Schlagwort-Archive: Japanische Literatur

Eine Verlosung aus vollem Herzen!

banana_yoshimoto1

Banana Yoshimoto wird heute 50 Jahre. 50? Bei dieser Zahl musste ich erstmal schlucken, als ich sie zum ersten Mal in der Vorschau des Diogenes Verlags sah. Das kann nicht sein, dachte ich. Für mich ist die Autorin immer noch die 28-jährige, die mich mit ihrer jugendlichen Frische begeistert hat. Seit über elf Jahren verbindet uns eine besondere Beziehung. Grund genug, dieser wunderbaren Autorin heute zum Geburtstag zu gratulieren.

Weiterlesen

Die Blumen des Guten.

banana_yoshimoto_der_see

Bücher von Banana Yoshimoto sind für mich immer kleine Seelenreisen. Die Autorin öffnet die Tür in die Innenwelt von Menschen, die auf ihren Schultern so manches Gewicht tragen. Doch sie drücken mich niemals zu Boden. Ganz im Gegenteil: Stets fühle ich mich leicht und auf besondere Weise aufgehoben, wie in einer warmen Höhle. Daher strecke ich mich mit einem Lächeln nach dem neuen Roman Der See und begebe mich erneut auf die Reise.

Weiterlesen

Das fremde Buch des vertrauten Herrn Murakami.

murakami_die_pilgerjahre_des_farblosen_herrn_tazaki

Stellt euch eine Lotusblüte vor, die in einem wunderschönen Blau die Sonnenstrahlen reflektiert und glänzt, aber gar nicht duftet. Genau so fühlt sich für mich Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki von Haruki Murakami an. Einerseits glänzt das Buch vor farbenfroher Eleganz. Andererseits ist es für mich ein Buch zwischen meinen Murakami-Büchern, das mir fremd ist und eine schreckliche Leere hinterlässt.

Weiterlesen

お誕生日おめでとうございます、村上さん

Heute wird ein ganz besonderer Autor 65 Jahre alt. Ein Autor, der mich in eine andere Literaturwelt geführt hat. 2003 habe ich seine Bücher für mich entdeckt und kann sie seitdem nicht mehr aus meinem Leben wegdenken. Viele von euch wissen bestimmt schon, vom wem hier die Rede ist. Lasst ihn uns also gemeinsam rufen: H-A-R-U-K-I M-U-R-A-K-A-M-I!

MURAKAMI_HARUKI_6956.TIF                                        © Markus Tedeskino / Ag.Focus Weiterlesen

Wie √ zu meinem Freund wurde.

eulersche

√. Ich hatte das spitze Wurzelzeichen aus meinem Kopf verscheucht, weil es mich einfach zu sehr an Mathematik erinnerte, ein Schulfach, mit dem ich auf Kriegsfuß stand. Doch plötzlich tauchte es auf der ersten Seite in Das Geheimnis der Eulerschen Formel wieder auf und stach in meine Augen. Sollte ich flüchten oder bleiben? Ich haderte kurz, entschied mich schnell fürs Bleiben, denn die japanische Autorin Yoko Ogawa nahm mich mit ihren schönen Worten behutsam an die Hand.

Weiterlesen

Rettung vor der Vergangenheit.

Bei Banana Yoshimoto muss ich immer an eine warme Nudelsuppe denken. Dampf steigt aus ihren Büchern, die Sätze schlängeln sich wie Reisbandnudeln durch die Augen und mein Bauch fühlt sich beim Lesen an, als würde in ihm die Sonne sitzen. Wir kennen uns nicht persönlich und doch ist die Autorin inzwischen eine gute Freundin geworden. Ihre Geschichten lösen viel in mir aus, von Kopf bis Fuß spüre ich eine Wärme und ein vertrautes Echo hallen, das mich an meinen Atem erinnert. Wie die Feder eines Seelenvogels, die mir über die Seele streift. Ihr neuer Roman „Ihre Nacht“ macht da keine Ausnahme.

