Archiv der Kategorie: Aktuelles

Tigerfreude vor der Haustür.

Janosch hat es gut. Er lebt auf einer einsamen Insel. Und ich? In einer Großstadt, wo es viele laute Autos und große Häuser gibt. Aber ich möchte mich nicht beschweren, habe ich es mir doch selbst ausgesucht und bin glücklich hier. Vor allem dann, wenn es Überraschungen gibt. So eine durfte ich kürzlich erleben, als ich aus meinem Fenster geschaut habe. Dort standen plötzlich Janoschs großartige Helden: Der kleine Tiger, der kleine Bär, Günter Kastenfrosch und die Tigerente. Träum ich oder wach ich? fragte ich mich. „Nein, du bist wach, liebe Klappentexterin. Komm zu uns herunter!“ riefen sie im Chor. Gesagt, getan und schon schauten wir uns gegenseitig an, während am viel zu kalten Apriltag die Sonne auf unseren Köpfen Samba tanzte.

So stand ich vor dem Zaun, den ich sonst immer so hässlich finde mit der Werbung drauf. Doch diese gefiel mir. „Du trägst ja eine genauso große Brille wie wir“, sagte der kleine Tiger. „Stimmt, leider habe ich meine farbige Sonnenbrille in einer meiner vielen Taschen vergraben, sonst hätte ich sie aufgesetzt.“ „Ach, das ist doch egal. Und was hälst du da in der Hand?“ Das hatte ich vor Aufregung ganz vergessen. Ich hatte schnell noch „Onkel Puschkin guter Bär“ aus meinem Regal gezogen und bin hinaus geeilt. Als ich den Besuchern von meiner Buch-Model Geschichte berichtete, waren sie hellauf begeistert. So ist eine kleine Fotosession mit uns entstanden, die keiner Worte bedarf, außer vielleicht einem Grinsen. Denn es hat verdammt viel Spaß gemacht!

© Die Bilder sind natürlich von Janosch. Und die Fotos von mir.

+++ Neu +++ Neu +++ Neu +++ Neu +++ Neu +++

Liebe Bücherfreunde,

auch im Mai wird es uns nicht an neuen Büchern mangeln. Ich habe euch wieder eine Übersicht zusammengestellt, die ihr auf Neuheiten nachlesen könnt.

Ein hoffnungsvoller Frühlingsgruß.

Weil uns der Frühling gerade ein wenig im Stich lässt, möchte ich heute mit meinem zweiten “Buch-Model” einen hoffnungsvollen Frühlingsgruß versenden.

Osterzeit = Lesezeit.

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Osterfest! Genießt die Feiertage und lasst es euch gut gehen! Während der Osterhase fleißig unterwegs ist…

Illustration: Martina Hoffmann

… mache ich es mir zu Hause gemütlich, tauche in einen dicken Wälzer…

… und genieße zwischendurch eine Tasse mit köstlichem warmen Tee.

Kunterbunte Ostergrüße von mir,

eure Klappentexterin

+++ Neu +++ Neu +++ Neu +++ Neu +++ Neu +++

Liebe Bücherfreunde,

das Aprilwetter ist schon da. Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Bücher. Die findet ihr auf Neuheiten. Viel Spaß beim Stöbern!

Wenn aus Büchern Models werden.

Die Bücher sind schuld, wieder einmal. Wer auch sonst sollte mich so inspirieren? In diesem Frühjahr erfreuen mich viele schöne Titel:

Wenn man es ganz genau nimmt, haben sie den Stein ins Rollen gebracht und meinen Blick geschärft. Sicherlich ist es das Innenleben eines Buches, das mich begeistert und doch sind es oft die Kleider, die mich locken. Sei es durch ein gelungenes, anziehendes Cover oder durch den Titel. Und so bin ich an meine Regale herangetreten und hatte plötzlich eine Idee, bei der ich breit grinsen musste und die mir viel Spaß bereitet hat.

Meine Bücher wurden zu Models. Anders als bei Heidi Klum mussten sie keine bestimmten Maße vorweisen, sich durch Challenges kämpfen und zittern, ob sie weiterkommen. Nein, sie brauchten nur eins mitzubringen: Einen Titel, den ich in Szene setzen konnte. Entstanden ist eine Fotoserie, die ich euch nun peu à peu präsentieren werde.

Zum Auftakt habe ich gleich zwei Models: Das Buch “Pferde stehlen” von Per Petterson und Dagsbrún vom Steenbecksmoor. Viel sieht man vom Isländer nicht, hat es sich doch ganz charmant herangeschlichen und dem Buch den Vortritt überlassen.

Herzlich bedanken möchte ich mich bei Daggi, der Fotografin und allen Beteiligten, die meine Idee so wunderbar umgesetzt haben!

