Ein wahrer Krimirausch durch das alte Berlin.

Kommissare in der Literatur sind oftmals ganz eigene Menschen. Ich mag diese gebrochenen Gestalten. Das verleiht ihnen etwas sehr Menschliches. Schließlich haben wir doch alle dunkle Flecken, die wir gern unter unserer Kleidung verstecken. Warum sollte ein Polizist, davon verschont bleiben? Auch Gereon Rath nicht. Der junge Kommissar ist von Köln nach Berlin versetzt worden und erlebt dort angekommen eine Stadt im Rausch: Kokain, illegale Nachtclubs, politische Straßenschlachten. Er ist äußerst strebsam und verliebt sich ausgerechnet gleich zu Beginn in eine Kollegin. Als Rath dann noch in einem kuriosen Mordfall im Rotlichtmilleau verwickelt ist und den auf eigene Faust ermitteln will, scheint das Chaos perfekt.
Wenn man diesen Roman liest, hat man wirklich das Gefühl, man befände sich im Berlin der 20er Jahre. Der Autor hat seine Sprache der Epoche so angeglichen, dass ich mich mehrmals wirklich vergewissen musste, ob er das Werk tatsächlich in unserer Zeitgeschrieben hat, weil es sich so authentisch liest.
Als große Berlinliebhaberin war es ein Fest für mich, mit dem Ermittler durch Berlin zu rauschen, am Kottbusser Tor entlang zum Alexanderplatz. Der nasse Fisch ist ein anspruchsvoller Krimi, den vor allem Fans von guten Tatorten lieben werden. Er ist bis zum Ende ein spannendes Werk und von einer Qualität, wie man sie heutzutage in der Literatur nicht wiederfindet.

Der nasse Fisch.
Volker Kutscher.
August 2008, 8.95 €.
Kiepenheuer & Witsch.

Advertisements
Veröffentlicht in Krimi

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s