Banana Yoshimto spricht das aus, vor dem wir uns am liebsten verstecken wollen. Die Autorin erzählt von Menschen, die sich in der Welt verloren fühlen und denen die Balance abhanden gekommen ist. Sie schwanken und spüren einen stechenden Schmerz im Herzen. Was sich sonst befremdlich anfühlt, hat bei Banana Yoshimoto etwas ganz Gewöhnliches, als würde ich mir morgens die Zähne putzen und mich dabei im Spiegel betrachten. Wie schafft sie das nur? Indem sie sehr gefühlvoll in die Rolle ihrer Protagonisten schlüpft und sie mit feiner Hand zu Menschen macht, die mir sehr nah sind.

Die Ich-Erzählerin in „Ihre Nacht“ ist so eine verlorene Seele. Yumikos Eltern sind vor einigen Jahren verstorben und seitdem irrt sie wie ein halb erloschener Funken durch die Welt. Die Vergangenheit hat bei der jungen Frau einen Fußabdruck hinterlassen, der heute noch schmerzt und ihr die Ruhe raubt. Yumiko meidet die Menschen, igelt sich ein und lässt sich von anderen aushalten. An eine Beziehung mit einem Mann denkt sie nicht, denn die Vergangenheit nagt an ihr und verweigert Yumiko den Zutritt ins Reich der Liebe. „Ich hatte das Gefühl, mich allein vor der Vergangenheit meiner Familie retten zu müssen. Ich hatte Angst davor, jemanden ernsthaft in mein Leben hineinzulassen, und ich hatte auch keine Lust, lang und breit zu erklären, warum das so war. Ich fühle mich wie eine Art Krankheitserreger, das wurde ich einfach nicht los. Wo ich bin, ist immer auch ein Hauch von Tod, der sich wie ein Schleier über alles legt.“ Einzig ihrem Cousin Shôichi öffnet sie die Tür, als er sie eines Tages aufsucht. Seine Mutter ist gestorben und es war ihr letzter Wunsch, dass er sich um Yumiko kümmern soll. Schon nach den ersten Dialogen ist er mir mehr als sympathisch. Er ist ein aufrichtiger und herzlicher Mensch, das spürt auch Yumiko. Und so begeben sich beide auf die Reise in Yumikos Vergangenheit, die nicht nur Schmerzen, sondern auch einige dunkle Stellen in ihrem Gedächtnis hinterlassen hat.

Banana Yoshimoto ist eine Meisterin des Übersinnlichen. Sie überschreitet Grenzen zwischen der Wirklichkeit und einer anderen Welt. Geisterhafte Schatten huschen durch ihre Bücher. Gerade für uns Europäer mag sich das teilweise komisch anfühlen, hat es doch etwas Befremdliches, wie ein Stein, den man versucht mit der Schere zu teilen. Bei Yoshimoto gibt es Verbindungen mit Menschen aus einer anderen Welt, das Leben und der Tod streifen sich für Momente und schauen sich ins Gesicht, bis sie ein tiefes Schweigen umhüllt.

Wird Yumiko zur Ruhe kommen? Nun, das verschweige ich euch, genauso wie die plötzliche Wendung in der Geschichte. Wenn man es jedoch genau betrachtet, kommt sie gar nicht überraschend, sie ist ein typischer Schachzug der Autorin. Wie gern möchte ich noch so viel schreiben, aber mir versagt die Stimme, weil ein Großteil der Gedanken nicht in Worte fließen wollen. Gefühle haben ihre eigene Sprache, die vor allem durchs Erleben sichtbar werden so auch hier. Banana Yoshimoto legt mir Frieden und einen warmen Schal aus Herzlichkeit um die Seele, ja, sie ist wie ein beschützender Seelenschal. Was für ein Wort, das so gar nicht im Wortschatz existiert, aber es fließt mir jetzt heraus, ein Atemstoß aus meinem Inneren. Obwohl die Töne hier sehr melancholisch klingen, sind sie gleichzeitig hoffnungsfroh und beruhigend, wieder einmal. Die Japanerin sagt mir: Du kannst dich verlieren, vielleicht musst du es sogar, um dich am Ende zu erden und wiederzufinden. Diese Erkenntnis ist warm, so warm wie meine innig geliebte Nudelsuppe.