Offener Brief an John Irving.

Lieber John Irving,

zunächst möchte ich Ihnen nachträglich alles Gute zum Geburtstag wünschen! Auch wenn wir uns nicht persönlich kennen, ist es mir eine Herzensangelegenheit, Ihnen zu gratulieren. Ich habe am 2. März an Sie gedacht, fast jedem Bekannten und Freund von mir angepiekst und gesagt: „Heute hat John Irving Geburtstag.“ Leider kam meist nur ein: „Ach, ja?“ Mehr nicht, das war mir eigentlich zu wenig, nur konnte ich dies meinem Gegenüber nicht sagen. Zumal es mir nicht zusteht, Sie über alles zu loben, wo ich ja bislang nur ein Buch von Ihnen gelesen habe. Ja, tatsächlich. Ein wenig schäme ich mich dann doch, aber es hat sich bisher einfach nicht ergeben, obwohl ich doch einige Bücher von Ihnen bei mir zu Hause zu stehen habe: „Das Hotel New Hampshire“, „Zirkuskind“, „Bis ich dich finde“ und „Witwe für ein Jahr.“ Letzteres habe ich übrigens gelesen, vor langer, langer Zeit. Und die anderen warten noch auf mich, viel zu lange schon, wie ich zu meiner Schande gestehen muss.

Wieso eigentlich? Nun, Sie haben nicht gerade schmale Bände geschrieben und unter uns gesagt, scheue ich mich vor so gewaltigen Werken. Das ist so eine Marotte von mir. Immerhin bin ich von vielen Büchern umgeben, auch von Berufswegen und möchte stets viele Bücher nacheinander lesen. Ich bin eine Fließbandleserin. Die Zeit sitzt mir im Nacken und hämmert auf mich ein. Nun, ich schweife ab. Sie werden verehrt, vor allem von uns Deutschen. Ihre Bücher verkaufen sich in unserem Land öfter als in den USA und Kanada zusammen. Wow! Das allein macht mich sprachlos und zeigt einmal mehr, wie großartig und wertvoll Ihr Schaffen ist. Mit Ihren 70 Jahren können Sie auf zwölf, bald dreizehn, Werke blicken. Das ist eine beachtliche Leistung, bedenkt man die vielen Seiten und die Welten, die Sie den Lesern eröffnen. Solche Welten, die die Augen verdrehen und Strudel in die Köpfe der Menschen setzen. Und da habe ich bislang nur ein Buch von Ihnen gelesen? Ich bin selbst erstaunt und schäme mich immer noch.

Allein Ihr Werk „Das Hotel New Hampshire“ wurde mir von unzähligen Menschen ans Herz gelegt. Menschen, die unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, waren sich alle einig und sagten: „Was für ein Buch! Das musst du lesen!“ Ein junger Autor berichtete mir, dass er viel aus dem Roman gezogen hat. Sie begeistern nicht nur jede Menge Leser, sondern sind gleichzeitig ein großes Vorbild für Nachwuchsautoren. Ist das nicht schön? Und Sie schaffen bei einer Leserin, die bislang nur ein Werk von Ihnen gelesen hat, ein Leuchten im Kopf, das an ein Feuerwerk erinnert.

Wie machen Sie das nur? Wo ziehen Sie die Geschichten heraus, entwickeln die verrückten Charaktere? Wo holen Sie das her? Haben Sie eine Maschine in Ihrem Kopf zu stehen, die Ihnen die wundersamen Geschichten ausspuckt? Ein Knopfdruck und schon macht es klack, klack? Es ist Ihr Markenzeichen und Ihr Geheimnis, das sollen sie auch bleiben. Ich möchte nicht daran rütteln, sondern nur meine Hochachtung für Ihr schriftstellerisches Schaffen zum Ausdruck bringen. Und seien Sie sich sicher: Ich werde Ihnen folgen und Ihre Werke lesen. Nicht etwa, weil ich mich weniger schämen möchte, sondern weil Sie es wert sind und ich sehr neugierig auf den Sog bin, der von Ihren Büchern ausgeht.

Bleiben Sie gesund und schreiben Sie bitte weiter! Ihre Fans werden es Ihnen danken und ich natürlich auch!

Hochachtungsvoll,

Ihre Klappentexterin

Hungriger Nachwuchs.

Als meine Bücher anfingen, sich wieder zu stapeln, weil sie keinen richtigen Platz in den Regalen fanden und sogar nach anderen Aufenthaltsorten suchten…

… wusste ich: Es ist dringend an der Zeit, ein neues Regal heranzuschaffen, um einem nahenden Chaos auszuweichen. Nun steht es im *Wohnzimmer und wartet auf Fütterung, denn mein Nachwuchs ist ganz schön hungrig:

Also, in die Hände geklatscht und losgelegt! Ist es nicht wunderbar, ein neues leeres Bücherregal zu füllen?

