal etwas versteckt zwischen den Bücherreihen. Aber sie leben und das ist die Hauptsache.

Wichtige Neuerscheinungen

Sommerwogen – eine Liebe in Briefen,
16,95 €, 304 Seiten, Aufbau.
Eine Rezension dazu gibt es auf Jennys Lesecke.

Tom Sawyer & Huckleberry Finn.
34,90 €, 712 Seiten, Hanser.

Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn.
29,90 €, 816 Seiten, Diogenes.

Knallkopf Wilson.
19,95 €, 320 Seiten, Manesse.

Post aus Hawaii.
24,- €, 368 Seiten, mare.

Mark Twain unter den Linden.
Herbert Beckmann.
12,90 €, 272 Seiten, Gmeiner Verlag.

Meine Weltreise nach Indien.
24,- €, 352 Seiten, marixverlag.

Mark Twain für Boshafte.
Günter Stolzenberger.
6,- €, 93 Seiten, Insel.

Ada Mitsou hat Tom Sawyers Abenteuer gelesen und eine Rezension dazu geschrieben.

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