Banana Yoshimoto.
Ihre Nacht.
März 2012, 206 Seiten, 18,90 €.
Diogenes Verlag.

Das große Warten hat ein Ende.

Als der dritte Band von „1Q84“ erschien, stand wieder ein leuchtender Mond am Himmel. War dies purer Zufall oder gar ein Zeichen? Ich fand die Tatsache kosmisch genug, um geheimnisvoll vor mich hin zu lächeln und riss den Umschlag auf. Um mich herum verstummte die Welt, ich stand mit zitternden Händen in der Postfiliale, hielt den leuchtend grünen Silberbarren fest, war glücklich und gierig auf die Fortsetzung, die den Abschluss der murakamischen Trilogie geben sollte.

Als Erstes treffe ich auf Herrn Ushikawa, die Schattengestalt aus dem zweiten Buch von „1Q84“. War Herr Ushikawa bislang eine Nebenfigur, steigt er nun direkt in die Kampfarena. Jetzt sitzt der großköpfige Mann mit den beiden Leibwächtern des Leaders zusammen und wird mächtig in die Mangel genommen. „Diese Typen können einen ganz schön in die Enge treiben, dachte Ushikawa.“ Ungeduldig pochen sie auf seine Ermittlungsergebnisse, die darauf schließen lassen, dass Aomame den Leader umgebracht hat. Jetzt solle er die Wahrheit herausfinden, Hintergründe zu der Tat liefern und Tengos Rolle in der ganzen Sache durchleuchten. Mit den ungemütlichen Drohungen der Leibwächter im Nacken setzt er seine Nachforschungen fort.

Der zweite Erzählstrang führt zu Tengo, der in der Stadt der Katzen weilt und seinen Vater im Sanatorium besucht. Er nimmt extra Urlaub und lässt Fukaeri allein in seiner Wohnung zurück. Was keiner weiß, sein Aufenthalt gilt vorrangig der Puppe aus Luft, die er einst nach Sonnenuntergang auf dem Bett des Vaters gesehen hat. Seitdem hat Tengo das Schauspiel jedoch nicht mehr zu Gesicht bekommen, doch die Hoffnung sitzt fest verankert auf seiner Schulter. Demütig gibt sich Tengo seinem Schicksal hin und taucht in das stille Warten während in seinem Herzen die Sehnsucht nach Aomame unaufhörlich hin und her flackert.

Was Tengo nicht weiß, Aomame ist ganz in der Nähe von seiner Wohnung, hält sich dort versteckt und hat den gegenüberliegenden Park im Visier. Auch sie trägt eine Hoffnung in sich, Tengo endlich wiederzusehen. Ihre Tage sind von einer Stille umgeben, die sie bald mit einem regelmäßigen Ablauf füllt. Sportübungen gehören genauso dazu wie die Lektüre von Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Die Tage plätschern wie feiner Nieselregen vor sich hin, einzig ein NHK-Mitarbeiter mischt aufdringlich dazwischen und vertreibt damit die zarte Ruhe.

Das dritte Buch hat einen ganz anderen Spannungsbogen als die beiden Vorgänger, die in Deutschland vor einem Jahr zusammen in einem Band erschienen sind. Herrschte noch in Buch 1 und 2 ein starker Orkan, weht im Buch 3 ein lauer Wind. Das verwundert nicht, denn die Protagonisten sind genauso vertraut wie der Kern der Geschichte. Hier stehen immer noch zwei Liebende, die sich seit der Kindheit tief verbunden fühlen und sich endlich wiederfinden wollen. Diese Tatsache mag vielleicht abwegig klingen, aber fest greifbar ist bei Haruki Murakami einiges nicht, viel mehr verschwimmen bei ihm die Grenzen zwischen Realität und Traum. Der japanische Autor hat mit „1Q84“ eine kosmische Liebesgeschichte geschaffen, die einen stillen Raum füllt und auf eine besondere Weise lebendig macht.