*An dieser Stelle möchte ich auch meiner Aufbaufee herzlich danken, ohne die das Regal bis heute nicht stehen würde.


+++ Neu +++ Neu +++ Neu +++ Neu +++ Neu +++

Liebe Bücherfreunde,

ihr dürft euch auf einen aufregenden Bücherfrühling freuen! Im März gibt es zahlreiche Neuerscheinungen, die ich für euch zusammengefasst habe. Wie immer nachzulesen auf Neuheiten. Viel Spaß beim Stöbern!

Ohne diese Bücher möchte ich nicht leben!

Das habe ich also davon, meine Freundinnen halten mich jetzt für verrückt. Und alles nur, weil ich an einem kalten Januarabend bei geselliger Runde etwas ausgeplaudert habe, was ich lieber hätte für mich behalten sollen. Doch kurz blitzt ein Gedanke in meinem Kopf auf: Ist das alles eine verrückte Idee oder eine Liebeserklärung an meine Bücher? Eine Frage, die ihr mir vielleicht nach diesem Beitrag beantworten könnt.

So, dann will ich euch von der verrückten Sache berichten. Einigen von euch dürfte sie schon bekannt sein, denn ich habe damals nach meinem Bücheraufräummarathon bereits darüber berichtet. Seit geraumer Zeit erfreuen sich meine Bücher daran, dass sie gut sortiert in den Regalen stehen. Nichts mehr mit lästigem Übereinandergestapel und wildem Durcheinander. Beim Einräumen kam mir damals die Idee für Themenregale. Und so entschied ich mich für ein japanisches Regal, für wichtige Neuheiten und für ein Notfallregal. Ja, ihr lest richtig, Notfallregal. Falls alles mal ganz schnell gehen muss, wenn es brennt oder ich flüchten muss. Wie schrecklich wäre es dann, meine liebsten Bücher zurückzulassen! Das Suchen nach einem Murakami oder Nooteboom könnte mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ich es mir leisten kann. Deshalb habe ich mein Notfallregal erfunden. Sicherlich gibt es in solchen Fällen weit Wichtigeres als Bücher wie Dokumente oder andere nicht ersetzbare Dinge, doch Bücher gehören zu mir wie mein eigener Atem. Da setzt automatisch mein Beschützerinstinkt ein.

Ich lese viele Bücher, aber nicht alle haben Platz in meinem Herzen. Stellt euch mal vor, ich würde dort alle hinsetzen? Wie sollte ich mich dann nur fortbewegen können? Ich möchte mein flinkes Wesen ganz gern bewahren, deshalb ist der Platz dort begrenzt und natürlich sehr begehrt.

Im Notfallregal stehen meine ausgewählten Lieblinge zusammen und sind sehr glücklich. Manchmal höre ich ein Murmeln oder Rascheln einiger Seiten. Immerhin treffen hier auch verschiedene Welten aufeinander, die sich viel zu erzählen haben. Wie gern würde ich mich in ein Lesezeichen verwandeln und lauschen, wenn sich Erich Fried mit Dashiell Hammett unterhält. Und was sagt Alice Munro zu Haruki Murakami? Tauschen sie sich über ihre Erzählungen aus? Karen Russell und Gwendoline Riley haben sich bestimmt auch einiges zu erzählen. Ich lächle und freue mich darüber, dass ich hier Klassiker mit Zeitgenössischem genauso zusammengebracht habe wie junge und ältere AutorInnen.

Insgesamt handelt es sich um 29 Bücher. Die Frauen und Männer halten sich die Waage. (“Herzzeit” teilen sich Ingeborg Bachmann und Paul Celan, das ergibt die Punktgleichheit.) Mein Notfallregal ist international, dort tummeln sich u.a. deutsche, französische, amerikanische, englische, italienische und japanische Werke. Nachdenklich sind sie alle, kleine Nadeln, die beim Lesen in meinen Geist gepiekst haben. Bewegt haben sie mich, jedes auf seine Weise. Nein, ich möchte sie nicht missen, meine Herzensbücher und aus diesem Grund stehen sie dort gut oder anders ausgedrückt: Ohne diese Bücher möchte ich nicht leben!

Bin ich am Ende also verrückt oder einfach nur verliebt? Gibt es dort draußen noch andere Bücherfreunde, die wie ich ihre liebsten Werke zusammen gebracht haben, sei es für den Notfall oder nur, weil es ich gut anfühlt?