Im dritten Band tickt die Uhr anders, der Autor verbringt viel Zeit mit Umschreibungen und Wiederholungen. Das hat ihn einigen Lesern negative Kritik beschert. Es fielen Worte wie langatmig, schleppend und langweilig. Dem kann ich nicht zustimmen. In keiner Minute hatte ich Ermüdungserscheinungen oder den Wunsch, Seiten zu überfliegen. Gerade im letzten Drittel konnte er mich einfangen und hat mich durch einen Strohhalm aus meiner Umwelt förmlich herausgezogen. Auf den über fünfhundert Seiten beweist der japanische Autor erneut, dass er ein meisterhafter Erzähler ist, der mich überrascht. Hoho! Ja, da waren plötzlich wieder die Little People, die in einem Gespräch aus dem Nichts auftauchten und sich den Lesern ins Gedächtnis riefen. Hoho! Solche Überraschungen sind brillant und unvergesslich.

Obwohl Murakamis Erzählstil sehr schlicht gehalten und von einer Kälte umgeben ist, erzeugt er eine eigene Spannung, die sich nicht mit den beiden ersten Bänden vergleichen lässt. Der japanische Autor schafft aus Belanglosigkeiten aufregende Momente und stupst mich wie ein Kater an. Er webt wieder mystische Komponenten ein, verwischt die Realität mit fantastischer Farbe und tunkt damit den Kopf in eine klebrige Masse, dass selbst nach dem Schluss offene Fragen umherschwirren wie feine Pollen. Ungewöhnlich klar und einfach hingegen ist das Ende, einerseits. Andererseits frage ich mich, muss ein Autor stets im gleichen Schema seine Geschichten enden lassen? Wohl kaum. Deshalb schließe ich den dritten Band mit einem Lächeln. Das große Warten hat jetzt für alle Beteiligten ein Ende.

Haruki Murakami.
1Q84. Buch 3.
Oktober 2011, 578 Seiten, 24,- €.
DuMont Buchverlag.

Ein Buch für alle Nachtschwärmer und Schlaflosen dieser Welt.

Wir stellen uns eine leidenschaftliche Haruki Murakami-Leserin vor, die viel zu lange damit gewartet hat, „Afterdark“ zu lesen. Warum sie es getan hat? Nun, Gründe gibt es einige. Wir wollen nicht alle aufzählen, aber zumindest zwei, damit die Leser nicht fragend zurückbleiben. Da wäre einmal der Wunsch, noch eine kleine Konserve für große Murakami-Sehnsüchte auf Vorrat zu haben. Dazu gesellt sich eine Distanz am Anfang des Buches, die für die Leserin was Abweisendes hatte. Zoomen wir uns also näher in den Kopf der jungen Frau, die „Afterdark“ gelesen und für sich entdeckt hat.

Es ist exakt vier Minuten vor Mitternacht, als die Geschichte mitten in einer Großstadt beginnt. Zunächst befinden wir uns hoch hoben in der Luft und beobachten das Schauspiel mit den Augen des Autors, der das nächtliche Treiben mit einem riesigen Lebewesen vergleicht. Ganz in typischer Haruki Murakami-Manier brennen sich der Leserin Sätze aus dem Buch direkt in die Netzhaut, bei denen sie Funken sprüht. „Ein gemeinsamer Pulsschlag durchpocht den ganzen Körper, überall blinkt es, erhitzt und windet sich. Es ist kurz vor Mitternacht, und der Höhepunkt seiner Aktivität ist überschritten, doch der allem zugrunde liegende, lebenserhaltende Stoffwechsel arbeitet unvermindert weiter.“

Danach wendet sich der Blick der Wir-Erzähler auf einen kleinen Punkt, einem Bezirk, „den man als belebt bezeichnen könnte.“ Die Landung erfolgt wenige Sekunden später in einer Filiale einer Restaurantkette „Denny’s“. Dort sitzt ein Mädchen ganz allein und liest konzentriert in einem Buch, vor ihr stehen eine Tasse Kaffee und ein Aschenbecher. Kurz darauf wird das Mädchen von einem Jungen angesprochen, durch ihn erfahren wir den Namen des Mädchens. Es heißt Mari. Etwas reserviert geht Mari auf die Kontaktaufnahme ein und legt den Grundstein für ein Gespräch, das sich allmählich entwickelt. Zunächst verhalten sich beide so zaghaft wie man über einen frisch zugefrorenen See läuft. Das Zurückhaltende wird immer mehr verdrängt und bald verwandeln sich die abgehackten Antworten in ganze Sätze, die Geschichte nimmt an Fahrt auf.

Was die Leserin zu dem Zeitpunkt nicht weiß, aber im Stillen längst ahnt: Diese Begegnung hat eine tief sitzende Bedeutung, sie ist gewissermaßen die Wurzel, die sich mit der Geschwindigkeit des Pulsschlags immer weiter ausdehnt. Einige Momente später klappen weitere Schauplätze auf, wie das Zimmer von Maris Schwester. Dort liegt Eri und schläft, doch ihr Schlaf ist „nicht normal. Er ist zu rein und vollkommen.“ Zu solchen Schlussfolgerungen kann nur ein Autor wie Haruki Murakami kommen. Auf leisen Sohlen schleicht sich das Rätselhafte an, setzt sich zwischen die umblätternden Finger und wandert weiter direkt in den Geist. Der Atem beschleunigt sich und findet mit dem Atem der Nacht den gleichen Takt. Wohin die Wurzel ausschlägt und was es mit Eri auf sich hat, verschweigt die Leserin. Sie möchte an der Stelle das Mystische konservieren und an andere weitergeben.

Haruki Murakami hat ein Buch für alle Nachtschwärmer und Schlaflosen dieser Welt geschrieben, die auch gern in tiefere Gefilde abtauchen. Mit “Afterdark” wird die Nacht zu einem aufregenden Strudel, aus dem man nicht mehr entkommen kann, an Schlaf ist nicht zu denken. In einer klaren Sprache, die der von „1Q84“ sehr ähnelt, erzählt der japanische Autor viele kleine Geschichten, die am Ende zu einer zusammenführen. Nicht alles ist eindeutig, viel verschwimmt vor den Augen und ermöglicht damit, Freiraum für eigene Ideen. Ja, der Japaner inspiriert wieder einmal, stellt die leidenschaftliche Haruki Murakami-Leserin fest. Nicht nur das. Er ist auch erleuchtend oder sagen wir lieber: Weise und philosophisch. Zwischendurch mischen sich zu all den seltsamen Begebenheiten Aussagen, über die man länger nachdenken muss wie bei dieser: „Beim Nichts ist eben überhaupt nichts da, also ist es nicht nötig, dass man es begreift oder sich vorstellt, oder?“

Bei genauerer Betrachtung ist „Afterdark“ kein Murakami-Exot, sondern ein Buch, das sich erhobenen Hauptes an die anderen Werke des Japaners stellen kann. Man darf sich nicht vom ersten Schein trügen lassen, sich dafür ruhig offen in die Geschichte wagen, die sich mit jeder Seite steigert und am Ende eine Sogwirkung entfaltet, selbst wenn sie anfangs so unwahrscheinlich erscheint wie Schnee im Sommer.

Wir sehen jetzt eine lächelnde leidenschaftliche Haruki Murakami-Leserin, die nun aktuell zwar keine Konserve ihres Lieblingsautors mehr besitzt, aber dafür die Erkenntnis, das durch „Afterdark“ die Begeisterung für diesen meisterhaften Autor nicht zu trennen ist. Und sie wünscht sich insgeheim noch mehr, dass Haruki Murakami endlich den Literaturnobelpreis erhalten sollte.

Haruki Murakami.
Afterdark.
Oktober 2005, 237 Seiten, 19,90 €.
DuMont Verlag.